Rezension/Kritik - Online seit 13.12.2009. Dieser Artikel wurde 4569 mal aufgerufen.

Samurai - The Cardgame

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Autor: Reiner Knizia
Verlag: Abacus Spiele
Rezension: Randolph Betten
Spieler: 2 - 4
Dauer: 60 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2009
Bewertung: 3,2 3,2 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 4971
Download: Kurzspielregel [PDF]
Samurai - The Cardgame

Spielziel

„Wollen wir Samurai mit ins Café nehmen?“
„Och nee, das ist zu groß für den Café-Tisch.“
„Na, da haben wir aber Glück gehabt, denn jetzt gibt es ja das Kartenspiel. Da hat sich der Autor eine Verschlankung des Spiels ausgedacht. Jetzt können wir die kleine Schachtel überallhin mitnehmen.“

Ablauf

Eines meiner Lieblingsspiele ist zurück. Samurai als Brettspiel von Hans im Glück ist ein wunderbares Mehrheitenspiel, welches durch schönes Material und gute Grafik wunderbar ergänzt wird. Jetzt soll Samurai-light als Kartenspiel das gleiche Spielgefühl hervorrufen.

Wir 2 bis 4 Spieler sollen – glaubt man den Ausführungen auf der Schachtel – den Traditionen der Samurai folgen, um dieses Spiel zu gewinnen. Beim Öffnen der Schachtel werden wir nicht gerade erschlagen von einer opulenten Materialfülle. Vielmehr finden wir ein Kartendeck – bestehend aus 60 Einflusskarten in vier Farben sowie 44 Dorfkarten. Außerdem fallen uns 48 runde, dreieckige und quadratische Holzteile entgegen. Diese stellen – so lernen wir es in der Spielregel – Helme, Buddhas und Reisfelder dar.Ausgestattet sind wir mit einem Satz Einflusskarten. Diese zeigen entweder eines der drei Symbole mit einem Einfluss von 2 bis 4 oder einen Samurai mit den Werten 1 bis 3. Symbole wirken dabei nur auf gleiche Symbole, der Samurai auf alle Symbole.

Unsere Karten legen wir an eine ausliegende Dorfkarte an. So entsteht auf Dauer eine schachbrettartige Auslage von Einfluss- und Dorfkarten, denn Dorfkarten werden jeweils ergänzt, wenn zwei Einflusskarten an einen leeren Platz angrenzen. Ziel unserer Aktion ist es immer, den größten Einfluss auf ein Dorf zu nehmen. Auf den Dorfkarten sind jeweils ein, zwei oder drei Symbole zu sehen. Liegen vier Einflusskarten um ein Dorf herum, wird dieses gewertet. Zeigt das Dorf beispielsweise einen Kreis, erhält der Spieler mit dem größten Kreis-Einfluss einen runden Wertungsstein usw. Bei Gleichstand gewinnt keiner den Wertungsstein.

Wichtig für die Regeln während des Spiels ist es noch, dass man immer fünf seiner Einflusskarten auf der Hand hält. Erst wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist, werden es langsam weniger Karten. Das Spiel endet, wenn alle Spieler ihre Einflusskarten ausgespielt haben, wenn eine Symbolart oder die Dorfkarten aufgebraucht sind. Das ist nach ca. 30 Minuten der Fall.

Danach kommt es zur Endwertung. Nur ein Spieler, der in einer Symbolart die Mehrheit hat, kann mit um den Sieg spielen. Alle anderen können als Verlierer schon einmal einpacken. Das Mehrheitssymbol wird nun bei allen verbliebenen Finalisten aussortiert. Gewonnen hat jener Samurai, der nun noch die meisten Wertungssteine vor sich liegen hat.

Fazit

Nach einem kurzen Regelstudium (vier DIN A5-Seiten) können wir sehr schnell in das Spiel einsteigen. Samurai in der „kleinen“ Kartenspielbox scheint fürs Café jedoch trotzdem nicht geeignet zu sein. Bei 2 Spielern hat es die Ausmaße von ca. 60 cm², bei vier Spielern etwas mehr. Da passt kein Café Latte mehr auf den Tisch.

Bei dem "Kartenabklatsch" handelt es sich um ein rein abstraktes Spiel. Was der Verlag mit der Schachtel noch überdecken möchte, wird bei den Karten jedoch sehr offensichtlich: Ein Spiel um Symbole mit einem gleichbleibend flachen Handlungsverlauf reißt eine Spielgruppe nicht wirklich vom Hocker. Weder als Einstieg noch als Ausklang eines Spielabends entwickelt es einen großen Reiz auf die Mitspieler. Monotones Ablegen von Karten und die Suche nach dem effektivsten Platz können mitunter viel Zeit in Anspruch nehmen. Diese Zeit nutzen die Mitspieler schon einmal, sich auf das nächste Spiel zu freuen.

Sehr gut gefällt mir hingegen die Endwertung. Zwar war ich in meinen Runden meist der Leidtragende, da ich insgesamt die meisten Wertungssteine hatte, jedoch in keiner Art die Mehrheit. Das disqualifiziert mich automatisch fürs Finale. Aber der Mechanismus ist - wie auch im Grundspiel - wirklich sehr schön.

Als Besitzer von Samurai - dem Ursprungs-Brettspiel - fragt man sich nun sicherlich, ob sich die Anschaffung des Kartenspieles lohnt. Es handelt sich vielfach um gleiche oder ähnliche Mechanismen, jedoch ist die Spielidee im Brettspiel erheblich schöner und passender umgesetzt. Karten abzulegen ist in dieser Form nach meinem Empfinden eher ermüdend, zumal das Spiel mit seiner grafischen Gestaltung auch optisch nicht bsonders zum Spielen einlädt.

Ich für meinen Teil habe jedoch das Kartenspiel als Anregung gesehen, endlich mal wieder das wirklich schöne Brettspiel aus dem Schrank zu holen. Der leere Platz im Regal wird aber sofort mit dem Kartenspielbruder gefüllt und wahrscheinlich nicht mehr so schnell vakant.

Rezension Randolph Betten

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Samurai - The Cardgame: 3,2 3,2, 5 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.10.09 von Randolph Betten
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.10.09 von Silke Hüsges
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.11.09 von Michael Andersch - Absolut gesehen ok, im Vergleich zum Brettspiel gibt es allerdings keinen Grund, weswegen man das Kartenspiel haben oder spielen sollte. Die Riesenauslage (die noch dazu in unvorhersehbare Richtungen wuchert) nervt.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.11.09 von Barbara Winner
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.11.09 von Roland Winner

Leserbewertungen

Leserwertung Samurai - The Cardgame: 4,0 4.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.09.15 von Martin - Einfache Regeln, spannender Verlauf. Allerdings braucht das Spiel viel zu viel Platz auf dem Tisch. Das Brettspiel ist aber unübertroffen v.a. wg. des schönen Materials.

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