Rezension/Kritik - Online seit 11.01.2020. Dieser Artikel wurde 945 mal aufgerufen.

Wizard Würfelspiel

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Autor: Daan Kreek
Verlag: AMIGO
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 5
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2019
Bewertung: 2,0 2,0 H@LL9000
1,5 1,5 Leser
Ranking: Platz 5274
Download: Kurzspielregel [PDF]
Wizard Würfelspiel

Spielziel

Alles erfährt im Moment eine Würfel-Version. Und wieso nicht auch das immer noch sehr beliebte und sehr gute Wizard Kartenspiel? Es bietet sich ja auch an - statt Stiche sagt man hier Würfelergebnisse voraus, und die Gegner können auf diesen Zug entweder auf- oder auch früher abspringen. Dazu noch ein paar Sonderkarten, die die Regeln brechen, und es kann losgehen.

Ablauf

Pro Runde ist ein Spieler der "Seher", der sowohl die Würfel wirft, als auch als Erster seine Vorhersage macht. Vorhersagen kann man, ob man in einer der vier Farben 1-5 Würfel werfen kann, wobei das "W" (der "Wizard") vor dem Wurf als Joker einer bestimmten Farbe bestimmt werden kann.

Reihum geben die Mitspieler ebenfalls einen Tipp ab, aber kein Tipp darf sich in einer Runde genau wiederholen. Hat also schon jemand "3 x rot" gesagt, ist der Tipp für alle Nachfolgenden tabu. Wer die höchste Zahl getippt und dabei nicht die Farbe des Sehers benutzt hat, wird in der nächsten Runde Seher. Aber erst mal würfelt der aktuelle Seher die Würfel. Bis zu 3-mal darf er das machen und beliebig viele Würfel rein- und rausnehmen.

Sobald er seinen Tipp erwürfelt hat, kann er aufhören, aber beim dritten Mal ist endgültig Schluss. Genauso können die Mitspieler jederzeit aussteigen, wenn ihre Tipps erreicht wurden - oder versuchen, weiter auszuharren. Ein erfüllter Tipp gibt ein X, was so viel wert ist, wie die Reihe, in der es liegt (1-5). Liegt man daneben, muss man notieren, um wie viel man daneben liegt. Das sind am Ende Minuspunkte. Narren haben noch eine besondere Funktion:

Liegen nach einem Wurf Narren offen aus, darf man eine Narrenwertung machen. Dann gibt's keine Minuspunkte, sondern man trägt eine Null ein. Jede Anzahl von Narrenwürfeln darf man aber nur ein Mal im Spiel benutzen - hat man sich also mit zwei ausliegenden Narren auf null Punkte gerettet, darf man das nächste Mal, wenn zwei ausliegen, diese nicht mehr benutzen. Sobald jemand 9 (oder in der Profi Variante 12) Kreuze gemacht hat, endet das Spiel, und wer die höchste Punktzahl hat, konnte am besten in die Zukunft schauen.

Und wenn man will, kann man auch noch die Sonderkarten ins Spiel bringen. Von denen wird pro Runde eine aufgedeckt und deren Anweisungen erfüllt (Narren nicht noch mal neu würfeln, zwei X bei Erfolg notieren usw.).

Fazit

Wenn man einen berühmten großen Bruder hat, sind die Fußstapfen groß, in die man tritt. Manchmal zu groß - und für das Wizard Würfelspiel sind sie leider riesig. Ich gebe zu, dass man die beiden Spiele nicht auf einem direkten Level miteinander vergleichen sollte. Beim einen hat man aufgrund seiner Kartenhand eine ungefähre Ahnung, was man vielleicht anstellen kann. Beim anderen tippt man ins Blaue hinein. Zwei völlig unterschiedliche Ausgangslagen - auf denen aber jeweils "Wizard" steht, also eine Marke, an die man Erwartungen hat.

Relativ schnell wird beim Wizard Würfelspiel klar: Es gibt nur einen kleinen Prozentsatz, den man selbst beeinflussen kann - und dann auch nur, wenn man der Seher ist. Immerhin darf nur er entscheiden, ob neu gewürfelt wird und mit welchen Würfeln. Hier besteht zumindest die Chance, seinen eigenen Tipp noch zu bekommen oder zu versuchen, die Tipps der Mitspieler zu ruinieren. Sei es, indem man deren Wunschfarbe wieder neu würfelt oder im Vorfeld dem Wizard eine Farbe zuweist, die ihnen schadet. Aber die anderen schauen lediglich zu und können höchstens aussteigen.

