Rezension/Kritik - Online seit 06.10.2007. Dieser Artikel wurde 4650 mal aufgerufen.

De Ontembare Stad

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Autor: Hans van Tol
Illustration: Yvon-Cheryl Scholten
Gerda van Gijzel
Verlag: The Game Master BV
Rezension: Ferdinand Kther
Spieler: 2 - 5
Dauer: 60 - 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2004
Bewertung: 3,1 3,1 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 6241
De Ontembare Stad
Erweiterungen/Hauptspiel:De Ontembare Stad: Het Verraad
Auszeichnungen:2005, Nederlandse Spellenprijs Gewinner2005, Nederlandse Spellenprijs Nominierung

Spielerei-Rezension

Es gibt unscheinbare Spiele, die durch ihren Spielreiz auffallen und auch solche, die unscheinbar bleiben; und es gibt auffllige Spiele, die durch mangelnden Spielreiz unscheinbar werden und auch solche, die auffllig bleiben.

Buchstblich in letzter Minute fiel mir auf der letzten SPIEL ein Spiel ins Auge, dessen Verlag einen etwas ungnstigen Standplatz hatte, sonst wre ich vielleicht eher darber gestolpert. Ein buntes, groes rundes Spielbrett, viele ebenso bunte Holzspielsteine und jede Menge Karten im Miniformat - und ein im Schnelldurchgang erklrter interessant scheinender Spielverlauf.

Also wollen wir dieses "Strategiespiel fr Gromeister", so der Untertitel des niederlndischen Werkes, mal genauer unter die Lupe nehmen. Die von einem bersetzungsbro angefertigte deutsche Regel ist einwandfrei, mit einigen eher niedlichen ungebruchlichen Ausdrcken, z. B. Drehstapel statt Zugstapel. Das tut der Verstndlichkeit aber keinen Abbruch, Material und Regeln sind detailliert erklrt, sogar eine Beispielrunde wird akribisch beschrieben. Vorbildlich, aber eigentlich berflssig, denn die Regeln sind denkbar einfach.

Von der Mitte, dem Stadtzentrum, ausgehend, ist der Spielplan sozusagen in Tortenstcke eingeteilt, gleichzeitig auch in drei Ringe um das Zentrum herum, so dass sich Felder in der Form eines gleichschenkligen Trapezes ergeben, mit zwei gebogenen Seiten. Die Felder sind mit unterschiedlich vielen Punkten markiert (das ist der jeweilige Kaufpreis) und nennen einen Bonusbetrag zwischen Null und plus Drei. Durch die Landschaft schlngeln sich drei Straen und zwei Flsse, die besondere Bedeutung fr den Bau von Gebuden haben.

Die vielen kleinen Gebudekarten gibt es in vier Sorten, von jeder Sorte wiederum viele verschiedene Gebude mit unterschiedlichen Ertrags- gleich Bauwerten.

Nach einer Anfangsaufstellung, in der die Spieler drei ihrer Ritter genannten Holzzylinder auf leere Gebiete stellen, geht es los; jeder Spieler hat ein gewisses Anfangskapital und ein paar Gebudekarten. Der groe Rest der Gebudekarten liegt mit Ereigniskarten gemischt als "gedeckter Drehstapel", heit verdeckter Zugstapel, bereit. Die Punktemarker der Spieler stehen auf einer rings um den Spielplan verlaufenden Kramerleiste.

Der Ablauf ist schnell erklrt: Wer an der Reihe ist, deckt die oberste Karte des Stapels auf und alle Spieler mit einem Gebude gleicher Farbe auf dem Spielplan bekommen den auf ihrer Karte genannten Betrag zuzglich eventuellem Bonusbetrag des Feldes. Hat man mehrere Gebude dieser Farbe, muss man eins davon auswhlen. Eine aufgedeckte Ereigniskarte wird ausgefhrt und gilt immer fr alle Spieler; es wird so lange weiter aufgedeckt, bis eine Gebudekarte kommt.

Der Spieler am Zug bekommt nun die aufgedeckte Gebudekarte und kann anschlieend beliebig Gebudekarten verkaufen oder offene, zuvor verkaufte ankaufen, die aber meist mehr kosten als sie wert sind. Auerdem kann er maximal zwei noch leere Gebiete kaufen (angrenzend an eigene Gebiete, die wieder mit einem Ritter markiert werden), und maximal zwei Gebude auf eigenen, leeren Feldern errichten. Das kostet den auf der Karte angegeben Wert (gleich Ertragswert, s. o.) und er legt die Karte auf das Feld. Zum Schluss des eigenen Zugs zhlt er auf der Kramerleiste die Punkte seiner neu errichteten Gebude hinzu. Wer zuerst eine bestimmte Punktzahl erreicht, abhngig von der Spieleranzahl, darf sich Gromeister nennen und hat gewonnen.

