Rezension/Kritik - Online seit 02.08.2010. Dieser Artikel wurde 12896 mal aufgerufen.

Phase 10 Das Brettspiel

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Autor: Susanne Armbruster
Verlag: Ravensburger Verlag GmbH
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 6
Dauer: 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
4,5 4,5 Leser
Ranking: Platz 1798
Phase 10 Das Brettspiel

Spielziel

Ladies and Gentlemen! Eben noch in der kleinen Kartenschachtel, jetzt hier bei uns im großen Format, bitte heißen Sie alle herzlich Willkommen auf dem Centre Court der Spielelandschaft, dem Brettspiel: Phaaaaaaase Zeeeeeeehn!

Ablauf

Der Spielplan zeigt einen Rundkurs mit 32 Aktionsfeldern, wobei es davon acht unterschiedliche Arten gibt. Auf dem äußeren Teil des Rundkurses werden die Spielsteine gezogen, auf dem inneren Teil die Phasenanzeiger. Jeder Spieler erhält eine Karte, auf deren Vorderseite eine Übersicht über die acht möglichen Aktionen und auf der Rückseite die einzelnen Phasen zu sehen sind. Solche Phasen können darin bestehen, dass man eine bestimmte Anzahl von Karten gleicher Farbe, Zahlenfolgen oder Sets mit gleichen Zahlen sammeln muss. Nachdem jeder Spieler 10 Karten erhalten hat, kann das Spiel auch schon beginnen.

Wer an der Reihe ist, würfelt mit beiden Würfeln. Eines der beiden Ergebnisse wählt man aus und bewegt seinen Spielstein auf den Aktionsfeldern entsprechend weiter. Selbst bei einem Pasch hat man die Wahl zwischen zwei Zahlen, nämlich dem einfachen oder doppelten Wurfergebnis. Anschließend führt man die entsprechende Aktion aus. Hier gibt es folgende Möglichkeiten:

  • eine auf dem Feld angegebene Anzahl (1 bis 3) von Karten aufnehmen,
  • einen Doppelzug,
  • eine Karte vom Ablagestapel aussuchen,
  • 1 bis 4 Karten abwerfen und danach um eine Karte mehr nachziehen,
  • die gezogene Karte als Joker nutzen,
  • die Mitspieler reihum nach einer bestimmten Zahl fragen,
  • alle Spieler müssen eine Karte nachziehen oder
  • eine beliebige der oben beschriebenen Aktionen wählen.

Sofern möglich, darf der Spieler anschließend seine nächste Kartenphase auslegen. Am Ende seines Zuges muss er auf alle Fälle eine Handkarte abwerfen. Hat eine Spieler seine aktuelle Phase erfüllt, muss er so lange weiterspielen, bis er alle Handkarten loswerden konnte, indem er passend an seine eigene Kartenkombination oder an die der Mitspieler anlegen konnte.

Wenn ein Spieler das geschafft hat, endet ein Durchgang. Als Belohnung darf dieser Spieler in der Auswertung seinen Phasenanzeiger um zwei Felder vorwärts ziehen, alle anderen, die ihre Phasen ebenfalls geschafft haben, versetzen nach ihm ihre Anzeiger um jeweils ein Feld. Jene Spieler, die ihre Aufgabe nicht erfüllen konnten, dürfen bis zu 5 ihrer Handkarten behalten. Anschließend beginnt eine neue Runde, in der so viele Karten ausgeteilt werden, dass jeder Spieler wieder 10 auf der Hand hält. Das Spiel endet sofort mit dem Sieg jenes Spielers, dessen Phasenanzeiger während der Auswertung auf dem Lorbeerkranzfeld landet.

