Rezension/Kritik - Online seit 25.06.2009. Dieser Artikel wurde 4848 mal aufgerufen.

Cities

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Autor: Martyn F
Verlag: Emma Games
Rezension: Ralph Bruhn
Spieler: 1 - 4
Dauer: 15 - 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2008
Bewertung: 3,9 3,9 H@LL9000
3,8 3,8 Leser
Ranking: Platz 3857
Cities

Spielziel

In Cities stellen sich die Spieler nach und nach aus quadratischen Plättchen ihre eigene, einen möglichst hohen touristischen Wert besitzende Traumstadt zusammen. Da aber weder die Reihenfolge der zu verbauenden Elemente noch die Elemente selbst bekannt sind, ist in diesem Legespiel neben etwas Planungsgeschick auch eine gehörige Portion Flexibilität gefragt.

Ablauf

Wir basteln uns eine Stadt! Diese werden wir aus 16 quadratischen Plättchen zusammensetzen, daher bietet sich dafür ein quadratischer Grundriss an. Jedes dieser Plättchen ist nochmals in vier - wer hätte das gedacht - quadratische Felder unterteilt, die jeweils eine der vier verschiedenen städtebaulichen Einheiten zeigen: Parks (grün), Straßencafes (rot), Sehenswürdigkeiten (gelb) und Wasserflächen (blau). Es können durchaus auch Farben doppelt auf einem Plättchen vertreten sein.

Als anständige Stadtplaner versuchen wir natürlich, die Stadt für Touristen möglichst interessant zu gestalten. Aber kommen wir erst einmal zur Organisation:

Jeder Spieler erhält zu Beginn einen eigenen, identischen, vorsortierten Stapel von 24 durchnummerierten Plättchen, von denen aber nicht alle ins Spiel kommen werden. Dazu kommen für jeden sieben Spielfiguren, die "Touristen". Diese werden sich die Stadt ansehen und je nach ihrer Zufriedenheit Punkte vergeben.

Der Spielablauf ist schnell beschrieben:
Einer der Spieler (der "Meisterbauer") mischt seinen Stapel und deckt die ersten drei Karten auf. Jeder Spieler sucht sich nun diese drei Plättchen aus seinem Stapel und legt sie so aus, dass sie an den Ecken, aber nicht an den Kanten zusammenstoßen.
Nach dieser Anfangsphase werden im weiteren Spielverlauf vom Meisterbauer nach und nach 13 weitere Plättchen gezogen, die die Spieler so an ihre Ausgangsplättchen anlegen, dass sich am Ende ein 4 x 4 Plättchen großes Quadrat ergibt.
Nach jeder Ablage eines der 13 Plättchen darf jeder Spieler einen seiner Touristen auf ein Feld des soeben gelegten Plättchens stellen oder einen bereits früher eingesetzten Touristen um ein Feld bewegen. Wasserfelder dürfen dabei nicht betreten werden.

Und was ist das Ziel dieser Aktionen?
Einmal bei Spielendewird ausgezählt, wer der erfolgreichste Städtebauer ist. Dafür kommt es darauf an, welcher der Touristen auf welchen Feldern (Farbflächen) steht - und welche der drei angebotene Spielstufen man gewählt hat:

Stufe 1 (für Einsteiger):

  • Touristen auf einem gelben Feld wollen sich möglichst viele Sehenswürdigkeiten hintereinander ansehen (d. h. es gibt einen Punkt für jedes Feld der zugehörigen gelben Fläche).
  • Touristen auf einem grünen Feld wollen in einem möglichst großen Park spazieren gehen (d. h. es gibt einen Punkt für jedes Feld der zugehörigen grünen Fläche).

zusätzlich bei Stufe 2 (für Fortgeschrittene):

  • Touristen auf einem roten Feld wollen sich in einem Straßencafé ausruhen und die schöne Aussicht genießen (d. h. es gibt einen Punkt für jedes Wasserfeld, das sie von ihren Plätzen aus "sehen" können).

zusätzlich bei Stufe 3 (für Profis):

  • Jeder Tourist auf einer Sehenswürdigkeit erhält zusätzlich noch einen Punkt für jedes Straßencafé, das an seine Fläche angrenzt.
  • Jeder Tourist in einem Park erhält zusätzlich noch einen Punkt für jedes Wasserfeld, das an seine Fläche angrenzt.
  • Jeder Tourist in einem Straßencafé erhält zusätzlich noch einen Punkt für jedes Parkfeld, das auf der gegenüberliegenden Seite eines Wasserfeldes für ihn zu sehen ist.

Gewinner ist natürlich der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl. Bei einem gar nicht so seltenen Unentschieden entscheidet der zufriedenste Einzeltourist über den Sieg.

Fazit

Zugegeben - die grafische Gestaltung der Schachtel war es nicht, die mich auf das Spiel aufmerksam gemacht hat. Die skizzenhaft wirkenden Gebäudezeichnungen auf leuchtend gelbem Hintergrund erkennt man erst bei zweitem Hinsehen als bekannte Sehenswürdigkeiten. Auf mich wirkt sie jedenfalls erst einmal - na, sagen wir - uninteressant.

