Rezension/Kritik - Online seit 19.03.2006. Dieser Artikel wurde 10911 mal aufgerufen.

KRIMI total - Im Schatten der Premiere

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Autor: Jörg Meißner
Antje Hansen
Verlag: JMCreative
Rezension: Hans-Peter Stoll
Spieler: 8 - 9
Dauer: 180 - 240 Minuten
Alter: ab 16 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 5,5 5,5 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 345
KRIMI total - Im Schatten der Premiere

Spielziel

Der Vorhang ist gefallen und das Premierenpublikum in Prag ist begeistert. Doch kurz darauf während der Premierenfeier wird die Hauptdarstellerin Barbara Starova ermordet aufgefunden. Einer der Anwesenden der Feier muss der Täter sein. Dies gilt es gemeinsam aufzuklären.

Ablauf

Vorbereitung

Wenn mindestens acht oder neun Personen gefunden sind, wird jedem eine Rolle zugewiesen. Für jeden gibt es einen Umschlag mit seiner Rollenbeschreibung. Auch eine schriftliche Einladung für die KRIMI-Party liegt der Schachtel bereits bei. Die Einladung und Rollenbeschreibung sollte nun einige Tage vor der Party an die Mitspieler verteilt werden. Selbstverständlich muss jeder seine Informationen für sich behalten. Ganz wichtig ist, dass auch alle zur Party erscheinen können, denn sonst lässt sich der Krimi nicht spielen. Im Vorfeld sollte man sich auch darauf einigen, ob die Spieler sich etwas der Rollenbeschreibung entsprechend kleiden. Natürlich kann man auch im Vorfeld allen Spielern die Spielregeln vermitteln, damit das nicht zu Beginn der Party geschehen muss.

Die Krimi-Party

Für die Party gilt, dass alle Spieler zu erhaltenen Informationen die Wahrheit sagen müssen - ausgenommen der Täter. Manche Informationen enthalten zudem eine explizite Anweisung, dass in diesem Punkt ebenfalls gelogen werden darf. Also ist der Mörder nicht automatisch entlarvt, wenn ein Spieler der Lüge überführt wurde. Zudem darf jeder gerne weitere Details dazu erfinden, von denen man nicht weiß, ob diese später durch neue Informationen widerlegt werden.

Die Party erhält eine Struktur durch 6 Spielrunden.

In der ersten Runde erhält jeder weitere Informationen zu seiner Person aus einem Umschlag mit Hinweisen für seine Rolle. Dieser Umschlag enthält auch weitere Hinweise für die folgenden Runden. Jeder Zettel ist mit der Nummer der Spielrunde versehen, in der die Informationen einfließen sollen. Die erste Runde bietet die Möglichkeit, dass sich jeder in seiner Rolle vorstellt. Was und wieviel er über sich verrät, liegt ganz bei ihm. Auch werden in der ersten Runde keine Fragen gestellt.

Ab der zweiten Runde verläuft die Party als freie Diskussion. Es kommen für jeden weitere Informationen hinzu. Jeder muss alle Informationen, die andere Personen betreffen, in das Gespräch mit einbringen. Alles, was seine eigene Person betrifft, braucht er erst preiszugeben, wenn er darauf angesprochen wird. Sobald es keine neuen Erkenntnisse mehr gibt folgt die nächste Runde.

Nun werden Gerüchte eingestreut. Aus einem Umschlag zieht jeder zufällig einen Zettel mit einem Gerücht und die Gespräche werden fortgesetzt. Es folgen nochmals zwei Hinweisrunden mit neuen Informationen, bevor es zur Anklage kommt.

In der Anklagerunde werden die Fragen aus dem Umschlag "Anklage" vorgelesen und jeder Spieler schreibt seine Antwort auf ein Zettel. In der Regel wird natürlich danach gefragt, wer war der Täter und was war sein Motiv. Dazu können noch Nebenanklagen folgen. Hat sich jeder entschieden, werden die einzelnen Meinungen vorgetragen. Wer von den meisten verdächtigt wurde, wird damit als Täter überführt.

Für die abschließende Lösungsrunde wird der Umschlag mit der Lösung geöffnet und laut vorgelesen. Detailliert wird auf jeden eingegangen und der wahre Täter entlarvt. Wurde der wahre Täter nicht überführt, hat er gewonnen. Andernfalls kann sich jeder als Sieger fühlen, der den Täter richtig angeklagt hat.

Fazit

KRIMItotal - Im Schatten der Premiere ist kein klassisches Spiel. Es ist Spannung, Intrige und Theater.

Zwei Dinge sind besonders wichtig: Der Inhalt und die Spieler.

Zum Inhalt gehört ein fehlerfreies Material. Nichts wäre schlimmer als ein Hinweis in einem falschen Rollenumschlag. Der Krimi präsentierte sich professionell vorbereitet, alles war an seinem korrekten Platz und ein großer Lageplan des Gebäudes, in dem die Feier spielt, leistet gute Dienste.