Fazit

Die Spielidee des Kartenspiels mit den schnell erklärten Grundregeln steht seit Jahrzehnten für kurzweiligen Spaß am Spieltisch. Jetzt finden die Anhänger dieses Kartenspielklassikers eine neue Herausforderung, denn Phase 10 – Das Brettspiel bringt das bestechend einfache Spielprinzip aufs Spielbrett. Mit dabei sind die bekannten Zahlenkarten und das Prinzip, zehn unterschiedliche "Phasen" zu durchlaufen. Neu dagegen ist der Spielplan mit seinen kreisrund angeordneten verschiedenfarbigen Feldern, welche man durch Würfeln erreicht. Jedes Feld steht für eine von acht Aktionen, die ein bisschen mehr Taktik ins Spiel bringen als beim gleichnamigen Kartenspiel. Denn nun hat man nicht einfach nur die beiden Möglichkeiten, eine Karte blind vom Nachziehstapel ODER die oberste Karte vom offenen Ablagestapel zu ziehen, sondern aus beiden Würfelergebnissen darf man jenes aussuchen, dass einen auf das gerade passendere Aktionsfeld bringt.

Für alle Nichtkenner des Kartenspiels ist der Einstieg ins Brettspiel beinahe so leicht wie ins Kartenspiel, Kenner desselben müssen sich nur mit den Bedeutungen der Aktionsfelder auseinandersetzen und schon kann man ins Spielvergnügen eintauchen. Ungewohnt ist für Letztere jedoch, dass die beiden einzigen Sonderkarten des Grundspiels fehlen: Zum einen ist das der Joker. Zwar gibt es im Spiel die Möglichkeit, die gerade gezogene Karte als Joker zu nutzen, wenn man auf dem entsprechenden Aktionsfeld gelandet ist, aber zufällig ziehen kann man keinen mehr. Als Zeichen dafür, dass man einen Joker auf der Hand hält, steckt man die Karte einfach mit der Rückseite nach vorne in seine Kartenhand. Blöd nur, wenn genau diese Karte ein Mitspieler braucht, denn wenn er auf ein Aktionsfeld ziehen kann, auf dem er von den Mitspielern eine Karte mit einem bestimmten Zahlenwert erbitten kann, hat er hier natürlich leichtes Spiel und der Joker ist wieder weg.

Die zweite Karte, die fehlt, ist die Aussetzen-Karte, mit der man gegen Ende einer Runde die Mitspieler immer herrlich ärgern konnte, wenn sie ihre Phase bereits abgelegt hatten und nur mehr wenige Schritte vom Fertigmachen entfernt waren. Ein klein wenig wird diese Karte aber von jener Aktion ersetzt, wo man alle Mitspieler eine Karte nachziehen lässt, so dass jene Spieler, die ihre Phasen schon abgelegt haben, eventuell ein wenig länger brauchen, um die Runde zu beenden.

Die Hälfte der 10 Phasen, die es als Erster auszulegen gilt, handelt es sich um dieselben wie im Kartenspiel, die restlichen Aufgabenstellungen sind anders.

Ganz neu ist die Möglichkeit, eine Phase zu überspringen, wenn man einen Durchgang beendet. Teilweise neu ist die Möglichkeit, fünf Karten in die nächste Runde mitzunehmen, wenn man seine Phase nicht auslegen konnte. Damit hat man für den nächsten Durchgang schon ganz gute Ausgangsvoraussetzungen, was aber nicht von Vornherein bedeuten muss, dass man diesen auch auf alle Fälle gewinnen wird. In jedem Fall trägt es dazu bei, dass man auch bei weniger Glück beim Kartenziehen noch gut im Rennen bleiben kann und mindert damit den Frustfaktor für die Rundenverlierer erheblich. Dafür sorgt jene Karte, bei der man reihum nach einer bestimmten Zahlenkarte fragen darf, manchmal gehörig für Missmut, kann einem doch eine bestimmte geklaute Karte unter Umständen eine ganze, fast schon vollständige Zahlenfolge zerstören.

Man sollte meinen, dass dies für ein rascheres Spielende sorgt, aber mitnichten, denn durch das Überlegen, welches seiner Würfelergebnisse man wählt, wird die Zeitersparnis in den oben beschriebenen Bereichen wieder relativiert. Somit dauert das Brettspiel genauso lange wie das Kartenspiel. Auch hier bedeutet das, dass ein Spiel zu dritt etwa 60 Minuten dauert, das Spiel zu viert etwas länger, sich ein Spiel zu fünft oder sechst jedoch gnadenlos in die Länge zieht und von der auf der Schachtel angegebenen Spieldauer gravierend abweicht.

