Rezension/Kritik - Online seit 13.08.2006. Dieser Artikel wurde 6249 mal aufgerufen.

Fischmarkt

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Autor: Mario Papini
Verlag: Clementoni
Rezension: Ulrich Fonrobert
Spieler: 3 - 5
Dauer: 45 - 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2006
Bewertung: 4,2 4,2 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 3534
Download: Kurzspielregel [PDF]
Fischmarkt
Auszeichnungen:2006, Spiel des Jahres Empfehlungsliste

Spielziel

Bei „Fischmarkt“ verkörpern die Spieler Fischhändler, die sich auf dem Fischmarkt im Hafen treffen, um frühmorgens fangfrischen Fisch zu ersteigern. Leider wissen sie zu dieser Zeit noch nicht, welche Fische im Laufe des Tages nachgefragt werden.

Nachdem die Kunden dies den Händlern mitgeteilt haben, wird unter den Händlern getauscht und gefeilscht, was das Zeug hält, um alle Kundenwünsche erfüllen zu können. Der Händler, der schließlich seinen Fisch an seine Kunden verkaufen kann, bringt das so verdiente Geld zur Bank. Wer hierbei am erfolgreichsten war, gewinnt.

Ablauf

Ablauf:

Alle Händler treffen sich am frühen Morgen auf dem Pier, um die Fänge der gerade eingetroffenen Fischerboote zu begutachten. Regelmäßig läuft dabei immer ein Boot mehr im Hafen ein als Händler auf der Pier stehen. Jedes Boot hat an den ersten beiden Tagen genau drei Fische an Bord. An den beiden folgenden Tagen sind es dann schon vier Fische, die den Fischern ins Netz gegangen sind. Diese Fische werden „bootsweise“ versteigert.

Im Anschluss daran erfahren die Händler, was die Kunden an diesem Tag essen wollen. Jeder Kunde will nur genau eine "braune Fischsorte" sowie eine der wertvolleren "grauen Fischsorten" haben. Um diese Kundenwünsche zu bedienen, müssen die Händler untereinander tauschen und handeln. Nach Ende dieser Handelsphase kommt es zum Verkauf, bei dem jeder Händler an seinen Kunden verkaufen kann. Das erwirtschaftete Geld bringen die Händler dann zur Bank, wo es ähnlich einer Punkteleiste angezeigt wird.

Im Einzelnen:

Jeder Spieler erhält zu Beginn der ersten Runde 50 Taler Kapital. Danach werden je drei bzw. vier Fische an die Boote angelegt. Es gibt insgesamt 10 Fischarten, von denen jeweils vier einen braunen bzw. einen grauen Hintergrund haben. Hinzu kommen die "Heringe in orange" und die "Hummer in weiß".

Die braunen Fische sind nicht so wertvoll, während die grauen Fische von den Kunden sehr gut bezahlt werden. Wie viel Taler man genau für einen Fisch erhält, hängt von der Preisliste (Karte) ab, die jedem Spieler zu Beginn der Runde "von seinem Kunden" ausgehändigt worden ist. Hier ist der Preis vermerkt, den der Kunde für einen braunen bzw. für einen grauen Fisch zu zahlen bereit ist. In der Summe liegt der Wert dieser Preistafel immer bei 40 Talern, wobei die Spanne eines braunen Fisches zwischen 10 und 20 und die eines grauen Fisches zwischen 20 und 30 liegt.

Das Spiel läuft über vier Runden mit je vier Phasen:

In Phase 1 bieten alle Spieler gleichzeitig verdeckt mit ihren 50 Talern auf die Ladung der einzelnen Schiffe. Dabei ist es durchaus üblich und erlaubt, nicht auf alle Boote zu setzen, sondern sich auf einzelne zu konzentrieren.

Nachdem die Bietrunde ausgewertet wurde und der Meistbietende jeweils sein Geld in die Kasse gezahlt hat, kommt es in Phase 2 zum Handeln und Tauschen. Alle Spieler ziehen eine der vorher offenliegenden Nachfragekarte, nachdem diese noch einmal gemischt wurden. Da nun alle Spieler wissen, was ihr Kunde wünscht, kann jetzt gehandelt und getauscht werden, wobei man mit seinem restlichen Bargeld und eigenen Fischen zahlen darf.

Wenn kein Spieler mehr handeln möchte, kommt es in Phase 3 zur Abrechnung. Alle Spieler zeigen sowohl ihre Nachfrage- als auch ihre Preiskarte und erhalten für jede braune und graue Übereinstimmung das auf der Preistafel verzeichnete Geld.. Für Heringe gibt es immer genau 5, für Hummer sogar 30 Taler. Das Geld bekommt jeder Spieler erst einmal aus der Kasse ausbezahlt. Sollten Spieler jetzt noch Fische besitzen, die sie nicht an ihren Kunden verkaufen dürfen, so müssen sie diese für je 5 Taler entsorgen. Ersatzweise kann man zweimal im Spiel eine Fischart mittels eines Eisblocks eine Runde lagern und versuchen, diese in der nächsten Runde zu verkaufen.

