Rezension/Kritik - Online seit 23.12.2005. Dieser Artikel wurde 5304 mal aufgerufen.

Tooor!

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Autor: Oliver Abendroth
Illustration: Anke Pohl
Thilo Rick
Verlag: KOSMOS
Rezension: Hans-Peter Stoll
Spieler: 2
Dauer: 30 - 40 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 3,7 3,7 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 4718
Tooor!

Spielziel

Zwei Fussballmannschaften treten gegeneinander an. In 15 Minuten-Abschnitten werden Aufbauspiel, Gegenzüge und Torschüsse gespielt. Wird das Spiel nach 90 Minuten entschieden? Oder steht der Sieger erst nach Verlängerung oder gar Elfmeterschießen fest?

Ablauf

"Das Publikum tobt, denn gerade formieren sich die beiden Teams auf dem Spielfeld. Der FC tritt mit einer gelben Dreier-Abwehrkette an, keine Überraschung ist ebenfalls das blaue Mittelfeld. Drei rote Stürmer versprechen starken Offensivdrang. Die Gäste des VfBs sind da mit einer 4-4-2 Aufstellung defensiver ausgerichtet. Die Trainer haben ihre 6 Taktik-Karten, mit denen sie die 90 Minuten bestreiten müssen, gut gemischt und der Schiri pfeift die Partie an.

Der VfB beginnt wie erwartet verhalten mit einer 1er Taktik-Karte, kommt damit jedoch nicht zum Zug, weil der FC gleichzeitig mit einer 4er Karte höher ist und stürmisch beginnt. Der FC setzt nach der taktischen Vorgabe die beiden Stürmer mit den aktuellen Fitnesswerten 4 und 5 in Szene und der VfB muss zwei Verteidiger (Werte 4 und 4) dagegen setzten. Die Würfel auf beiden Seiten sind gefallen. Mit einem Ergebnis von 0 kommt der FC nur auf einen Angriff der Stärke 9. Der VfB hat wohl mit einem schwungvollen Beginn gerechnet und seine Spieler mental gut eingestellt. Mit einem Würfelergebnis von 1 oder mehr wird der Angriff abgeblockt ... und es gelingt! Alle beteiligten Spieler werden gedreht. Einer der VfB-Verteidiger scheint verletzungsanfällig, denn beim Drehen taucht an der oberen Spitze ein bedrohliches Zeichen auf. Doch der Ereigniswürfel zeigt nach dem Wurf nicht das gleiche Zeichen. Glück für den Verteidiger, denn sonst hätte er bei jeder weiteren Aktion im Spiel auf einen Fitnesspunkt verzichten müssen. Ein Angreifer hat sich wohl zu lautstark beim Schiedsrichter beschwert und der Ereigniswürfel zeigt eine Rote Karte, genauso wie die Spitze seiner Karte. Das heißt Platzverweis und einen herben Rückschlag für den FC.

Doch nicht genug damit, der VfB kann sofort für den geblockten Angriff einen Gegenzug starten. Der brasilianische Stürmer dribbelt einen gegnerischen Verteidiger aus, denn erneut fallen die Würfel für den Club schlecht. Jetzt steht er vor dem Tor und könnte zu seinem Stürmerkollegen abspielen - Nein - er macht es selbst und mit einem satten Würfelwurf donnert er den Ball ins Netz, keine Chance für den Torwart. Tooor! Tooor! 1:0 für die Gäste.

Nach der turbulenten Anfangsphase herrschen jetzt taktische Zwänge vor. Kein Angriff wird abgeblockt und so kommt es auch zu keinem Gegenangriff bis zum Pausenpfiff. Einzig herausragend sind die beiden Gelben Karten für den VfB, dessen Spieler sich etwas zu energisch einsetzten. Auf beiden Seiten sind schon erste Ermüdungserscheinungen zu bemerken, andere Spieler finden erst nach und nach ins Spiel.

Die Pause können die Trainer für taktische Umstellungen in der Mannschaft nutzen. So erwarten wir eine dramatische zweite Halbzeit, denn der FC muss auf den Ausgleich dringen. Wenn das gelingt und die Entscheidung nicht in der regulären Spielzeit erzielt wird, winken Verlängerung oder gar Elfmeterschießen.

Doch bevor die Mannschaften das Spielfeld wieder betreten, gebe ich für einen Moment in die Werbung...bleiben Sie dran!"

Fazit

Dieses Spiel erschien bereits unter dem Namen Finale und wird passend zur anstehenden Fußball-WM 2006 in veränderter Form neu aufgelegt.

