Rezension/Kritik - Online seit 07.06.2007. Dieser Artikel wurde 6809 mal aufgerufen.

Burgritter

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Autor: Christian Tiggemann
Illustration: Ulrike Fischer
Verlag: HABA - Habermaaß GmbH
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 10 - 15 Minuten
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2007
Bewertung: 4,8 4,8 H@LL9000
Ranking: Platz 1073
Burgritter

Spielziel

Jubel auf der Burg, denn König Burgfried kommt nach Hause. Jetzt müssen seine Ritter schnell noch die Burgtürme fertig stellen, damit von ihren Spitzen die Fanfaren erklingen können! Da nicht mehr viel Zeit bleibt, kann dieses Unternehmen jedoch nur gelingen, wenn alle Burgritter zusammenhelfen und an einem Strang ziehen.

Ablauf

Der Schachtelboden ist die Ritterburg und wird in die Tischmitte gestellt. Vor das Burgtor wird der Weg, auf dem der König Richtung Burg schreitet, gelegt und der König auf das erste Feld des Weges gestellt. Die Bausteine sowie die drei Holzfiguren werden in großzügigem Abstand um die Burg herum aufgestellt und die Turmkarten werden als verdeckter Stapel bereit gelegt.

Je nachdem, wie viele Leute mitspielen, erhält jeder ein bis zwei Schnüre des "Bauhelfers". Dabei handelt es sich um ein Quadrat aus Gummischnüren, von dessen Ecken jeweils eine lange Gummischnur abgeht, welche wiederum in der Hand eines Spielers landet.

Wenn eine Karte umgedreht wird, schauen alle schnell nach, welcher Bauklotz das unterste Turmteil bilden soll. Danach wird die Sanduhr umgedreht. Auf Kommando versuchen alle Spieler gemeinsam, den Bauhelfer durch Spannen der Schnüre über diesen Baustein zu stülpen, die Schnüre wieder lockerzulassen, den Baustein anzuheben, auf den gewünschten Platz in der Burg zu stellen und durch Spannen der Schnüre wieder loszulassen. Danach sollte mit dem laut Karte nächsten Baustein ebenso verfahren werden, nur dass dieser Klotz dann auf den ersten gestellten werden muss. Den Abschluss eines solchen Turmes bildet immer eine der drei Figuren.

Gelingt es den Spielern, den Turm vor Ablauf der Sanduhr aufzubauen, dürfen sie die entsprechende Karte in den Teil der Burg legen, wo gebaut wurde. Fielen vor der Fertigstellung einige Turmteile um und schaffen es die Spieler trotzdem in der vorgegebenen Zeit, den Turm zu vollenden, waren sie ebenfalls erfolgreich. Der Turm wird wieder abgebaut und eine neue Runde beginnt.

Sind die Spieler zu langsam (Sanduhr war vor Vollendung des Turmes abgelaufen), rückt der König ein Feld in Richtung Ritterburg vor.

Das Spiel endet, wenn entweder

· in allen drei Innenhöfen eine Karte liegt – alle Spieler haben zusammen gewonnen; oder

· König Burgfried in die Ritterburg zieht – dann haben alle zusammen verloren.

Fazit

Das Spiel präsentiert sich in gewohnt guter Haba-Qualität und alles wirkt sehr farbenfroh. Wie lange der Bauhelfer halten wird, lässt sich schwer sagen. Ich denke, er wurde auf bestmögliche Weise hergestellt, um möglichst lange Lebensdauer zu garantieren, aber wie sich das ständige Ziehen an den Gummischnüren langfristig auswirkt, bleibt abzuwarten. In unserem Exemplar zeigt er nach unzähligen Spielen jedenfalls noch keine Abnutzungserscheinungen.

Burgritter ist ebenso schnell erklärt wie aufgebaut. Lediglich beim Bauhelfer kann etwas "Entwirrarbeit" anfallen, wenn man ihn nach dem vorhergehenden Spiel nicht einigermaßen sorgfältig in die Schachtel gelegt hatte.

Auch das Spiel an sich läuft recht flott ab. Schließlich steht die Sanduhr daneben und macht zeitlich Druck. Unsere Sanduhr braucht etwa 50 Sekunden, bis sie abgelaufen ist. In dieser Zeit auf die oben beschriebene Art und Weise vier Holzteile übereinander zu stapeln, erfordert schon einiges an Geschicklichkeit. So passiert es in den ersten Spielen öfters, dass alle zusammen verlieren, weil der König schneller im Burghof steht, als die drei Türme aufgebaut werden konnten. Schließlich hat er ja auch nur vier Felder zurückzulegen, was gleichbedeutend mit vier Misserfolgen der Spieler ist, die sich bei mangelnder Routine doch sehr schnell einstellen.