In Phase 4 schließlich zahlt jeder Spieler alle Taler, die über die Summe 50 hinausgehen, an die Bank und zieht dafür seinen Anzeiger nach vorne. Die letzten 50 Taler behalten die Spieler für die Versteigerungen und Käufe der nächste Runde. Sollte ein Spieler weniger als 50 Taler sein Eigen nennen, dann muss er Geld von der Bank abheben und seinen Marker entsprechend zurück ziehen.

Spielende:

Nach vier arbeitsreichen Tagen mit vielen Versteigerungen, Handeln und Bluffen ist die Arbeitswoche der Händler und somit das Spiel zu Ende. Wer nun das meiste Geld zur Bank gebracht hat, gewinnt dieses kurzweilige Handelsspiel.

Fazit

Das Material... ist für ein Spiel dieser Preisklasse sehr reichhaltig. In der Schachtel, welche die Ausmaße der großen alea-Spiele hat, befinden sich ein Stapel Karten, reichlich Papp-Münzen, einige Holz-Klötzchen, je fünf Spielertableaus und Sichtschirme sowie die Wertungstafel (Bank) und der Bootsanleger mit den sechs aufgedruckten Booten, an den die Fischkarten angelegt werden. Alles ist robust und von guter Qualität.

Leider sind die Sichtschirme etwas niedrig geraten, so dass der Nebenmann schnell mal einen Blick auf das gebotene Geld werfen kann. Die Fische sind sehr realistisch gezeichnet und schwer auseinander zu halten. Hier hätte ein etwas größerer Schriftzug des Fischnamens, evtl. sogar in unterschiedlicher Farbe, Wunder gewirkt. Der Schachteleinsatz ist wie man das bei Clementoni leider des öfteren findet (siehe zum Beispiel Magna Grecia, Wildlife, König Salomons Schatzkammer) - nicht so richtig zu gebrauchen, da in diesem Falle alle Münzen einzeln einsortiert werden müssten, statt einfach größere Fächer anzubieten. Insgesamt ist das Material aber absolut spieltauglich.

Die Regel... ist textlich sehr gut verständlich, mit vielen Beispielen gespickt und vierfarbig bebildert. Die einzelnen Phasen hätten noch etwas klarer voneinander abgegrenzt werden können und am Ende der Spielregel (Rückseite) wäre eine Kurzübersicht für den späteren Wiederspieleinstieg nett gewesen. Aber die Regel lässt keine Fragen offen, ist gut zu lesen und beinhaltet alles, was man im Spiel zu viert wissen möchte.

Leider ist außer der sich verändernden Bootsanzahl nichts zum Spiel zu dritt oder zu fünft gesagt. Da im Spiel zu viert alle Karten ganz genau ausreichen, stellte sich mir vor allem die Frage, was sich bei fünf Spielern ändert. Kommen weniger Fischkarten ins Spiel, wird neu gemischt (wenn ja, wann und mit welchen Karten?)? Auch die Nachfragekarten und Preistafeln gehen in der letzten Runde aus. Im Spiel zu dritt bleibt einfach etwas übrig, was das Spiel in Sachen Nachfragekarten etwas glückslastig macht.

Das Spiel... kam bei uns sehr unterschiedlich an. Eine Spielrunde empfand den Ablauf als sehr zufällig und zu glücksbetont, da man nicht weiß, welcher Fisch später gut ins eigene Programm passen würde. Auch kann die Handel- und Tauschphase wenig lebhaft verlaufen, wenn einige Spieler bereits haben, was sie wollen.

Vor allem aber bei Spielern, die gerne steigern und handeln, ist „Fischmarkt“ super angekommen.

Hier zeigen sich verschiedene Strategien. Man kann zum Beispiel versuchen, mit viel Geld sehr viele Bootsladungen zu ersteigern, um sie dann zu verkaufen. Es kann sich aber auch lohnen, sich beim Versteigern zurückzuhalten, um sich dann beim Handeln die „Filetstücke“ zu besorgen. Sinn macht aber auf jeden Fall das Ersteigern zumindest eines Bootes, auch, um Handelsmasse zu besitzen.

