Rezension/Kritik - Online seit 18.11.2017. Dieser Artikel wurde 4366 mal aufgerufen.

Sleeping Queens

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Autor: Miranda Evarts
Verlag: Game Factory
Rezension: Stefanie Marckwardt
Spieler: 2 - 5
Dauer: 15 Minuten
Alter: ab 7 Jahren
Jahr: 2005, 2016
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
4,5 4,5 Leser
Ranking: Platz 1168
Sleeping Queens
Auszeichnungen:2006, Golden Geek Bestes Kinderspiel Nominierung2015, As d'Or - Jeu de l'Année Nominierung

Spielziel

Sleeping Queens ist ein Kartenspiel, dessen Untertitel "Nichts für Schlafmützen!" aber nichts, wie man vermuten könnte, mit Hektik zu tun hat. Denn bei Sleeping Queens muss man 12 verzauberte Königinnen wach küssen. Das alleine reicht noch nicht aus, denn auch im wachen Zustand muss man sie vor fremden Rittern oder bösartigen Zaubereien beschützen, denn hier möchte jeder so schnell wie möglichst viele Königinnen erobern. Zum Glück kann man mit eigenen Drachen oder einem Zauberstab den feindlichen Angriffen trotzen!

Ablauf

Sleeping Queens wird schnell vorbereitet – einfach die 12 Königinnen (erkennbar an der türkisen Rückseite) schlafend (verdeckt) in die Spieltischmitte gelegt und fünf Spielkarten an jeden Mitspieler verteilt – schon kann es losgehen.

Die Karten setzen sich außer den Königinnen aus 27- Spezial und 40 Zahlenkarten zusammen.

Wenn man dran ist, führt man eine von fünf möglichen Aktionen aus:

  1. König ausspielen, um eine Königin wach zu küssen und sie offen vor sich auszulegen.
  2. Hofnarr ausspielen, um die oberste Karte vom Stapel aufzudecken; eine Spezialkarte nimmt man auf die Hand und führt dann einen weiteren Zug aus; bei einer Zahlenkarte wird abgezählt, wer eine schlafende Königin wecken darf.
  3. Zahlenkarte(n) spielen, um nach Möglichkeit Spezialkarten nachzuziehen: Einzelkarte, Paar oder drei Stück, die zusammen eine Additionsaufgabe ergeben, sind möglich, danach gleiche Anzahl nachziehen.
  4. Ritter spielen, um eine wache Königin zu klauen.
  5. Schlaftrankkarte spielen, um eine schon wache Königin vom Mitspieler wieder verdeckt in die Mitte zu legen.

Nach dem Zug wird die Kartenhand immer wieder auf fünf Karten ergänzt.

Um auf den "Königinnenraub" durch den Mitspieler reagieren zu können, gibt es zwei Spezialkarten: Der Drache wehrt einen Ritter ab und und der Zauberstab einen Schlaftrunk.

Auch unter den Königinnen gibt es drei Stück, die noch spezielle Eigenschaften haben; die Rosenkönigin gibt nur 5 statt bis zu 20 Punkte, aber man darf gleich noch eine weitere Königin erwecken. Außerdem darf man nicht die Katzen- und die Hunde-Königin gleichzeitig besitzen, da sie sich nicht vertragen.

Sobald einer je nach Spieleranzahl 4/5 Königinnen bzw. den „Königinnenwert“ 40/50 Punkte vor sich ausliegen hat oder alle Königinnen erweckt sind, endet Sleeping Queens. Im zweiten Fall gewinnt dann derjenige, der die meisten Punkte gesammelt hat.

Fazit

Sleeping Queens steckt schon in einer interessanten Schachtel, die sich durch kräftige Farbgebung und Aufklappmechanismus von anderen Kartenspielen deutlich unterscheidet. Wer aber durch die Schachtelgröße viel Inhalt erwartet, wird etwas enttäuscht – die 79 Spielkarten hätten auch locker in eine halb so große Schachtel gepasst ... Trotzdem wird die Größe noch sinnvoll genutzt, denn auf der Deckelinnenseite werden die acht verschiedenen Kartenarten mit Name und Anzahl abgebildet, so dass man sofort einen kleinen Überblick erhält. Eine weitere „Spezialkarte“ liegt ganz oben auf – diese erzählt die Geschichte der Spielentwicklung – das Besondere an Sleeping Queens ist nämlich, dass die Entwicklung auf die Idee eines 6-jährigen Mädchens zurückgeht, welche dann mit der Hilfe ihrer größeren Schwester und ihren Eltern umgesetzt wurde. Die Originalausgabe gibt es übrigens schon seit 2005 - der Weg zur deutschen Ausgabe hat somit ein bisschen gedauert.

