Leserwertungen

Wir bieten den Besuchern unserer Seite die Möglichkeit, selbst die Spiele zu bewerten. Dies soll Spielefans und potenziellen Spielekäufern die Möglichkeit geben, sich ein umfassenderes Bild zu machen.

* 1822: The Railways of Great Britain

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.01.22 von Dietrich - Tolles Spiel mit inzwischen sehr gutem Material (Kickstarter 2020). Dass heute selbst bei kostspieligen 18xx-Spielen kein (Papier-) Geld enthalten ist, spielt auch keine Rolle mehr, denn Pokerchips sind immer die bessere Alternative.

* 1824 Austria-Hungary (Second Edition)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.02.20 von Dietrich

* 1830: Schienenleger & Spekulanten

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.08.22 von Dietrich - Es gibt inzwischen sooo viieele Varianten, die allesamt sehr gut spielbar sind und unterschiedliche Aspekte zeigen: 18Chesapeake, 1824, 18DO, 1840, 1846, 1848, 1862. Dieses (fast) originale '1830' in der Version von Lookout-Spiele ist immer noch eines der gelungenen Spiele. (Schade, dass ich damals Treshams Original 1829 verkauft habe. Es fühlte sich noch am ursprünglichsten an.)

* 1848 Australia

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.05.22 von Dietrich - Wieder eines der 18xx-Spiele, die sich genug von 1829/30 unterscheiden, um eine spielerische Herausforderung zu bilden, ohne übertrieben schwierig zu sein. Es werden die besonderen historischen Eigenheiten australischer Eisenbahngesellschaften berücksichtigt, aber im Spiel nicht mit Regeln überfrachtet, so dass ein Spielgefühl entsteht, das nicht an Arbeit erinnert: Z. B. gibt es in "1848 Australia" zwar Spurweitenwechsel, sie sind aber einfach gelöst, indem bei einem Spurweitenwechsel lediglich ein zusätzlicher fiktiver "Ort" (mit dem Ertrag $0) angefahren bzw. berücksichtigt werden muss. Die übrigen Regeländerungen zu "1830" sind ebenso einfach gelöst. Ich beziehe mich auf die Neuauflage von GMT.

* 7 Wonders: Duel

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.01.22 von Dietrich - Eines meiner liebsten reinen 2-Personen-Spiele (am liebsten gespielt, aber nicht lieb gespielt). Taktik und Interaktion sind hier gut gepaart. Es gibt hier keine Schwächen wie im Mehrpersonen-Spiel, bei dem es vor allem bei 6 oder 7 Spielern zu Rohstoffmangel kommen kann, wenn weder man selbst, noch die Nachbarn einen wichtigen Rohstoff, wie z. B. Holz, produzieren können. Bei 7-Wonders-Duel kann man ja die Rohstoffe unabhängig vom Mitspieler über die Bank kaufen, leider sehr teuer, manchmal sogar zu teuer.

* After the Flood

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.06.22 von Dietrich - Unsere Freitag-Spielegruppe bevorzugt anspruchsvolle Spiele, die auch schon länger dauern dürfen. Als wir einmal nur zu dritt waren, fiel mir AFTER THE FLOOD ein, das für genau drei Spieler konzipiert ist und daher bisher ungespielt im Schrank (seit 2008) dahindämmerte. Als zweites Spiel der TREEFROG LINE von Martin Wallace, nach "Age of Industry" enthält es viel Spielmaterial aus Holz. Und wie bei Wallace üblich, versucht es, eine geschichtliche Epoche abzubilden. Im Vordergrund steht bei Martin Wallace meist das Thema, das durch thematisch passende Mechanismen unterstützt wird - anders als bei Dr. Knizias Spielen. AFTER THE FLOOD spiegelt die mögliche Geschichte im Land der Sumerer von 2500 bis 1200 v. Chr. wider. Nach einer großen Flut (damals gab sehr viele, evtl. auch DIE Sintflut) können die Spieler in 5 Runden (ca. je 350 Jahre) Städte bauen, Arbeiter einsetzen, mit Anrainerstaaten Handel treiben, pro Epoche eines der aufstrebenden Reiche übernehmen, die in den jeweiligen Zeiträumen das Gebiet beherrschten, sowie das eigene Reich vergrößern. Auch sollte man die verschiedenen Stadt-Gottheiten mit ihren Fähigkeiten nicht übergehen und in seine Planungen einbeziehen. Nur wenn man in einer Epoche ein neues Reich gründet, kann man die benötigten Krieger erhalten. Mit diesen Kriegern kann man benachbarte Gebiete besetzen und erobern und dabei sogar fremde Städte schleifen. Schließlich bringt die Präsenz der Krieger am Epochenende Siegpunkte. Allerdings verlasssen sämtliche Krieger am Ende ihrer Epoche auch wieder das Land Sumer ... um in der nächsten in einem anderen Gebiet wieder erscheinen zu können. So wie ABILENE ein gutes Spiel für 3 Spieler im Familienspielbereich ist, so ist AFTER THE FLOOD ein sehr gutes Brettspiel für 3 KENNER - naja, nach Meinung der Bewerter hier eher für EXPERTEN.

