Rezension/Kritik - Online seit 27.03.2008. Dieser Artikel wurde 10432 mal aufgerufen.

Lonpos 101

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Autor: keine Angabe
Verlag: Lonpos Europe
Rezension: Monika Harke
Spieler: 1
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
4,8 4,8 Leser
Ranking: Platz 1138
Lonpos 101

Spielziel

Knobelspiele faszinieren. Die Aufgabenstellung ist denkbar einfach. Der Lösungsweg hingegen kann, je nach Ausgangsposition, die grauen Zellen ganz schön beanspruchen. Bei Lonpos 101 geht es schlicht und ergreifend darum, aus 12 Bauteilen ein Rechteck oder eine Pyramide zu konstruieren. Kein Problem - sollte man meinen.

Ablauf

Lonpos 101 besteht aus 12 Bausteinen unterschiedlicher Form und Farbe, die sich aus drei bis fünf Kugeln zusammensetzen. Gespielt wird in, bei den dreidimensionalen Knobelaufgaben wahlweise auch auf der rechteckigen Box, die durch entsprechende Vertiefungen ein Verrutschen der Teile verhindert.

Die Knobelaufgaben bestehen nun darin, durch Probieren und logisches Kombinieren aus allen Bauteilen ein Rechteck beziehungsweise eine Pyramide zu bilden. Je nach Schwierigkeitsgrad sind hierbei unterschiedlich viele Teile als Startaufstellung vorgegeben, die es nun mit den restlichen Steinen zu komplettieren gilt. Je weniger Teile die Vorgabe enthält, desto kniffliger wird es natürlich.

Fazit

Liebhabern abstrakter Spiele wie Tetris, Ubongo oder Blokus wird das Spielmaterial wohl vertraut vorkommen, da sich die Formen der einzelnen Teile gleichen. Ungewohnt ist lediglich die Kugelstruktur der Puzzleteile, ohne die jedoch auf das dreidimensionale Knobelvergnügen verzichtet werden müsste. Verpackt ist alles in einer robusten Plastikbox in der Größe eines Brillenetuis, was sehr handlich ist. Die Spielfläche im Innern der Box besteht aus 55 Mulden, welche den Spielsteinen einen optimalen Halt bieten. Die gerade nicht benötigte Teile können im Deckel abgelegt werden. Dies erweist sich alles als äußerst praktisch, denn dadurch steht dem Knobelspaß sowohl unterwegs als auch auf dem Sofa nichts im Wege. Auf der Rückseite der Box befindet sich zusätzlich eine 5 x 5-Felder große Spielfläche für das Errichten der Pyramide, welche sich jedoch auch problemlos im Innern aufbauen lässt.

Die Spielanleitung inklusive Aufgabenheft ist reich bebildert und erklärt Schritt für Schritt die Vorgehensweise, leider nur in Englisch. Schade, denn so wird für jüngere Kinder und Senioren, welche ausdrücklich zur Zielgruppe der Lonpos-Spiele gehören, eine unnötige Einstiegshürde aufgebaut.

Die Aufgabenvielfalt, die sich aus den 12 Bauteilen ergibt, ist beeindruckend: Insgesamt gibt es 363.566 Lösungsmöglichkeiten, 2.582 Knobelaufgaben für Pyramiden und 360.984 für Rechtecke. "Super", ist der erste Gedanke, der einem passionierten Knobler durch den Kopf fährt, während er sich im Geiste schon auf Lebenszeit beschäftigt sieht. Doch die Ernüchterung folgt stante pede, denn im Aufgabenheft sind lediglich 101 Problemstellungen enthalten. Und spätestens jetzt wird einem klar, was Lonpos 101 zu bedeuten hat.

Der Schwierigkeitsgrad ist in 12 Level eingeteilt, was angeblich einem IQ von 28 bis 280 entspricht. "Klasse", widerfährt es dem Knobler, der sich nun auf wenige, dafür aber auch sehr anspruchsvolle Aufgaben freut. Doch die zweite Enttäuschung lässt ebenfalls nicht lange auf sich warten: Im 2D-Bereich werden lediglich die Level eins bis sechs mit je 12 Aufgaben pro Level abgedeckt, im 3D-Bereich sogar nur die ersten drei Level mit je sechs Aufgaben. Zusätzlich gibt es noch 11 Herausforderungen, vier im zweidimensionalen Bereich mit drei Teilen als Vorgabe und sieben Pyramidenaufgaben. Die ersten beiden Level sind reine Beschäftigungstherapie, denn ein beziehungsweise zwei fehlende Teile einzusetzen bedarf keiner großen geistigen Anstrengung und dient einzig und allein dazu, sich mit dem Spielmaterial vertraut zu machen. Als Einstieg empfiehlt sich das Level, bei dem der Aufbau nicht mehr länger als der Lösungsvorgang dauert. So kann man dann schrittweise die immer kniffliger werdenden Aufgaben in Angriff nehmen.