Desweiteren müssen natürlich die Texte und Informationen gut aufeinander abgestimmt sein. Ohne dass ich geheime Details vorwegnehme sorgten diese Informationen dafür, dass allerlei Intrigen und Machenschaften ans Licht kamen und so jeder immer wieder im Kreuzfeuer stand. Nicht jedes Detail ist beschrieben. So wusste ich in der Tat nicht, wo ich mich mit meiner Rolle zu bestimmten Zeiten aufhielt. Das lässt Raum für Improvisation und Spekulationen und ich denke, das ist gut so. Auch das gesamte Setting ist nur zu loben, denn es sorgte für Unterhaltung und Überraschungen über viele Stunden.

Zum zweiten entscheidenden Element: Das Gerüst der Informationen muss von den Spielern getragen werden. Mit ihnen steht und fällt die Party. Oder anders gesagt: Wir Spieler haben es in der Hand, ob es eine gelungene Party wird. Dazu gehört zuerst die Atmosphäre. Und diese gewinnt, wenn sich alle Spieler auch etwas in Schale werfen. Irgend etwas wird sich immer finden, um die eigene Rolle auch optisch zu unterstreichen.

Je mehr die Spieler in ihrer Rolle aufgehen, ohne dass alle gute Schauspieler sein müssen, desto mehr wird eine KRIMI-Party zu einem einmaligen Erlebnis. Und in der Tat im wahrsten Sinne des Wortes: Wer einmal die Auflösung miterlebt hat, wird dieses Vergnügen nicht wiederholen können. Einzige Möglichkeit ist als stiller Beobachter.

Auch ist die Spielerzahl eine maßgebliche Voraussetzung. Zwar wurde immer eine zusätzliche Rolle des Inspektors, bzw. einer Inspektorin geschaffen, um zumindest auch flexibel eine neunte Person mit aufnehmen zu können. Die Kernbesetzung muss aber in jedem Fall vertreten sein.

Die Spielregel spricht davon, dass problemlos weitere Zusatzrollen ohne große Beschreibungen eingebunden werden können, Vorschläge sind auch auf der Web-Site des Verlages zu finden. In unserer Runde stellte sich jedoch heraus, dass durch die fehlenden Hinweise für die Zusatzrollen deren Spielspaß nicht an den der Hauptdarsteller heranreichen konnte.

Wenn der Krimi auch nur einmal spielbar ist, so erhält man jedoch 3-4 Stunden jede Menge Unterhaltung, einen Mord und eine aktive Hauptrolle. Diese Mischung bekommt man nicht im Kino, aber jeder kann sie sich nach Hause holen - es lohnt sich!

Rezension Hans-Peter Stoll

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung KRIMI total - Im Schatten der Premiere: 5,5 5,5, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.01.06 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.12.05 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.01.06 von Kathrin Nos - Im Prinzip ist es schwer nach den üblichen Kriterien zu bewerten. Insgesamt gilt: Wir haben einen wunderbaren Abend verbracht, der durch die Struktur der Hinweise, die nach und nach erst eingehen und jeden zwingen, den anderen möglichst rollengerecht bestimmte Informationen zukommen zu lassen, immer wieder alle einbezog. Hinzu kam, dass es einfach eine passende Runde war, die sich auch gut in die Rollen eingefunden hatte. Alles in allem ein sehr gelungener Abend, der mich auf eine baldige Wiederholung mit einem anderen Fall hoffen lässt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.02.06 von Jörn Griesbach - Wichtig ist bei diesem Spiel auch der Flair, den die Spieler rollenspielähnlich selbst schaffen müssen, damit aus dem Spiel ein schönes Spielerlebnis wird.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.02.06 von Nicole Biedinger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.02.06 von Frank Gartner - Bei der Aufmachung kann man natürlich nur die Verpackung bewerten. Der Rest sind Umschläge mit Texten drin. In unserer Spielrunde kamen die Leute einer Premiere gebührend gekleidet und spielten auch entsprechend ihre Rolle, so kam Ambiente auf und es wurde ein absolut gelungener Abend!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.05.08 von Michael Kahrmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.03.16 von André Beautemps

Leserbewertungen

Leserwertung KRIMI total - Im Schatten der Premiere: 4,0 4.0, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.01.08 von JonTheDon - Was wir etwas schade fanden, war, dass vor dem Spiel nicht deutlich wurde, dass auch andere als der Mörder in bestimmten Fällen lügen dürfen bzw. müssen. Dadurch wurde das Lösen des Falles unnötig erschwert. Insgesamt war es aber ein sehr schöner Abend und ein weiterer soll folgen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.09.16 von Pet Erpan - Das Spiel oder besser der Rahmen des Spiels bescherte uns einen super Abend. Letztlich waren am Ende alle über die Auflösung entäuscht. Das Alibi erwies sich als deutlich wichtiger als das Motiv, was für den Ausgang sehr zufällig war. Für einen guten Krimi ist das entäuschend.

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