Die Materialausstattung ist üppig und hochwertig. Auffällig ist besonders eine funktionsfähige kleine Trillerpfeife als Anzeiger für den aktuellen Zeitabschnitt. Das nenne ich stilecht. Im Vergleich zu Finale sind nun die Fußballspieler farbneutral und können in unterschiedlichen Mannschaftsteilen eingesetzt werden. Alle verwendeten Symbole sind funktional. Grundlegend wurde auch die Grafik verändert und für meinen Geschmack eine Verbesserung erzielt. Leider sind auch die Namen der Spieler verschwunden. Dafür kann man nun zwischern Fußballspielern und Fußballspielerinnen unterscheiden. Spielerisch macht das jedoch keinen Unterschied.

Die Spielregel schafft es, unterstützt mit Abbildungen und Beispielen, recht gut, das Spielgeschehen zu vermitteln. Einen Moment habe ich nur bei der Ausrichtung der Taktik-Karte überlegt, weil in seltenen Fällen "oben" auch andersherum betrachtet werden kann.

Das Spiel selbst hat einige Änderungen erfahren. Die Anzahl der Fußballspieler wurde drastisch reduziert. Damit ist die Möglichkeit zum eigenen Zusammenstellen einer neuen Mannschaft ebenso entfallen, wie die Option im Laufe der Partie auf bis zu 4 Auswechselspieler zurückgreifen zu können. Eine neue Mannschaft zusammen zu stellen ist sicherlich eine etwas aufwändige Option, die nur eingefleischte Fußball- und Spielefans genutzt haben werden. Mehr trauere ich jedoch den Auswechselspielern hinterher, weil durch sie mehr Flexibilität und Abwechslung ins Spiel kam. Durch das Auflösen der Bindung von Spielern an Mannschaftsteil soll dies durch beliebige taktische Umstellung in der Pause ersetzt werden. Dazu müssen Verletzte nicht mehr ausgewechselt werden. Die armen Jungs (oder Mädels) müssen durchspielen, allerdings mit leichter Schwächung.

Das eine wesentliche Element, die durch die drehenden Karten wechselnde Form der Spieler, ist weiterhin der Kern des Spiels. Das andere Element sind die Taktik-Karten. Sie wurden ebenfalls in ihrer Anzahl und Form verkleinert. Nun besteht nur noch die Wahl zwischen 6 verschiedenen Karten und diese definieren nur noch das Aufbausspiel. Ein erfolgreicher Spielaufbau kann durch einen beteiligten Kicker oder einen beliebigen Stürmer abgeschlossen werden. Das macht die Taktik-Karten eindeutig einfacher und schneller zu erfassen. Bei Finale ergaben sich aus der Differenz der Werte der Taktik-Karten möglicherweise mehrere Angriffe in einer Spielerunde und damit die Möglichkeit, auch im letzten Spielabschnitt ein Spiel nochmal zu drehen. Jetzt ist klar, es können nicht mehr als 6 Tore fallen und eine späte Aufholjagd führt höchstens noch zum Ausgleich. Die taktische Tiefe vermisse ich schon sehr, da sie für mich viel zur Spannung einer Partie beigetragen hat.

Wer den Vorgänger nicht kennt, bekommt mit Tooor! ein optisch ansprechendes und schnell zugängliches Fußballspiel, was sicherlich allen Wenig-Spielern zu Gute kommt. Eine Hürde ist und bleibt, dass es eben ein Fußballspiel ist. Wer zu dem Sport keinen Zugang findet, wird ihn auch über dieses und zu diesem Spiel nicht finden. Und das ist wohl häufig der weibliche Teil der Fußballfans. Ob da die Möglichkeit hilft, mit einer Frauenmannschaft spielen zu können, möchte ich vorsichtig bezweifeln. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Denn das Grundprinzip gefällt mir gut, wenn ich auch bei freier Auswahl wegen der Spannug und spielerischen Möglichkeiten lieber auf den Vorgänger zurückgreifen würde.

Rezension Hans-Peter Stoll

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Tooor!: 3,7 3,7, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.11.05 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.10.05 von Ralph Bruhn - Die Straffung tat dem auch recht netten "Finale" gut: jetzt spielt's sich flüssiger. Bisher mein Favorit der vor der WM sicher massenweise auftretenden Fussballsimulationen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.11.05 von Ulrich Fonrobert - Na ja, der noch einfachere Nachfolger des schon simplen Finale... Hmmmmmm
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.11.05 von Nicole Biedinger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.11.05 von Christine Hauer
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.07 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.03.10 von Horst Sawroch

Leserbewertungen

Leserwertung Tooor!: 3,0 3.0, 1 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.12.05 von wojtek - Hätte ich Finale nicht gekannt, wäre es eine 4-5. Aber weniger Möglichkeiten und weniger amüsant.

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