Rezension/Kritik - Online seit 08.07.2024. Dieser Artikel wurde 1827 mal aufgerufen.

Für eine Handvoll Meeple

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Autor: Jonny Pac Cantin
Illustration: Mihajlo Dimitrievski
Verlag: Final Frontier Games
Rezension: Renate Gerling-Halbach
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2019, 2023
Bewertung: 3,7 3,7 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 4903
Für eine Handvoll Meeple
Für eine Handvoll Meeple

Spielziel

Für eine Handvoll Meeple kombiniert das klassische Bohnenspiel (oder auch Mancala) mit Worker-Placement-Elementen. Eine Handvoll Meeple werden auf dem Spielplan verteilt und können dort unterschiedliche Aktionen auslösen, wie z.B. als Hilfssheriff Räuber ins Gefängnis bringen oder als Goldgräber Gold schürfen. Punkte generierst du, indem du z.B. Goldbarren kaufst und Häuser übernimmst. Wer dabei am erfolgreichsten agiert, gewinnt.

Ablauf

Das Spielbrett zeigt eine Hauptstraße einer Stadt im Wilden Westen: 12 sich gegenüberliegende Gebäude, einen Saloon, eine Bank, ein Gefängnis mit drei Dynamitwürfeln sowie einen Friedhof. In der Bank liegen Goldbarren, die gekauft werden können, im Saloon steht die Wirtin. Nun werden je 3 zufällige Meeple in die 12 Gebäude gestellt. Alle erhalten in der jeweiligen Spielfarbe 1 Showdown-Marker und 8 doppelseitig bedruckte Schildplättchen, von denen jeweils eins mit der 5-Punkte-Seite nach oben auf eines der vier Eckgebäude gelegt wird. Ein Stoffbeutel mit Gold- und Steinwürfel liegt bereit. Dann geht es los.

Es gibt insgesamt 37 Meeple. 1 Wirtin (lila), 4 Hilfssheriffs (blau), 5 Räuber (rot), 6 Goldgräber (gelb) und 21 Handwerker (grau). Bist du an der Reihe, wählst du ein Gebäude, den Saloon oder das Gefängnis, aus dem du die Meeple nimmst. Wenn du Meeple aus einem aus einem Gebäude nimmst, musst du den ersten Meeple auf das Tür-Feld eines benachbarten Gebäudes stellen. Die nächsten Meeple stellst du nacheinander auf aufeinanderfolgende freie Felder der Hauptstraße.

Die Meeple, die du vor den Häusern positionierst hast, lösen jetzt verschiedene Aktionen aus, bevor sie selbst in die Gebäude geschoben werden. So ermöglicht ein Handwerker z.B. gegen Bezahlung ein Schildplättchen aus deinem Vorrat auf das Gebäude zu legen, der Hilfssheriff schickt die sich im Gebäude aufhaltenden Räuber ins Gefängnis oder die Räuber berauben die sich im Gebäude aufhaltenden Golgräber usw. Hinzu kommt, dass du jeweils auch eventuell die Gelegenheit bekommst, Gold- bzw. Steinwürfel aus dem Beutel zu ziehen.

Wenn du die Meeple aus dem Gefängnis nimmst und umverteilst, legst du sofort 1 Dynamitwürfel aus dem Gefängnis in den Beutel. Wenn nun ein Dynamitwürfel aus dem Beutel gezogen wird, müssen alle jeweils die Hälfte ihrer Steinwürfel zurück in den Beutel legen. Der Dynamitwürfel wird dann auf das Explosionsfeld in der Mitte des Spielplans gelegt.

Wenn auf beiden Showdown-Feldern jeweils 1 Meeple steht, wird der Showdown-Würfel gewürfelt und die höhere Augenzahl gewinnt. Hast du verloren, legst du deinen Meeple auf den Friedhof, hast du gewonnen, stelltst du deinen Meeple in den Saloon.

Jeweils am Ende deines Zuges musst du kontrollieren, wie viel Gold du im Vorrat hast. Ist es dir möglich, den preiswertesten Goldbarren zu kaufen, musst du das tun. Du kannst deine Goldbarren nicht einsetzen, um Kosten zu bezahlen, aber sie geben dir am Spielende Punkte.

Das Spielende wird ausgelöst, wenn die Bank leer oder der Friedhof komplett belegt ist oder alle drei Dynamitwürfel auf dem Explosionsfeld liegen. Punkte gibt es dann für jedes eigene Gold, 10 Punkte für jeden Goldbarren und Punkte für die eigenen Gebäude-Schilder. Wer die meisten hat, hat gewonnen.

