Rezension/Kritik - Online seit 06.12.2017. Dieser Artikel wurde 863 mal aufgerufen.

Terra on Tour

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Autor: Friedemann Friese
Verlag: HUCH!
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 6
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2016
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
Ranking: Platz 3146
Terra on Tour

Spielziel

In jeder Runde schätzt ein Spieler die Lage eines gesuchten Gebietes oder einer Maßangabe ein, die sich auf seine Aufgabenkarte bezieht. Seine Mitspieler entscheiden, ob sie seine Antwort für richtig oder falsch halten und können damit Punkte erzielen oder aus der laufenden Runde ausscheiden.

Ablauf

Jeder Spieler erhält zwei Schätzsteine, ein Spieler wird zum Schätzmeister ernannt, sein rechter Nachbar zum Herausforderer. Letzterer liest eine Frage der vordersten Karte aus der Aufgabenbox vor, welche ein Bild mit drei Quizfragen zeigt. Die Antworten und nähere Erklärungen findet man auf der unteren Kartenhälfte, die jedoch vorerst von der Kartenbox verdeckt wird. Der Schätzmeister entscheidet, ob er die Herausforderung annimmt. In diesem Fall setzt er seinen Schätzstein auf ein Gebiet der Landkarte oder auf eine der drei Skalen mit Maßeinheiten. Möchte der Schätzmeister die Aufgabe nicht lösen, so muss sie der Herausforderer selbst übernehmen und sein eigenes Wissen auf die Probe stellen.

Die Mitspieler setzen ihre Schätzsteine auf das Ja- oder Nein-Feld, je nachdem, ob sie die Antwort für richtig oder falsch halten. Danach überprüft der Rätsellöser seine Antwort. War sie richtig, endet die Runde sofort, und er sowie alle Mitspieler, die auf JA gesetzt hatten, erhalten Punkte. War die Antwort dagegen falsch, so erhält er keine Punkte, und er sowie alle, die auf JA gesetzt hatten, scheiden aus der laufenden Runde aus. Der nächste Spieler im Uhrzeigersinn, der noch dabei ist, wird neuer Schätzmeister und versucht, die Aufgabe zu lösen usw. Die Runde endet, sobald ein Spieler die korrekte Antwort gegeben hat oder nur noch ein Nein-Sager übrig ist, der dann automatisch drei Punkte erhält.

Eine Partie Terra on tour endet, wenn die zu Spielbeginn festgesetzte Anzahl an Runden gespielt wurde.

Fazit

Wer schon Terra vom selben Verlag gespielt hat, wird das Spielmaterial sofort erkennen. Alles sieht ähnlich aus, nur ein bisschen kleiner. Neu hinzugekommen sind auf dem Spielplan lediglich die Ja-Nein-Felder zum Einschätzen der Mitspielerantworten. Für ein Reisespiel ist Terra on tour trotzdem immer noch etwas zu groß geraten. Lediglich der Spielplan ist wesentlich kleiner als im Originalspiel. Für Mitspieler, deren Sehstärke schon etwas geschwächt ist, erweist sich das aber eher als nachteilig.

Während der optische Wiedererkennungswert also gegeben ist, so trifft dies auf das Spielerische nicht zu. Denn nicht alle dürfen wie gewohnt ihre Einschätzungen auf dem Spielplan festhalten, sondern nur ein einziger Spieler. Alle anderen dürfen lediglich die Richtigkeit seiner Antwort einschätzen.

Gegen dieses Spielprinzip ist grundsätzlich nichts einzuwenden, allerdings wurde die Punktebewertung der Aufgabenstellungen arg verkompliziert. Wer erhält wann wie viele Punkte, wer scheidet wann aus, wer wird der nächste Schätzmeister usw. Das alles sind Dinge, die bei diesem Quizspiel zumindest in der ersten Partie stark im Vordergrund stehen, womit das Quizgefühl komplett in den Hintergrund gedrängt wird. Bleibt man hartnäckig am Ball, hat man all diese Fragen irgendwann verinnerlicht, aber so manchen meiner Mitspieler schreckte es ausreichend ab, um von einer zweiten Partie die Finger zu lassen.

In Terra konnte auch punkten, wer mit seiner Antwort nahe an der Lösung war. Dies ist hier nicht möglich. Der Schätzmeister erhält nur Punkte, wenn seine Antwort ganz korrekt ist – dasselbe gilt natürlich auch für die Mitspieler, die ebenfalls nur dann punkten, wenn ihre Einschätzungen 100%ig richtig sind. Zwar kann der Schätzmeister eine Herausforderung ablehnen, wenn er denkt, dass er die Aufgabe nicht korrekt beantworten kann, aber damit vergibt er natürlich auch die Chance auf einen anständigen Punktegewinn. Langfristig bringt ihn das nicht vorwärts. Vor allem an dieser Stelle verliert Terra on tour im Vergleich zu Terra stark an Reiz, denn genau das gefällt mir an diesem Spiel so außergewöhnlich gut: Dass man auch punkten kann, wenn man bezüglich einer Frage nur vage Vorstellungen hat. Vor allem im Spiel mit Kindern oder Jugendlichen führt dies dazu, dass sie sich nicht gefrustet von diesem Wissensspiel abwenden, sondern mit Freude am Ball bleiben. Es gab aber auch Mitspieler, denen gerade das gefiel. Denn spielt man in einer reinen Erwachsenenrunde mit guter Allgemeinbildung, so führt dieses neue Terra-Prinzip dazu, dass es weniger "Punkteschmarotzertum" gibt, wie es einer meiner Mitspieler bezeichnete.

Dass nicht immer die schwierigste Frage auf einer Karte gewählt wird, dafür sorgt das System sehr gelungen. Schließlich weiß ja der Herausforderer, dass er die Aufgabe selbst lösen muss, wenn der Schätzmeister ablehnt und sogar Minuspunkte kassiert, sollte er die richtige Antwort nicht wissen. Das Prinzip einer einzelnen Frage sorgt aber gleichzeitig dafür, dass nur geringes Interesse an den übrigen Antworten der aktuellen Quizkarte vorhanden ist, was ich wiederum sehr schade finde.

Wer eine kleinere Ausgabe von Terra für unterwegs sucht oder zusätzliche Karten für sein großes Spiel, sollte sich Terra on tour einmal ansehen. Schließlich kann man es – mit einigen zusätzlichen Holzklötzchen – auch nach den herkömmlichen Regeln spielen. Wer allerdings Terra nicht besitzt, dem rate ich lieber zum Kauf dieses Spiels.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Terra on Tour: 3,5 3,5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.08.17 von Sandra Lemberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.12.17 von Rene Puttin - Sehr, sehr schwere Variante der Terra / Fauna Spiele. Die Frage rangieren von sehr schwer bis unmöglich zu beantworten. Es wird kaum direkt geschätzt, sondern größtenteils darauf getippt ob der Mitspieler richtig liegt, auch das gefällt nicht so gut, wie das direkte Tippen.

Leserbewertungen

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