Rezension/Kritik - Online seit 18.01.2004. Dieser Artikel wurde 8891 mal aufgerufen.

Fantasy Pub

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Autor: Emanuele Ornella
Illustration: Daniele Basso
Olivier Frot
Verlag: Mind the Move
Tilsit
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 2 - 5
Dauer: 45 - 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2003
Bewertung: 3,8 3,8 H@LL9000
5,5 5,5 Leser
Ranking: Platz 4802
Fantasy Pub
Fantasy Pub

Spielziel

Hobbits, Zwergen, Krieger und Orks tummeln sich im Fantasy Pub, wandern von Tisch zu Tisch und laden sich gegenseitig immer wieder zu einem Glas Bier ein. Die Spieler versuchen hierbei zum Einen andere Spielcharakter betrunken oder pleite zu machen, so dass diese aus dem Pub geschmissen werden und gleichzeitig rechtzeitig die eigenen Charakterere mit weniger als 8 Bier die Kneipe zu verlassen, so dass diese aufs eigene Punktekonto geschrieben werden. Wer auf diese Weise zuerst die (Spielerzahl abhngige) zu erreichende Anzahl Biere nachhause bringen kann, gewinnt das Spiel.

Ablauf

Das Fantasy Pub besteht aus einer Bar und 5 Tischen. Jeder Spieler besitzt 7 Charakterkarten mit je 2 Hobbits, Zwergen, Krieger und einem Orks. Die Charakterkarten werden gemischt und der erste Charakter mit 6 Mnzen als Startkapital an die Bar gestellt. Auf jeden Tisch und auf die Bar wird je eine Mnze gelegt.

Wer am Zug ist wrfelt mit 2 Wrfeln und verwendet die Wrfelzahlen um Aktionen durchzufhren. Man ist verpflichtet zumindest einen der beiden Wrfelwerte zu verwenden. Es ist auch mglich beide Wrfelwerte zu addieren und fr einen einzigen Zug zu verwenden.

Folgende Aktionen sind mglich:

Charakter im Pub bewegen: Je Wrfelauge darf der Spieler einen Charakter einen Tisch im Uhrzeigersinn weiterziehen. Sollte der Charakter bereits Biere getrunken haben wird vom Wrfelwert pro Bier ein Punkt abgezogen, d.h. je mehr ein Charakter getrunken hat, desto schwieriger wird es den Charakter vorwrts zu bewegen.

Charakter ins Pub bringen: Voraussetzung ist, dass sich kein weiterer Charakter der eigenen Farbe an der Bar befindet. Nur dann darf man weitere Charaktere ins Pub bringen. Man nimmt den obersten Charakter des Charakterstapels und stellt ihn an die Bar. Der Wrfelwert wird in Mnzen dem Charakter beigestellt. Dies ist das Startkapital des Charakters.

Mit einem Charakter das Pub verlassen: Um das Pub zu verlassen mssen folgende Bedingungen erfllt sein.

- Der Charakter muss sich an der Bar befinden.

- Der Charakter muss mindestens so viel Bier getrunken haben, wie er noch Mnzen besitzt.

Vorher darf man nicht aus dem Pub.

- Ein Wrfelwurf muss hierfr geopfert werden.

Die Tischordnung:

Es gibt einige Regeln, welche beim Wandern von Tisch zu Tisch beachtet werden mssen:

- An der Bar darf sich maximal ein Charakter der eigenen Farbe befinden.

- An der Bar wird nicht getrunken. Wer es dorthin geschafft hat, ist vor Attacken der Mitspieler sicher.

- Man darf an einem Tisch nur Rast machen, wenn entweder

a) der Tisch noch leer ist

b) nur ein weiterer Charakter am Tisch sitzt

c) mehrere gleiche Charaktere dort sitzen und die mit dem eigenen Charakter identisch sind.

(sitzen bereits 2 Zwerge an einem Tisch, drfen nur noch Zwerge an diesen Tisch Platz nehmen)

d) nur verschiedene Charaktere dort sitzen und der eigene Charakter noch nicht vertreten ist

(sitzen z.B. ein Zwerg und ein Hobbit am Tisch, drfen sich nur noch ein Krieger und ein

Ork an den Tisch gesellen).

Das Trinkgelage:

Sobald sich ein Charakter an einen Tisch gesellt, der bereits von anderen Charakteren besetzt ist, geht das Saufgelage los.

Der kleiner ldt stets den nchst greren Charakter zu einem Bier ein. Der kleinste Charakter ist der Hobbit. Dann folgen der Zwerg, der Krieger und zu guter letzt der Ork. Demnach wird der Ork stets von den anderen Charakteren eingeladen und der Hobbit ist meist dazu verdammt nur andere einzuladen, ohne selbst etwas trinken zu drfen. Befinden sich bereits ein Hobbit und ein Zwerg

am Tisch und ein Ork kommt hinzu ldt der Hobbit den Zwerg ein und der Zwerg den Ork. Das kostet die beiden Einladenden jeweils eine Mnze.

