Rezension/Kritik - Online seit 29.11.2025. Dieser Artikel wurde 734 mal aufgerufen.
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Wer wollte nicht schon einmal an einer königlichen Tafel Platz nehmen und edel speisen? In Hof-Verrat hast du die Gelegenheit dazu. Platziere je einen deiner Gefolgsleute in Form von einer Karte geschickt an den königlichen Tisch und in deinen bzw. in einen gegnerischen Bezirk. Abhängig vom Ansehen der Familie können diese Karten positive oder negative Punkte wert sein. Dein Ziel ist es, durch geschicktes Platzieren die meisten Siegpunkte zu generieren und so zu gewinnen.
Im Spiel zu fünft wird mit 90 Höfling-Karten gespielt; hinzu kommen noch 20 Geheimmissionen.
Zu Beginn erhält jeder 3 Höfling-Karten sowie eine helle als auch eine dunkle Geheimmissionkarte. Diese 2 Karten werden angesehen und verdeckt vor sich abgelegt.
Die königliche Tafel wird durch eine Spielmatte dargestellt. Karten werden hier an den oberen oder unteren Bereich angelegt, jeweils in die Spalte, die ihrer Familienfarbe entspricht. Familien, die am Spielende mehr Karten im oberen als im unteren Bereich liegen haben, gelten als angesehen. Familien mit mehr Karten im unteren als im oberen Bereich gelten als in Ungnade gefallen.
Die Geheimmissionen gibt es in dunkel und hell. Die dunklen beinhalten Ziele für die allgemeine Auslage, beispielsweise mit der Anweisung: "Höchstens 3 Familien dürfen als angesehen gelten." Eine Anweisung einer hellen Karte ist z. B.: "In deinem Bezirk müssen weniger Karten der Nachtigall-Familie liegen als bei der Person links neben dir."
Die Höfling-Karten sind in unterschiedliche Typen unterteilt und haben verschiedene Kartenfunktionen:
Bist du am Zug, musst du alle deine 3 Handkarten ausspielen. Du legst je 1 davon offen in jeden der folgenden 3 Bereiche: an die königliche Tafel, in deinen Bezirk oder in einen gegnerischen Bezirk. Du darfst deine 3 Karten in beliebiger Reihenfolge ausspielen, aber nur 1 Karte in jedem Bereich.
Anschließend ziehst du 3 neue Karten vom Stapel für die nächste Runde auf die Hand. Das Spiel endet, sobald ihr eure letzten Handkarten ausgespielt habt und der Nachziehstapel leer ist. Nun werden die Karten ausgewertet. Es ist sinnvoll, zuerst mit den persönlichen Geheimmissionen zu beginnen: Jede erfüllte Geheimmission ist 3 Punkte wert. Dann werden eure Punkte zusammen gezählt: Jeder Höfling einer angesehenen Familie in eurer Auslage ist 1 Punkt wert, jeder Höfling einer in Ungnade gefallenen Familie bringt einen Minuspunkt. Es muss daran gedacht werden, die Karten des Adels doppelt zu zählen. Familien, die neutral geblieben sind, haben keinen Einfluss auf die Wertung und werden ignoriert. Konntest du die meisten Punkte generieren, hast du gewonnen.
Hof-Verrat ist ein schnelles, feines Kartenspiel mit großem Ärgerfaktor. Das Spielmaterial ist in Ordnung, die Spielkarten sind sehr schön illustriert, und liegen gut in der Hand. Im Zentrum des Geschehens liegt die königliche Tafel, die originell aus einem Stück bedruckten Stoff besteht. Das mag zwar nett gedacht sein, ist aber sehr unpraktisch. Es ist kaum möglich diese "Decke" faltenfrei auf den Tisch zu legen. Hinzu kommt, dass der Druck die Grafiken zum Teil schlecht erkennen lässt. Da wäre eine normales, klappbares Spielbrett sinnvoller gewesen, denn dies ließe sich auch besser wieder wegräumen. Aber das ist meines Erachtens auch das einzige Manko.
Die Spielregel ist sehr gut erklärt, man kann quasi beim Lesen direkt starten. Lediglich die Reihenfolge der Schlussabrechnung halten wir anders. Wir beginnen mit der Auswertung der Geheimmissionen und zählen dann erst die Punkte, die die eigene Auslage bringt - so ist es besser machbar, da man Familien-Karten besser zusammenfassen kann bzw. Familien, die keinen Einfluß haben, dann sofort aussortieren kann.
Auch wenn du bei Hof-Verrat deine Karten strategisch einsetzen solltest, handelt es sich hier nicht um ein reines Strategiespiel, sondern es überwiegt der Glücksfaktor: Vieles steht und fällt mit den Handkarten. Die Geheimmissionskarten geben dir schon etwas die Richtung vor, auf welche Karten du ein besonderes Augenmerk legen solltest, so beginnst du schon beim ersten Spielzug zu grübeln. Wie sollst du deine Handkarten am besten verteilen? Welche Karte bringt dir am Hof die meisten Punkte? Mit welcher Karte kannst du die eventuellen Pläne deiner Mitspieler durchkreuzen? Sollst du jetzt wirklich eine Adelskarte in einen fremden Bereich spielen oder sie lieber selbst behalten? Wem kannst du mit einem Assassinen schaden und wo lohnt es sich nicht? Fragen über Fragen. Die verdeckt ausgespielten Spione sorgen am Schluss für die meisten Überraschungen, egal in welchem Bereich sie liegen. Das Spiel bleibt durchgehend spannend. Die Mitspieler dürfen nur nicht zu zart besaitet sein, denn es wird nicht zimperlich miteinander umgegangen.
Meiner Erfahrung nach spielt sich Hof-Verrat in jeder Konstellation gut. Es ist eines der wenigen Spiele, die auch zu fünft gespielt werden können. Spielen weniger mit, werden die Höfling-Karten reduziert, so dass im Spiel zu zweit lediglich 60 Karten verfügbar sind, im Spiel zu dritt 72 und im Spiel zu viert 84. Es ist wirklich ein leichtes Spiel und schnell erlernbar, so dass auch Gelegenheitspieler*innen ihren Spaß haben. Die Altersangabe "ab 8 Jahre" passt ebenfalls, wenn auch spielerfahrene Jüngere mitspielen können, so sie denn den kleinen Ärgerfaktor ertragen.
Rezension Renate Gerling-Halbach
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Hof-Verrat:
4,5, 2 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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06.10.25 von Renate Gerling-Halbach - Schönes, schnelle gespieltes Karten-Legespiel mit viel Potential zum Ärgern. Lässt sich super zwischendurch spielen und bringt auch Gelegenheitspieler*innen an den Tisch. |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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07.04.25 von Frank Gartner - Alle Spieler sammeln Karten von insgesamt 6 verschiedenen Familien, deren Wert sich im Verlauf des Spiels jedoch von den Spielern verändert werden. Setzt man auf die richtigen Familienkarten und bekommt richtig Pluspunkte oder verändert noch ein Mitspieler den Punktewert der Familie in den Minus-Bereich und das Sammeln dieser Familie stellt sich als fatalen Fehler heraus? Schnelles und einfaches Spiel. Für zwischendurch super geeignet. Hier bin ich gerne wieder dabei. |
Leserwertung Hof-Verrat:
5.0, 1 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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01.04.25 von Dietrich |