Rezension/Kritik - Online seit 14.01.2020. Dieser Artikel wurde 1031 mal aufgerufen.

Chocolatiers

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Autor: Isaias Vallejo
Illustration: Claire Donaldson
Verlag: Schwerkraft-Verlag
Daily Magic Games
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 5
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2019
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 3825
Chocolatiers

Spielziel

In diesem Spiel werden Pralinenschachteln gepackt. Nicht einfach nach Wunsch, sondern nach bestimmten Vorgaben. Wer das am schnellsten schafft, wird Chocolatier des Abends.

Ablauf

Als Vorbereitung werden fünf Pralinenschachtelteile offen ausgelegt. Diese quadratischen Plättchen zeigen jeweils vier Plätze mit den Abbildungen verschiedener Pralinen, manchmal ist einer davon leer. Außerdem werden die Siegpunktplättchen fürs Spielende bereitgelegt sowie sechs Pralinenkarten. Wer an der Reihe ist, darf zwei Aktionen ausführen, wobei folgende zur Auswahl stehen:

Eine offen liegende Pralinenkarte nehmen: Auf Wunsch darf man auch eine abwerfen und dafür zwei Karten auswählen. Dabei ist darauf zu achten, dass das Handkartenlimit am Ende des Zuges bei sechs Karten liegt.

Eine Pralinenschachtel füllen: Dazu wählt man eines der Schachtelplättchen, gibt die darauf geforderten Pralinenkarten ab und legt es in seine Auslage. Fehlende Pralinenkarten dürfen dabei durch zwei beliebige gleiche Karten ersetzt werden. Beim Legen des Schachtelteils muss darauf geachtet werden, dass die Pralinenschachtel am Ende eine Auslage aus 2 x 3 Plättchen bilden muss und dass einmal gelegte Teile nicht mehr umplatziert werden dürfen.

Einen Joker einsetzen: Joker können entweder auf leere Plätze in der Pralinenschachtel gelegt werden. Am Ende gibt es nämlich 1 Bonuspunkt, wenn in der eigenen Schachtel kein leerer Platz zu sehen ist. Er kann aber auch auf eine beliebige Praline gelegt werden. In jedem Fall nimmt der Joker am Spielende beim Zählen die Art jeder benachbarten Praline an.

Ein Pralinenschachtelplättchen reservieren: Dazu nimmt man das gewünschte Plättchen aus der Auslage und legt einen eigenen Joker darauf. Zu einem späteren Zeitpunkt kann das Plättchen der eigenen Pralinenschachtel hinzugefügt werden, der darauf platzierte Joker kommt dann jedoch aus dem Spiel.

Sobald ein Spieler sein sechstes Schachtelteil gelegt hat, wird nur mehr die Runde zu Ende gespielt. Punkte gibt es dann wie folgt:

  • 1 für jeden übrig gebliebenen Joker
  • 1 wenn die Schachtel keine leeren Plätze aufweist
  • 2 für das Beenden des Spiels
  • 6 Punkte für die meisten Pralinenschachtelteile mit 3 bzw. 4 Punkten
  • für die Schachtelteile gemäß Aufdruck
  • 3 bis 5 Punkte für die Mehrheiten an zusammenhängenden Pralinen jeder Sorte

Fazit

Schwerkraft goes light – dass der Verlag Schwerkraft der Spielewelt nicht nur harte Brocken anbietet, beweisen die Spiele, die unter der Kategorie "Leichtkraft" laufen. Chocolatiers ist eines davon. Und so sind die vier Aktionsmöglichkeiten des Spiels entsprechend schnell verinnerlicht, auch vor der ersten Partie benötigt man nicht lange, um die kurzen und eingängigen Regeln zu verstehen. Das ist sicherlich nicht nur auf das einfache Spielprinzip zurückzuführen, sondern auch darauf, dass Chocolatiers keine bahnbrechend neuen Elemente enthält. Es ist ein gemütliches Spiel für Gelegenheitsspieler oder Familien, sowohl im Hinblick auf den Anspruch als auch auf die Spieldauer.

Letztere hängt von der Spieleranzahl ab und liegt in der Maximalbesetzung zu fünft bei etwa 45 bis 60 Minuten, was für meinen Geschmack schon fast ein bisschen zu lange ist, weshalb ich es am liebsten zu dritt spiele. Dann passiert es auch nicht so häufig, dass einem jemand ein Schachtelteil vor der Nase wegschnappt, so dass man besser planen kann. Einige meiner Mitspieler mochten aber gerade dieses Element in größerer Runde. Schließlich gibt es ja auch die Möglichkeit, sich Schachtelteile zu reservieren, allerdings kostet dies einen ganzen Spielzug sowie noch zusätzlich einen Joker. Da das Spiel oft sehr knapp ausgeht, kommt es unter Umständen auf genau diesen einen Spielzug an oder auch auf den einen Punkt, den ein nicht eingesetzter Joker am Ende bringt.

Joker lassen sich auch meistens sinnvoller verwenden, denn da sie beim Feststellen für die Mehrheiten jeweils 1 für ALLE benachbarten Pralinensorten zählen, kann ein günstiges Platzieren viele Punkte bringen, zumal um die Mehrheiten bei den Pralinen immer großes Gerangel herrscht. Denn Punkte gibt es nur für die alleinige Mehrheit, schon bei Gleichstand gehen alle Beteiligten leer aus.

Immer noch erstaunt mich das zumeist sehr abrupt wirkende Ende einer Partie. Denn sobald jemand sein sechstes Schachtelteil legt, ist am Ende dieser Runde Schluss. Man sollte meinen, dass der Startspieler hier einen gewissen Vorteil hat, aber in all meinen Testrunden, gewannen häufig genug auch Spieler, die in der Reihenfolge weiter hinten saßen. Vielmehr kommt es auf gute Planung an, natürlich auch auf das Kartenglück in der zur Auswahl stehenden Auslage sowie auf die Tatsache, was die Mitspieler sammeln. Bekämpft man sich hier mit einem Mitspieler bei einer der häufig vorkommenden Pralinenarten, so investiert man wahrscheinlich zu viel Kraft in eine Sorte. Besser ist es immer, ein zweites oder vielleicht sogar drittes Pferd im Stall zu haben. Richtiges Pech und damit auch schlechte Chancen auf einen Sieg hat man jedoch, wenn jede Sorte, auf die man sich spezialisieren will, auch von anderen gesammelt wird. Oft genug kann es dann zu Gleichständen kommen und man geht im Hinblick auf diese Punktegruppe komplett leer aus – das kann auch mal frustrierend sein.

Schokolade, das Seelenfutter. Mit diesem Thema gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige Spiele, jetzt aber zum Glück eines mehr. Wer einen einfachen, aber nicht banalen Absacker sucht oder ein Spiel für die ganze Familie, kann an Chocolatiers Gefallen finden.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Chocolatiers: 3,0 3,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.09.19 von Sandra Lemberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.09.19 von Michael Andersch - Völlig langweilig - Karten sammeln, Aufträge erfüllen. Letzteres halbwegs geschickt, um über Mehrheiten zu punkten. Hat mich total an das ebenso langweilige und gleichartige "Moorea" erinnert.

Leserbewertungen

Leserwertung Chocolatiers: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.10.19 von Daniel R. - Besser als erwartet.

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