Rezension/Kritik - Online seit 19.06.2019. Dieser Artikel wurde 989 mal aufgerufen.

Voll Verwackelt

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Autor: Wolfgang Dirscherl
Manfred Reindl
Verlag: Queen Games
Rezension: Stefanie Marckwardt
Spieler: 2 - 4
Dauer: 25 Minuten
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2019
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
6,0 6,0 Leser
Ranking: Platz 1106
Voll Verwackelt

Spielziel

Die verbotenen Früchte sind meist die saftigsten und süßesten - so ähnlich ist es bei Voll Verwackelt auch. Zwar nicht verboten, sondern gefährlich - denn die Kokosnüsse, die Tim Löwe und seine Freunde begehren, befinden sich an einer Palme auf einem extrem wackeligen Felsen. Da muss man geschickt sein und gut die Balance halten können, um Kokosnüsse abzubekommen ...

Ablauf

Spielt man zum ersten Mal Voll verwackelt, benötigt der Spielaufbau ein wenig Zeit; jede weitere Partie wird es dann schneller klappen. Der 3 D- Wackelfelsen, auf dem gespielt wird, besteht aus Spielplan, Wackelstein, Palme und Wackelplatte. Zusätzlich müssen die 8 Tierfiguren vorsichtig aufgestellt, alle Kokosnüsse in den Beutel gegeben werden, Würfel, Krokodilplättchen sowie Wasserkarten an den Rand gelegt und je ein Sammelplan an jeden Mitspieler verteilt werden.

Danach wird reihum gewürfelt - der eine Würfel zeigt das Tier an, das bewegt werden muss, und der andere Würfel die Zugweite in Pfeilrichtung. Jedes Tier ist zweimal vorhanden, eine Würfelseite lässt auch die Auswahl zwischen zwei Tieren. Hat man das erfolgreich bewerkstelligt, zieht man zur Belohnung eine Kokosnuss aus dem Beutel und legt sie auf die Wiese seines Sammelplanes. Alternativ darf man aber auch zuvor gesammelte Kokosnüsse sichern und von der Wiese in den Garten verschieben. Das macht Sinn, denn wenn ein oder mehrere Tiere herunterfallen, werden die Kokosnüsse von der Wiese in den Uferbereich und - falls der schon voll sein sollte - ins Wasser verschoben.

Am Spielende, wenn die Kokosnüsse alle aus dem Beutel gezogen wurden und eine Abschlussrunde für die eventuelle Sicherung von Kokosnüssen auf der Wiese gespielt wurde, wird gezählt, wer die meisten Kokosnüsse besitzt. Dazu zieht jeder Spieler, der Kokosnüsse im Uferbereich hat, ein Krokodilplättchen - dessen Farbe ordnet eine Wasserkarte zu, die über den Uferbereich gelegt wird. Nur die dann noch sichtbaren Kokosnüsse werden zu den Kokosnüssen im Garten dazugezählt.

Fazit

Voll verwackelt lockt mit lustigen Tieren auf der Schachtel, die dann auch die Hauptrolle spielen. Das Material ist schön und vielfältig. Vor dem ersten Aufbau hilft die vorbildlich bebilderte Spielanleitung, die jeden Schritt genau erläutert und auch zeigt. Schon gleich zu Anfang steht man vor der Entscheidung, welche der zwei Palmen man nehmen soll. Empfohlen wird die kleinere, mit der das Spielfeld besser überblickt wird und alle besser greifen können; bei späteren Partien kann man dann die größere und somit schwierigere benutzen. Die nächste Entscheidung betrifft dann gleich die Wackelplatte - durch Sterne gekennzeichnet kann man aus vier Schwierigkeitsgraden aussuchen. Diese sind durch unterschiedliche Wege mit unterschiedlichen Standorten für die Tiere gut gewählt.

Die Tierfiguren sind passend auf Holzteile geklebt, die in etwa mit der Größenrelation in der Realität zu vergleichen sind - so ist die Giraffe das größte der vier Tiere (es gibt noch Löwe, Zebra und Elefant) und der Löwe das kleinste. Zusätzlich zum Bild gibt es unterschiedliche farbige Unterlegungen - zum Glück! Denn auf dem Würfel sind gerade bei den doppelten Tieren die Symbole nicht gerade einfach zu erkennen, und auch die Tiere auf dem Plan sieht man teilweise nur von hinten; da hilft die Orientierung an der Farbe sehr.

