Rezension/Kritik - Online seit 31.05.2026. Dieser Artikel wurde 867 mal aufgerufen.

Eine Stadt für Amytis

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Autor: Romaric Galonnier
Jérémy Ducret
Illustration: Agnès Ripoche
Verlag: Game Factory
Maldito Games
La Boîte de Jeu
Rezension: Renate Gerling-Halbach
Spieler: 2
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2024, 2025
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
6,0 6,0 Leser
Ranking: Platz 1296
Eine Stadt für Amytis

Spielziel

Im 2-Personen-Spiel Eine Stadt für Amytis sollst du im Auftrag des Königs von Babylon, Nebukadnezar II., für seine Frau Amytis eine der schönsten Städte des Landes errichten. Dazu legst du Gebäudeplättchen auf einem 3x3-Raster aus und durch geschicktes Platzieren generierst du dabei Punkte. Ziel ist es, erfolgreicher zu sein als dein Gegenüber.

Ablauf

Für alle gut sichtbar wird das allgemeine Spieltableau, das Tableau „Gunst des Königs“ sowie ein Wertungstableau platziert. Alle Gebäudeplättchen werden gemischt und je 5 zufällig auf die 9 Felder des allgemeinen Spieltableaus gelegt. Die nicht verwendeten Gebäudeplättchen kommen ungesehen zurück in die Schachtel.
Ebenso gemischt werden die 20 Auftragskarten, die dann in der Tischmitte einen verdeckten Stapel bilden. Die obersten 3 Karten werden offen ausgelegt.
Du erhältst ein persönliches Spieltableau, auf diesem baust du deine Stadt. Du wählst eine Farbe und erhältst die entsprechenden Marker und 4 Architekten-Figuren sowie 6 Gebäudekarten, auf denen beschrieben wird, welchen Effekt das jeweilige Gebäude hat und wie es auf deinem Plan gewertet wird, wenn du es platzierst. Zu guter Letzt ziehst du 2 Auftragskarten, die dir Punkte bringen, wenn du deine Gebäude in der angegebenen Position auf deinem Spieltableau ablegst.

Nun kann es los gehen. Bist du am Zug, führst du folgende Schritte nacheinander aus:


Ein Gebäudeplättchen wählen und einen Architekten platzieren.

Du wählst auf dem allgemeinen Spieltableau einen unbesetztes Gebäudeplättchen-Stapel, nimmst dir das oberste Gebäudeplättchen dieses Stapels und platzierst danach einen Architekten aus deinem persönlichen Vorrat auf diesen Stapel. Hast du das letzte Plättchen dieses Stapels genommen, platzierst du deinen Architekten direkt auf dem Feld.

Das Gebäudeplättchen platzieren

Du platzierst das eben gewählte Gebäudeplättchen auf deinem Spieltableau. Dabei kann das Plättchen entweder auf ein leeres Feld oder ein zuvor gelegtes Gebäudeplättchen platziert werden. Führe dann den Effekt des eben platzierten Gebäudeplättchens aus, wie es auf der jeweiligen Gebäudekarten symbolisiert wird.

Architekten zurücknehmen

Wenn du alle deine Architekten gesetzt hast oder 3 deiner platzierten Architekten eine horizontale, vertikale oder diagonale Reihe bilden, musst du sie zu Beginn deines Zuges in deinen Vorrat zurück nehmen.

Die "Gunst des Königs" nutzen
Ist es dir gelungen, eine horizontale, vertikale oder diagonale Reihe aus 3 deiner Architekten zu bilden, darfst du die Gunst des Königs nutzen.
Dafür platzierst du einen deiner Marker auf einem freien Feld auf dem Tableau „Gunst des Königs“. Jedes von dir belegte Feld auf diesem Tableau eröffnet dir – und nur dir – die Möglichkeit auf Bonuspunkte bei der Schlusswertung.

Auftragskarten erfüllen

Während deines Zuges kannst du eine oder mehrere Auftragskarten erfüllen, indem du die auf der Auftragskarte abgebildete Farbanordnung mit Gebäude-Farben auf deinem Spielertableau erfüllst. Hast du eine Auftragskarte erfüllt, zeigst du sie deinem Gegenüber zur Bestätigung.
Du kannst Auftragskarten auf jede der 4 möglichen Seiten rotieren, um sie zu erfüllen.

Neue Auftragskarten erhalten

Um neue Auftragskarten zu erhalten, musst du einen Palast auf deinem Spieltableau platzieren. Es ist erlaubt, Auftragskarten im gleichen Zug zu erhalten und zu erfüllen. Es gibt kein Auftragskarten-Maximum. Du darfst so viele besitzen und erfüllen, wie du willst.

Spielende

Wenn zwei Stapel auf dem allgemeinen Spieltableau aufgebraucht sind, wird das Spielende eingeleitet. Wenn du das Spielende eingeleitet hast, aber nicht Startspieler*in bist, endet das Spiel nach deinem Zug. Ansonsten hat dein Gegenüber nach dir noch einen letzten Zug, sodass beide gleich viele Züge gemacht haben.


Schlusswertung
Zu den während des Spiels erzielten Punkten werden die Punkte für erfüllte Auftragskarten sowie die Punkte entsprechend der platzierten Marker auf dem „Gunst des Königs“-Tableaus addiert. Hast du die meisten Punkte, gewinnst du. Bei einem Gleichstand gewinnt, wer mehr Punkte mit erfüllten Auftragskarten generiert hat.

