Rezension/Kritik - Online seit 11.07.2004. Dieser Artikel wurde 8294 mal aufgerufen.

Die wilden Fussballkerle - Das Kartenspiel

Direktlinks zu den Rezensionsblcken
Autor: Thorsten Lpmann
Andreas Wetter
Illustration: Jan Birck
Norbert Maier
Verlag: AMIGO
Rezension: Jrgen Henrich
Spieler: 2
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2003
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 5056
Die wilden Fussballkerle - Das Kartenspiel

Spielziel

Die Fuball EM 2004 in Portugal steckte voller berraschungen. Deutschland konnte sich trotz Rudi Vller gegen die starke Konkurrenz nicht durchsetzen, jedoch schaffte es ein deutscher Trainer, Otto Rehagel, gemeinsam mit der griechischen Mannschaft berraschend den Europameister-Titel zu erlangen. Die EM ist vorrber, aber der eine oder andere Zuschauer, wird sich dennoch nicht satt geschaut haben. Da kommt ein Spiel wie Die wilden Fuball-Kerle wie gerufen, sich die Wartezeit zu verkrzen. Zwei Spieler treten mit Karten gegen einander auf dem Fuballfeld an. Durch klugen Einsatz von Spielern und Aktionen gilt es, in zwei Halbzeiten die Zweikmpfe zu gewinnen, zum Torschuss zu kommen und die meisten Tore zu schieen.

Ablauf

Die Spieler legen das Fuballfeld zwischen sich. Es zeigt fr jeden Spieler einen Abwehr- und einen Angriffsbereich sowie das Mittelfeld. Jeder Spieler hat auerdem einen Torwart (Karte), der ausschlielich den Kasten sauber halten soll. Dazu hat man 31 Fuballer- und 33 Aktionskarten. Eine Fuballer-Karte gibt Auskunft ber den Namen, den Spielwert sowie die besondere Eigenschaft einer Fuballers. Jeder der 10 verschiedenen Fuballspieler ist dreimal im eigenen Spielerpool vorhanden. Jeder hat einen Wert fr die Abwehr, das Mittelfeld und den Angriff. Manche Werte sind fr einen Bereich doppelt angegeben. Je nachdem, ob man in Ballbesitz ist, gilt jeweils ein Wert. Jeder Spieler erhlt 7 Spieler-Karten auf die Hand.

Das Spiel beginnt mit dem Ansto. Der wird ausgelost. Wer in Ballbesitz ist, legt einen Spieler neben das Spielfeld. Da man sich nach dem Ansto im Mittelfeld befindet, gilt der Spielwert fr das Mittelfeld. Sein Gegner spielt ebenfalls einen Spieler aus. Es werden die beiden Spielwerte fr das Mittelfeld verglichen (Zweikampf). Wer seinen Spieler fr den Zweikampf aufwerten will, darf nun noch eine Aktionskarte aufdecken. Der erste (gelbe) Wert dieser Karte wird zu dem Spielwert addiert. Wer den hchsten Wert hat, gewinnt den Zweikampf. Wer den Ball erobert hat, darf man ihn in den nchsten Spielbereich kicken (Fuball-Figur verstellen).

Wer mit dem Ball in den Strafraumbereich des Gegners vorstt und hier den Zweikampf gewinnt, schiet auf das Tor. Dazu wird eine Aktionskarte aufgedeckt. Sie zeigt den (blauen) Wert fr einen Torschuss an. Der gegnerische Torwart dreht ebenfalls eine Aktionskarte um und versucht den Ball mit dem (weien) Abwehrwert zu fangen. Der hhere Wert gewinnt: Ist es der Angreifer, fllt ein Tor. Ist es der Torwart, geht das Spiel weiter. Ist der Wert, mit dem der Torwart den Ball abwehrte, hoch genug, schlgt er den Ball gleich in den Angriffsbereich des Gegners.

