Rezension/Kritik - Online seit 09.09.2005. Dieser Artikel wurde 6379 mal aufgerufen.

Piratengold

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Autor: Jay J. Bommer
Verlag: Ludoart
Rezension: Hans-Peter Stoll
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2004
Bewertung: 2,0 2,0 H@LL9000
2,0 2,0 Leser
Ranking: Platz 5420
Piratengold

Spielziel

Als Piraten befahren wir die Inselwelt von Nyria. Dort gibt es viele Schätze zu erbeuten, die es zurück in die eigene Piratenbucht zu bringen gilt. Doch dabei gilt es nicht nur gegen die Naturgewalt des Windes zu kämpfen, auch die Mitspieler scheuen sich nicht, das aufgeladene Piratengold wieder abzujagen.

Ablauf

Der Spielplan zeigt die Inselwelt und die vier Heimatbuchten der Spieler. Dort beginnen sie mit ihren Schiffen. Die Spielplanfelder zeigen einige Inseln, Felder mit Fragezeichen und Schatzfeldern, auf denen verdeckt die Gold-Dukaten abgelegt werden. In der Mitte des Plans ist der Windanzeiger.

Jeder Spieler erhält 3 Aktionskarten,und das Spiel kann beginnen.

Der Spielzug eines Spielers gliedert sich in 5 Phasen:

1. Würfelphase

Der Spieler würfelt mit den beiden Würfeln. Der Windrichtungswürfel gibt an, in welche Richtung der Wind weht, ob die bisherige Windrichtung beibehalten wird oder der Spieler die Richtung selbst bestimmen kann. Der Windstärkewürfel ist für die Segelphase, in der die Bewegung des Schiffs stattfindet, entscheidend.

2. Kartenphase

Jeder Spieler kann nun seine Aktionskarten einsetzen. Dadurch kann die Windrichtung geändert, die Bewegungsweite verändert oder gar das Schiff eines Mitspielers überfallen werden. Wieviele Karten auch immer gespielt werden, der aktive Spieler hat als einziger das Recht als letzter auf die Aktionen der Mitspieler zu reagieren und kann abschließend noch eigene Karten ausspielen.

3. Segelphase

Der Spieler darf nun sein Schiff bewegen. Die Zugweite kann maximal so viele Felder betragen, wie zu Beginn mit dem Windstärkewürfel erwürfelt wurde. Die Zugrichtung richtet sich nach der aktuellen Windrichtung. Neben der Windrichtung (diagonale Zugrichtung), kann auch in die beiden Nebenwindrichtungen gesegelt werden. Dabei dürfen natürlich keine Inseln überfahren werden. Es dürfen jedoch auch mehrere Schiffe auf einem Feld stehen, lediglich die Heimatbuchten dürfen nur von den jeweiligen Spielern angelaufen werden.

4. Kartenphase

Diese Phase entspricht der Kartenphase vor dem Segeln.

5. Endphase

Steht das Schiff eines Spielers nun auf einem Feld mit einer Gold-Dukate, deckt er sie auf und lädt sie anschließend auf sein Schiff. Jedes Schiff kann allerdings nicht mehr als 4 Dukaten transportieren. Hat das Schiff den Heimathafen erreicht, dürfen alle geladen Dukaten abgeladen werden.

Wenn das Schiff auf einem Fragezeichen-Feld steht, darf der Spieler sich eine Aktionskarte nachziehen. Wer dadurch mehr als 5 Karten auf die Hand bekommt, muss entsprechend Karten abwerfen. Hat der aktive Spieler in diesem Spielzug keine Aktionskarte ausgespielt, darf er eine seiner Aktionskarten abwerfen und eine neue ziehen.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler die von der Mitspieleranzahl abhängige Summe an Gold-Dukaten in seiner Piratenbucht abliefern konnte.

Fazit

Was Piratengold an Spielmaterial zu bieten hat, ist erste Sahne. Das Design und die Materialqualität sind hochwertig. Gerade die Gold-Dukaten sind ein besonderes Highlight, Allerdings kann es schon mal passieren, dass die Dukaten, die in das Schiff eingesteckt sind, herauskullern.

Das Spiel lässt sich recht gut erschließen, Die Spielregel ist verständlich und mit ausreichend Beispielen und Abbildungen versehen.

So super wie sich Material und Regel präsentieren, so enttäuscht war ich vom Spiel. Zugute halten kann man Piratengold den einfachen Spielverlauf, was für ein Familienspiel eine wichtige Voraussetzung ist. Im Rundenverlauf kommt es allerdings zweimal zur Aktionskarten-Phase. Diese ist sehr offen gehalten und der aktive Spieler muss sicherstellen, dass kein anderer Spieler mehr eine Karte spielen möchte, bevor er als letzter reagieren kann. Praktisch bedeutet das, dass er jeden in der Runde fragt: "Willst Du noch eine Karte spielen?"

