Rezension/Kritik - Online seit 15.12.2006. Dieser Artikel wurde 4096 mal aufgerufen.

Skyline of the World

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Autor: Hans van Tol
Illustration: Yvon-Cheryl Scholten
Florine de With
Verlag: The Game Master BV
Rezension: Nicole Biedinger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 60 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 2,6 2,6 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 4193
Skyline of the World
Tags:Städtebau

Spielziel

Wer möchte nicht in einem wunderschönen Penthouse im Zentrum einer Weltstadt wohnen? Die Herausforderung für die Spieler in diesem Spiel besteht darin, die obersten Etagen in den Gebäuden der sich erhebenden Skyline zu erobern. Und wer baut das erste Penthouse?

Ablauf

Spielvorbereitung:

Jeder Spieler wählt eine Farbe aus und erhält danach 3 entsprechende Etagen (zweimal eine Million Euro und einmal 2 Millionen Euro). Außerdem erhält jeder Spieler 10 Millionen Dukaten, wobei man sein Geld immer offen vor sich liegen hat, sowie eine verdeckte Aufgabenkarte. Zusätzlich werden noch 3 Bonuskarten an jeden verteilt, und schon kann das Spiel beginnen.

Spielverlauf:

Jeder Spielzug eines Spielers besteht aus drei Phasen:

1) Einkünfte erhalten:

Besitzt ein Spieler die oberste Etage eines Gebäudes, erhält er so viel Millionen Dukaten, wie die Etage anzeigt. Besitzt ein Spieler Etagen mehrerer aneinanderangrenzender Gebäude, dann erhält er die Summe der angezeigten Beträge; jedoch nur, sofern die Gebäude horizontal oder vertikal miteinander verbunden sind. Besitzt ein Spieler mehrere nicht miteinander verbundende Gebäudekomplexe, dann muss er sich für Einnahmen aus einem Komplex entscheiden.

2) Etagen bauen:

In dieser Phase darf man so viele Etagen bauen, wie man Etagen (im eigenen Vorrat) und Dukaten besitzt. Man darf jedoch nur auf fremde oder neutrale Etagen bauen. Baut man auf Etagen von anderen Spielern, muss man die Kosten für die Etage dem überbauten Spieler geben. Dabei ist zu beachten, dass man Etagen zu 1 Million nur in der ersten Etage, Etagen zu 2 Millionen nur in der zweiten Etage usw. bauen darf. Ein Gebäude besteht aus maximal fünf Etagen; somit kann ein Penthouse auch nur auf der fünften und höchsten Ebene gebaut werden. Neutrale Etagen dürfen auf jedes Gebäude und auf jede Farbe gebaut werden, aber sie können nie ein Penthouse ersetzen.

3) Investitionen:

In dieser Phase können Etagen von der Bank gekauft werden, die man dann im nächsten Zug verbauen kann. Diese Etagen kosten zwischen 1 und 10 Millionen. Eine neutrale Etage kostet 5 Millionen (und pro Investition darf ein Spieler maximal 1 neutrale Etage kaufen). Man darf auch bereits gekaufte Etagen wieder an die Bank verkaufen, allerdings nur zum halben Einkaufspreis. Nach dieser Phase ist der nächste Spieler an der Reihe.

Spielziel:

Jeder Spieler möchte so viele Prestigepunkte wie möglich erwirtschaften. Prestigepunkte erhält man über das Bauen von Penthäusern und über den Besitz von Gebäuden auf so genannten strategischen (gelb markierten) Gebieten. Der Nachteil bei Penthäusern ist allerdings, dass sie keine Einnahmen, sondern ausschließlich Prestige bringen. Außerdem erhalten die anderen Spieler beim Bau eines Penthauses eine zusätzliche Bonuskarte. Bonuskarten können jederzeit während des eigenen Spielzuges abgegeben werden, wenn ein eigenes Gebäude auf dem Spielplan den auf der Karte abgebildeten Grundriss wiedergibt (dabei ist es egal, wie man die Karte dreht).

Spielende:

Sobald einer der Spieler sein drittes Penthouse gebaut hat, sind alle anderen Spieler noch einmal an der Reihe. Am Ende dieser Runde werden die Prestigepunkte zusammengezählt und wer die meisten erzielen konnte, gewinnt. Man erhält Prestigepunkte durch gebaute Penthäuser (1 Prestigpunkt pro Penthouse), durch die oberste Etage in einem strategischen Gebiet (1 Prestigepunkt) und durch die Ausführung der zu Beginn ausgeteilten Aufgabe (2 Prestigepunkte).

Fazit

Die Spielregel liegt in verschiedenen Sprachen und (zumindest in der deutschen und englischen Variante) sehr anständigen Übersetzungen vor. Die Spielanleitung an sich ist etwas ungewöhnlich strukturiert, was dazu führt, dass beim Lesen manchmal Fragen offen bleiben, die erst zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden können. Aber nach kompletter Lektüre ist die Spielregel gut verständlich. Hilfreich ist außerdem die beiliegende Spielübersicht, bei der auf 1 1/2 Seiten das Wichtigste noch einmal kurz zusammengefasst wird. Außerdem sind auch einige strategische Tipps enthalten, welche gerade die erste Runde erleichtern.

Das Spielmaterial ist farblich recht ungewöhnlich. Die Kunststoffetagen und die Farbwahl sind natürlich Geschmackssache, dienen aber auf alle Fälle ihrem Zweck. Die Karten und auch die Dukaten sind von guter Qualität. Nach den Probespielen sind noch keine Mängel daran zu erkennen.

