Rezension/Kritik - Online seit 09.03.2007. Dieser Artikel wurde 5619 mal aufgerufen.

Sioux

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Autor: Frank Stark
Verlag: Nrnberger Spielkartenverlag
Rezension: Roland Winner
Spieler: 3 - 5
Alter: ab 9 Jahren
Jahr: 2006
Bewertung: 3,3 3,3 H@LL9000
Ranking: Platz 5579
Download: Kurzspielregel [PDF]
Sioux
Auszeichnungen:2006, Deutscher Lernspielpreis "ab 9 Jahren" Nominierung

Spielziel

In 3 Jagdzeiten muss jeweils die beste Beute zum Saisonende gemacht werden, damit man fr den Winter versorgt ist. Die besten Jger werden belohnt und erhalten Vorrte (Punkte-Karten).

Ablauf

Jeder Spieler erhlt 1 Satz Stammeskarten in seiner Farbe: es liegen 56 Beutekarten (Wert 1 5) bereit. Von den max. 15 Vorratskarten (Winter) im Spiel werden fr den aktuellen Winter soviele ausgelegt, wie Spieler im Spiel sind. Diese bringen die entscheidenden Punkte nach jeder Jagdsaison ein.

Gespielt wird in 2 Phasen ber mehrere Runden:

1.) Die Jagd:

Jeder Spieler legt verdeckt 1 Stammeskarte aus. Alle Spieler decken danach gleichzeitig auf und der Spieler mit der hchsten Karte gewinnt die Beute der Jagd. Der Wert der Beute errechnet sich aus dem Wert der hchsten Karte minus Wert der zweithchsten Karte. Falls Patt bei der hchsten Karte besteht, tauschen bei nur 2 Beteiligten beide ihren gesamten bisherigen Beutebesitz. Im Pattfall erhlt niemand neue Beute. Die Beute kann sich aus mehreren Tieren zusammensetzen. Es muss aber zuerst das wertvollste Tier genommen werden, dann niedrigere. Evtl. nicht vorhandene Beute verfllt. In dieser Weise werden die Handkarten weiter ausgespielt, bis Phase 2 eintritt, also das Ende der Saison.

Kleine Geschenke:

Erreicht ein Spieler nach einer Jagdrunde (jeder hat 1 Stammeskarte gespielt) mit seiner gesamten bisherigen Beute die gleiche Beutesumme eines beliebigen anderen Spielers, kann er von diesem ein Geschenk fordern. Dazu muss ihm der andere Spieler 1 Exemplar seines kleinsten Beutetieres geben.

2.) Jagdende und Winter:

Erreicht ein Spieler mind. die Beutesumme von 20, endet die Jagd sofort. Die Vorratskarten des aktuellen Winters werden vergeben. Jeder Spieler zhlt seine Beutesumme. Die hchste Vorratskarte geht an den Spieler mit der hchsten Beutesumme. Die weiteren Vorratskarten werden entsprechend der nchstfolgenden Beutesummen verteilt. Die Karte geweihter Jger gelangt in den Besitz des Spielers mit der hchsten Beutesumme. Bei Patt geht vor, wer mehr Tiere erlegt hat bzw. danach werden die Vorratskarten zugelost. Nun legt man die Vorratskarten des folgenden Winters offen aus. Alle Beutetiere aus der Abrechnung kommen zurck zum Vorrat und jeder Spieler nimmt alle seine Handkarten wieder auf. Danach beginnt die erste Runde einer neuen Saison.

Letzte Karte:

Hat ein Spieler seine letzte Karte gespielt, nehmen alle Spieler sofort ihre bisher ausgespielten Karten wieder auf die Hand.

Ende:

Nach 3 Wintern ist das Spiel vorbei und jeder Spieler zhlt die Werte seiner Vorratskarten zusammen. Der hchste Gesamtwert gewinnt bzw. bei Patt, wer im 3. Winter mehr Vorratspunkte erzielte.