Die Kartengestaltung ist fröhlich-bunt mit einer leicht abstrakten Zeichnungsart, die mir persönlich und den meisten Kindern sehr gut gefällt. Die zwölf Königinnen sind alle liebevoll individuell gestaltet, auch die acht Könige sind immer „einmalig“. Die Ritter unterscheiden sich in der Farbgestaltung, alle anderen Sonderkarten sind untereinander gleich. Die Zahlenkarten haben ihren Wert in unterschiedlichen Gegenständen abgebildet, so hat beispielsweise die Zahl 4 immer vier rosa Pudel abgebildet, die Zahl 8 immer acht Sonnenblumen, usw ... Diese optische Hilfe ist gut geeignet für Kinder, deren Zahlvorstellung noch nicht so gefestigt ist oder solche, die bei der Bildung von Rechenaufgaben noch Probleme haben – zur Not kann dann abgezählt werden.

Spielt man seine erste Partie Sleeping Queens, hat man noch die Befürchtung, sich die Bedeutungen der Spezialkarten nicht merken zu können. Komischerweise haben Kinder damit aber selten Probleme gehabt, da ihnen der „Ablauf“ logisch erschien – klar muss ein König die Königin küssen oder ein Ritter für einen Angriff verantwortlich sein ... Spätestens nach der zweite Partie hat keiner mehr irgendwelche Merkprobleme.

Ansonsten spielt sich Sleeping Queens wunderbar anders als gängige Kartenspiele – es ist nicht wirklich einzuordnen, da es kein klares Stich- oder Sammelkartenspiel is,t und auch das oft bei Kinderspielen anzutreffende Element Merken spielt hier keine wirkliche Rolle. Lediglich nach dem Schlaftrunk sollte man sich merken, wo eine Königin zurückgelegt wird – gerade, wenn es sich um eine handeln sollte, die viele Punkte bringt.

Um es zu mögen, muss man sich aber auch bewusst sein, dass Glück eine ziemlich große Rolle spielt; zieht man nie einen König oder Ritter kann das ganz schön frustrierend sein. Auch das Ausspielen eines Narren ist Glück pur – nicht nur einmal ärgert man sich, wenn durch ihn ein Mitspieler zu einer neuen Königin kommt und vielleicht sogar durch sie zum Sieg! Außerdem birgt es ebenfalls durch die Ritter und den Schlaftrank ein gewisses Ärgerpotenzial – auch das sollte man bereit sein zu ertragen.

Das Ausspielen von Zahlenkarten, um größere Chancen auf Spezialkarten zu haben, wird von Kids unterschiedlich gut genutzt. Paare werden leicht erkannt, aber Plusaufgaben mit drei Karten zu bilden, fällt dem einen oder anderen doch noch schwer – beim „Begleiten“ von Spielepartien habe ich das teilweise bei Kindern im empfohlenen Alter von 7 beobachten können, während ältere Kinder damit kein Problem mehr hatten.

Da sich Sleeping Queens aber meist absolut kurzweilig spielt, gab es selten Kinder, die eine weitere Partie ablehnten oder es nicht mochten. Reine Erwachsenenrunden konnte ich jedoch nicht ganz so doll mit dem Spiel begeistern; dafür passierte einigen Mitspielern zu wenig. Aber die Geschmäcker sind ja zum Glück immer sehr verschieden und wenn ältere Kinder unter sich oder auch eine Familie spielt, kann Sleeping Queens gut gefallen.

Rezension Stefanie Marckwardt

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Sleeping Queens: 5,0 5,0, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.09.17 von Stefanie Marckwardt - Ein ungewöhnliches Kartenspiel, das märchenhaft schön gestaltet ist.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.11.17 von Peter Zanow - Schönes Familienkartenspiel um Kinder unterhaltsam an Mathe zu führen (einfache Addition)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.11.17 von Stephan Gehres - Tolles Spiel für Kinder und das Spielen mit Kindern. Eigenwillige Grafik, vor allem die Schachtel gefällt mir weniger, die Karten sind ok. Eigentlich eine recht seltsame Verknüpfung von Mechanismen. Vor allem das Rechnen passt eigentlich gar nicht rein, passt aber sehr gut zum Einstiegsalter. Das ist auch genau der Mechanismus, der bestimmt, aber wievielen Jahren man das Spielen kann. Sobald das Addieren bis 10 funktioniert, sollte es mit diesem Spiel klappen. Alles andere geht (je nach Kind) auch schon mit 4.

Leserbewertungen

Leserwertung Sleeping Queens: 4,5 4.5, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.11.17 von Jörn
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.18 von Hans Huehnchen - Super simpel, flott und durchaus spaßig, leider ohne wirkliche Entscheidungsmöglichkeiten. Die Gestaltung der Könige und Königinnen ist großartig.

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