Bei einem Tisch gleicher Charaktere laden diese sich jeweils selbst ein, d.h. beide investieren jeweils eine Mnze und trinken dann das Bier.

Rausschmiss:

Sobald ein Charakter 8 Bier intus hat, ist er volltrunken und wird rausgeworfen. Gleiches geschieht, wenn er Pleite ist und eine Einladung gem den Regeln nicht mehr aussprechen kann.

Die Charakterere verfgen jeweils noch ber eine Sonderfunktion.

- Der Hobbit hat die Angewohnheit sich eine Mnze vom Tisch zu nehmen,

wenn er an einen neuen Tisch kommt und dort eine Mnze auf dem Tisch liegt.

- Der Zwerg darf links und rechts herum die Tische entlang wandern.

- Der Krieger hat keine besonderen Funktionen.

- Der Ork legt stets, wenn er einen Tisch verlsst eine Mnze auf den Tisch.

Auf diese Weise wandern die Figuren durch das Fantasy Pub von Tisch zu Tisch, laden sich gegenseitig ein, versuchen stets die Mitspieler betrunken zu machen, d.h. zum 8. Bier einzuladen bzw. die letzte Mnze herauszulocken und selbst natrlich mit gut angetrunkenen Charakteren das Pub zu verlassen.

Wer zuerst die zu erreichende (Spielerzahl abhngige; bei 4 Spielern z.B. 17) Anzahl Biere nach hause retten kann, gewinnt das Spiel.

Fazit

Material: Optisch macht Fantasy Pub nicht all zu viel her. In einer berdimensionierten, etwas labbrigen Schachtel befinden sich 2 kleine Wrfel und das Spielmaterial aus sehr dnnem, allerdings farbig bedruckten Pappkarton. Positiv sei hier jedoch angemerkt, dass man die vielen Mnzen/Bier-Chips nicht selbst ausschneiden muss. Die Grafik ist einfach gehalten. Die Spielerfarben lassen sich gut auseinander halten, nur bei Zwerg und Krieger kann es bei nicht genauem Hinschauen zu Verwechslungen kommen, wenn Mnzen und Bierkrge die Sicht etwas verdecken.

Der Bierkrugaufdruck auf der Rckseite der Mnzen vereinfacht das Handling ungemein, denn damit muss der einladende Charakter beim Trinkgelage lediglich an seinen Gast eine Mnze bergeben, welche dort als Bierkrug abgelegt wird. Dennoch ist das nehmen, umdrehen und weitergeben von Chips etwas umstndlich.

Zum Spiel: Ein gewisses Taktieren mit den Wrfeln ist zwar mglich, letztendlich berwiegt aber dennoch das Glckselement. Gerade im Spiel zu fnft knnen die Tische recht voll werden, so dass sich die Mglichkeiten den Tisch zu wechseln verringern und man einfach keine Chance hat, wenn nicht die richtigen Zahlen fallen wollen. Hinzu kommt, dass dann evtl. die Mitspieler etwas mehr Glck haben, sich an den gleichen Tisch gesellen und einen lukrativen Charakter mit Bier abfllen, bevor dieser die Mglichkeit hat das Pub zu verlassen. Wer allerdings bei einem Spiel, in welchem sich Orks und Zwerge mehr oder minder sinnlos besaufen ein hochtaktisches Spiel erwartet, dem ist ohnehin nicht zu helfen. Allein von der Spielbeschreibung drfte jedem klar sein, dass es ein Funspiel ist - wenn auch denklastiger als man vom Thema her annehmen mchte.

Man bentigt ein wenig bersicht und das Addieren von Zahlen sollte man ebenfalls noch auf die Reihe bekommen. Gelegentliche Grbelphasen sind deshalb nicht auszuschlieen. Den Spielern sei empfohlen nicht den gleichen Alkoholpegel zu erreichen, wie die Gste des Fantasy Pubs.

Eine leichte Einkrzung der Spieldauer wre dem Spielspa sicher dienlich, denn ber eine Stunde trgt die Tiefe des Spiels nicht unbedingt, wohl aber ber 30 Minuten. Die Zeitangabe von 45-60 Minuten wurden in allen unseren Partien deutlich berschritten. So empfiehlt es sich die Zielpunktzahl entsprechend herabzusetzen (z.B. 10 Punkte). Auch die Altersangabe erscheint in Anbetracht des Saufthemas mit 8 Jahren als etwas zu niedrig angesetzt.

Was bleibt ist ein Fun-Spiel mit feuchtfrhlichem Thema, das vom Spielmechanismus zwar stimmig ist, jedoch nicht immer ganz so flssig daher kommt, wie das Thema. Aufgrund der begrenzten taktischen Mglichkeiten kann das Spiel nur Spielern empfohlen werden, welche Wrfel am Spieltisch akzeptieren.

Um die Stimmung noch etwas anzukurbeln empfehlen wir ein Glas Bier oder Cola daneben zu stellen und immer einen Schluck zu nehmen, wenn jemand im Pub eingeladen wird. So kommt deutlich mehr Stimmung am Tisch auf. Wie gro ein Schluck ausfllt, sofern mit Bier gespielt wird, hngt von der Alkoholvertrglichkeit der Spielerrunde ab. Na denn....Prost!!

