Rezension/Kritik - Online seit 20.01.2020. Dieser Artikel wurde 837 mal aufgerufen.

#MyLife

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Autor: keine Angabe
Illustration: Jan Bintakies
Verlag: AMIGO
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 6
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2019
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
Ranking: Platz 2600
Download: Kurzspielregel [PDF]
#MyLife

Spielziel

Mein Leben zieht gerade an mir vorbei ... in Form von 10 Karten, die eben dieses Leben abbilden. Da passiert gerne alles Mögliche und Unmögliche. Mit 8 mein erstes Instrument, mit 16 Fahrschule, mit 33 gesünder Leben oder mit 89 sich strecken. Nebenbei kann man noch einen Hexenschuss bekommen, im Lotto gewinnen oder Seelenfrieden finden. Leben halt ... steckste drin.

Ablauf

Das Leben wird in #mylife von Karten bestimmt. Sechs hat man auf der Hand, sucht sich eine aus, gibt den Rest weiter, spielt die Karte aus und so fort. Karten-Drafting halt. Die Karten zeigen immer Lebensereignisse, und in jeder Runde geht es um einen anderen Altersabschnitt. Man fängt bei 1 - 10 an, arbeitet weiter bei 11 - 20 und endet dann nach 10 Runden bei 91 - 100. Der jeweils aktuelle Altersabschnitt ist wichtig, denn sollte sich die ausgewählte Karte in dieser Altersspanne befinden (beispielsweise "das erste Instrument mit 8", wenn man bei Abschnitt 1 - 10 ist), darf man die Karte einfach so ausspielen. Man legt sie an die passende Altersstelle in seiner Kartenreihe. Sollte das Alter nicht passen, muss man für diese Karte bestimmte Bedingungen erfüllen, nämlich auf anderen Karten aufgedruckte Wohlstands-, Glücks-, Weisheits- oder Gesundheitssymbole. Aber nicht auf allen Karten, nein, nein. Natürlich nur auf den Karten, die alterstechnisch DAVOR lagen. Das macht schon Sinn, denn wenn ich mit 48 umziehe, kann ich nicht auf Wohlstand zurückgreifen, den ich erst mit 86 bekomme. Manche Ereignisse verursachen Stress, den man mit Gelassenheitssymbolen wieder ausgleichen kann.

Kann man seine Karte nicht spielen, wird sie quer in die Kartenreihe gelegt, kann aber aktiviert werden, wenn man im Laufe des Spieles die Bedingungen erfüllen kann. Fünf Karten werden pro Runde gespielt, die sechste kommt weg. Am Anfang jeder Runde gibt's dazu noch ein übergeordnetes Ziel, für das man eine bestimmte Anzahl an Symbolen gesammelt haben muss (drei Kleeblätter für den Lottogewinn z. B.). Oder es handelt sich um schlimme Dinge, wie ein gebrochenes Bein oder Burnout, für das man tunlichst nicht zu viele Stresspunkte sammeln sollte - sonst kriegt man die "Zielkarte" ab und damit die Minuspunkte. So wird also jede Runde eine Karte gespielt, die nächste Altersspanne aufgedeckt, dazu noch ein Ziel. Nach fünf Runden gibt es sechs neue Karten und dann geht's wie gehabt fünf Runden weiter.

Zum Schluss zählt jeder die Siegpunkte auf seinen Karten, von denen manche allerdings Bedingungen haben - natürlich kann man mit 97 "Den Tag genießen" und drei Punkte bekommen. Man kriegt aber acht, wenn man vorher geheiratet oder tolle Freunde gefunden hat. Einen Tag zu genießen macht mit mehreren eben mehr Spaß.

Fazit

Das Leben als Spiel ... wer erinnert sich da nicht an seine Jugend und an Das Spiel des Lebens sowie die dazugehörige Werbung mit Gong schlagendem Muskelmann und "MB präsentiert". Dann noch die Omma, die "Und ich heirate!" schrie, und man war als Kind selig. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Lebensspiele dazu, auch durchaus komplexere. Fiese Freunde, fette Feten zum Beispiel. Oder ganz aktuell Das Streben nach Glück. Man wollte aus dem Zufallstrott vom Spiel des Lebens ausbrechen und das Leben etwas genauer abzeichnen - und spielerisch anspruchsvoller. Das klappte manchmal gut und manchmal weniger gut, und die (Spiele)Geschichte zeigt: Das Spiel des Lebens ist heute immer noch ein Klassiker, der verkauft wird ... der Rest eher weniger bis gar nicht mehr.

#mylife wird zwar der Urmutter der Lebensspiele nicht den Rang ablaufen, aber schafft trotzdem etwas Schönes: Mit relativ wenig Regeln ein Leben aufbauen lassen, bei dem zwar auch Glück eine Rolle spielt, aber nicht nur - zumindest wenn man mit 2 - 4 Spielern spielt. Da kommen Karten, die man weitergegeben hat, auf jeden Fall zu einem zurück, und ein bisschen kann man damit spielen. Je nachdem, was die anderen sammeln, kann man eine Karte bewusst drin lassen, weil sie für die Mitspieler gar nicht oder nur schwer zu erreichen ist - für einen selber aber genau passt. Mit 5 - 6 Spielern passiert das nicht. Was man da weitergibt, ist verloren.

#mylife wird also ein wenig taktischer, je weniger Menschen mitspielen. Es kommen auch - egal wie viele mitspielen - nicht immer alle Karten ins Spiel. So dass man schon ein paar Partien braucht, bis man alles einigermaßen gesehen hat. Sowohl bei sich als auch bei den Mitspielern. Man sollte seinen Mitspielern allerdings einschärfen, die Karten genau anzuschauen. Die Boni stehen unten, die Anforderungen oben links auf der Karte. Da wurde sich gerne mal vertan.

Aber wie alle Spiele, die das Leben abbilden wollen, lebt auch #mylife deutlich davon, wenn die Spieler ihre Kartenauslage kommentieren. Man muss sein "Leben" hier auch ein bisschen auf der verbalen Ebene ausleben - was zwar für die Spielmechanik egal ist, aber eine lustige Atmosphäre am Tisch gibt. Man sieht bei Spielende das Leben an sich vorbeiziehen und ist ein bisschen stolz, so viel erreicht zu haben. #mylife ist also nicht waaaaahnsinnig innovativ, aber eine sehr solide, spaßige Angelegenheit für zwischendurch, mit der man Neulingen das Karten-Drafting auf unterhaltsame Weise näher bringen kann. Außerdem passt's in jede Tasche und kann gerne mal für unterwegs mitgenommen werden. Viva la Viva!

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung #MyLife: 4,3 4,3, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.12.19 von Christoph Schlewinski - Eine gute vier für ein einfaches aber spaßiges Lebens-Drafting.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.09.19 von Roland Winner - Man bildet mit 10 Ereignissen seinen Lebensweg über 100 Jahre ab und profitiert von den damit verbundenen Erfahrungen. #Mylife ist kurzweilig und hat auch witzige Momente, wenn man z.B. bestimmte Ereignisse betrachtet wie "Familienbesuch", wo man 1 Stresspunkt erhält. Allerdings hängt man stark von der zugeteilten Kartenhand ab.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.10.19 von Michael Kahrmann - Ganz lustig wenn man am Ende sein Leben vor sich liegen sieht. Mir aber insgesamt zu wenig. Ganz nett ok mehr aber auch nicht. Knapp 4 Spielreiz Punkte.

Leserbewertungen

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