Hat man den Dreh jedoch erst einmal raus, dann ist es normalerweise kein Problem mehr, die Türme schnell genug aufzubauen. Obwohl dann der Reiz, fertig zu sein, bevor der König die Burg betritt, wegfällt, finden sich genug Alternativen:

Man versucht, 5 Teile übereinander zu stapeln, was eine echte Herausforderung darstellt, denn dies gelingt auch mit viel Übung nur schwer. Oder man sortiert vor dem Spiel alle Karten aus, die nicht den braunen Bauklotz beinhalten. Dieser hat nämlich keine gerade, sondern eine gerundete Oberfläche, die das Abstellen anderer Bauteile erschwert.

Umgekehrt kann man natürlich genauso gut alle Karten mit dem braunen Bauklotz aussortieren, womit das Spiel leichter wird. Denn es ist zwar für Kinder ab 5 Jahren gedacht, aber schon meine 3 ½-Jährige Tochter hat es mit Begeisterung mitgespielt und war dabei geschickt genug, uns den Sieg meistens zu ermöglichen. Allerdings war ständiges Zurufen eines Erwachsenen (zieh', lass' locker, nicht so fest ...) nötig, damit es auch funktionierte.

Das Spiel erfordert ein hohes Maß an Zusammenarbeit. Deshalb wird es für Kinder ab 5 Jahren schwierig, wenn wirklich nur Gleichaltrige mitspielen – dann fehlt eindeutig jemand, der das Kommandieren übernimmt und der Sieg rückt in diesem Fall in weite Ferne. Aufgrund der äußerst kurzen Spieldauer war das jedoch immer Anlass, es noch einmal und noch einmal zu versuchen. Wir haben hier öfter den König und seinen Weg weggelassen und die Kinder schon zu Siegern erklärt, wenn sie es schafften, einen Turm vor Ablauf der Sanduhr fertig zu stellen.

Sie sehen, dieses Spiel lädt förmlich dazu ein, sich neben den vom Verlag vorgeschlagenen Varianten auch eigene Änderungen auszudenken, die den Sieg erleichtern oder erschweren sollen.

Die Idee mit dem Bauhelfer ist erfrischend neu und hebt das Spiel aus der Masse der anderen, größtenteils auch nicht schlechten Kinderspiele, eindeutig heraus. Zumindest im Bereich der Gesellschaftsspiele ist die Idee neu; denn wer als Kind bzw. Jugendlicher öfter bei Jugendfreizeiten dabei war, weiß, dass man dieses Spiel auch mit Flaschen, Gummi, Schnüren und einem Ball spielen kann, indem man einen Ball auf einen Flaschenhals legt und versucht, ihn mithilfe des Gummis und der Schnüre auf eine andere Flasche zu heben, ohne dass die Flaschen umfallen bzw. der Ball runterfällt.

Ich persönlich finde es auch angenehm, dass mit Burgritter wieder einmal ein Spiel mit "normalen" Schachtelmaßen auf den Markt kommt – all die überdimensionierten, teilweise wirklich aufgeblähten Riesenschachteln hat man irgendwann einfach satt, und vor allem gehen einem mit der Zeit die Ideen aus, wo man die großen Dinger im ohnehin überfüllten Kinderzimmer noch unterbringen soll.

Burgritter garantiert jedenfalls Spielspaß und hat sich meines Erachtens seinen Platz im Spielregal eindeutig verdient.

Rezension Sandra Lemberger

Regelvarianten

Variante für jüngere Burgritter:

Die auf den Karten abgebildeten obersten Figuren werden weggelassen.

Variante "Jeder mit jedem" für 3 oder 4 Spieler:

Es spielen immer nur zwei Spieler zusammen, die sich ständig abwechseln. Der König kommt aus dem Spiel und es geht nur darum, einen Turm innerhalb der vorgegebenen Zeit zu bauen. Bei Erfolg erhält man als Belohnung eine Karte, andernfalls eben keine. Wer am Ende die meisten Karten sammeln konnte, gewinnt das Spiel.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Burgritter: 4,8 4,8, 5 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.05.07 von Sandra Lemberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.05.07 von Frank Schwarz
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.06.07 von Uta Weinkauf
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.11.07 von Ralph Bruhn - Mach in den ersten Spielen sehr viel Spaß, nur der Wiederspielreiz lässt zu wünschen übrig
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.01.08 von Michael Andersch - Interessantes Prinzip, aber schon ziemlich knifflig. Für meinen Sohn (5J) anfangs sehr frustrierend.

Leserbewertungen

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