Der Spielablauf an sich wird gut verstanden. Allerdings sollte beim Erklären betont werden, dass das zu versetzende Tier immer hochgehoben werden muss - dieser Fakt ändert eine Menge. Auch die Regel, dass das platzierte Tier immer alle drei Löcher der aufgemalten Kokosnuss bedecken muss, ist sinnvoll und verhindert eventuelle Streitereien, ob das Tier gut gesetzt wurde. Die Schwierigkeit mit der Wackeligkeit des Felsens wird allerdings oft erst nach dem ersten "Unfall" bewusst wahrgenommen. Daher kommt es zu einem schönen Lerneffekt, und die Kids wissen mit der Spielerfahrung immer besser, welche Figur noch wohin gestellt werden darf, um das Gleichgewicht zu wahren. Wie schon erwähnt, kann man durch die Wahl der Scheibe gut den Schwierigkeitsgrad bestimmen.

Allerdings haben meine Runden mit der schwierigsten Scheibe keinen wirklichen Spielspaß erlebt - zu oft purzelten die Figuren. Außerdem gab es viele Situationen, in denen klar war, dass der aktive Spieler gar keine Chance hatte, ein Kippen zu verhindern - selbst die Doppelfigur des Würfels konnte da nicht hilfreich sein. Daher kam es zu vielen Frustsituationen, und das Spiel zog sich in die Länge, da nur selten Kokosnüsse aus dem Sack gezogen werden konnten. Dem kann man, wenn man möchte, entgegenwirken, indem man die Anzahl der Kokosnüsse zu Spielbeginn reduziert; das kann man natürlich auch bei allen anderen Schwierigkeitsgraden tun, wenn man ein kürzeres Spiel wünscht.

In den anderen Schwierigkeitsgraden verläuft Voll verwackelt aber sehr gut und ist für die Kids meist sehr spannend. Gerade die Überlegung, weitere Kokosnüsse zu ziehen oder lieber schon vorhandene zu sichern wird für einige Mitspieler zu einer wahren Zerreißprobe, der dann die Erleichterung oder der Ärger erst in der nächsten Runde folgt. Was für ein Glück, wenn man dann eins der wenigen Sonderplättchen zieht, die zusätzlich die Sicherung im gleichen Zug erlauben. Auf dem Plättchen ist dann wie auf dem Sammelplättchen ein gelber Pfeil; dieser verweist von der Wiese in den sicheren Garten. Ein roter Pfeil zeigt dann zum Ufer, in das 4 Plättchen passen. Alle weiteren sind unrettbar im Wasser verloren.

Die kleine Verlosung bei der Auswertung macht diese ein wenig spannend, da man vorher nicht weiß, wie viele Kokosnüsse davon gewertet werden. Die ausgeloste Wasserkarte muss dann genau an den roten Pfeil angelegt werden und zeigt nur einen Teil der Kokosnüsse - ein interessantes Wertungselement.

Voll verwackelt bietet vieles, das ein gutes Kinderspiel haben sollte: eine vorbildliche Spielregel, schönes Spielmaterial, einen hohen Aufforderungscharakter sowie eine interessante und gut funktionierende Spielidee. Außerdem gefällt den Kids die Möglichkeit, sowohl die Spieldauer als auch den Schwierigkeitsgrad zu variieren.

Rezension Stefanie Marckwardt

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Voll Verwackelt: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.05.19 von Stefanie Marckwardt - Mit Geschick und Köpfchen behält man bei Voll verwackelt die tollen Kokosnüsse.

Leserbewertungen

Leserwertung Voll Verwackelt: 6,0 6.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.10.19 von Andreas Leitner - "Voll verwackelt" ist bei uns "voll der Hit". Wir haben das Spiel seit ein paar Wochen und spielen es rauf und runter. Wir spielen meistens die Platte mit 2 oder 3 Sternen. Die schwierigste Platte (mit 4 Sternen) ist was für Wackel-Profis - soll es aber wohl auch sein! Diese Platte übt auf unsere Kinder aktuell einen besonderen Reiz aus und sie wollen sie unbedingt "besiegen". Die spielerische Herangehensweise ist dann natürlich etwas vorsichtiger. Von einer begeisterten Familie gibt es die Höchstwertung - KAUFEN!!!

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