Rezension/Kritik - Online seit 12.11.2016. Dieser Artikel wurde 3201 mal aufgerufen.

Mord in der Villa Mafiosa

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Autor: Michaela Küpper
Marlies Müller
Verlag: Gmeiner-Verlag
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 5 - 8
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2016
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 3841
Mord in der Villa Mafiosa

Spielziel

Im Rahmen eines italienischen Schlemmerbüffets wird kombiniert, gelästert und ausgefragt, was das Zeug hält. Denn die Spieler schlüpfen in die Rollen von Corleone & Co. und ermitteln gemeinsam, wer von den anwesenden Gästen der Mörder des Saucenpapstes Enrico Fratinelli ist.

Ablauf

Bereits vor dem Spieleabend liest sich der Gastgeber die Kurzbeschreibungen der einzelnen Charaktere durch und teilt seinen Gästen die passenden Rollen zu. Mithilfe der beiliegenden Einladungen werden an jeden Mitspieler bereits vorab Informationen verschickt. Diese geben an, wie Enrico Fratinelli ermordet wurde, wie das Verhältnis zu den anderen anwesenden Gästen ist und wie der eigene Zeitablauf an dem besagten Abend war. Auch darüber, ob man der Mörder ist oder nicht, wird man informiert. Diese Informationen sollten alle Teilnehmer vor dem Krimiabend verinnerlicht haben. Außerdem erhalten alle Spieler eine Geheimakte, in der einige Fakten genannt werden, die nur sie kennen. Auf den Blättern ist auch genug Platz für persönliche Notizen während des Spiels.

Vor dem Essen bekommt jeder noch einen Satz von sechs Karten. Diese sind durchnummeriert und geben die Redereihenfolge vor. Sobald der Gastgeber über den Ablauf des Abends informiert hat, beginnt das Event mit einer Vorspeise - wer keine italienischen Rezepte kennt, kann im beigefügten Kochbuch nachschlagen. Danach beginnt der Spieler, welcher auf seiner Karte die 1 stehen hat, es folgt der Spieler mit der Nummer 2 usw. Zwischendurch werden natürlich der Hauptgang sowie das Dessert serviert, und nach der letzten Spielerkarte fordert der Gastgeber die Anwesenden einzeln auf, je einen Verdächtigen zu nennen. Am Ende sollten sich alle auf einen Täter einigen, um festzustellen, ob man den Fall gemeinsam lösen konnte oder nicht.

Fazit

Der Gmeiner-Verlag hat schon viele kleine Krimi-Kartenspiele auf den Markt gebracht. Dies ist nun sein Erstlingswerk hinsichtlich eines Krimispiels, das mit einem Essen verbunden wird. Nun gibt es in diesem Bereich jedoch große Konkurrenz, daher kommt man nicht umhin, Mord in der Villa Mafiosa mit ähnlichen Spielen zu vergleichen.

Was dem Gastgeber gleich sehr bitter aufstößt, ist die Tatsache, dass er von Beginn an weiß, wer der Mörder ist und dass außerdem alle anderen wissen, dass der Gastgeber wiederum nicht der Mörder ist. Aus diesem Grund fühlt man sich in der Gastgeberrolle eher als Statist oder bestenfalls als Chefkoch, wenn man sich selbst um das Essen kümmert.

Unbefriedigend ist auch die Tatsache, dass bei weniger als acht Mitspielern ein bis drei der Anwesenden Doppelrollen übernehmen müssen. In unserem Fall traf das zwar nicht zu, aber alle Mitspieler waren sich darüber einig, dass sie so nicht hätten spielen wollen. Eine Angabe von genau acht Mitspielern auf der Verpackung wäre sicherlich eine befriedigendere Lösung gewesen. Grundsätzlich ist die Anzahl der Mitspieler bei dieser Art von Spielen immer eine knifflige Sache. Wenn einer der Gäste kurzfristig krank wird, kann dadurch der Abend für alle anderen ebenfalls ins Wasser fallen. Krimi Total hat hier die befriedigende Lösung gefunden, auf seiner Homepage Zusatzrollen für die Spiele anzubieten. Dadurch ist es möglich, einen Gast mehr einzuladen, so dass im Falle eines kurzfristigen Ausfalls dafür gesorgt ist, dass trotzdem gespielt werden kann, weil die acht Hauptrollen besetzt werden können.

Etwas verwirrt hat mich die Platzierung der Spielregel. Beim Öffnen der Schachtel habe ich erst einmal danach gesucht, jedoch keine gefunden. Erst beim Durchblättern des Kochbuchs fand ich an dessen Ende die vierseitige Anleitung. Neben einer ansehnlichen Bandbreite von einfachen bis zeitaufwändigen Rezeptvorschlägen hält das Kochbuch auch Platzkarten für die Gäste bereit.

Die Vorgabe des Spielablaufs mit den Karten nimmt den Schwung aus der Sache. Zwar haben wir versucht, die Nummern der Karten nicht zu sagen und dem nächsten Spieler (sein Name steht am unteren Kartenrand) einfach durch Blickkontakt und persönliche Ansprache zu vermitteln, dass er nun an der Reihe ist, aber das hat nur bedingt funktioniert. Zwischendurch kam immer wieder mal die Nachfrage, bei welcher Nummer wir denn nun gerade seien. Wir hätten uns hier einen weniger vorgeschriebenen Ablauf gewünscht. Auf der anderen Seite sorgt dieser natürlich dafür, dass die Partie nie ins Stocken gerät. Ich könnte mir also vorstellen, dass dieses Spiel für Anfänger geeignet ist. Da ich aber keinen kenne, der noch nie an einem Krimidinner teilnahm, konnte ich das leider nicht testen. Das Preis-/Leistungsverhältnis für das Spiel ist übrigens in Ordnung, denn für ca. 16 Euro erhält man neben dem Spiel eben auch das umfangreiche Kochbuch.

Obwohl wir also das Gefühl hatten, dass einiges noch besser hätte laufen können, hatten wir viel zu lachen. Für solcherlei Spiele benötigt man immer Mitspieler, die Spaß daran haben, in die vorgegebenen Rollen zu schlüpfen. Insofern hatte ich mit meiner Truppe die richtige Auswahl getroffen. Vor allem habe ich auch etwas Neues gelernt: Obwohl ich bisher immer dachte, dass man mit einer Nadel häkelt, hat mich Tante Helga eines Besseren belehrt!

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Mord in der Villa Mafiosa: 3,0 3,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.10.16 von Sandra Lemberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.11.16 von Michael Kahrmann - Na ja, da ziehe ich dann doch ein “Krimi total“ vor.

Leserbewertungen

Leserwertung Mord in der Villa Mafiosa: 4,0 4.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.12.16 von Martina - Ich gebe mal noch 4 Punkte, vor allem für den Spaß an dem Abend! Ich denke solche Spiele stehen und fallen ohnehin mit der Gruppe. Unsere hat gepasst, so dass ich über ein paar spielerische Mängel im System hinweg sehen konnte. Gerne mal wieder!

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