Rezension/Kritik - Online seit 30.03.2018. Dieser Artikel wurde 2218 mal aufgerufen.

Pixie Queen

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Autor: Rudy Seuntjens
Illustration: JocArt
Verlag: Bard Centrum Gier
Game Brewer
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 5
Dauer: 60 - 120 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2017
Bewertung: 3,8 3,8 H@LL9000
Ranking: Platz 3431
Pixie Queen

Spielziel

Die Königin der Pixies liebt süßen Honig, saftiges Obst sowie frisch gebackenes Brot. Und natürlich Gold und Silber. Ihre Untertanen (die Spieler) machen sich auf den Weg, um Leckeres aus dem Menschendorf zu stehlen. Strengen sie sich dabei allerdings nicht ausreichend an, so landen sie in den Minen der Königin, um dort als Sklaven nach Silber und Gold zu schürfen.

Ablauf

Für das Stehlen im Menschendorf ist es notwendig, dass sich die Pixies in der entsprechenden Phase auch dort befinden. Um an möglichst lukrative Plätze zu kommen, ist es in erster Linie erforderlich, die Wünsche der Königin zu erfüllen, denn Opfergaben aus Nahrung belohnt sie damit, dass man so viele Schritte aufsteigen darf, wie man Nahrung geopfert hat. Allerdings darf man nicht beliebig opfern, sondern erst zu Beginn der Opferphase zeigt die Königin, wonach ihr der Sinn steht. Verfügt man nicht über die entsprechende Nahrung, bleibt als Option nur das Spenden von Silber oder Gold, das aber auch jeder andere abgeben darf, wenn er keine Nahrungsmittel spenden möchte.

Zwar freut sich die Pixie Queen über Silber und Gold, bringt ihr jedoch keiner ihrer Untertanen die gewünschte Nahrung, so wird sie zornig und bestraft alle Spieler, indem sie einen Pixie des Letzten in der Spielreihenfolge zum Sklaven degradiert (er wird in die Mine zurückgeschickt) und es keine Belohnung für dargebotene Edelmetalle gibt. Für letztere darf man nämlich normalerweise auf der entsprechenden Edelmetallleiste einen Schritt vorwärtsgehen, der großzügigste Spender bei Gold und Silber darf sogar jeweils zwei Felder vorziehen. Das Vorwärtskommen auf diesen Leisten ist insofern wichtig, weil es am Ende einer Runde Strafpunkte für alle Spieler gibt, die bisher zu wenig Gold und Silber geopfert haben und sich demzufolge noch nicht am Ende dieser Leisten befinden. Außerdem bekommt man am Rundenende auch noch Minuspunkte für Pixies in der eigenen Mine.

An Aktionen steht im Spiel alles Mögliche zur Verfügung: Nahrungsmittel oder Silber besorgen, Silber in Gold umwandeln, aus Gold einen Ring schmieden, Nahrung gegen Siegpunkte eintauschen, Vorwärtskommen im Menschendorf oder auf der Gold- bzw. Silberleiste, Schürfen in der eigenen Mine, sich dauerhafte oder einmalige Vorteile verschaffen oder sich in der Spielerreihenfolge einen besseren Platz besorgen.

Das Spiel endet entweder, wenn eine bestimmte Anzahl an Belohnungsplättchen vergeben wurde oder sieben Runden gespielt wurden. Wer bis dahin nach der Bestrafung durch die Pixie Queen im Verlies (Ende der Minuspunkteleiste) landete, scheidet sofort aus. Ansonsten erhalten am Ende nach der letzten Bestrafung alle Spieler Pluspunkte entsprechend ihrer Siegpunktplättchen und noch einmal Minuspunkte für jede Warensorte, von der sie selbst die meisten besitzen. Wer dann die wenigsten Minuspunkte hat oder es sogar geschafft hat, den (kleinen) Plusbereich der Siegpunktleiste zu erreichen, hat das Spiel gewonnen.

Fazit

Worker-Placement-Spiele gibt es schon eine ganze Reihe. Grundsätzlich unterscheidet sich Pixie Queen in den verschiedenen Möglichkeiten, die zum Einsetzen zur Verfügung stehen, nicht erheblich von vielen anderen Spielen dieser Kategorie. Das Besondere an dem Spiel ist zweifellos die Tatsache, dass man keine Pluspunkte sammelt, sondern es vermeiden muss, zu viele Minuspunkte anzusammeln. Denn diese hagelt es regelrecht. So kann man sich schon mal darauf einstellen, nach der ersten Runde an die 9 Minuspunkte zu kassieren. Gar nicht so wenig, wenn man bedenkt, dass die Leiste nur 60 Felder lang ist.

Runde für Runde versucht man, diese Zahl zu reduzieren, was gar nicht so einfach ist, denn jede Runde kann man nur auf eine Art und Weise Minuspunkte loswerden. Entweder, indem man Pixies aus der Mine holt, was aber nur funktioniert, wenn man der Königin Nahrung darbietet. Oder indem man Edelmetalle abgibt, dann reduzieren sich die Minuspunkte auf der Gold- bzw. Silberleiste. Beides gleichzeitig kann in jeder Runde nur ein Spieler spenden, nämlich der, der sich das entsprechende Funktionsplättchen holt, das in jeder Runde durch eine Aktion erworben werden kann.