* Age of Industry

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.04.20 von Dietrich - Siehe Bewertung von Ernst-Jürgen Ridder, einschließlich der Laminierung der Spielertableaus ...!

* Antike II

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.07.21 von Dietrich

* Automobile

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.10.17 von Dietrich

* Barrage / Wasserkraft

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.10.20 von Dietrich - So muss ein Gesellschaftsspiel sein! Interaktion, Grübeleien, geringe, aber doch vorhandene Zufallsfaktoren. Das einzige deutschsprachige Spiel, auf das ich mich 2020 gefreut habe. Der Vergleich von Barrage und Wasserkraft fällt eindeutig zu Gunsten der deutschen Ausgabe aus, da die (sogar kostspieligen) Fehler der Kickstarter-Ausgabe hier vermieden wurden (unpraktischer und zudem überflüssiger Pseudo-3D-Spielplan; dabei ist ein ungekennzeichneter Spielplan sogar stimmiger) und anderes verbessert (Drehrad mit einer Bodenplatte unter den Speichen). Kritik auf hohem Niveau: das Layout des Nachschubs im Patentamt führte häufig zu Spielfehlern; ähnliches gilt auch für Nachschubfelder in der Erweiterung Leeghwater Project. Im Verlauf der 5 Spielrunden gibt es genügend Interaktionsmöglichkeiten: Wenn z. B. ein Spieler einem anderen einen kostspieligen Staudamm vor seinen setzt, um ihn so von dem sicher geglaubten Wasservorrat abzuschneiden, auch ohne selbst von dieser Aktion zu profitieren. Wenn er aber dadurch seinen Kontrahenten am Gewinn weiterer Siegpunkte und Einnahmen hindert, kann sich der Coup doch lohnen. Und das Blatt kann sich so unerwartet wenden.

* Belfort

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.10.21 von Dietrich - 1. Ein Worker-Placement-Spiel mit drei unterschiedlichen Arten Workern, die auch in Kombination unterschiedliche Rohstoffe generieren, aber auch aufgerüstet werden können. Zudem werden die Mehrheitsworker auch noch belohnt. 2. Ein Area-Control-Spiel, in dem man sich überlegen muss, welches Gebäude man in welchem der fünf Stadtteile baut. 3. Ein Mehrheitenspiel, bei dem in der Wertungsphase, die Gebäude in jedem der fünf Stadtteile Gewinnpunkte bringen. Nachteil bei den in Front liegenden Spielern - sie müssen Gelder in Form höherer Steuern abführen - ein kleines Handicap. Schon diese Aufzählung zeigt, wie vielfältig die Spiel- und Entscheidungsmöglichkeiten sind, gepaart mit einer tollen Grafik und dem Regelwerk auf dem Spielmaterial, so dass ein Regelstudium nicht nötig ist. Etwas, das ich bei Spielen deutscher Redaktionen schmerzlich vermisse.

* Bios: Megafauna (second edition)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.10.21 von Dietrich - Ein thematisch gut komponiertes Spiel, das viele Aspekte der Entwicklung der Lebewesen - thematisch zeitlich angesiedelt nach dem Vorgänger "BIOS: Genesis" - gut transportiert. Zusätzlich zeugen die für die Spielmechanik anscheinend nicht relevanten Flavourtexte von großem Fachwissen - allerdings sind sie dann doch nicht ganz überflüssig, erklären sie den Hintergrund der Karten ausgezeichnet. So viel Spaß und Spiel in einer so kleinen Box!

* Brass / Brass: Lancashire

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.11.22 von Dietrich - Waltersche, wieso dunkel? Das Spiel hat doch einen ganz hellen Spielplan; siehe Abbildung oben! Dem übrigen Text stimme ich zu.