Mancher ausgelegte Spieler hat besondere Eigenschaften, die von bestimmten Spielsituationen ausgelst werden. So etwa Leon, der mit einem hohen Wert oder aus dem Mittelfeld auf das Tor schiet, sobald er den Zweikampf gewinnt. Die Aktionskarten, die die Zweikampfwerte erhhen sollen, bergen auch Tcken: Fouls und Gelbe Karten. Bei einem Foul kommt sofort der Gegner in Ballbesitz. Kommt zum Foul auch eine Gelbe Karte, wird auf dem bereit liegenden Spielblatt der Name des Verwarnten notiert. Bei einer zweiten Gelben fliegt dieser Spieler vom Platz.

Wer die Aktionskarten bemht, um auf das Tor zu schieen, kann statt eines Schusswertes auch daneben oder drber schieen. Aber es ist auch mglich, dass der Torwart gar nicht zu halten versuchen muss, wenn die Aktionskarte bestimmt, dass der Torschuss erfolgreich ist (Tor). Auch fr den Torwart halten die Aktionskarten berraschungen bereit: Statt eines Abwehrwertes kann er den Ball gleich abwehren (Gehalten), muss einen Nachschuss halten (Latte, Pfosten) oder muss ihn durchlassen (Tor).

Die erste Halbzeit endet, wenn ein Spieler keine Fuballer mehr nachziehen kann. Dann werden alle Karten gemischt und die zweite Halbzeit beginnt. In beiden Halbzeiten werden alle Tore, Torschtzen sowie Gelben Karten auf einem Spielberichtsbogen festgehalten. Das ist wichtig, weil manche Aktionen oder Fhigkeiten davon abhngen, ob ein Spieler eine Karte gesehen hat oder seine Mannschaft in Fhrung oder Rckstand ist. Wer nach der zweiten Halbzeit die meisten Tore geschossen hat, verlsst das Spielfeld als Sieger.

Fazit

Die wilden Fuball-Kerle ist eine durchaus gelungene Simulation eines Fuballspiels. Das Spielgeschehen pendelt zwischen Angriff, Mittelfeld und Abwehr und hngt ganz vom Einsatz der Karten ab. Durch kluge Kartenwahl lsst sich der Glcksanteil im Spiel ein wenig verringern, doch bleibt es der bestimmende Faktor. Die Spielkarten geben alle wichtigen Informationen (Spielwert, besondere Fhigkeit) gut erkennbar wieder. Das Design orientiert sich an der Jugendbuchreihe von Joachim Masannek und Jan Birck. Man muss es deswegen aber nicht mgen.

Doch fr den Spielfluss ist das unwichtig. Hier kommt es darauf an, alle Regeln und Bedingungen im Kopf zu haben, soll der Spielfluss nicht durch hufiges Nachlesen unterbrochen werden. Leider ist das Regelwerk nur grafisch ansprechend. Eine gute und durchgngige Strukturierung, die das Auffinden mancher Spielsituationen erleichtert, fehlt. Eher wird man von Text erschlagen, auch wenn der sich in Farbspielereien ergeht. Zudem werden an manchen Stellen fuballerische Fachbegriffe (z.B. Sturm) verwendet, die nicht allen bekannt sind. Oder ist das Spiel nur fr Fuball-Fans konzipiert?

Schade ist auch, dass weder das Regelheft noch der Block mit den Spielberichtsbgen in die Vertiefung der Schachteleinlage passen. So stehen sie (zusammen mit dem Spielplan) ber den Schachtelrand hinaus und verhindern, dass sich die Schachtel wirklich gut schlieen lsst. Doch dies ist eine ludophile Nebenschlichkeit, die vielleicht den Ordnungsfreak strt, sich auf den Spielablauf aber nicht auswirkt. So bleibt Die wilden Fuball-Kerle ein Kartenspiel mit hohem Glcksanteil, das zwei Spielern umso mehr Freude bereitet, je mehr sie von Fuball verstehen, und je mehr Zeit sie sich fr das Regelstudium nehmen. Jedoch sollte man sich nicht vornehmen, dieses Spiel mit einem Achtjhrigen zu spielen, auch wenn Amigo dieses Spiel ab 8 Jahren freigibt. Jedenfalls haben drei Achtjhrige vor dem doch recht komplexen Ablauf frhzeitig die Segel gestrichen.