Durch den steigenden Schwierigkeitsgrad wird der Ehrgeiz eines jeden Knobelfreundes geweckt. Kaum ist das letzte Teil einer Aufgabe eingesetzt, geht es auch schon an die nächste. An seine eigenen Grenzen zu stoßen und dann doch endlich die Aufgabe zu bewältigen, macht Spaß und löst einen hohen Spielreiz aus, der durch das haptische Erlebnis beim Lösen der 3D-Aufgaben zusätzlich verstärkt wird. Und so braucht man nicht allzu lange, um auch die letzte Herausforderung zu meistern. Da den Aufgaben keine Lösungen beiliegen, kann man sich mit etwas zeitlichem Abstand erneut einigen Aufgaben widmen, um so seinen Wiederspielreiz zu stillen. Das funktioniert auch ganz gut, da sich ein normales Hirn nie und nimmer alle Lösungen merken kann. Aber nach diversen Wiederholungen schreit das wahre Knoblerherz nach neuen Aufgaben - und dann hört der (Spiel)spaß auf, denn es gibt keine zusätzlichen Aufgabenhefte, lediglich die Möglichkeit, auf ein anspruchsvolleres Lonpos-Spiel umzusteigen.

Lonpos gibt es in verschiedenen Ausführungen, wobei in Deutschland zurzeit neben Lonpos 101 nur die große 4D-Ausgabe zu beziehen ist. Diese große Ausgabe enthält unter anderem zwei Spielboxen mit je 12 Bauteilen, welche ein Wettknobeln ermöglichen, sowie mehrere Aufgabenhefte mit insgesamt 432 unterschiedlichen Probemstellungen, die sowohl im zwei- als auch dreidimensionalen Bereich die Schwierigkeitsstufen basic und advanced abdecken. Die 12 Spielsteine sind mit denen aus Lonpos 101 identisch, die Spielbox hingegen ist ein Halbkreis, in dem statt eines Rechtecks ein gleichschenkliges Dreieck gebildet werden muss. Die Frage, ob sich der Umstieg auf diese Version lohnt, sei mal in den Raum gestellt. Reizvoll ist es sicherlich - aber erneut das 2,5-fache von Lonpos 101 investieren?

Lonpos 101 erhielt im Ausland mehrfach Auszeichnungen. Zu Recht, denn es verbindet Spielspaß und Lernen. Das Spiel fördert Konzentration und Ausdauer und steigert gleichzeitig räumliches Vorstellungsvermögen und logisches Denken. Durch die unterschiedlichen Level kann jeder Spieler, unabhängig von der Altersgruppe, Erfolgserlebnisse verzeichnen. Und sollte man einmal an einer Aufgabenstellung verzweifeln, wird aus einem Solitärvergnügen schnell ein gemeinsamer Knobelspaß.

Trotz aller Begeisterung, die dieses Lonpos-Konzept hervorruft - die Kritikpunkte bleiben. Lonpos ist zwar "Made in Taiwan", aber bei weitem kein Low-Price-Produkt. Nicht nur, aber auch deshalb, erwartet man bezüglich der Aufgabenvielfalt einfach mehr. Wünschenswert wären zusätzliche Aufgabenhefte, die wirklich alle Level abdecken. Gut, man kann sich zwar selbst Problemstellungen ausdenken in der Hoffnung, dass sich eine Lösung finden lässt, aber befriedigend ist das nicht. Die einzige Möglichkeit, an neue Aufgaben zu kommen, besteht in regelmäßigen Besuchen der Homepage. Dort werden wöchentlich sowohl für Rechtecke als auch für Pyramiden zwei neue Problemstellungen vorgestellt. Wer allerdings die neuen Aufgaben verpasst, hat Pech gehabt, denn ein Archiv aller bisherigen Aufgaben gibt es nicht. Ein weiterer Kritikpunkt liegt beim Material, an dem es grundsätzlich nichts auszusetzen gibt. Jedoch fragt man sich, da mit den 12 Bausteinen sowohl ein Rechteck als auch ein Dreieck gebildet werden können, warum man für den doppelten Spielspaß gleich zwei Spiele kaufen muss. Ist es nicht möglich, eine Spielbox zu kreieren, in der beide Knobelmöglichkeiten denkbar sind? So wäre bei gleichem Spielmaterial ohne großen Aufwand für noch mehr Abwechslung gesorgt.

Summa summarum handelt es sich bei Lonpos 101 um ein wirklich gutes und empfehlenswertes Solitärspiel, bei dem das Spiel-, nicht aber das Marketingkonzept überzeugt.

Rezension Monika Harke

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Lonpos 101: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.03.08 von Monika Harke

Leserbewertungen

Leserwertung Lonpos 101: 4,8 4.8, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.03.08 von Thomas Michalske - Habe es auf der Messe in Stuttgart vor 2 Jahren gesehen. Ich war fast 2 Stunden an dem Stand und habe es gespielt.....
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.03.08 von Oliver S. - Sehr fesselndes Solo-Spiel, aber leider viel zu teuer!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.04.08 von Karin - Ein absolutes Suchtspiel! In unserer Familie hat mittlerweile jeder seine eigene Denkfabrik :) Warum eigentlich viel zu teuer? 19,90 find ich eigentlich o.k
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.09.08 von Nico Koenig - Kleiner Hinweis für alle, die in Asien unterwegs sind: Hier kann man das Spiel weitaus günstiger bekommen als in Europa. Ich habe es in Tokyo für 840 Yen (sind ca. 5,50 Euro) erstanden.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.06.09 von Michael Kruse - Es ist interessant und einem wird beim Spielen nicht landweilig. ABER: - zu teuer - es gibt zu wenige Aufgaben - die Internetseite und der Ser- vice lassen zu wünschen übrig!

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