Rezension/Kritik - Online seit 11.12.2016. Dieser Artikel wurde 6735 mal aufgerufen.

Ashes: Rise of the Phoenixborn / Aufstieg der Phönixmagier

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Autor: Isaac Vega
Illustration: David Richards
Fernanda Suárez
Verlag: Heidelberger Spiele
Plaid Hat Games
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 120 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2015, 2016
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
4,5 4,5 Leser
Ranking: Platz 1791
Ashes: Rise of the Phoenixborn / Aufstieg der Phönixmagier

Spielziel

Nachdem die Welt (mal wieder) fast am Abgrund stand, haben die sogenannten Phönixmagier alles Böse vernichtet und alle gerettet. Und haben dadurch keine wirkliche Konkurrenz mehr. Außer sich selber. Es kommt, was kommen muss: mächtige Duelle, um sich die Kraft der Gegner einzuverleiben.
Wieso sich nicht alle Phönixmagier einfach an einen Tisch setzen und ihre Weltrettung zusammen feiern können, ist mir nicht klar. Aber ich hab auch noch nie die Welt vor etwas Bösem gerettet. Vielleicht macht das etwas mit Menschen ... so innerlich.

Ablauf

Spielt man Ashes - Aufstieg der Phönixmagier zum ersten (oder zweiten, dritten) Mal, empfiehlt es sich, die in den Regeln vorgegebenen Kartendecks für den eigenen Magier zusammenzustellen.

Gespielt wird über mehrere Runden, in der die Zauberkundigen zuerst gleichzeitig ihre Würfel werfen. Diese Würfel sind quasi Energie, die man zum Ausspielen von Karten oder für sonstige Effekte benutzen kann.

Danach beginnt der Startspieler, und der hat genau eine Hauptaktion (Pflicht) und eine Nebenaktion (freiwillig), die er in beliebiger Reihenfolge ausführen kann. Eine Hauptaktion kann sein:

  1. Den Effekt einer Karte auslösen, die das Symbol "Hauptaktion" hat. Oder eine Karte mit diesem Symbol spielen.
  2. Einen anderen Phönixmagier mit den eigenen Einheiten angreifen.
  3. Eine gegnerische Einheit angreifen.
  4. Passen. Ganz schlicht und ergreifend.

Als Nebenaktionen stehen zur Verfügung:

  1. Den Effekt einer Karte auslösen, die das Symbol "Nebenaktion" hat. Oder eine Karte mit diesem Symbol spielen.
  2. Karten abwerfen, um die eigenen Würfel zu verändern.
  3. Den Effekt einiger eigenen Würfel ausführen.

Karten ausspielen ist natürlich eine der Hauptaspekte bei Ashes - Aufstieg der Phönixmagier. Im eigenen Deck verbergen sich Verbündete oder mächtige Verzauberungen, aber vor allem: Beschwörungen von mächtigen Kreaturen. All diese Karten sind sogenannte "bereite Zauber". Das heißt: Spielt man sie aus, bleiben sie vor einem liegen und sind im Geschehen. Die Beschwörung eines seiner Spezialwesen ist dagegen noch etwas Besonderes: Sie ist wie die Seite eines Zauberbuches: Man muss sie sozusagen erst aufschlagen und kann sie dann immer sprechen. Bedeutet im Spiel: Erst muss ich eine Beschwörungskarte ausspielen, bevor ich damit die passende Kreatur zu meinen Einheiten packen kann.

Die Kreaturen dieser Beschwörungen liegen in einem gesonderten Stapel, und solange die Zauberseite offen liegt und noch passende Kreaturen im Stapel sind, kann man pro Runde eine aus dem Stapel nehmen und ins Spiel bringen. Solange man die Kosten dafür bezahlen kann, versteht sich, denn dafür geht meist die Hauptaktion drauf und man braucht auch noch passende Würfelsymbole.

Man kann aber nicht beliebig viele Einheiten oder "bereite Zauber" vor sich horten. Jeder Phönixmagier hat ein Limit an Karten, die von jedem Typ vor ihm/ihr liegen können. Da heißt es dann: Eventuell eine Karte opfern, wenn man etwas Besseres spielen kann.

Der Angriff funktioniert in einem klassischen Schlagabtausch: Gleichzeitig werden Schadenspunkte vergeben, und hat eine Einheit mehr Schaden erhalten als sie Leben hat, ist sie raus. Natürlich haben manche Einheiten Sonderfähigkeiten und können eher zuschlagen oder ihren Schaden anders verteilen.