* Brian Boru: High King of Ireland

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.09.22 von Dietrich - Ein Spiel in und über Irland, fein! Also gekauft! Dann wurde ich aber enttäuscht, da die Hauptspielmechanik gar nicht so innovativ ist: Es scheint allenfalls ein aufgebohrtes Kartenspiel "Diamonds" zu sein. Bei "Diamonds" bekommt man mit Hilfe von Stichen, aber auch ausgespielten Farben besondere Vorteile. Bei "Brian Boru" ist es ebenso: Je nach Symbol seiner für einen Stich ausgespielten Karte steigt entweder sein Marker eine Zahlreihe empor ("Man hat damit Hochzeiten arrangiert!"), nimmt man Kriegsaxt-Marker aus einer Auslage ("Man hat erfolgreich die Wikinger bekämpft!") oder man erhält Münzen, mit deren Hilfe man eine seiner Scheiben auf ein benachbartes Stadtsymbol legen darf ("Man hat seinen Machtbereich erweitert!"). "Brian Boru" entpuppt sich als Gegenteil eines thematischen Spiels. Es reicht eben nicht aus, nur durch die Erwähnung besonderer Begriffe ein "thematisches" Spiel zu erschaffen, wenn die Themen sich nicht in den zugehörigen Spielmechaniken widerspiegeln. Unglücklicherweise wird das Regelstudium erschwert durch die Unmengen an fehlenden Kommata, mitunter aber auch durch eine falsche Satztrennung auf Grund eines Kommas zuviel! Und es ergeben sich dadurch sogar Regelfehler (z. B. Seite 7 rechts unten). Und auch sonst neigt die deutsche Regelübersetzung zu Fehlern (z. B. Aufdecken der Machtmarker, Seite 9) oder es sind Symbole vertauscht (Seite 8). Vorausschauend liegt dem Spiel die englische Regel bei, so dass ausreichende Englischkenntnisse ein regelkonformes Spielen ermöglichen. „Brian Boru“ könnte man als einfaches Kartenspiel ansehen mit unthematischen Aktionen, aber mit schönen Darstellungen in Form alter, irisch anmutenden Bilder - "Inis" lässt grüßen. Doch dann beim Spielen wird die Spieler durch eine hohe Interaktion wieder versöhnt, denn die eigenen Aktionen können sich stark hemmend auf die Möglichkeiten der Mitspieler auswirken, aber je nach Spielweise die eigenen Fähigkeiten und Positionen ebenso stark verbessern. Zwar sind bei "Brian Boru" thematische Spielmechaniken nur ansatzweise vorhanden, aber die Interaktion ist sehr hoch! Wer das mag, erhält somit ein nicht schwierig zu erlernendes Spiel mit großem Wiederspielreiz! Und es ist bisher überall gut angekommen.

* Cabo

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.04.17 von Dietrich

* Caylus

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.10.21 von Dietrich - Eines der ersten Workerplacement-Spiele und dazu eines der besten. Es wäre allerdings thematisch und für die Spielerklärung besser, wenn auf dem Spielplan die Burg am Ende des Weges 'gebaut' würde und der Weg ein Kreis wäre.

* City of Iron: Second Edition

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.03.21 von Dietrich - Erst einmal danke an Ernst-Jürgen für seine gute Übersetzung, einschließlich des originalen Layouts! Laukats "City of Iron (2.)" mit seinem Deck-Building-Mechanismus spielt sich genauso gut wie seine "Vergessene Welt" mit einem Worker-Placement-Mechanismus. Bei diesen Spielen Laukats (aber auch bei seinen "Oben und unten" und "Nah und fern") hat man immer das Gefühl, etwas erreicht zu haben, da man sich in seinen Zügen ständig verbessert. Das gibt eine positives Spielgefühl - ähnlich wie bei den ersten Spielen Stegmaiers. Während "Vergessene Welt" bei Schwerkraft ins Deutsche übertragen wurde, kann man "City of Iron" nur auf Englisch spielen. Aber es sind nur minimale Englischkenntnisse vonnöten und dank Ernst-Jürgen Ridder ist das Spiel für alle Spieler interessant.