Sonderfunktionen von Karten:

Shamane Erst nach dem Aufdecken sagt man den Wert der Karte (6 8) an. Das darf kein Wert eines der Mitspieler der aktuellen Runde sein. Mehrere gespielte Shamanen haben je den Wert 6.

Geweihter Jger Beim Ausspielen erhlt man eine Hirschbeute (Wert 3), alle anderen Spieler dieser Runde gehen leer aus. Kommt 1 listige Krhe gleichzeitig vor, raubt diese allerdings den Hirsch. Mehrere Krhen werten nur mit Wert 1, ohne zu rauben.

Listige Krhe (+1) Wer einen flligen Beutetausch verhindern will, sagt listige Krhe an. Jeder der beiden am Tausch Beteiligten legt eine weitere Karte verdeckt aus, die sodann aufgedeckt werden. Ein gespielte Krhe erhht die schon liegende Karte um +1. Eine als Bluff gespielte Stammeskarte (gilt 0) geht zurck auf die Hand.

Fazit

Ausstattung: Wie in der kleinen schwarzen Reihe vom Nrnberger Spielkartenverlag blich, findet man eine stabile, edel designte Schachtel und schlichte, aber durchaus passable Spielkarten vor. Die Spielregel ist bis auf eine kleine Auslegungsfrage (Jagd = Runde oder Saison?) verstndlich aufgebaut und leicht anwendbar. Gem Autor kann ein kleines Geschenk nach jedem einzelnen Beutemachen anfallen.

Spielverlauf: Die ersten Runden verlaufen etwas plan- und hilflos, denn jeder spielt auf gut Glck Karten aus. Nach einigen Runden nimmt das zunchst konfuse Spielgeschehen dann klarere Gestalt an und man versucht nun, sich entweder von niedrigwertigen Karten zu entsorgen oder mal auf Beute zu spekulieren und hoch einzusteigen. Niedrige Karten knnen, wenn zur falschen Zeit eingesetzt, unerhrt hohe Beute fr den Spieler der hchsten Karte bringen, wenn auch alle anderen Mitspieler niedrig lagen. Riskant wird es, wenn sich die hchsten Karten patten, weil es dann zum Beutetausch des bisherigen Beutebesitzes der beteiligten Spieler kommt, allerdings nur, wenn es genau 2 Spieler sind. Je nach Teilnehmerzahl gibt es natrlich mehr oder weniger Patt-Situationen. Bei 5 Spielern ist mit hufigen Patts zu rechnen, die aber nicht unbedingt zum Beutetausch fhren mssen.

Wichtig ist es bei Sioux, sich merken zu knnen, wer welche Karten nicht mehr besitzt und wie diese Spieler auf das eigene Anspiel reagieren knnten. Reizvoll ist es auch, genau mit einer frisch gemachten Beute die Beutesumme eines Mitspielers zu treffen, der dann ein kleines Geschenk abgeben muss. Entsprechendes ist beim Jagen nach Mglichkeit zu kalkulieren. Das alles hrt sich einfacher an als es dann tatschlich ist. Bei der ausgesprochen hohen Glcklastigkeit vermag niemand wirklich gezielt zu spielen und es kommt oft zu unerwartetem Beuteglck oder auch Pech. rgerlich, wenn hohe Karten gespielt wurden und die Beute zum Beispiel nur Wert 1 ausmacht oder es zum Patt kommt. Abhngig von der Spielerzahl verluft eine Partie recht unterschiedlich. So ist es zu dritt eher mglich, hohe Beute zu machen als etwa zu fnft. Auch lsst sich zu dritt noch eher der Spielverlauf merken und bedingt kalkulieren als in anderer Besetzung.

Abschlieend kann ich Sioux eigentlich nur zu dritt bedingt empfehlen, d.h., als lockeres Spiel, das keinen taktischen Anspruch hat und mit risikofreudigen Mitspielern durchaus Spa machen kann.

Rezension Roland Winner

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Sioux: 3,3 3,3, 4 Bewertung(en)

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