Das bremst nicht nur den Spielfluss, sondern wirkt schnell schon in der Anfangsphase des Spiels sehr lästig. Denn gerade zu Beginn spart jeder noch seine Karten auf - da man zunächst unsicher ist, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist und wie für Nachschub gesorgt werden kann.

Der Zugmechanismus ist ganz nett, hängt aber sehr von den Würfelergebnissen ab. Wem der Würfel nicht hold ist, der kann sich noch mit den Aktionskarten Hoffnung machen. Die Aktionskarten können jedes Würfelergebnis verändern - andere Windrichtung oder Zugweite - vorausgesetzt, man erhält die passende Karte. Also hängen auch das belebende Element der Karten und die dadurch resultierenden Möglichkeiten stark vom Kartenglück ab. Glücklich schätzen kann sich zudem, wer beim Einsammeln der Dukaten 2er oder 3er Werte entdeckt.

So bleiben für mich kaum taktische Anreize und Stimmung entsteht nur, wenn viele Karten gespielt werden. Dadurch erhöht sich natürlich auch die Spieldauer. Dass die spielerischen Möglichkeiten für Vielspieler nicht ausreichend sind, ist nicht weiter ein Problem, denn sie sind nicht die Zielgruppe. Vielmehr richtet sich Piratengold an Familien. Aus diesem Grund habe ich selbstverständlich das Spiel auch im entsprechenden Personenkreis aufgelegt. Das Piraten-Thema sorgt von vornherein für Interesse, doch es verflachte selbst für die 8- bis 12-jährige schnell während des Spiels. Es kam wenig Spannung und Spielfreude auf und die Lust auf eine weitere Partie war am Boden.

Leider muss also mein Fazit so deutlich ausfallen, da es das Ergebnis aus allen Spielrunden widerspiegelt. Die materielle Ausstattung hätte mehr Spielwert verdient.

Rezension Hans-Peter Stoll

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Piratengold: 2,0 2,0, 9 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.11.04 von Hans-Peter Stoll - Das zweimalige Abchecken des Ausspielens von Aktionskarten pro Spielzug nervt sehr schnell, der Spielgehalt ist sehr gering und zudem stark vom Würfel- und Kartenglück abhängig
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.11.04 von Nicole Biedinger - Spielreiz liegt für mich eher bei 2, aber ich gehe davon aus, dass Kindern und Familien das Spiel schon besonders wegen der Ausstattung gefallen wird, deswegen doch noch ne 3.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.11.04 von Jochen Traub - Das Spiel erscheint auf den ersten Blick in einer super schönen Aufmachung, nur stellt sich schnell heraus dass es nur eine wilde Würfelorgie und ein Glückspiel ist. Kartenglück, Würfelglück und "Wert des gefundenen Schatzes"-Glück. Das ist dann doch etwas zu viel des guten. Da sich die interaktion auf ganz wenige Karten im Spiel beschränkt ist der Einfluss sehr gering. Man spielt fast für sich selbst.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.01.05 von Peter Nos - Das Spiel hat einen außergewöhnlichen Aufforderungscharakter: Da werden Warnungen leidgeprüfter, fürsorglicher Mitspieler in den Wind geschlagen (sonst gibt es auch bei schlechten Spielen nur den "freundlichen" Rat: "Probiert es mal aus."), da man sich im Geiste schon als Pirat zum Entern bereit macht. Die Ernüchterung beim Spiel ist dann um so schmerzhafter. Piratengold ist ein einfaches Würfelspiel, dem ein paar Aktionskarten beigefügt wurden. Dies könnte durchaus noch Spaß machen, der letzte Funken Spielfreude wird jedoch durch den Ablauf der einzelnen Runden ertränkt, da durch das Ausspielen der Karten jeder einzelne Zug(=Würfelwurf) ewig dauert.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.01.05 von Susanne Schlappner - Das Spiel sieht toll aus, aber irgendwie hat es mich überhaupt nicht überzeugt. Der langwierige Spielablauf hemmt total den Spielspass
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.02.05 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.06.05 von Kathrin Nos - Schade - das Material ist so toll! Nur leider kann das sehr glücksabhängige Spiel da nicht mithalten. Besonders wegen der großen Enttäuschung greife ich leider zur 1 für Spielreiz - alle Mitspieler freuten sich, als es endlich vorüber war.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.09.05 von Frank Gartner - Mir zerreist es fast das Herz einem so schön ausgestatteten Spiel eine so schlechte Note geben zu müssen. Leider ist die Schwelle zur 1 in Sachen Spielreiz sehr knapp.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.03.10 von Horst Sawroch

Leserbewertungen

Leserwertung Piratengold: 2,0 2.0, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.09.05 von Markus Brand - Es sah wirklich toll und vielversprechend aus, das war es dann aber auch schon! Wir haben es nach der ersten Partie weggepackt und werden es auch nicht mehr hervor holen! Schade!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.11.05 von Thomas Kühnemann

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