Sofern sich dieses Plättchen jemand besorgt hat, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass dieser Spieler keine Nahrung spendet, denn damit würde er sich ja selbst bestrafen. Das Plättchen ist sehr beliebt, ermöglicht es doch, sowohl mit den eigenen Pixies aufzusteigen als auch auf einer der beiden Edelmetallleisten vorwärts zu kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass also der Letzte in der Spielerreihenfolge bestraft wird, weil die Königin erzürnt ist, ist relativ gering. Somit ist eines der weiteren Plättchen, mit dem man ebendies verhindern könnte, ziemlich unnötig und wurde in meinen Testpartien nie genutzt.

Wie bei den meisten Worker-Placement-Spielen macht es auch hier wenig Sinn, von allem ein bisschen zu haben. Am zielführendsten ist es, wenn man sich auf eine Vorgehensweise konzentriert. Zum Beispiel viel in der Mine schürfen und Silber holen, dieses in Gold tauschen und Ringe schmieden. Oder viel Nahrung stehlen, um diese in Siegpunkte umzuwandeln bzw. einen eigenen Pixie zum Diener der Königin zu machen, wofür es auch ordentlich Siegpunkte gibt.

Neben dem begehrten Doppelspendenplättchen sowie dem uninteressanten Strafvermeidungsplättchen gibt es noch eines, das es ermöglicht, die ersten zwei Steine aus der Mine auszuwählen. Normalerweise wird nämlich blind aus einem Sack gezogen. In diesem befinden sich auch viele schwarze Steine. Diese sind für den Spieler unbrauchbar, aber sie dienen dazu, die Mitspieler zu ärgern. Man platziert sie nämlich neben dem Pixie eines Mitspielers, der dadurch in der Mine angekettet wird. Befreit werden kann er gegen die Abgabe von einem Brot pro schwarzem Stein.

Sehr gelungen finde ich die Tatsache, dass man nicht nur vor der Wahl der besten Aktion steht, sondern in seine Überlegungen auch miteinbeziehen muss, ob man dafür einen oder zwei Aktionsmarker opfern möchte, von denen man pro Runde nur vier besitzt. Für viele Aktionen benötigt man gleich zwei Marker, da kann also nach zwei Aktionen die Runde für einen Spieler schon beendet sein. Grundsätzlich kann eine Aktion nur von einem Spieler genutzt werden. Setzt man allerdings seinen Aktionsmarker auf das Feld "Kopieren", so darf man eine bereits durchgeführte Aktion abermals nutzen. Natürlich wird man dafür mit Peitschenhieben (= Minuspunkten) bestraft – umso mehr, je später man die Aktion kopiert.

Im Verlauf des Spiels dringen die Pixies immer weiter in das Menschendorf vor (sie steigen auf). Dadurch besetzen sie einen der beiden Abstellplätze der Aktionsmarker, die sich bei jedem Menschenhaus befinden. Dies bewirkt, dass – solange der Pixie dort sitzt - für die Nutzung der dazugehörigen Aktion nur mehr ein Aktionsmarker notwendig ist. Damit macht man sich vielleicht die eigenen Aktionen in der Folgerunde günstiger, es kann aber genauso gut sein, dass man damit einem Mitspieler einen Gefallen erweist.

Wichtig ist es auch, die Minuspunkteleiste im Auge zu behalten. Auf dieser befinden sich nämlich einige Felder, bei deren Überschreiten ein eigener Pixie in die Mine zurückgesetzt werden muss. Hat man zu diesem Zeitpunkt nur einen einzigen Pixie außerhalb der Mine und ist dieser im Menschendorf schon relativ weit vorwärts gekommen, ist es schon ärgerlich, wenn er wieder zum Sklaven degradiert wird.

An der Spielregel gibt es nichts auszusetzen, das Spielmaterial mit viel und schön gestalteten Holzteilen ist gut gelungen, und die Grafik spricht mich sehr an. Alle, die mal ein Arbeitereinsetzspiel außerhalb der oft bemühten Mittelalterpfade ausprobieren möchten und nichts gegen eine doch relativ lange Spieldauer einzuwenden haben, sollten Pixie Queen einfach ausprobieren.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Pixie Queen: 3,8 3,8, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.03.18 von Sandra Lemberger - Tendenz zur Note 5
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.11.17 von Michael Kahrmann - Die Regeln sind nicht wirklich intuitiv aber das Thema ist erfrischend anders. Man wird eigentlich nur bestraft, entweder von der Königin oder seinen “lieben“ Mitspielern. Man muß einstecken und austeilen können sonst macht das Spiel keinen Spaß. Es lebt von der Boshafttigkeit. Eigentlich wollte ich 5 Spielreizpunkte vergeben aber ich runde wegen der schlechten Zugänglichkeit auf 4 Punkte ab.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.11.17 von Udo Kalker - Die super Aufmachung lädt direkt zum Spielen ein ... und es geht (natürlich auch thematisch) immer nur abwärts auf der Siegpunktleiste. Und damit nicht genug, man arbeitet auf ein paar Ziele hin, wie z.B. einen der Pixies zum Diener zu machen oder die Opfergaben zu liefern ... kann dieses aber nicht ausführen, da die Aktion belegt ist. Da ist dann der Ganze Aufwand für die Katz und man schmeißt am Spielende alle mühsam gesammelten Ressourcen weg? Was für ein Frust, Frust, Frust!!! Das macht keinen Spaß!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.03.18 von Silke Hüsges

Leserbewertungen

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