Rezension/Kritik - Online seit 07.05.2022. Dieser Artikel wurde 681 mal aufgerufen.

Fiesta Mexicana

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Autor: Christian Fiore
Knut Happel
Verlag: HUCH!
Rezension: Michael Andersch
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2020
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
Ranking: Platz 4163
Fiesta Mexicana

Spielziel

Wir feiern ein Familienfest, und jeder der Spieler ist dafür zuständig, an einem Tisch Gerichte und Dips nach den Wünschen der Gäste zu servieren. Welche Gerichte man an seinen Tisch bekommt – und interessanterweise auch wohin am Tisch man sie bekommt – das entscheidet sich in mehreren Versteigerungsrunden. Es gewinnt, wer die Wünsche der Gäste an seinem Tisch am besten erfüllen konnte.

Ablauf

Jeder Spieler erhält einen Tisch mit 16 zunächst leeren Feldern, welche es gilt, punkteträchtig zu füllen.
Die Felder sind dabei von links oben nach rechts unten von 1 bis 16 durchnummeriert – interessanterweise von jeder Seite (egal wie man den Tisch dreht), jedes Feld weist somit 4 verschiedene Zahlen auf.
Außerdem erhält jeder Spieler noch 3 Arten von Zielkarten für die Schlusswertung. Diese erfordern beispielweise, dass ein bestimmtes Gericht sehr häufig auf dem eigenen Tisch zu finden sein sollte, oder dass gleiche Gerichte in bestimmter Formation angeordnet sein sollen.

Nun werden einzeln nacheinander Karten mit Gerichten aufgedeckt und versteigert. Dies geht so lange, bis es einem Spieler gelungen ist, die 16 Felder seines Tisches zu belegen.
Dann erfolgt die Endabrechnung.

So weit, so – äh … – langweilig.

Aber keine Angst – ein bisschen „spicy“ wird es schon noch, und zwar jetzt.

Jedes Gericht weist nämlich nicht nur das Gericht selbst auf, sondern an einer oder mehreren Seiten auch noch die Hälfte eines Dips, von denen es vier verschiedene gibt. Diese bringen Pluspunkte, wenn zwei passende Hälften zu einem Ganzen zusammenfinden – und Minuspunkte, wenn unpassende Hälften oder eine Dip-Hälfte mit einer Seite ohne Dip zusammenstößt.

Mein Ziel ist es also:

  • meine 3 Zielkarten möglichst punkteträchtig zu erfüllen und dabei
  • möglichst viele Dips zu vervollständigen.

Dazu muss aber alles an den richtigen Platz, und darauf hat auch der Versteigerungsmechanismus seinen nicht reizlosen Anteil.

Das aufgedeckte Plättchen wird nämlich reihum versteigert, wobei wir lediglich mit den noch sichtbaren Zahlen auf unserem Tisch bieten (zur Erinnerung: von links oben nach rechts unten von 1 bis 16 durchnummeriert) – es fließt also keine Bezahlung in Form von „Geld“.
Gewinne ich also eine Auktion mit einem Höchstgebot von 1 (was sehr unwahrscheinlich ist), dann müsste ich das soeben ersteigerte Gericht oben links hinlegen, wodurch dessen 4 Zahlen nicht mehr sichtbar wären. Gewinne ich es mit 16, dann müsste ich das Plättchen rechts unten platzieren, und bei allen anderen Zahlen entsprechend dazwischen.
Der Witz ist nun, dass dadurch manche Zahlen nicht mehr verfügbar sind, und ist die 15 belegt, dann kann ich 15 auch nicht mehr bieten. Mein Gebotsspielraum wird also mit jedem gewonnenen Plättchen kleiner. Andererseits darf ich aber im Fall, dass jemand anderes das gerade versteigerte Plättchen ergattert, meinen Tisch um 90° im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen. Ein rechts unten auf der 16 befindliches Plättchen wandert somit nach rechts oben (auf den Platz der 4), wodurch plötzlich wieder die 16 als Gebot zur Verfügung steht.

Der Witz ist also nun, den Tisch jeweils so zu drehen und seine Gebote so zu platzieren (sofern die Mitspieler einen lassen), dass benötigte Gerichte (und Dips) auch an den Platz wandern, an dem ich sie benötige.
Wem dies am besten gelingt, der gewinnt wie gesagt die „Fiesta Mexicana“, wobei es noch einige wenige kleine Regeln gibt, die ich hier nicht detailliert erwähnt habe.

Fazit

Zunächst mal war das Spiel für einen erstaunten Lacher gut. Ich öffnete die quadratische Standardschachtel, entnahm Spielregel, 4 Spielpläne/Tische und einen Stanzbogen, und darunter war … nichts. Also, nicht gar nichts. Aber fast nichts. Ein winziges Kartenpäckchen kauerte verschämt in einer Ecke. Eine derartig unangepasst viel zu große Schachtel empfinde ich als Frechheit – mit gefalteten Plänen hätte es die Hälfte der Schachtel locker ebenfalls getan.

Nun zum Spiel selbst. Dieses geht recht entspannt los. Man ersteigert dies und das, baut es ein und schaut, was passiert, Aber schnell werden die Optionen geringer. Da – das Plättchen bräuchte ich auf der 9! Arrrggghhh – mein Vorsitzer hat 10 geboten. Nichts ist es mit der 9 … kann ich vielleicht mehr als 10 bieten und das Plättchen anderswo auch noch gut gebrauchen? Und, falls ich es nicht bekomme: Drehe ich dann meinen Tisch? Falls ja: nach links? Oder nach rechts? Hmm …

Das sind Entscheidungen, die meine Runden gespalten haben. Manche Mitspieler fanden dies kniffelig-interessant, andere fühlten sich gespielt. Meine Meinung war irgendwo dazwischen: zunächst eher bei „interessant“, nach mehreren Partien eher nicht mehr so ganz positiv. Aber dennoch: Der Versteigerungsmechanismus hat was, finde ich. Und er trägt auch über eine Dauer von 20-30 Minuten.

Die optimale Spielerzahl liegt meiner Meinung nach bei 3 – in dieser Besetzung ist Konkurrenz vorhanden, aber die Gebote gehen etwas weniger schnell nach oben, bis man wieder dran ist, so dass man sich hier etwas weniger gespielt fühlt.

Mit dem Fazit tue ich mich daher etwas schwer. Das Spiel hat durchaus „Pfiff“, aber schafft es irgendwie nicht so ganz, das „auf die Straße zu bringen“ –, was sehr schade ist, denn ich hätte es dieses Mechanismus wegen gerne mehr gemocht.

Rezension Michael Andersch

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Fiesta Mexicana: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.01.22 von Michael Andersch - Gewitzter Versteigerungsmechanismus, der sich aber irgendwie "verschenkt" anfühlt...schade eigentlich...

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