Rezension/Kritik - Online seit 13.05.2021. Dieser Artikel wurde 754 mal aufgerufen.

Fringers

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Autor: Daniel Skjold Pedersen
Asger Harding Granerud
Verlag: Abacus Spiele
Rezension: Wieland Herold
Spieler: 3 - 10
Dauer: 15 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2020
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2433
Fringers

Spielerei-Rezension

Leidet unter Corona

Wahrscheinlich wäre das kooperative Ringewechseln in Fringers von ABACUSSPIELE ein Renner der Saison geworden, versprechen doch die Ringlein, die wandern müssen, herausfordernden Spielspaß, aber die Kontaktbeschränkungen der Corona-Krise sind dem Spiel in die Quere gekommen. Theoretisch reichte ja die Obergrenze von zehn Personen meistens noch aus, aber bei der Zahl der Haushalte und der zusätzlich noch geforderten Abstandswahrung, war das kontaktreiche Fringers nur in ganz intimen Runden spielbar.

Die Idee zu dem kooperativen Fringers stammt von den beiden Kopenhagener Autoren Daniel Skjold Pedersen und Asger Harding Granerud, die seit knapp zwei Jahren ins Profilager der Autoren umgezogen sind, nachdem sie mit Flamme Rouge und Panic Mansion recht erfolgreich waren.

Im einfachen Grundspiel wird für jeden Spieler jeweils ein roter, gelber, türkiser, violetter und schwarzer Plastikring in einen Beutel getan. Nacheinander steckt dann jeder seine rechte Hand in den Beutel und zieht mit und auf seinen Fingern dann etwa fünf Ringe heraus. Es macht dabei nichts, wenn mehrere auf einem Finger landen oder die Anzahl leicht über- oder unterschritten wird.

Eine Zielkarte gibt dann vor, wie die fünf Ringfarben auf jeder Hand zu verteilen sind. Für alle gilt die rechte Hand als Zielhand. Mit der linken Hand werden Ringe abgenommen und auf die Finger des linken Nachbarn gesteckt. Dabei ist eigenes Vertauschen von Ringen nicht erlaubt, auch Doppelsteckungen mit identischen Ringen sind verboten, außer sie ergeben sich zufällig bei der blinden Ringaufnahme zu Beginn. Nicht nur das Wechselspiel der Ringe ist logistisch in den Griff zu bekommen, fast schwieriger ist bei der ganzen Hektik, eine Sanduhr am Laufen zu halten. Der Sanduhr-Timer läuft über weiße Zeitringe, die je nach Anzahl der Beteiligten bereitliegen. Unsere Sanduhr rieselt etwa 32 Sekunden bis sie leer ist, daher muss sie nach einer halben Minute immer umgedreht werden, denn läuft sie ab, hat die Gruppe sofort verloren. Ansonsten gilt, die Aufgabe muss innerhalb der Wendezeiten geschafft werden. Zu viert sind damit zwei Minuten Zeit, um die Zielvorgabe zu erfüllen.

Wem das zu leicht wird, der greift zu den gelben Aufgaben, die eine Doppelsteckung erfordern oder gar zu den roten, die bis zu drei Ringe auf einem Finger beinhalten und ein oder zwei Finger vom Zwischenparken ausnehmen. Wer möchte, kann auch mit individuellen Zielvorgaben spielen, zusätzlich kann ein Glitzerring Abwechslung bringen, der die Zeitringe reduziert, aber auch die Option besitzt, einen Ring nach rechts weiterzugeben.

Kompetitiv hat Haim Shafir mit RinglDing eine ähnliche Idee vor fast zehn Jahren schon einmal veröffentlicht. Mit der Amigo-Glocke ging es damals um das schnellste Grabschen und Bestücken mit Gummiringen aus der Tischmitte. Granerud & Pedersen erhöhen die Aufgabenqualität im Sinne einer logistischen Anforderung, die die ganze Gruppe mit einbindet und gute Absprachen erfordert. Meine Kleingruppenerfahrung mit Kindern zwischen sieben und zehn Jahren war durchweg positiv, vor allem deshalb, weil das Material ganz viele Erweiterungen bereithält, denn die einfachen grünen Aufgaben waren schnell erledigt. Als Haupthürde hat sich tatsächlich die Sanduhr ergeben, deren Wenden immer wieder vergessen wird. Nicht ganz regelkonform haben wir die Spiele dann doch meist beendet und fast immer auch „gewonnen“. Es macht daher Sinn, am Anfang einen Sanduhr-Beobachter zu bestimmen, für den die anderen mit Blick auf seine Ringe teilweise die Organisationsarbeit mit übernehmen.

Die Spielebranche boomt in Zeiten von Corona, noch nie wurden so viele Brett- und Kartenspiele verkauft. Vor der digitalen SPIEL überraschte Hermann Hutter, der Sprecher der Spieleverlage e. V., mit Steigerungsraten bis zu 30 Prozent. Das Kontaktspiel Fringers wird nicht davon profitiert haben, es dürfte einer der wenigen Verlierer im Brettspielbereich durch die Pandemie sein. Das ist zu bedauern, denn Fringers hat Potential zu einem Dauerbrenner, zumal weitere Regelvarianten denkbar sind. ABACUSSPIELE fordert extra dazu auf, Varianten zu entwickeln und einzuschicken. Der Verlag aus Dreieich will sie dann auf seiner Homepage veröffentlichen. Dort findet man im Augenblick (November 2020) noch keine Ideen. Im Grunde genommen steckt aber schon in einem Schwierigkeitsansatz von Granerud & Pedersen eine spannende Erweiterung. Bei der Beschreibung des mittleren Schwierigkeitsgrades gehen die beiden Autoren von einer verdeckten Zuteilung verschiedener Zielkarten aus, lassen diese dann aber aufdecken. Viel interessanter und kommunikativ herausfordernder ist es aber, diese Karte verdeckt zu lassen und den rechten Nachbarn genau zu informieren, was man braucht. Auch hier lässt sich der Schwierigkeitsgrad mit den drei verschiedenen Zielkarten steigern.

Rezension Wieland Herold

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Fringers: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.05.21 von Wieland Herold

Leserbewertungen

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