Vor allem die ersten Partien dauern sogar noch etwas länger, denn es dauert schon ein Weilchen, bis man sich mit den symbolisch zwar gut dargestellten, nichtsdestotrotz aber doch 8 neuen Möglichkeiten der Aktionsfelder vertraut gemacht hat. Wie schon beim Kartenspiel werde ich also in Zukunft auch nicht zum Brettspiel greifen, wenn die Runde aus mehr als vier Spielern besteht. Denn auch das Brettspiel bleibt, was schon das Kartenspiel war: Ein einfach zu erlernendes, stark glücksabhängiges Kartensammelspiel, und über eine längere Zeitdauer als eine Stunde kann der Spielspaß hier kaum aufrecht erhalten bleiben.

Dass man seine Handkarten für die nächste Runde behalten darf, ist übrigens nicht ganz neu, denn die Aktionskarte "Alles meins" in Phase 10 Master erlaubte es ebenfalls schon, entweder alle Karten oder gar keine für den nächsten Durchgang aufzubewahren. Ebenfalls an diese Ausgabe erinnert die Tatsache, dass man im Brettspiel am Rundenende keine Minuspunkte für seine restlichen Handkarten kassiert, denn bei Phase 10 Master bekam man nur mehr einen Minuspunkt für jede übrig gebliebene Karte, egal, um welche es sich handelte. Dass diese Minuspunkte nun ganz wegfallen, finde ich sehr gelungen, denn im Grunde war das immer eine ziemlich unnötige Schreiberei.

Insgesamt bin ich von dem Spiel positiv überrascht. Während mich Phase 10 Master nicht so richtig überzeugen konnte, finde ich das Brettspiel wieder sehr gelungen. Es bestehen viele Übereinstimmungen zum Kartenspiel, aber einige Schwächen desselben wurden behoben. Hasser des Kartenspiels – und davon gibt es bestimmt fast so viele wie Fans des Klassikers – werden aufgrund des ähnlichen Spielablaufs auch das Brettspiel nicht mögen. Aber alle, die das Kartenspiel lieben, sollten auch mal eine Brettspielrunde wagen. Und für alle, die das Spiel nicht kennen, bietet Ravensburger ein gelungenes Familienspiel mit leichtem Spieleinstieg, auf dass die Fangemeinde von Phase 10 noch anwachsen möge!

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Phase 10 Das Brettspiel: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.06.10 von Sandra Lemberger

Leserbewertungen

Leserwertung Phase 10 Das Brettspiel: 4,5 4.5, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.08.10 von Oliver S.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.08.10 von laboheme - Es wurde eine tolles Spiel mit einfachen Regeln unnötig auf ein Brettspiel aufgeblasen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.01.11 von Ano - Im Gegensatz zum Kartenspiel macht mir das Brettspiel tatsächlich Spaß. Es zieht sich nicht so ewig und man hat meistens die Wahl zwischen zwei Aktionen, so dass es kein reines Glücksspiel mehr ist.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.02.11 von Thorsten Brille
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.02.11 von siegsdorfa - im Urlaub das Kartenspiel, zu Hause nur das Brettspiel, weil es die Klasse des Kartenspiels auf eine gewisse Weise angenehm verkürzt und daduch unsere Kinder ein komplettes Spiel durchhalten.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.10.12 von Heinz Tenk
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.03.16 von Gentledom - Als Vielspieler würde ich 4 Punkte geben aber ich kenne kein Spiel das man so gut mit der Familie oder auch anderen Wenigspielern auf den Tisch bringen kann und allen Freude macht. Ich bewerte es daher als Familien- und Wenigspielerspiel und da ist es für mich eine klare 6, bei den Punkten :)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.17 von SH

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