Sicher gibt es noch ein paar weitere Regeldetails. So drfen nicht alle Gebude berall errichtet werden (z.B. Gewerbegebude nicht im innersten Ring oder Stadtgebude nicht auf Flussfeldern usw.), das ist auch sehr bersichtlich auf jeder Karte selbst vermerkt. Stadtgebude haben noch ein weiteres, unangenehmes Merkmal: Wird ein solches aufgedeckt, mssen alle Spieler Steuern zahlen, d. h. drfen maximal fnf Bausteine, so heit hier die Whrung, behalten. Das schafft zwar einerseits eine gewisse Chancengleichheit, macht andererseits aber schnell Planungen kaputt und hat eher strenden Charakter. Gleiches gilt leider auch fr die Ereigniskarten, die zwar sowohl Gutes als auch Schlechtes bringen, aber das Spiel stark, meiner Meinung nach zu stark beeinflussen. Und gleiches gilt auch noch fr die so genannten Einflusskarten, die man bei bestimmten Punktestnden erhlt oder gegen Bares kaufen kann, wenn auch in streng begrenzter Anzahl.

Eins steht schon mal fest: Von Strategie kann keine Rede sein. Die Zufallselemente, die zu jedem Spiel gehren wie die Margarine aufs Brot, sind zu zahlreich und zu mchtig - man wird im Wesentlichen gespielt statt zu spielen. Dass der Titel irrefhrend ist, wre prinzipiell nicht so tragisch, wenn anderweitig gengend Substanz bestnde, passt aber leider ins Bild: "Unbezwingbar" suggeriert Kampf, Planung und Strategie - nichts von alledem ist vorhanden.

Gebiete kaufen, nach bestimmten Regeln darauf Gebude(karten) bauen, dafr Punkte kassieren, wobei jedwede Planung zumeist durch "hhere Gewalt" zunichte gemacht wird - das ist kurz zusammengefasst De Ontembare Stad.

Die "Strategische Variante" (damit wird schon richtigerweise selbst zugegeben, dass das so genannte Basisspiel nicht strategisch ist) haben wir bisher nicht ausprobiert, ich befrchte aber, dass sie ihrem Anspruch ebenso wenig gerecht wird wie schon das Basisspiel. Zwar kann man dann fremde Gebiete durch Isolation bernehmen, Gebude und Ereignisse werden in drei Zeitperioden sortiert, der Handel luft etwas anders ab und Gromchte (bestimmte Anzahl einer Gebudesorte) geben extra Punkte und Einknfte. Wrde man die Ereigniskarten weglassen, knnte sich dann vielleicht tatschlich ein strategisches Spiel entwickeln. Hmm, keine schlechte Idee, werde ich glatt mal ausprobieren.

Schade, Material und die gesamte Aufbereitung sind liebevoll gemacht und von bester Qualitt. Sicher hat der Autor auch viel Herzblut fr dieses Spiel gegeben. Aber es muss sich an der groen Konkurrenz messen lassen und schneidet dabei nicht gut ab. Der eigene Anspruch (Strategiespiel) wird nicht erfllt, was verschmerzbar wre, wenn das Spiel wenigstens durch originelle Mechanismen und Ideen berzeugen knnte, doch da begegnet uns nur Durchschnitt.

Zurck zum Anfang: De Ontembare Stad ist ein aufflliges Spiel, bedauerlicherweise mit geringem Spielreiz. Neue Verlage sind immer willkommen, zumal welche mit solch lobenswertem Engagement. Vielleicht zeigt der Verlag The Game Master ja schon auf der nchsten Spiel, dass er seinem Namen alle Ehre macht, das wrde mich freuen.

Rezension Ferdinand Kther

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung De Ontembare Stad: 3,1 3,1, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.06.07 von Ferdinand Kther
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.03.05 von Jochen Traub
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.03.05 von Kathrin Nos - Das Thema (wenngleich nicht gerade das erste Mal in einem Spiel verwendet...) finde ich sehr ansprechend. Das Glckselement durch die Steuer und die Ereigniskarten ist aber viel zu heftig! Hier habe ich das Gefhl, gespielt zu werden.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.03.05 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.03.05 von Sandra Lemberger - Habe nur die Einsteigerversion gespielt - vielleicht macht die Profiversion die Sache attraktiver!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.10.05 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.12.06 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.07.07 von Ralph Bruhn - Das Spiel hat den Anspruch, strategisch zu sein. Da aber jeder, der das Pech hat, in Fhrung zu gehen, sofort von allen Seiten Prgel bekommt, ist es absoluter Zufall, wer denn gerade als erster die Siegbedingung erfllt. Nix fr mich.

Leserbewertungen

Leserwertung De Ontembare Stad: 3,0 3.0, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.10.07 von Wolf von der Osten-Sacken - Hm, das Glckselement finde ich nicht zu dominierend und dass sich alle auf jemanden strzen, der in Fhrung liegt, ist doch ein ganz normales Spielelement. Gbe es eine 4 1/2 , dann wrde ich das fr Spielreiz geben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.10.07 von Sarah Kestering

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