Rezension/Kritik - Online seit 26.06.2021. Dieser Artikel wurde 1883 mal aufgerufen.

Flotilla

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Autor: J.B. Howell
Michael Mihealsick
Illustration: Bartek Fedyczak
Verlag: WizKids
Strohmann Games
Rezension: Nick Bornschein
Spieler: 3 - 5
Dauer: 90 - 150 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2019, 2020
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
3,5 3,5 Leser
Ranking: Platz 4213
Flotilla

Spielziel

Wir schreiben das Jahr 1954. Nach einem Atomwaffentest kommt es zur globalen Umweltkatastrophe, welche die Meere stark ansteigen lässt. Einzig die Flotilla wird zur Heimat der letzten Überlebenden der Menschheit. Erkundet das Meer und baut die Flotilla wieder auf, erlangt Einfluss bei den unterschiedlichen Fraktionen und setzt eure Mannschaft bestmöglich ein, um die meisten Punkte zu erreichen.

Ablauf

Flotilla funktioniert nach einem asymmetrischen Prinzip. Je nachdem, ob man die Sinkside oder Skyside spielt, unterscheidet sich der Ablauf ein wenig.

Mit der Sinkside startet jeder Spieler und muss sich zu Beginn seines Zuges für eine seiner Handkarten entscheiden. Dabei ist es für diese "Seite" spielerisch von Bedeutung, möglichst viele Ozeanteile zu erkunden, nach Ressourcen zu tauchen und diese gewinnbringend zu verkaufen. Vier Fraktionen stehen dabei zur Verfügung: Sprecher, Händler, Forscher und Gründer. Während die Sprecher dazu dienen, den Einfluss bei den Fraktionen zu steigern, verkaufen Händler die gefundenen Ressourcen der Tauchgänge und ermöglichen den Bau von Außenposten (ermöglichen Wertung von Zielplättchen) und Schiffen. Die Forscher führen die Tauchgänge mittels würfeln durch, was zu Verstrahlung (Punkteabzug am Spielende) führen kann. Mit den Gründern darf ein Spieler Ozeanplättchen ziehen und diese - in Abhängigkeit von der Tiefe - platzieren. Auch hier kann Strahlung auftreten.

Die Entscheidung für die Skyside, welche endgültig ist, trifft jeder Spieler zu einem anderen Zeitpunkt im Spiel oder auch gar nicht. Beide Seiten ermöglichen den Gewinn von Punkten, so dass dies immer individuell entschieden wird. Auf der Skyside funktionieren die Sprecher gleich, ebenso die Händler mit der Ausnahme, dass keine Schiffe mehr gekauft werden können. Forscher würfeln nunmehr Forscherwürfel, die Geld einbringen und Artefaktboni aktivieren. Diese Artefakte können nur von der Sinkside geborgen werden, so dass hier spieletechnisch eine Schnittstelle existiert. Die Gründer kaufen jetzt die Ozeanplättchen, welche man auf der Sinkside gelegt hat und die beim Wechsel zum allgemeinen Vorrat des Spielers geworden sind. Dabei findet danach eine Wertung der neu ausgelegten Skyside (Ausbau der Flotilla) der Plättchen statt.

Fazit

Mich hatte das Stichwort Asymmetrie gereizt, und Flotilla erschien mir ein guter Einstieg, nicht zuletzt weil mir auch postapokalyptische Themen gefallen. Rein optisch macht das Spielmaterial einen guten Eindruck und die farbliche Gestaltung ist stimmig. Vor allem die Würfel gefallen mir sehr. Insgesamt sind alle Texte und ggf. auch Plättchen aber etwas zu klein geraten, vor allem die Auftragsplättchen sind nicht immer für alle Spieler gut einsehbar und leserlich ideal zu erblicken. Da hier aber eine ganze Menge an Punkten einkassiert werden können, wäre ein stärkerer Fokus auf diesen Bereich besser gewesen.