Spielt man nicht mit den Sonderkarten, macht sich Hilflosigkeit breit, weil man die Würfel in keiner Weise manipulieren kann. Und selbst mit den Karten ist nicht garantiert, dass das Wizard Würfelspiel über reines Glück hinausgeht. Und das, obwohl es sehr interessante Karten gibt. Wie z. B., dass alle ihre Vorhersage nach dem ersten Wurf machen. Oder der Seher vor dem ersten Wurf zwei Würfel auf eine beliebige Seite dreht, dann würfelt und alle tippen. Oder auch, dass alle geheim tippen dürfen. Das erinnert mehr an das Wizard-Feeling, man hat eine Basis, auf der man seine Hoffnung aufbauen kann. Solche Elemente dauerhaft ins Spiel zu bringen, wäre für das Wizard Würfelspiel vielleicht besser gewesen. So haben die Spieler - außer Daumen drücken - nicht viel zu tun.

Am interessantesten ist noch die Narrenwertung, mit der man sich wenigstens ein bisschen retten kann. Aber auch hier: Fallen keine Narren, gibt es auch keine Narrenwertung. Das Wizard Würfelspiel kann durchaus positive Emotionen am Tisch hervorrufen, unglaubliche Ergebnisse, mit denen man nicht mehr gerechnet hätte. Aber diese Spannung wird immer wieder gedämpft von dem Gefühl, dass man eben absolut nichts in der Hand hat. Man kann versuchen, schlau zu spielen, man kann versuchen, sich dem Glück zu ergeben ... beides kann zu einem Ergebnis von -4 oder +24 Punkten führen. Deshalb sticht das Wizard Würfelspiel nicht aus dem Angebot anderer Würfelspiele heraus. Obwohl man mit dem großen Bruder als Vorbild eine gute Möglichkeit hat, um das Genre Würfelspiel mit einem ungewöhnlichen Vertreter zu bereichern. Denn es steht auf beiden Spielen "Wizard" drauf ... und wo das draufsteht, da sollte auch Wizard drin sein. Schade.

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Wizard Würfelspiel: 2,0 2,0, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.09.19 von Christoph Schlewinski - Es steht zwar Wizard drauf, aber es ist leider kein Wizard drin.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.01.20 von Michael Andersch - "Wizard" und "Wizard Extreme" (aka "Die 7 Siegel") sind Stichansagespiele, bei denen ich einschätzen muss, was ich mit einer ausgeteilten Kartenhand wohl anstellen kann. Bedeutet: Ich habe zuerst Informationen und gebe zu diesen eine Einschätzung ab. Das funktioniert (meist) und macht Spaß. "Wizard Würfelspiel" dagegen hat damit ÜBERHAUPT nichts gemeinsam. Ich sage zwar was an, aber ohne Grundlage und völlig ins Blaue hinein. Und ob das dann eintritt ist quasi unsteuerbar und hat mit dem, was man (oder zumindest ich) mir von einem Spiel der Wizard-Familie erwarte nicht das Geringste zu tun. Es ähnelt da eher noch dem guten alten "Bluff", aber den Vergleich äußere ich nur vorsichtig, denn ich möchte "Bluff" nicht beleidigen. Das Wizard Würfelspiel an sich ist eine öde, glücksabhängige und sinnlose Würfelei. Es "funktioniert" zwar, was normalerweise bei mir 2 Punkte bedeuten würde, aber die anmaßende Anspielung an Wizard, der das Spiel überhaupt nicht im geringsten gerecht wird, führt dazu, dass ich es auch in Relation zu dieser bewerte. Und da ist der Abstand leider derart groß, dass ich nur einen Punkt vergebe - Kategorie "Spiele, die die Welt nicht braucht" (schon gar nicht mit Etikettenschwindel).
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.01.20 von Roland Winner - Zu zweit gespielt. Update 19.1.20: Auch in anderer Spieleranzahl gespielt und danach abgewertet.

Leserbewertungen

Leserwertung Wizard Würfelspiel: 1,5 1.5, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.01.20 von Marco Stutzke - Einfach nur schlecht, wir waren sehr enttäuscht …
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.01.20 von dochoz - Man kann einfach nicht alles ummodeln.Ab in die Tonne!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.01.20 von Tim Mertens - Kann mich nur anschließen. Steht Wizard drauf, ist kein Wizard drin. GAR KEIN WIZARD. Wer Wizard-Fan ist und das kauft, wird sich wahnsinnig verscheißert vorkommen und ärgern. Funktioniert, aber das war es auch. Da gibt es zahllose bessere Würfelspiele. Was soll das?
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.02.20 von Volker

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