Rezension/Kritik - Online seit 21.05.2024. Dieser Artikel wurde 722 mal aufgerufen.

Schrödingers Katzen

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Autor: Heather O´Neill
Christopher O´Neal
Illustration: James Stowe
Verlag: AMIGO
Rezension: Michele Stark
Spieler: 2 - 6
Dauer: 10 - 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2023
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 4064
Schrödingers Katzen

Spielziel

Der österreichische Physiker Erwin Schrödinger hat einst schon festgestellt, dass man von einer Katze, welche gemeinsam mit einem Apparat in einem Karton sitzt, der nach einer erfolgreichen Atomteilung ein Giftgas freisetzt, gleichzeitig annehmen muss, dass diese lebt und tot ist. In Schrödingers Katzen müssen wir es ihm gleichtun und Behauptungen über den momentanen Zustand der Katzen aufstellen.

Ablauf

Zu Beginn des Spiels erhalten alle sechs Kartonkarten und eine Physikerkatze. Nun wird noch das Klemmbrett für alle gut erreichbar ausgelegt, eine Physikerkatze vom verbleibenden Stapel aufgedeckt und schon kann das Bluffen beginnen.

Es gibt vier verschiedene Sorten von Kartonkarten: lebende Katzen, tote Katzen, leere Kartons und Heisenbergsche Unschärferelationen (kurz Heisenbergs). Während es je 20 lebende und tote Katzen gibt, sind leere Kartons wertvoller, da es nur 8 von ihnen gibt. Die 4 Heisenbergs werden bei Anzweiflungen immer als die Sorte der Behauptung gezählt. (Wird beispielsweise eine Behauptung von 6 lebenden Katzen angezweifelt, zählen Heisenbergs ebenfalls als lebende Katzen)

Das Spiel verläuft im Uhrzeigersinn. Wer am Zug ist, hat zwei Möglichkeiten: erhöhen oder anzweifeln.

Erhöht man eine Behauptung, verschiebt man den Wollknäuelmarker um mindestens ein Feld in Richtung des Wollknäuels in der Mitte des Klemmbretts. Anschließend darf man eine beliebige Anzahl an Kartonkarten aus seiner Hand offen als Beweise auslegen. Tut man dies, darf man maximal so viele Karten abwerfen und gegen neue vom Nachziehstapel ersetzen, wie man zuvor ausgespielt hat.

Zweifelt man eine Behauptung an, decken alle Spieler ihre Kartonkarten auf. Nun wird überprüft, ob alle Handkarten gemeinsam mit den ausgespielten Beweisen ausreichen, um die angezweifelte Behauptung zu erfüllen. Ist die Behauptung erfüllt, verliert der anzweifelnde Spieler und scheidet aus dem Spiel aus. Wird sie nicht erfüllt, verliert der Spieler, welcher die Behauptung geäußert hat, und dieser tritt aus dem Spiel aus.

Nachdem ein Spieler ausgeschieden ist, beginnt ein neuer Durchgang und jeder Spieler erhält eine Kartonkarte weniger als im Durchgang davor. Gewinner von Schrödingers Katzen ist, wer sich als Letzter noch im Spiel befindet.

Einmal im gesamten Spielverlauf, kann ein Spieler seine Physikerkatze zusätzlich zu seinem regulären Spielzug einsetzen, um deren Fähigkeit nutzen, welche ein eigenes Ausscheiden verhindern, oder jenes eines Mitspielers hervorrufen kann.

Fazit

Schrödingers Katzen wirkt zwar wie eine Kartenversion des beliebten Würfelspiels Bluff, weist jedoch gerade mit dem Element der Physikerkatzen ganz neue Mechanismen auf und erzeugt so auch zusätzliche Möglichkeiten. Das Spielmaterial ist von guter Qualität und die Illustrationen, besonders die der Physikerkatzen, sind ausgezeichnet und erhöhen den Spielspaß deutlich.

Die Spielregeln sind verständlich geschrieben und werden anschaulich erläutert, wodurch die wenigen Regeln schnell erlernt sind. Eine Übersichtskarte ist enthalten, erleichtert das Spiel aber nicht wirklich. Immerhin gibt es ein Diagramm, welches die Spielregeln möglichst kompliziert wiedergibt.

Natürlich könnte man den großen Glücksanteil als Kritikpunkt anführen. Die bei Beginn
eines Durchgangs gezogenen Karten, wie auch insbesondere die Physikerkatzen, können mit einer großen Portion Glück um ein Vielfaches stärker ausfallen als die der Mitspieler, was ein eigenes Ausscheiden in diesem Durchgang beinahe unmöglich macht.

Der wahrscheinlich größte Kritikpunkt an Schrödingers Katzen ist allerdings, dass das Spielgefühl abhängig von der Spieleranzahl stark variiert. Gerade gegen Ende des Spiels, wenn jeder Spieler nur noch wenige Karten bekommt, hat das Spiel für mich persönlich einen sehr speziellen Reiz. Schade nur, dass es beispielsweise im Spiel mit 4 Personen nie so weit kommt, und alle Spieler im letzten Durchgang noch ganze 4 Karten haben.

Doch meiner Meinung nach wird dieses Problem sehr gut mit 6 beiliegenden Chips gelöst. Im Spiel zu zweit oder zu dritt werden diese zu Spielbeginn einfach gleichmäßig verteilt. Sollte man einen Durchgang verlieren, muss man einen der Chips abgeben und scheidet erst bei Verlust seines letzten Chips aus. Dadurch kann man mit beinahe jeder Spielerzahl einen Durchgang mit 3 oder gar 2 Karten pro Spieler erleben. Eine Ausnahme bildet hier lediglich das Spiel zu viert.

Während Schrödingers Katzen an sich nun zwar keine neuen Spielelemente einführt, ist es trotzdem ein sehr gelungenes und lustiges Spiel. Gerade das offene Auslegen der Karten bringt viele Möglichkeiten mit sich, da man neue Karten erhalten kann, um so etwaige „schlechte“ Startkarten durch womöglich passendere zu ersetzen. Dies hilft außerdem den Glücksfaktor beim Austeilen der Karten etwas zu senken.

Meiner Meinung nach ist Schrödingers Katzen ein sehr gelungenes kleines Spiel, welches mit liebevoll illustrierten Karten, mit Catastrophal lustigen Wortspielen und einem amüsanten Bluff-Mechanismus viel Spaß und Freude bereitet.

Rezension Michele Stark

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Schrödingers Katzen: 4,0 4,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.03.24 von Michele Stark - Sehr lustiges Spiel für zwischendurch
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