Will man einen gegnerischen Phönixmagier angreifen, darf der jede Einheit mit einer eigenen blockieren - sofern das geht. Einheiten, die nicht blockiert werden, fügen dem Magier Schaden zu. Will man eine gegnerische Einheit angreifen, darf nur der Magier selber als Verteidigung gewählt werden. Eigene Einheiten beschützen sich nicht gegenseitig - es sei denn, sie haben diese Sonderfähigkeit.

Natürlich sind Einheiten, die angreifen und verteidigen, erschöpft (ein dementsprechender Marker kommt auf die Karte) und können nichts mehr machen, bis beide Magier mit ihrem Zug zu Ende sind.

Ist das der Fall, kommt die sogenannte "Erholungsphase". Manche Einheiten können sich heilen, Erschöpfungsmarker werden entfernt, Würfel, die man noch nicht verbraucht hat, können freiwillig neu gewürfelt werden, und der Startspieler wechselt.

Und sobald man seinen Gegner (oder alle) bezwungen hat, ist man der absolute Oberphönixmagier auf der Welt - und wahrscheinlich auch ein bisschen einsam. Ist ja kein Fachkundiger mehr da, mit dem man über seine Superkräfte reden kann.

Fazit

Einheiten beschwören, um den gegnerischen Magier platt zu machen ... das kommt mir bekannt vor ... ach ja!! Da gab es mal so ein Spiel, das hieß Magic und das lief irgendwie genauso ab ... wie etliche andere "Magier-tritt-gegen-Magier-an-Titel".

Aber halt nur irgendwie. Die Parallelen zwischen diesen Spielen sind nicht von der Hand zu weisen, aber dennoch spielt sich Ashes - Aufstieg der Phönixmagier komplett anders.

Natürlich ist auch hier alles voll mit besonderen Symbolen und Fachtermini, die es erstmal zu durchschauen und zu lernen gilt. Dieser Aufwand hält sich aber erfreulich in Grenzen. Immerhin steht auf jeder Karte unter dem Kartennamen, wohin sie kommt: Auslage oder Ablagestapel. Das ist schon mal praktisch. Die Symbole sind vielleicht etwas klein gehalten, aber auch nur bei der ersten Partie. Man hat sich schnell daran gewöhnt.

Wirklich toll an Ashes - Aufstieg der Phönixmagier ist aber, wie unterschiedlich sich die einzelnen Magier spielen. Sechs gibt es bereits in der Grundbox, also hat man einige Partien vor sich, um alle mal anzuspielen, und noch mehr Partien, um sich für jeden Einzelnen eine Strategie zu überlegen. Und ist man damit auch durch, kann man sich sein eigenes Deck zusammenstellen. Man fängt damit quasi wieder von vorne an und lotet aus, probiert, kombiniert ... wem so etwas Spaß macht, findet sich hier in einem kleinen Schlaraffenland wieder.

Spannung gibt es bei Ashes - Aufstieg der Phönixmagier ebenfalls genug, vielleicht sogar mehr, als bei anderen "Magier-Duell-Spielen". Hier ist das Belauern der Gegner wesentlich stärker herausgearbeitet - zumindest für den Geschmack meiner Testrunden. Man muss sehr vorsichtig und gezielt vorgehen und immer im Auge halten, welche "bereiten Zauber" der Gegner vor sich liegen hat und was er damit machen kann. Und die Würfel darf man auch nicht aus den Augen verlieren.

Die kleine Glückskomponente mit den Würfeln ist sowieso eine sehr gelungene Sache an Ashes - Aufstieg der Phönixmagier. Klar, für manche Karten braucht man ein mächtiges Symbol, um sie auszuspielen, und die sind nur 1x auf dem Würfel vertreten. Da man aber generell durch das Abwerfen von Karten oder durch bestimmte Zauber die Würfelergebnisse verändern kann, ist man hier dennoch sehr flexibel. Und man muss nicht warten, bis man Ressourcen-Karten auf die Hand bekommt. Man würfelt einfach. Irgendetwas Brauchbares wird schon dabei sein.

Und was gefällt an Ashes - Aufstieg der Phönixmagier nicht so gut?