Fazit

Was als Erstes bei Für eine Handvoll Meeple auffällt, ist die Größe des Spielbrettes - denn die ist mit 35 x 22 cm ziemlich klein. Das ist zwar ganz niedlich und mal etwas Anderes, aber wenn man zu viert spielt, darf der Tisch nicht allzu groß sein, damit alle einen guten Blick haben. Entsprechend klein sind natürlich auch die Meeple. Dadurch eignet es sich aber prima als Spiel zum Mitnehmen. Ansonsten ist das Spielmaterial von guter Qualität und die Illustrationen passen zum Western-Style des Spiels.

Die Spielregeln sind einfach und gut erklärt. Eine kurze Zusammenfassung zur Erinnerung gibt es auf der Rückseite des Regelheftes.

Für eine Handvoll Meeple spielt sich jedesmal anders, da die Meeple zu Spielbeginn zufällig auf die verschiedenen Gebäude verteilt werden. Startest du die Runde, stehen dir pro Gebäude nur 3 Meeple zur Verfügung. Durch die Umverteilung ändert sich das aber ständig. Es kann passieren, dass sich in einem Gebäude die Meeple stapeln und andere ganz leer sind - es ist ein ständiges Hin und Her, taktische Überlegungen kannst du erst wieder anstellen, wenn du an der Reihe bist. Und es gibt da so manches zu bedenken.

Wie sorge ich dafür, dass ich Ressourcen aus dem Beutel ziehen kann? Wie vermeide ich, dass jemand anderes Ressourcen erhält oder sein Gebäude möglicherweise aufwerten kann? Denn ein Goldgräber ermöglicht Ressourcen zu ziehen, ein Handwerker ein Gebäude aufzuwerten. Voraussetzung ist der Besitz des Gebäudes - wer den Meeple davor gestellt hat, ist egal. Die Ressourcen der Mitspieler*innen solltest du auch immer im Blick halten, denn hat jemand sowieso zu wenig, um ein Gebäude aufzuwerten, kann man ruhig einen Handwerker davor abstellen. Bei der Wahl, aus welchem Gebäude die Meeple genommen werden, lohnt es häufig, dasjenige zu wählen, in dem die meisten platziert sind.

Aber all die taktischen Überlegungen helfen nicht, wenn dir das Glück nicht hold ist. Denn das musst du auch haben, sei es beim Ziehen der Ressourcen aus dem Beutel oder beim Würfeln während des Showdowns. Da kann schon mal Schadenfreude oder Frust aufkommen.

Die Kombination von Bohnenspiel und Worker-Placement ist sehr gut gelungen. Zu zweit macht es ziemlich viel Spaß, da es die richtige Mischung aus Taktik und Glück bietet. Es ist schnell aufgebaut, schnell gespielt und eine Revanche ist auch immer drin. Wird jedoch zu viert gespielt, sieht es anders aus, da kann man schon mal schnell abgehängt werden. Denn es kristallisiert sich sehr oft rasch heraus, wer die Punktejagd gewinnen wird. Die kostbaren Goldbarren, die am Ende immerhin 10 Punkte wert sind, kosten zu Spielbeginn nur 6 Gold, am Spielende immerhin 8, und sind die Gebäude alle verkauft, ist auch schon abzusehen, wer da in Führung liegt.

Der Verlag gibt als Altersangabe ab 10 Jahre an. Allerdings werden spielerfahrene Jüngere kein Problem mit dem Spiel haben, da die Regeln nicht schwer und schnell verinnerlicht sind. Es eignet sich auch gut für Gelegenheitsspieler*innen, wogegen passionierten Vielspieler*innen jedoch vermutlich zu wenig geboten wird. Die Ausgangsposition des Spiels ist zwar immer anders, das ist aber die einzige Varianz, und das ist für diese Zielgruppe zu wenig. Als Einsteigerspiel zu Beginn eines Spieleabends oder als Absacker ist es aber auf jeden Fall einen Blick wert.

Rezension Renate Gerling-Halbach

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Für eine Handvoll Meeple: 3,7 3,7, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.04.24 von Renate Gerling-Halbach - Frische Variante des einfachen Bohnenspiels. Super geeignet für zwischendurch zu zweit. Spielt man zu viert, kann man schnell abgehängt werden. Etwas schade ist, dass man schon ziemlich genau während des Spiels sehen kann, wer auf der Gewinner-Straße unterwegs ist.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.08.23 von Michael Kahrmann - Mir dauert es für das gebotene einfach zu lang.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.07.24 von Alexander Broglin - Das Spiel ist eine aufgeblähte Variante des bekannten Mancala Spiels. Braucht man nicht wirklich.

Leserbewertungen

Leserwertung Für eine Handvoll Meeple: 4,0 4.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.02.20 von Hans Huehnchen - Aus dem abstrakten Mancala-Spiel wurde ein erstaunlich thematisches, kleines Taktikspiel mit Glücksfaktor. Gefällt mir gut.

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