Rezension Jrgen Henrich

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

Weitere Infos

Die Spieleautoren Thorsten Lpmann und Andi Wetter mussten einige Anlufe starten, bis sie das Fuballspiel bei einem Verlag unter brachten, denn Sportspiele sind in aller Regel keine Selbstlufer. Amigo-Spiele suchte sich jedoch einen sehr geschickten Moment heraus, um das Spiel heraus zu bringen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Bis zum Sommer 2004 wurde Die wilden Fuballkerle ber 40.000 mal verkauft.

Wie kommts? Ganz einfach: Die wilden Fuballkerle ist eine erfolgreiche Jugendbuchreihe ber eine Kinder-Fuball-Straenmannschaft. Das Thema wurde in 2003 in einen Film umgesetzt, der im Herbst selbigen Jahres in die Kinos kam. Parallel zum Film kam das Spiel auf den Markt und erfreut sich seit dem einer beachtlichen Beliebtheit. (Frank Gartner)

'Die wilden Fussballkerle - Das Kartenspiel' online bestellen

Kaufen bei Idealo Kaufen bei Spiele-Offensive Kaufen bei Meeple-Box 

H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Die wilden Fussballkerle - Das Kartenspiel: 3,5 3,5, 12 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.05.04 von Jrgen Henrich
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Michael Andersch
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.04.04 von Michael Reitz
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.07.04 von Jrn Griesbach
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.07.04 von Thomas Wolter
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.07.04 von Helga Wilde
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.07.04 von Jochen Traub
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.07.04 von Susanne Schlappner - Durch die vielen Texte auf den Spielerkarten wird der Spielflu unheimlich gehemmt. Bis man wei, ob die Karte gerade passt oder nicht, mu man das Spiel einige male hintereinander gespielt haben, und das dauert.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.07.04 von Stephan Gehres
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.07.04 von Klaus Jrder
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.07.04 von Nicole Biedinger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.07.04 von Frank Gartner - Man muss kein Kenner der wilden Fuballkerle sein, um Spa am Spiel zu haben. Man bentigt jedoch ein, zwei Partien, um die Karten und deren Mglichkeiten kennen zu lernen. Aus diesem Grund bentigen 8-jhrige Kinder etwas Untersttzung der Eltern oder lterer Geschwister. Die Spielergebnisse sind meist sehr realistisch. Es kann somit Halbzeiten geben, in denen kein Tor fllt. Dieses "Hin und Her" ist nicht jedermanns Sache, weshalb die Bewertungen der Mitspieler oft auch nur mittelmig ausfllt. Was das Regelwerk betrifft, schliee ich mich den Worten des Rezensenten an. Es kommt zumindest anfnglich immer wieder mal vor, dass man nachschlagen muss und dann sucht man!! Dennoch spiele ich das Spiel durchaus gerne. Ein kleines Fuballkerle-Turnier im Verlauf eines Spielewochenendes macht immer wieder Laune. Noch mehr Spa macht es, wenn man flssig von der Leber weg spielt und man parallel in die Rolle eines Fuballkommentators schlpft.

Leserbewertungen

Leserwertung Die wilden Fussballkerle - Das Kartenspiel: 5,0 5.0, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.07.04 von FM Gmr - Mir hats viel Spass gemacht auch ohne dass ich den Hintergrund der wilden Fussballkerle kennen wrde. Und Kinder hatten noch mehr Spass!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.10.04 von Carsten Pinnow
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.12.04 von Jan - Von der ersten Partie an, macht es Spass die wilden Fuball-Kerle ber den Rasen flitzen zu lassen. Gut, bei der ersten Partie muss man noch etwas nachlesen - das hlt sich aber auch in Grenzen. Leider gibt es einige wenige Fragen, die im Regelwekr nicht behandelt werden, sich aber zwangslufig im Spielverlauf stellen. Ich bin noch auf der Suche nach Antworten... Man kann sich aber auch selbst behelfen! Insgesamt ein gelungenes Spiel, dass immer mal wieder auf den Tisch kommt.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.02.10 von deni

Weitere Informationen zu 'Die wilden Fussballkerle - Das Kartenspiel' auf unseren Partnerseiten