Man sollte natürlich auch auf die Nachfragekarten achten, um zu sehen, wie groß die Chancen sind, bestimmte Fischarten zu verkaufen. Hier weise ich aber ausdrücklich auf die „inverse“ Taktik hin, nämlich auf die Fische zu bieten, die in dieser Runde nicht gefordert sind. Da zumindest im Spiel zu viert alle Nachfragekarten ins Spiel kommen, werden mit Sicherheit auch die jetzt nicht geforderten Fische einmal wertvoll und mit einem Eisklotz kann ich mir diese dann sichern, bevor die Mitspieler daran auch nur gedacht haben.

Da Heringe und Hummer immer die aufgedruckten Taler bringen, kann man sich bei einer solchen Auslage in etwa ausrechnen, wie hoch die Mitspieler bieten werden. Man kann sich in verschiedenen Spielerunden auch viele Bootsladungen sichern, wenn Hummer ausliegen. Das sichere Geld zieht nämlich viele Spieler an wie Mücken das Licht. So bieten dann mehrere Spieler viel Geld auf dieses eine Boot mit dem Hummer und man kann sich andere Boote recht günstig unter den Nagel reißen.

Auch wenn man keine Bootsladungen ersteigert hat, sollte man nicht die Flinte ins Korn oder die Angel ins Hafenwasser schmeißen. Die Mitspieler können meist gar nicht alle Fische gebrauchen und sind aufgrund der Entsorgungskosten ganz dankbar, wenn man ihnen noch den einen oder anderen Fisch abnimmt.

Und selbst Fische, die man an den eigenen Kunden verkaufen könnte, bringen unter Umständen mehr Geld, wenn man sie an einen Mitspieler verkauft, der auf seiner Preistafel eine deutlich höhere Summe stehen hat.

Kommen wir zur Abschlussbewertung:

Ideal halte ich eine Spielerzahl von vier. Dort kommen alle Karten ins Spiel, man hat genügend Mitspieler zum Handeln und es ist auch noch genug Platz auf dem Tisch, um alles auszulegen, geheim zu bieten und sich nicht gegenseitig zu stören. Zu dritt ist einfach zuwenig los in der Handelsphase und zu fünft wird es unübersichtlich.

Das Thema des Spiels ist mal etwas Neues, das Flair stimmt und man ist ständig im Spiel. Wer lieber alleine vor sich hin spielt, sollte besser ein anderes Spiel wählen.Wer aber gerne handelt, blufft, steigert und dies nicht den ganzen Abend lang machen möchte, ist mit diesem Spiel gut bedient. Für diesen Spielertyp gebe ich eine klare Kaufempfehlung aus. Insgesamt liegt für mich der Spielspaß zwischen Vier und Fünf. Da ich aber auch „Nichthändler-Spielerunden“ hatte, bleibe ich im Mittelwert und vergebe in Sachen Spielspaß eine gute Vier.

Rezension Ulrich Fonrobert

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Fischmarkt: 4,2 4,2, 10 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.05.06 von Ulrich Fonrobert - Ein klassisches Handels- und Versteigerungsspiel, das zu einem für die Materialvielfalt sehr günstigen Preis daherkommt. Wer steigern, bluffen und handeln mag, dem wird dieses Spiel liegen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.05.06 von Rolf Braun - ne knappe 5 - für ein richtig gutes Spiel fehlt mir noch der Pfiff
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.05.06 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.07.06 von Michael Andersch - Was man kauft und ob das, was man gekauft hat, letztendlich auch das ist was man benötigt ist relativ unsteuerbar. Es gibt zwar das Korrektiv des Tauschandels der Spieler untereinander, dies kommt aber im Spiel zu dritt so gut wie nicht zum Tragen. Meine Bewertung bezieht sich daher auf das Spiel zu fünft und (gerade noch) zu viert - für das Spiel zu dritt würde ich einen Punkt weniger vergeben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.08.06 von Frank Gartner - Bei Fischmarkt kommt keinerlei Gefühl der Aufgesetztheit auf. Das Fischmarkt-Getümmel wird hervorragend in das Spiel transferriert. Der Glücksfaktor ist sicher nicht unerheblich. Mit einem guten Verhandlungstalent kann man jedoch einiges reißen! In einer Runde verhandlungsbereiter Spieler kann Fischmarkt richtig Laune bereiten.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.08.06 von Nicole Biedinger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.09.06 von Udo Kalker - Handeln und Versteigern machen bei diesem Spiel Spass - besonders bei 4 oder 5 Mitspielern.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.01.07 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.09.08 von Michael Kahrmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.04.12 von Michael Timpe

Leserbewertungen

Leserwertung Fischmarkt: 3,0 3.0, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.08.06 von Marco Stutzke
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.08.06 von Peer Sylvester - Tolles Grundprinzip aber irgendwie nicht gut zu Ende entwickelt. Zu viele Nervigkeiten, die nicht sein müssten. Glücksfaktor beim Verkauf unnötig hoch - das hätte man auch anders lösen können. Aber: Toller Siegpunktemechanismus!

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