Rezension/Kritik - Online seit 01.01.1970. Dieser Artikel wurde 4958 mal aufgerufen.

Railroad Dice 2

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Autor: Jens Kappe
Verlag: Wassertal Spieleverlag
Rezension: Ferdinand Kther
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 60 Minuten
Jahr: 2005
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 1872
Railroad Dice 2

Spielerei-Rezension

Spielerei Oktober 2006: Railroad Dice 2 und Railroad Dice Deutschland

Eisenbahnspiele gelten gemeinhin als crme de la crme der Taktikspiele, angefhrt von den zahlreichen 18XX Spielen, aber auch die meisten anderen Eisenbahnspiele schreiben Taktik gro und Zufall klein. Als Jens Kappe auf der Spiel 2003 erstmals sein Railroad Dice vorstellte, war das Nasermpfen und Stirnrunzeln zunchst gro - ein Eisenbahnspiel, bei dem vor lautern Wrfeln fast sonst nichts zu sehen war? Wie sollte das nur gehen, auch wenn es keine normalen Wrfel waren - sechsseitig zwar, aber mit Schienen und anderen Symbolen statt mit Zahlen versehen. Nun, die Erfolgsgeschichte dieses Spiels drfte hinlnglich bekannt sein und die Qualitt berzeugte nicht nur eingefleischte Eisenbahnspieler.

Auf der Spiel 2005 schob Jens Kappe, Autor und Verlagsinhaber in Personalunion, Railroad Dice 2 nach, gleichzeitig (oder schon etwas vorher?) gab es Railroad Dice Deutschland als Erweiterung/Variante des Grundspiels.

Das Spielprinzip will ich hier nicht nher erlutern, sondern vielmehr darstellen, was dieses Spiel von Railroad Dice unterscheidet. Die beiden stndig wechselnden kleinen Spielkacheln, die als Miniaturen nach und nach den Gesamtplan bilden, gibt es hier schon mal nicht, ebenso wenig finden wir die vertrauten Sichtschirme, auch Eisenbahngesellschaften gibt es nicht bzw. nicht in der bekannten Form.

Ein farbiger Wrfel dient als Heimatbahnhof jedes Spielers auf dem Spielplan, auerdem gibt es acht neutrale Bahnhfe. Spielplan? Sechs winzige Kacheln, besser Kchelchen oder Plttchen, werden variabel zu einem Spielplan arrangiert, der dann etwa die Gre zweier Bierdeckel hat. Dicke, wuchtige Plastikscheiben und kleinere stellen gleichzeitig Passagiere und Bargeld dar, und damit ergibt sich schon der spielerisch wesentliche Unterschied - Passagiere mssen transportiert werden, nicht tatschlich, sondern virtuell. Das heit, es mu eine direkte Schienenverbindung von einem Ausgangsbahnhof zum eigenen Heimatbahnhof bestehen, und je grere Lokomotiven (Plttchen) ein Spieler hat, desto weiter kann der Ausgangsbahnhof entfernt sein und desto mehr Passagiere knnen befrdert werden, grob gesagt. Bezahlt werden grere Lokomotiven mit bereits befrderten Passagieren, die sich nach ihrer Reise in Bargeld verwandeln. Spielsieger ist der Spieler mit den meisten befrderten Passagieren, vornehm ausgedrckt, mit anderen Worten, der mit dem meisten Bargeld.

Railroad Dice 2 spielt sich lockerer und schneller als Railroad Dice. Wrfeln, Strecken bauen, Passagiere befrdern - nach dem Motto geht's ans Werk. Natrlich gibt's auch hier die Wrfel mit "?", aber da ist meist schnell eine Entscheidung gefllt. Die Hantiererei mit den Wrfeln vor dem Sichtschirm, hinter dem Sichtschirm usw. entfllt - das ist absolut nicht negativ gegen Railroad Dice gemeint. Beide Spiele haben logischerweise groe hnlichkeiten, spielen sich aber doch ziemlich verschieden, in jedem Falle gut.

Das Spiel ist keine Angelegenheit fr Grobmotoriker, das winzige Spielfeld ist schnell mit vielen Wrfeln belegt, und wenn dann eine einfache durch eine komplexe Strecke ersetzt wird, kann leicht ein Malheur passieren - die Fummelei sollte man getrost dem Mann oder der Frau mit den ruhigsten Hnden am Tisch berlassen.

Gemeinsam sind beiden Spielen die irgendwie merkwrdig umstndlich verklausuliert geschriebenen Regeln, letztendlich klar und eindeutig, aber man mu vieles mehrfach lesen und hin und her springen, um den eigentlich einfachen Ablauf richtig auf die Reihe zu kriegen. Warum wird z. B. ein Ausgangsbahnhof fr die Reise der Passagiere "Zielbahnhof" genannt, der Endpunkt der Reise, der eigene Bahnhof, als "Startbahnhof"? So was schafft zunchst Verwirrung, wir fahren ja auch nicht mit dem Sessellift vom Tal zum Gipfel hinunter, oder?

Kurz erwhnen will ich noch Railroad Dice Deutschland. Erstmals ein "richtiger" Spielplan (nicht, da dies sonst ein Mangel wre), nmlich Deutschland - wer htte das bei dem Titel gedacht. Und gespielt wird mit Material aus Railroad Dice. Die Regel liegt dem Spielplan natrlich bei und dieser hat wunderbar Platz in der Schachtel der zweiten Auflage, da wurde bestens mitgedacht. Railroad Dice Deutschland kann man als Mischung aus Railroad Dice und Railroad Dice 2 bezeichnen, eben so gut wie diese beiden und doch wieder anders.

Ich bin gespannt, ob es Jens Kappe gelingt, aus seiner ausgezeichneten Idee noch weitere Spiele zu entwickeln - bisher hat er drei sehr schne Spiele daraus gemacht, eins so gut wie das andere, und bei allen hnlichkeiten jeweils durchaus mit eigener "Lebensberechtigung". Hoffnung besteht, denn in der Schachtel ist Material, welches nicht fr dieses Spiel bentigt wird

Nur Regelschreiben mu noch etwas gebt werden, das gibt leichten Abzug.

Rezension Ferdinand Kther

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Railroad Dice 2: 5,0 5,0, 2 Bewertung(en)

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