Eine Sache: die Spieleranzahl. Auf der Packung steht "2 - 4", aber das hier ist eindeutig ein starkes 2-Personenspiel. Zu dritt oder viert besteht zu sehr die Möglichkeit, dass sich mehrere gegen einen zusammenschließen. Hat man dann einen Gegner eliminiert, ist er raus - und darf fortan nur noch zugucken. Eventuell für etwas längere Zeit, wenn sich die übrigen Magier zu sehr belauern. Da fällt die "Lust-noch-mal-zu-spielen-Kurve" immens ab. Hat man also Interesse, sich dieses Spiel zuzulegen, dann bitte bedenken: Am besten spielt es sich zu zweit.

In dieser Spieleranzahl ist Ashes - Aufstieg der Phönixmagier ein spannendes und herausforderndes Spiel, das viele Überraschungen bereithält. Aber es ist auch ein Spiel, das wohl eher Freunde des "Magier-gegen-Magier-Genres" ansprechen dürfte. Obwohl sich hier auch interessierte Gelegenheitsspieler gut zurecht finden würden. Die Regeln sind klar aufgemacht, viele Beispiele, gut geschrieben, da könnte man sich mal ran wagen, wenn man so etwas ausprobieren will.

Ausprobieren sollte man Ashes - Aufstieg der Phönixmagier auf jeden Fall. Neben den oben beschriebenen Vorzügen verfügt es dazu noch über eine tolle und ansprechende Grafik und Aufmachung. Es macht also etwas her auf dem Tisch. Auch kein unwichtiger Punkt. Und die in Zukunft erscheinenden Extra-Magier-Packs machen es über einen sehr, sehr langen Zeitraum interessant.

Also: Lasst uns gegenseitig auslöschen, bis nur noch einer steht!!!

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Ashes: Rise of the Phoenixborn / Aufstieg der Phönixmagier: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.08.16 von Christoph Schlewinski - Tolles Duellspiel, das aber nur zu zweit richtig glänzen kann.

Leserbewertungen

Leserwertung Ashes: Rise of the Phoenixborn / Aufstieg der Phönixmagier: 4,5 4.5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.05.16 von Daniel Noé - Eines meiner TOP 3 Spiele aus 2015. Magierduelle gibt es ja nun wirklich schon häufiger, dass ein Spiel es schafft hier vieles so etwas anders zu komponieren, dass ein taktisches Meisterwerk entsteht, ist einfach nur großartig. Begrenzte Kreaturenzahl, begrenzte Spruchzahl, eine Starthand die ich frei wählen kann, Würfel als "Manaquelle", 2 verschiedenartige Aktionen und dazu Phoenixmagier die sich komplett verschieden spielen - Ashes ist einfach nur überragend konzepiert. Es entsteht eine derart dichte Atmosphäre und die einzelnen Züge haben etwas von Schach. Eine ganz klare Höchstwertung und hängt ähnliche Spiele 2015 wie Mage Wars Academy deutlich ab. - Achtung vor der deutschen Fassung muss ich jedoch warnen - Nicht nur dass die Materialqulität deutlich schlechter ist (Kartendicke - Würfelfarben und -gravur), zudem gibt es (mal wieder) katastrophale Fehler bei der Übersetzung (zum einen wird Runde und Zug mal wieder fröhlich falsch übersetzt, zum anderen fehlt einfach mal auf der Übersichtskarte der entscheidene Satz, dass der Würfel am Ende des Zuges zurückgenommen werden muss) - Ein weiterer Grund warum ich persönlich bei den englischen Versionen bleibe und die ist bei Ashes Rise auf the Phoenixborn jeden Extracent, den ich dafür zahle wert.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.06.18 von Thomas Z. - Die "Magic"-Spielidee hat mich sehr angesprochen, nach einigen Partien bin ich aber eher enttäuscht. Die Grafik ist toll, die Würfel als "Energie"-Lieferanten funktionieren gut. Trotzdem mühen wir uns zäh durch das Spiel. Warum? Die Regel ist m.E. nach nicht gut strukturiert, viele Details zu den Effekten auf den Karten sind nicht eindeutig. Liegt vielleicht an der deutschen Übersetzung, aber auch die englischen FAQ-Listen sind lang! Die für beide Spieler wichtigen Angaben zu Angriff und Leben sind vor allem für den Gegenspieler kaum zu lesen. Dem Spiel fehlt eine gute redaktionelle Bearbeitung; so müsste jede Karte mit ihren Effekten nochmals detailliert erklärt sein. Im Man schaut häufig in der Regel nach oder diskutiert, das macht das Ganze zäh! Schade!

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