Rezension Frank Gartner

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

Regelvarianten

Die Rollmops - Erweiterung fr zwei bis vier Spieler (Eingesendet von Frank Rudloff):

Material:

1 Bierfass

20 Kaffeemarker

20 Rollmopsmarker

Vorbereitung:

Jeder Spieler bekommt zustzlich 5 Kaffeemarker. Es werden nur 4 Tische bentigt, zwei rechts und links von der Tr.

Das Bierfass wird gegenber der Tr aufgestellt und es werden hier in Abhngigkeit der Mitspielerzahl "Freibiermarker" deponiert.

Bei 2 Spielern: 10 Freibiermarker

Bei 3 und 4 Spielern: 12 Freibiermarker

Es gelten die Regeln des Grundspieles mit einigen Ergnzungen:

Bierfass:

  • Fr das Treffen beim Bierfass gelten die gleichen Regeln wie fr die Zusammenkunft an einem Tisch im Grundspiel. (Es drfen nur gleiche oder ausschlielich verschiedene Gste an einem Ort -Tisch- sitzen)
  • Orks verlieren auch hier einen Taler beim Verlassen.
  • Hobbits mssen auch hier einen -und nur einen- (auch wenn mehr Taler vorhanden sind) vorhandenen Taler an sich nehmen. Dafr bekommen sie dann allerdings auch kein Freibier. Freibier bekommen Hobbits lediglich wenn sich kein Taler beim Fass befindet und noch Freibiermarker vorhanden sind.

Freibier:

  • Sofern noch Freibiermarker (normale Biermarker) beim Fass liegen, bekommt jeder "Neuankmmling" ein Freibier vom Wirt. Es wird kein Bier, wie an den Tischen blich, ausgegeben.
  • Sollten im Laufe des Spieles keine Freibiermarker mehr beim Fass liegen ist das Fass leer, und es gilt ab jetzt auch beim Fass das Recht des strkeren. (die schwcheren Charaktere mssen den strkeren Charaktere einen ausgeben).

Rollmops:

  • Sobald ein Charakter einem strkeren Charakter ein Bier ausgeben muss (an den Tischen oder beim Fass wenn dort die Freibiermarker ausgehen) hat der schwchere Charakter zustzlich noch die Mglichkeit dem strkeren zu dem eben spendierten Bier ein Essen (Rollmops) zu zahlen. Gegen zustzliche Abgabe von 2 Talern kann der schwchere Charakter dem strkeren Charakter einen Rollmopsmarker auf die Charakterkarte legen. Dieser Marker bleibt bis zum Verlassen des Pubs auf der Karte liegen und kann nicht entfernt werden.

    Wenn der Charakter den Pub verlsst, werden fr jeden Rollmops entsprechend viele Biermarker entfernt. (dem Charakter wird bel und er mu sich bergeben). Sie zhlen nicht zu den "Siegpunkten". (die Rollmpse haben keinen Einflu auf die Regel: Verlassen des Pub's - nur wenn Taler <= Bier)

  • Sollte der Charakter im Laufe des Spieles die Grenze von 8 Biere innerhalb des Pub's berschreiten, gelten die Grundspielregeln und die Rollmopsmarker kommen zurck in den Vorrat.

Kaffee:

  • Whrend des Spieles hat der Spieler einmal pro Zug die Mglichkeit einen Kaffeemarker fr einen seiner Charaktere einzusetzen. Dieser Kaffeemarker erhht die Schrittweite eines Charakters um einen Schritt. Jedoch nur wenn sich mindestens ein Biermarker auf dem Charakter befindet.

    Beispiel:

    Auf einem Zwerg befinden sich : 6 Taler ; 4 Biere und 2 Rollmpse . Der benutzte Wrfel zeigt eine 5.

    Der Spieler setzt einen Kaffeemarker ein. Der Zwerg kann somit 2 Schritte nach rechts oder links gehen.

    (5-4 Bier +1 Kaffee=2 Schritte) Zum Verlassen des Pub's bentigt der Zwerg jedoch noch zwei Biere (+1 Kaffee zum Verlassen des Pubs). Sollte das Verhltnis Taler/Bier zum Verlassen des Pub's stimmen werden auerhalb 2 Biere durch die 2 Rollmpse neutralisiert.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Fantasy Pub: 3,8 3,8, 13 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Barbara Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Clemens Schollenberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Kerstin Degen
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Klaus Jrder
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Nicole Biedinger - Der Reiz des Spieles (und der Spielspass) hngt sehr stark von den Mitspielern ab.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Simone Wagner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Stephan Gehres - Dauert viel zu lange => Siegpunktzahl reduzieren
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Susanne Schlappner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.05.05 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.02.07 von Michael Andersch

Leserbewertungen

Leserwertung Fantasy Pub: 5,5 5.5, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.05.04 von Frank Rudloff
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.03.07 von Thomas Khnemann

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