Rezension/Kritik - Online seit 18.03.2003. Dieser Artikel wurde 8116 mal aufgerufen.

Drachenfaust

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Autor: Bruno Faidutti
Michael Schacht
Illustration: Cyrille Daujean
Julien Delval
Verlag: Days of Wonder
Rezension: Steffen Stroh
Spieler: 3 - 6
Dauer: 45 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2003
Bewertung: 2,8 2,8 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 6167
Download: Kurzspielregel [PDF]
Drachenfaust

Spielziel

Verfeindete Knigreiche streiten um die Macht. Um diese zu erlangen versuchen sie, mchtige magische Amulette, die Drachensteine, in ihren Besitz zu bringen. Dafr sind die Knige bereit, enorme Summen zu bieten, und zwar fr alles und jeden, der ihnen die mchtigen Steine zu berbringen vermag: Zwergen, Hexen, Kobolde, und manch andere zwielichtige Gestalt...

Ablauf

Was sich in der Einfhrung mysteris anhrt, entpuppt sich im Spiel als recht einfach. Es geht darum, in 10 aufeinanderfolgenden Bietrunden Kreaturen-Karten zu ersteigern, die wiederum unmittelbaren Einfluss auf die Zahl der eigenen Drachensteine oder Siegpunkte haben. Pro Spielrunde werden stets 10 Karten versteigert, und zwar immer dieselben 8 Basis-Kreaturen, angereichert um zwei der 25 verschiedenen Extra-Kreaturen. Jeder Spieler erhlt, nebst 4 zufllig gezogenen Drachensteinen, als Bietkapital 8 Mnzen Feengold, 2 gewhnliche Goldmnzen und 5 Silbermnzen. Feengold kehrt am Ende der einer Runde stets zum Spieler zurck, normales Gold und Silber sind nach einmaligem Einsatz verloren. Nachdem die erste der zehn Kreaturen aufgedeckt wurde, whlt jeder Spieler eine bestimmte Anzahl von Goldmnzen aus seinem hinter einem Sichtschirm verdeckt gehaltenen Vorrat. In der geschlossenen Faust wird das Gebot nach vorne gestreckt und alle Spieler ffnen simultan die Hand. Wer am meisten Mnzen in der Hand hlt, gewinnt die ausliegende Karte. Bei Gleichstand wird mit den Silbermnzen gestochen. Die solchermaen gewonnene Karte muss danach sofort (!) eingesetzt werden, d.h. ihre aufgedruckte Eigenschaft muss, wenn mglich, vom Spieler umgesetzt werden. Die Basis-Kreaturen sind dabei:

  • Roter/Blauer/Gelber Drache: Drachenstein der entsprechenden Farbe zum Vorrat hinzufgen.
  • Dieb: Drachenstein vom zweithchsten Bieter klauen.
  • Magier: 4 beliebige Drachensteine in 1 Siegpunkt umwandeln.
  • Zauberer: 4 gleiche Drachensteine in 2 Siegpunkte umwandeln.
  • Hexenmeister: Drei verschiedene Drachensteine in 1 Siegpunkt umwandeln.
  • Hexe: Schwarze, magische Mnze erhalten, um eine sptere Auktion fr nichtig zu erklren.
Wie man sieht, lassen sich die Karten mit Ausnahme der Hexe in zwei Gruppen unterteilen: Karten um Drachensteine zu erhalten, und Karten um Drachensteine in Siegpunkte umzumnzen. Schon hier sei erwhnt: Wer zuerst drei Siegpunkte erreicht, hat gewonnen.

Wesentlich aufregender gestalten sich die Extra-Kreaturen. Deren gibt es 24 verschiedene, zu viele, um genau darauf einzugehen. Deshalb nur so viel: Ihre Auswirkungen unterscheiden sind teils gewaltig. Es gibt harmlose Karten, die nur fr Nachschub an Gold und Silber sorgen, andere erlauben es, auch Basiskreaturenkarten zu nutzen, die man gar nicht in der Auktion erstehen konnte. Die Palette der Mglichkeiten reicht bis zu Harakiri-Karten, die es erlauben, den gesamten Goldvorrat in Drachensteine zu verwandeln, oder seinen gesamten Besitz an Gold oder Drachensteinen fr einen Siegpunkt zu opfern.