Nun zum Spiel an sich. Nach der ersten Partie hat meiner Spielrunde und mir das Spiel recht gut gefallen. Es bestand immer ein gewisser Geldmangel, so dass man sorgfältig abwägen musste, was man bauen und welche Etagen man nachkaufen wollte. Außerdem war das Spiel bis kurz vor Ende relativ offen und es gab sogar durch die verdeckten Aufgaben und einen Endspurt auch noch eine Überraschung, was den Gewinner anging. Wäre es bei dieser einen Partie geblieben, hätte ich dem Spiel voraussichtlich die Hall-Note 4 oder 5 gegeben. Um diese Rezension aber fundiert schreiben zu können, folgten natürlich noch etliche weitere Partien. Und bereits beim zweiten Spiel mussten wir Skyline abbrechen, ohne es zu beenden. Was war passiert? Da Etagen nur auf fremde Gebäude gebaut werden können und jeder Spieler vor allem Penthäuser bauen möchte, führt das dazu, dass niemand am Tisch die 4. Etage (Wert 6 Millionen) bauen wollte. Und nach einigen untätigen Runden haben wir das Spiel schließlich abgebrochen. Und auch in meiner 3. Partie trat dieses Problem wieder auf, was wiederum zum Abbruch des Spiels führte. Alle Beteiligten waren einstimmig der Meinung, dass das Spiel nicht funktioniert.

Im Spiel mit 3 Personen kommt es meist nicht zum Stagnieren des Spiels. Denn hier ist immer einer der "lachende Dritte", weil durch die Anordnung der Bauplätze (zwei größere Bauflecken, die durch eine dünne Linie miteinander verbunden sind) sieht es immer so aus, dass einer alleine auf einer Seite baut und die anderen beiden sich um den zweiten Flecken schlagen. Versucht einer der beiden, den "Einzelkämpfer" zu bremsen, ist er sowieso gleich der Dumme, weil er dann ganz aus dem Rennen ist (er verschwendet ja wertvolles Geld für Etagenbau, das ihm später in der Einkommensphase nichts mehr bringt, da es mit seinen übrigen Gebäuden nicht zusammenhängt). Der glückliche Dritte kann dann meistens ohne größere Probleme 3 der 6 neutralen Etagen kaufen, so dass es ihm nicht schwer fällt, die drei für den Sieg notwendigen Penthäuser zu bauen.

Trotzdem habe ich aufgrund des aufgetretenen Problems The Game Master eine Email geschrieben und auch wirklich schnell eine Antwort erhalten. Mir wurde mitgeteilt, dass dem Verlag dieser Fehler erst auf der Spielemesse in Essen (2005) und auf den Spellenspektakel (in Niederlande) aufgefallen sei, und dass dieser nur bei "diehard players" auftreten würde. Der Verlag hat mir vorgeschlagen, folgende Regel (die auch in der nächsten Auflage enthalten sein würde) anzuwenden: Wenn man kann, dann muss man immer mindestens eine Etage bauen. Alternativ dazu könnte man auch die Regel einführen, dass das Spiel vorzeitig endet, sobald in einer Runde niemand eine Etage gebaut hat.

Ich finde diese Vorschläge nur in begrenztem Maße einsetzbar. Wenn man immer bauen muss, dann kauft man eben keine Etagen ein, die man nicht bauen will. Und die Idee des vorzeitigen Endes finde ich persönlich sehr enttäuschend, da es insgesamt recht wenige Siegpunkte zu vergeben gibt. Bei einem vorzeitigen Ende wird dann im Grunde die Aufgabenkarte den Sieger entscheiden, da man hier noch Punkte erhalten kann, mit denen die anderen Spieler noch überrascht werden können. In meinen Spielerunden sind diese beiden Ideen nicht gut angekommen.

Allgemein wurde noch festgestellt, dass die Spieler das Gefühl haben, zu wenig Prestigepunkte erwirtschaften zu können. Die Anzahl der möglichen Prestigepunkte (auch in einem Spiel, das bis zum Ende gespielt wird) ist sehr gering, und häufig wurde das ständige Gefühl bemängelt, so viel zu tun und doch keine Punkte dafür zu erhalten.

Ich habe das Spiel sowohl mit Viel- als auch mit Wenigspielern gespielt und bis auf den recht leichten Einstieg hat es keinen der Mitspieler begeistert.

Zusammenfassend muss ich leider sagen, dass es sich bei Skyline of the World um ein noch nicht ausgereiftes Spiel handelt. Insgesamt enthält es keine neuen Mechanismen, ganz im Gegenteil, es erinnert Vielspieler stark an andere Spiele (z. B. Big Boss, Manhattan etc.), die aber im Gegensatz zu Skyline of the World funktionieren und deshalb in jedem Fall vorzuziehen sind. Vielleicht gibt es in meinen Spielerunden aber auch einfach zu viele "diehard players" ...

Rezension Nicole Biedinger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Skyline of the World: 2,6 2,6, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.11.06 von Nicole Biedinger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.10.05 von Carsten Pinnow - Spielreiz 5 knapp verfehlt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.12.05 von Hans-Peter Stoll - Wenn keiner eine 5. Etage baut (und warum sollte man das tun?), wird das Spiel nicht zu Ende gehen und funktioniert nicht
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.01.06 von Jochen Traub - Bei uns hat das Spiel kein Ende gefunden da keiner das 3. Penthouse bauen konnte. Da hakt die Regel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.01.06 von Uta Weinkauf

Leserbewertungen

Leserwertung Skyline of the World: 4,0 4.0, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.12.06 von Braz - Die geschilderten Probleme traten bei uns nie auf! Mir hat das Spiel klasse gefallen. Zu zweit gibt es meiner Ansicht nach Besseres, aber gerade zu dritt oder viert allemal eine Empfehlung wert!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.12.06 von Jürgen Schuckenbrock - Habe es 2mal getestet und es kam nichts rüber. Würde bei mir verstauben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.07.08 von Iglika Hristova

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