Dieser Eindruck setzt sich fort beim Spielmaterial. Das besteht hauptsächlich aus knapp 100 Pappplättchen, die in vier sehr plakativen Farben gehalten sind. Ich bezeichne sie mal als - wie soll ich's sagen - funktionell. Dass die einzelnen Kartensätze jeweils einer Weltstadt zugeordnet sind und die gelben Sehenswürdigkeits-Felder berühmte Bauwerke dieser Städte zeigen, habe ich erst nach dem ersten Spiel bemerkt.

Trotz dieses für mich gar nicht so auffordernden Materials lag Cities dann irgendwann doch einmal auf dem Spieltisch. Die Spielregel erwies sich als sehr gut gelungen: Auf den vier Seiten, von denen die Hälfte aus sinnvollen erklärenden Beispielabbildungen besteht, bleiben keine Fragen offen. Na gut, die Regeln sind ja auch sehr einfach. Das komplizierteste ist noch, die Unterschiede der verschiedenen Spielstufen zu verinnerlichen, aber schwierig ist auch das nicht.

Der Spielablauf ist bestechend einfach: Einer deckt das nächste Plättchen auf, alle legen das entsprechende Plättchen und setzen/versetzen einen Touristen. Da man ja immer nur ein Plättchen platzieren muss und über die noch folgenden Plättchen wenig Informationen hat, geht dies auch sehr flott vonstatten.

Und ich muss sagen: Mir macht das Spiel Spaß! Es sollte aber jedem klar sein, dass es sich mehr oder weniger um ein Solitärspiel handelt, bei dem der einzige Kontakt darin besteht, am Ende seine Punktzahl miteinander zu vergleichen. Von daher wird das Spiel kaum jemandem gefallen, der einen geringen Interaktionsgrad als Mangel eines Spieles ansieht. Ich aber tüftele gerne ein bisschen vor mich hin ...

Die Solovariante, bei der das Ziel ist, seinen eigenen Highscore zu überbieten, finde ich nicht so spannend. Je mehr Teile ich ziehe, bei dem zwei gleichfarbige Felder nebeneinander angeordnet sind, desto mehr Punkte kann ich erzielen, denn nur dann sind große zusammenhängende Flächen möglich. Ohne diese Plättchen schaffe ich meinen Highscore nicht. Da bringt es mir wirklich mehr, die eigene Punktzahl mit der eines Konkurrenten zu vergleichen, der die gleichen Plättchen wie ich zu verbauen hatte.

Strategien gibt es hier kaum: Man versucht, möglichst große gelbe oder grüne Flächen zu bilden bzw. einzelne rote Felder mit möglichst viel blauen Feldern zu umgeben. Das ergibt sich aber meistens aus den aufgedeckten Plättchen - zu planen gibt's da wenig. Empfehlenswert ist es, sich ein oder zwei Figuren für die letzten Züge übrig zu lassen - so manches Mal habe ich mich schon über zu frühzeitiges Einsetzen geärgert und später eine größere Beute verpasst.

Durch die verschiedenen Schwierigkeitsstufen bei der Abrechnung lassen sich Kinder und nicht so geübte Spieler sehr gut an das Spiel und an sein Wertungssystem heranführen. Wobei die Stufe 1 schon SEHR einfach ist. Die zweite Stufe nimmt nur die Wertung für die roten Felder hinzu, das sollte jemand, der die erste Stufe begriffen hat, auch in der nächsten Partie verstehen können. Die dritte Stufe verlangt allerdings schon ein bisschen mehr Zählerei und Optimierung. Da geht die Lockerheit der 2. Stufe schon etwas verloren - jedenfalls, wenn man alle Wertungen bei jedem Plättchen im Auge behalten möchte. Angesichts der Spieldauer von ca. 20 Minuten pro Spiel gefällt mir die 2. Stufe daher am besten. Meistens bleibt es auch nicht bei einer Partie ...

Als "Spiel für zwischendurch" empfehle ich das Spiel also gern - ich könnte mir aber vorstellen, dass Cities auf Dauer bzw. über viele Partien hinweg etwas zu wenig Abwechslung bietet. Vielleicht schaffen da die Varianten unter www.martynf.com Abhilfe - diese habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Rezension Ralph Bruhn

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Cities: 3,9 3,9, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.06.09 von Ralph Bruhn - Ähnliches Spielprinzip wie "Take it easy" oder "Würfelbingo". Wer die mag, sollte auch Cities ausprobieren.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.12.08 von Michael Andersch - "Carcassonne" meets "Take it easy". Macht aber trotzdem Spaß ;-) Im Ernst: Nettes Spiel, dass sich schnell und locker runterspielen lässt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.02.09 von Silke Hüsges
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.06.09 von Stephan Rothschuh
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.06.09 von Randolph Betten - Eher banales Legespiel. Spielt sich sehr leicht runter und stellt eine Mischung bekannter Elemente dar. Wahrscheinlich etwas für Zwischendurch.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.06.09 von Sandra Lemberger - Schönes Familienspiel mit drei Schwierigkeitsstufen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.06.09 von Horst Sawroch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.07.09 von Michael Kahrmann

Leserbewertungen

Leserwertung Cities: 3,8 3.8, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.06.09 von Björn Kalies
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.06.09 von Cyberian - Gääääähn...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.07.09 von Dirk Grundmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.06.12 von Andreas Günter - Spielt man es mit Kindern kann man 5 Punkte vergeben. Insgesamt ein nettes Legespiel für Grübler und aus dem Bauch-heraus-Spieler, das zurecht auf der Empfehlungsliste für SdJ stand.

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