Rezension/Kritik - Online seit 24.06.2011. Dieser Artikel wurde 4531 mal aufgerufen.

Monsterfalle

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Autor: Inka Brand
Markus Brand
Illustration: Michael Menzel
Verlag: KOSMOS
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2011
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 2273
Monsterfalle

Spielziel

In der alten Villa treiben Monster ihr Unwesen. Doch plötzlich steht Oma Frieda vor der Tür. Da sie vor den Monstern fürchterlich erschrecken würde, müssen die kleinen Unholde schnell gefangen, durch die Gänge der Villa geschoben und in die Monsterfalle geschubst werden.

Ablauf

Zuerst muss die Monstervilla aufgebaut werden. Dazu steckt man die Schiebestangen unter den Gebäude-Plastikaufbau und versieht sie mit Griffen. Danach erhält noch jedes Monster einen Platz in einem der Hausflure. Nun geben die Spieler, um anzuzeigen, wer mit wem ein Team bildet, je eines der beiden Puzzlestücke in ihrer Farbe an den jeweils rechten und linken Nachbarn. Die zusammengefügten Puzzleteile werden noch mit den Monsteraugen, welche für das Rundenzählen zuständig sind, bestückt. Sanduhr und Monsterkarten werden bereit gelegt und schon kann's losgehen.

Jeweils zwei Spieler einigen sich darauf, wer welche Schieber bedient. Dann wird eine Monsterkarte aufgedeckt und die Sanduhr umgedreht. Auf das auf der Karte abgebildete Monster wird der Sack gestellt. Diesen gilt es nun mit Hilfe der Plastikschieber in die Monsterfalle zu bugsieren. Dazu muss ein Spieler die Schieber bedienen, welche den Sack waagrecht verschieben, der andere jene, die ihn senkrecht bewegen. Sollte der Sack umfallen, muss er an seinen Ausgangspunkt zurückgestellt werden.

Landet der Sack in der Monsterfallenvertiefung, werden die Schieber schnell wieder in die Ausgangslage zurückgeschoben, eine neue Karte umgedreht und der Sack auf das entsprechende Monster gestellt. Die Spieler dürfen so lange spielen, bis die Zeit abgelaufen ist. Ihre gewonnenen Karten schieben sie dann als gemeinsame Siegpunkte unter ihre miteinander verbundenen Puzzlestücke. Zum Schluss werfen sie noch eines ihrer Monsteraugen in das Kellerloch, damit klar ist, dass sie bereits eine gemeinsame Spielrunde hinter sich haben.

Anschließend ist der rechte Spieler des Teams gleich wieder an der Reihe, jetzt allerdings mit seinem rechten Nachbarn, mit welchem er nun ebenfalls ein Team bildet. Das Spiel endet, wenn alle Teams gleich oft an der Reihe waren, was daran erkenntlich ist, dass das letzte Monsterauge abgegeben worden ist. Die Spieler addieren die Punkte, die sie mit beiden Teampartnern erzielt haben, und der Monsterjäger mit den meisten Gesamtpunkten gewinnt.

Das Spiel zu zweit verläuft etwas anders. Hier werden keine Teams gebildet. Jeder spielt für sich, indem er beide Schieber selbst bedienen muss.

Fazit

Gleich zwei ungewöhnliche Spielprinzipien werden in Monster-Falle verbunden: Teamspiele gibt es ja zuhauf, jedoch bleiben die Teams in den meisten Spielen vom Anfang bis zum Ende gleich. Hier stehen die Teams zwar auch von Anfang an fest, allerdings muss man mit zwei verschiedenen Partnern zusammen arbeiten.

Die andere Besonderheit besteht darin, dass das Schieben des Sackes mit Hilfe der beiden Schieber den Spielern einiges an räumlichem Vorstellungsvermögen abverlangt. Jüngere Kinder haben damit anfangs noch Probleme und brauchen ein bis zwei Partien, bis sie die verlangte Vorgehensweise einigermaßen verinnerlicht haben. Spaß macht das Spiel allerdings jedem von Anfang an, egal, ob er zu den "Schnellverstehern" gehört oder nicht.

Selbst wenn man das Prinzip verstanden hat, darf man beim Schieben nicht zu ungestüm werden, denn sonst verrutscht der Karton oder der Sack fällt öfter um als einem lieb ist. Weil das Neustart bedeutet und viel Zeit kostet, möchte das natürlich keiner. Deshalb muss jedes Team erst seine richtige Geschwindigkeit finden, damit Hektik und Schusseligkeit nicht zu Patzern führen.