* City of the Big Shoulders / Chicago 1875: City of the Big Shoulders

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.04.21 von Dietrich - Zum ersten Mal treffen die Spielmechanik des Aktien-Spiels von 18XX und die des Workerplacements aufeinander - das klappt hervorragend. Vor allem mit der Erweiterung "Burden of Destiny". In der Aktienrunde erwirbt der Spieler mit seinem Barvermögen Aktien und damit ein Unternehmen einer von mehreren Branchen; jedes Unternehmen kann aus mehreren Firmen bestehen, die sich erst im weiteren Spielverlauf entwickeln können. Auch kann er sich mit dem Erwerb von Aktien der Unternehmen der Mitspieler an ihren Gewinnen beteiligen - bis hin zur Übernahme der Präsidentschaft des fremden Unternehmens. In der anschließenden Workerplacement-Runde kann er seine Unternehmen mit deren Geld fördern und in eine gute Ausgangsposition bringen. Schließlich agieren die einzelnen Firmen seiner Unternehmen, indem sie ihre Waren günstig am Markt verkaufen. Ihren Gewinn schütten sie entweder an die Aktionäre (Spieler) aus oder behalten ihn für neue Investitionen ein. In jedem Fall wirkt sich diese Entscheidung auf den Aktienkurs und damit den Wert des Unternehmens aus. Dabei funktionieren die einzelnen Firmen unterschiedlich, so dass auch dieses einen Teil des Spielreizes ausmacht. Obwohl meine Mitspieler beim ersten Spiel noch skeptisch waren, ob die Spielmechaniken der 18XX-Spiele und des Workerplacements zusammenpassen, waren sie schließlich positiv überrascht - es geht! Ein Vorteil ist dabei sicher auch, dass das Spiel nach 5 Rundensets ("5 Jahrzehnte") beendet ist und nicht so lange dauert wie 18xx-Spiele gewöhnlich.

* Codenames

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.04.16 von Dietrich

* Colonial

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.09.22 von Dietrich - "Colonial - Europe's Empires Overseas" - Die Reaktionen unserer Spielegruppe sind eindeutig: Dieses Spiel ist das ultimative Spiel und übertrifft zur Zeit alle bisherigen, darunter 18xx, Pax-Spiele, Splotter-Spiele. Warum? "Colonial" spielt sich sehr thematisch, selbst wenn man sich nur etwas mit der europäischen Kolonialgeschichte auskennt. Da die Spieler einzelne europäischen Staaten und Königreiche vertreten können, fällt dann schon einmal der eine oder andere auch ironische Kommentar, der das Spielgefühl belebt, erst recht bei geschichtlichen Kenntnissen. Und selbst die Zeit des Aufstiegs und Untergang des Sklavenhandels mit seinen Auswirkungen wird fast nebenbei berücksichtigt. Ähnlich wie die guten - also älteren - thematischen Martin-Wallace-Spiele spielt sich "Colonial" am besten zu sechst, der Höchstzahl, außer man spielt mit der alternativen Staatenvariante, in der Deutschland (schwarz) natürlich nicht vertreten sein kann. Trotz der vielen Möglichkeiten haben die einzelnen Züge der Mitspieler nur eine kurze Downtime (neudeutsch), da sie ja simultan vorgeplant sind, und jeder wenn nötig aus zwei Aktionen auswählen kann oder bei Fehlplanung bzw. durch die Züge der Mitspieler für diese Aktionsrunde sogar passen muss. Der Glücksfaktor in Form von 10/5 Würfeln kann eine Rolle spielen aber durch fortschreitende Entwicklungen abgemildert werden. Ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt des Spiels ist, dass die Siegpunkte (Reputationspunkte) durch die Entdeckungs-, Eroberungs- und Wirtschaftsereignisse vergeben werden und für jeden einsehbar sind. Vor allem gibt es keine Siegpunktvergabe am Spielschluss! Das Spiel endet, wenn ein Spieler es schafft, 10 oder mehr Reputationspunkte zu erreichen und - wichtig - dabei keine Schulden mehr hat. Ja, Schulden kann und sollte man auch aufnehmen! Wenn sich das Ende des Spiels abzeichnet, gibt es ein "Wettrennen" um die letzten Entdeckungspunkte in Australien. Oder um den Abbau seiner Schulden, nämlich dann, wenn man selbst und andere schon mehr als 10 Siegpunkte besitzen, aber verschuldet sind. In unseren Runden zeigte sich, dass das Spiel am besten mit voller Spielerzahl zu spielen ist. Es ist aber auch mit weniger Spielern spielbar, allerdings können auf demselben Spielplan leichter Siegpunkte erworben werden, da man einander seltener in die Quere kommt. Da hilft eine kleine Regeländerung: Ziel ist es für die Spieler, statt generell 10 Siegpunkte, nach Spieeleranzahl modifizierte Siegpunkte zu bekommen: 60/Spieleranzahl; also bei 6 Spielern 10 Siegpunkte, 5 Spielern 12 Siegpunkte, 4 Spielern 15 Siegpunkte usw., da ja 60 durch alle Spielerzahlen ohne Rest teilbar ist. Obwohl "Colonial" wenig Text besitzt und keine langen Regeln, ist es schade, dass man es nur in Englisch bekommen kann. Eine deutsche Version würde dem Spiel eine größere Fangemeinde verschaffen; daher muss man sich bei Ernst-Jürgen Ridder für seine Spielregelübersetzung bedanken, die bei Boardgamegeek zu finden ist.