Fazit

Das Spielmaterial ist sehr schön gestaltet. Neben den Markern und Architektenfiguren aus Holz, die schön in der Hand liegen, gibt es hübsch illustrierte Gebäudeplättchen. Als ich einen allerersten Blick auf die Anleitung warf, fand ich es sehr anstrengend, dass die Art und Weise der Wertung auf den Plättchen nicht erkennbar ist. Erfreulicherweise gibt es aber die doppelseitigen Gebäudekarten zur Hilfestellung. Jede Gebäudekarte kann unabhängig von den anderen auf die Seite A oder B gedreht werden, wichtig ist nur, dass beide bei jedem Gebäude die gleiche Seite nutzen. Das erhöht die Variabilität des Spiels enorm.
Die Spielregel ist gut erklärt und dank Beispielen schnell verinnerlicht.
Der Bau der Stadt selbst entpuppt sich als strategisch gut verzahnt, immer wieder müssen weitreichende Entscheidungen getroffen werden:

Nehme ich das Plättchen, das

  • am besten zu meinen Aufträgen passt?
  • mir sofort Punkte generiert?
  • verhindert, dass mein Gegenüber eine Reihe vervollständigt?
  • mir eine Reihe vervollständigt, auch wenn mir das Plättchen nicht so viel bringt, jedoch die "Gunst des Königs" winkt, die langfristig nicht zu verachten ist?


Bei der "Gunst des Königs" eröffnet dir jedes von dir belegte Feld die Möglichkeit auf Bonuspunkte bei der Schlusswertung. Da kannst du beispielsweise 2, 3, 4, 6 Punkte für jeden Stapel auf deinem Spieltableau erhalten, der genau 1, 2, 3, 4 Plättchen enthält. Oder 6 Punkte für jede Reihe und jede Spalte auf deinem Spieltableau, die eine Treppe aus Stapeln mit 1, 2 und 3 Plättchen enthält. Auch kannst du 4, 10, 18 oder 30 Punkte für 1, 2, 3 oder 4 deiner Marker bekommen, die du in der unteren Reihe des Tableaus platziert hast.
Man steht bei seinen Entscheidungen immer vor der Qual der Wahl. Es gibt also viele Möglichkeiten zu taktieren.

Bei einer angenehmen Spiellänge von ca. 30 Minuten kann es auch mal zu einer sofortigen Revanche kommen. Als Altersangabe ist Seiten des Verlages ab 10 Jahren angegeben, was auch ziemlich gut passt, da Jüngere doch aufgrund der Komplexität der verschiedenen Gebäudeeffekte überfordert sind. Eine Stadt für Amytis ist eine schöne Mischung verschiedener Elemente: Legespiel, Worker Placement und eine Prise Tic-Tac-Toe. Es ist jetzt nichts wahnsinnig Neues, da gerade die Tic-Tac-Toe-Komponente in neueren Spielen öfters vorkommt, wie beispielsweise in Tribunal 1920 oder Linx, aber hier hat sie doch noch eine andere Funktion, die nicht zu unterschätzen ist.

Summa summarum also ein schönes Legespiel sowohl für Viel- als auch Gelegenheitsspieler*innen.

Rezension Renate Gerling-Halbach

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Eine Stadt für Amytis: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.26 von Renate Gerling-Halbach - Nettes, kleines Legespiel - immer wieder gerne, gerade durch die Variablität kommt keine Langweile auf.

Leserbewertungen

Leserwertung Eine Stadt für Amytis: 6,0 6.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.09.25 von Kichererbse - „Eine Stadt für Amytis“ ist ein Spiel für 2 Spieler ab 10 Jahren und dauert etwa 30 Minuten. Worum geht es? Der König von Babylon möchte seiner Frau, Königin Amytis, ein wunderbares Geschenk machen: die schönste Stadt aller Zeiten. Er beauftragt zwei der besten Architekten der Welt mit dem Entwurf der Stadt, und nur die allerbeste wird gebaut. Nun liegt es an dir, den besten Entwurf zu entwerfen. „Amytis“ ist ein Legespiel mit Arbeitern und sogar Tic-Tac-Toe-Spielmechaniken. Während deines Zuges musst du ein Plättchen aus den verfügbaren auf dem Spielfeld auswählen und eine deiner Architektenfiguren auf den entsprechenden Stapel legen. Anschließend legst du das Plättchen an einer beliebigen Stelle auf deinem Spielfeld ab (auf einem freien Feld oder überdeckst ein anderes Plättchen, um deine Stadt höher wachsen zu lassen). Jedes Plättchen hat eine Farbe und steht für einen Gebäudetyp. Für Gebäude gibt es zwei Arten der Wertung. Jeder Gebäudetyp wird direkt beim Legen des Plättchens gewertet. Und die Farben ermöglichen es Ihnen, einige Projekte des Königs (ein farbiges Muster in Ihrer Stadt) zu reproduzieren, die Ihnen am Ende des Spiels Punkte einbringen. Wenn Sie es außerdem schaffen, beim Platzieren Ihrer Architekten auf dem Hauptbrett eine Linie, Reihe oder Diagonale aus 3 zu erstellen, erhalten Sie die Gunst des Königs: eine weitere Art von Wertung, die am Ende des Spiels ausgelöst wird. Fazit: Es sind kluge Planung, vorausschauendes Bauen und geschicktes Taktieren gefragt. Wer schafft es, die prachtvollste Stadt zu erschaffen und das Herz von Amytis zu gewinnen? Knifflige Entscheidungen und intensive Interaktionen garantieren bei „Eine Stadt für Amytis“ spannende Duelle mit einem hohen Wiederspielreiz. Einfache Regeln und ein intuitiver Spielablauf bieten zudem einen leichten Einstieg. Sehr empfehlenswert und daher und Daumen hoch!😀👍