Fazit

Zuerst fllt bei Drachenfaust das traumhaft schne Material ins Auge. Das ldt zum Spielen ein, und da die Regeln kurz und einfach sind, kann schnell losgelegt werden. Dabei stellte sich dann allerdings frh Ernchterung ein, denn die spielerische Qualitt kann bei weitem nicht die des Materials halten. Da ist zunchst der platte Bietmechanismus: Goldstcke in die Hand nehmen, Hand ffnen, wer am meisten hat bekommt die Karte. Auf der Habenseite kann man das als einfach & flott verbuchen, wir fanden diesen Bietmechanismus schlicht de und einfallslos (das konnte M. Schacht bei "Don" wesentlich besser!). Nun ja, was dem Bieten an Tiefe fehlt knnten doch die Karten ausgleichen! Da werden jedoch immer dieselben 8 versteigert. Das ist trotz der 2 Extrakreaturen pro Runde extrem repetetiv und ermdend, gleicht doch im Grunde jede Bietrunde wie ein Ei dem anderen. Planerischen Tiefgang verschaffen die Karten auch kaum, denn ich muss sie sofort "einlsen", kann also keine Karten aufheben, wenn ich sie nicht brauchen kann. Und brauchen kann man sie selten genug, da man oft fr Karten bietet, die man gar nicht haben will. Grund: Ein Mitspieler bentigt die betreffende Karte unbedingt. Dieses destruktive Element ist am Anfang oder im Mittelspiel noch ganz witzig, aber am Ende wird es zum grotesken rgernis: Oft saen wir in unserer Runde alle mit 2 Punkten da, und boten uns gegenseitig kaputt. Es gewann der, der als erster das Glck hatte, NICHT mehr kaputtgeboten werden zu knnen - eine Art erzwungener Knigsmacher. Gezielt gegen Fhrende zu spielen macht ja sicher Sinn, aber hier nimmt man sich nur regelmig (!) gegenseitig gewaltsam aus dem Spiel, ehe der Zufall (oder der per se unkalkulierbare Bluff) Schicksal spielt.

In der Summe: Optisch schn, im Mechanismus uninspiriert. Wir bieten oft ins Blaue hinein, Planbarkeit und Tiefgang sind minimal, Drachenfaust ist eigentlich ein reines Bluffspiel. Es ist ein sich stndig wiederholendes "Give&Go", dessen Spielgefhl beim Bieten irgendwie an das gute alte "Schere, Stein, Papier" erinnert. Das Spiel gegeneinander mutiert zeitweise zum Zwang, sabotiert damit jede Planung, und sorgt des fteren fr ein unbefriedigendes Ende. So kann ich das Spiel nur jenen empfehlen, die einen Hang zu simplen Bluff-Spielen haben, denn dieses Element dominiert. Auch Runden, bei denen das Auge stark mitspielt, werden sich an diesem Spiel ergtzen knnen. Doch gerade davor sei ausdrcklich gewarnt: Man sollte sich nicht durch die optischen Reize blind zum Kauf verfhren lassen, denn Drachenfaust bietet hinter der bombastischen Fassade wenig spielerischen Gehalt.

Rezension Steffen Stroh

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Drachenfaust: 2,8 2,8, 12 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Steffen Stroh
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Anette Bippus-Darting
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Angela Grnes
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Helga Wilde
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Susanne Schlappner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Thomas Burger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Tommy Braun
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.05.09 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.05.14 von Marko Tatge - Trotz schner Ausstattung und stimmigen Illustrationen ist das Spiel sehr monoton, nach der x-ten Auktion ist die Luft schnell raus.

Leserbewertungen

Leserwertung Drachenfaust: 3,0 3.0, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Stefan - Das Spiel ist ziemlich de und ermdend. Der Aufkleber auf der Packung mit Verweis auf "Ohne Furcht und Adel" irrefhrend.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Carsten Pinnow - Schne, bunte Karten. Etwas anderes positives fllt mir zu diesem Spiel nicht ein. Sehr enttuschend!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Jochen Traub - Nachdem ich hier die Noten gelesen habe, musst ich meine auch noch abgeben, da ich scheinbar hier keine Mitspieler dafr finden werde. Ich hab das Spiel bereits sehr hufig gespielt und jedemal unterschiedlichste Ausgnge erlebt. Durch geschicktes Taktieren kann man viel erreichen. Es gibt nur eine Tatsache die ich an diesem Spiel nicht mag, das ist das typische "wir spielen gegen den Fhrenden" Prinzip, so dass sich das Ende etwas hinzieht, aber das gehrt hier einfach dazu. Auch nach mehrfachem Spielen kann ich behaupten, dass ich das Spiel jederzeit wieder spiele und es einfach toll find.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.10.08 von Flundi - MIr geht's ganz hnlich wie dem Spieler vor mir, wenngleich mir ein wenig die Spieltiefe fehlt. Dennoch: Drachenfaust hat sein Pltzchen in meinem Spieleschrank.