Überhaupt muss brauchen die Kinder bei Monsterfalle in den ersten Partien die Hilfe eines Erwachsenen. Zu schnell kommen sie sonst durcheinander, wer eigentlich an der Reihe ist oder vergessen darauf, den Monsteraugenchip einzuwerfen, damit man sieht, wie oft jedes Team noch an der Reihe ist. Schwierigkeiten haben die Kinder anfangs auch damit, den Endpunktestand zu ermitteln. Statt die Ergebnisse der beiden Teamstapel, an denen sie mitgewirkt haben, einfach zu addieren, nehmen sie die Karten oft in die Hand und dabei kommt es dann schon mal vor, dass die beiden Stapel aus Versehen zusammengelegt werden, so dass dann schlimmstenfalls ein gegnerisches Team, das seine Karten noch nicht gezählt hatte, seinen Gesamtpunktestand nicht mehr ermitteln kann. Hier ist es schon empfehlenswert, wenn jüngere Kinder von Eltern oder älteren Kindern unterstützt werden.

Überhaupt muss man den Kindern ein bis zwei Probepartien zugestehen, bis wirklich alles gut läuft. So vergessen sie in den ersten Runden auch häufig, alle Schieber wieder an den Rand zu schieben, bevor sie den Sack auf das neu aufgedeckte Monster stecken.

Spätestens nach der dritten Partie jedoch läuft meist alles wie am Schnürchen und der Spaßfaktor ist dann sehr hoch. Während des Spiels ist viel Leben am Tisch - Anfeuerungsrufe der Mitspieler und Ungeduldsäußerungen des Partners, wenn nicht alles wunschgemäß verläuft, sind ständig und lautstark zu vernehmen: "Schläfst du, oder was?", "Oh Mann, ich hasse es, wenn du so trödelst!", "Du bist so lahm wie eine alte Oma!", oder "Dass ich gerade mit dem zusammen spielen muss!", um nur einiges zu nennen.

Das Spiel macht vor allem zu dritt und viert besonders viel Spaß. Zwar funktioniert es auch zu zweit einwandfrei und gerade für jüngere Kinder stellt das Bedienen beider Schieber auch eine anspruchsvolle Aufgabe dar, das besondere Teamgefühl fehlt dann aber. Grundätzlich ist die Spieldauer in jeder Besetzung ungefähr gleich lang, denn es werden stets gleich viele Monsteraugen verteilt, welche ja das Spielende einläuten, wenn das letzte davon in der Monsterfalle landet.

Sehr positiv ist auch zu erwähnen, dass schwache Spieler nicht von vornherein zum Verlieren verurteilt sind. Wenn sie mit stärkeren Spielern Teams bilden, stehen ihre Chancen auch sehr gut, zu gewinnen.

Das Material hält auch nach unzähligen Partien den Anforderungen stand. Zwar haken die Schieber manchmal, wenn die Kinder zu hektisch mit einer Hand daran ziehen, aber das gehört dann in die Kategorie "Eigenverschulden", denn die Spielregel besagt ausdrücklich, dass die Schieber mit beiden Händen bedient werden sollen. Sämtliche Zeichnungen sind sehr liebevoll gemacht und vor diesen knuffligen Monstern braucht wirklich keiner Angst zu haben. Selbst die Augen-Rundenzähler wurden so gemacht, dass jedes Augenpaar (bzw. haben einige Monster mehr oder weniger als zwei Augen) einem Monster zugeordnet werden kann - wobei so etwas Kindern eher auffällt als Erwachsenen.

In Summe liegt mit Monster-Falle ein tolles Kinder- und Familienspiel vor, das neben viel Spaß auch Teamfähigkeit, Koordination, räumliches Vorstellungsvermögen und die Motorik schult.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Monsterfalle: 4,0 4,0, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.05.11 von Sandra Lemberger - Zu zweit kommt das Teamfeeling leider nicht zum Tragen, da würde ich nur die Note 5 vergeben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.11.11 von Michael Andersch - Sehr nettes Prinzip und toll umgesetzt. Allerdings konnte ich sowohl bei meinen Kindern als auch bei mir beobachten, dass es (auch bei Hinzunahme der Variante) mit dem Langzeitspielreiz nicht weit her ist. Man schiebt immer die gleichen Wege und bekommt irgendwann Routine, was dazu führte, dass die Kinder mittlerweile bereits während des Spiels den Wunsch nach einem früheren Ende äußern. Kein gutes Zeichen...

Leserbewertungen

Leserwertung Monsterfalle: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.06.11 von xaverius

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