Die Regel ist wirklich ausgezeichnet und lässt keine Fragen offen mit Ausnahme der Toxizitätsanzeige. Mit Blick auf die Regel und der Tatsache, dass der Verlag Flotilla als "Gehobenes Kennerspiel" kennzeichnet, muss ich dem hier doch etwas widersprechen. Es mag sein, dass durch die unterschiedlichen Karten, die im Laufe des Spiels immer besser werden, eine gewisse Komplexität ins Spiel kommt und auch der Wechsel zur Skyside überlegt werden sollte, dennoch besticht für mich Flotilla gerade durch seinen Reiz, auch Brettspiel-Neulingen einfache Regeln mit einem sich schnell verinnerlichten Spielprinzip näher zu bringen, ohne dabei in allzu komplexe Details oder Überlegungen abzudriften. Genau das schafft das Spiel nämlich sehr gut, wobei angemerkt sei, dass man schon ein paar Runden spielen muss, damit das Spiel insgesamt überschaut wird.

Ob sich der Wechsel auf die Skyside lohnt, muss man gut abschätzen, vor allem als Anfänger fühlt sich ein Spieler auf der Sinkside sicher wohler. Das hat weniger damit zu tun, dass man sich der Unterschiede nicht bewusst ist, die auf "der anderen" Seite warten, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass man sich zunächst einmal mit einer Seite zurecht finden und diese verinnerlichen muss. Die zur Verfügung stehenden Aktionen sind hierbei recht überschaubar und für Spieler von Kennerspielern findet sich hier eher ein zugänglicher Mechanismus ohne allzu komplexe Verknüpfungen. Dies soll keinesfalls das Spiel selbst abwerten, denn wie ich finde spricht der Verlag einfach die falsche Zielgruppe an. Kennerspieler mögen sich hier aufgehoben fühlen, unsere Gruppe allerdings empfand es durch diese Erwartungshaltung und den allgemeinen Ablauf des Spiels dann doch etwas zu wenig.

Hinsichtlich der Spielerzahl macht es zu dritt noch keinen Spaß, die Wahrscheinlichkeit für den Wechsel auf die Skyside scheint mir deutlich geringer als bei vier oder fünf Spielern. Letzteres halte ich übrigens bezüglich der Asymmetrie für die Idealbesetzung, mit Blick auf die Spieldauer allerdings eher nicht. In der Maximalbesetzung zieht sich Flotilla unnötig lang und wird gegen Ende etwas zäh.

Rezension Nick Bornschein

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Flotilla: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.06.21 von Nick Bornschein

Leserbewertungen

Leserwertung Flotilla: 3,5 3.5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.03.21 von Stefan H. - Ein Spiel für die Tonne........ Wirrer Mechanismenmix trifft auf mangelnde redaktionelle Bearbeitung (so der Eindruck). Das Spiel hat so gar keinen Spaß gemacht und konnte niemanden emotional abholen. Das Thema wirkt total beliebig und aufgesetzt. Im Kern ist es ein langweiliges sammeln von Ressourcen, die wir gewinnbringend eintauschen wollen. Die Zwänge wirken eher nicht motivierend. Sie kommen kompliziert und aufgesetzt daher und gaukeln Komplexität vor. Das können andere Spiele viel besser. Der Preis ist zudem für das Gebotene eine Frechheit. Dies gilt allerdings auch für andere Verlage und deren Preisgestaltung.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.08.21 von Thomas L. - Uns hat das spiel gefallen. Die karten und der spielplan sind stimmig gezeichnet. Wir haben es erstmal nur auf der sinkside gespielt. Beim zweiten mal ist jemand auf die skyside gewechselt. Wenn keiner auf die andere seite wechselt, ist das warenhandling etwas anstrengend. Das ist der einzige spielerische schwachpunkt den wir erkannt hatten. Zum spielmaterial muss ich leider sagen dass die bonussterne und das geld nach zweimaligem spielen sich von der trägerpappe ablösen. Wir werden in zukunft metallmünzen nutzen und die bonuspunkte auf einem laptop aufaddieren, da sie ja das spielende einläuten. Schade eigentlich

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