Rezension/Kritik - Online seit 17.08.2015. Dieser Artikel wurde 5072 mal aufgerufen.

Hospital Rush

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Autor: Thomas Kjølby Laursen
Kåre Storgaard
Steen Thomsen
Illustration: Olaf Hänsel
Verlag: Pegasus Spiele
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 3 - 5
Dauer: 40 - 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2014
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
3,4 3,4 Leser
Ranking: Platz 4325
Hospital Rush

Spielerei-Rezension

Im Krankenhaus wird der Posten des Chefarztes frei, was unter den Assistenzärzten für ein Ende des kollegialen Friedens sorgt. Denn jeder will die Stelle. Zwischen Patientenfürsorge und Studium greift deshalb der eine oder andere schon mal zu schmutzigen Tricks, um der Klinikleitung zu imponieren. Wehe aber, wenn diese krummen Machenschaften von den Mitbewerbern aufgedeckt werden - denn nichts bereitet diesen mehr Freude, als die Konkurrenz auffliegen zu lassen! Spieltechnisch geht das wie folgt vonstatten:

Jedem Spieler stehen pro Runde zwei Spielfiguren und eine große Auswahl an Aktionsfeldern zur Verfügung. So kann man Medikamente besorgen, durch Nachtschichten Geld verdienen, sich fortbilden, eine Abschlussprüfung ablegen und - wie schon erwähnt - krumme Dinger drehen. Aber in erster Linie geht es natürlich darum, Patienten zu therapieren. Deren erfolgreiche Heilung erfordert die Gabe unterschiedlicher Medikation, was mit entsprechend unterschiedlichen Siegpunkten belohnt wird. Bis dahin ist der Weg oft gar nicht so lange, denn zumindest jener Patient, der im Bett ganz rechts liegt, verlässt am Ende der Runde das Krankenhaus, ob geheilt oder nicht. In letzterem Fall sehr zum Leidwesen seines behandelnden Arztes, denn dann war die Gabe der bisherigen Medikation umsonst und man zieht ohne Belohnung von dannen. Man sollte sich also sehr gut überlegen, auf welchen Patienten man setzt, zumal man an keinem Patienten herumdoktern darf, der schon von einem anderen Arzt behandelt wird.
Zwei Aktionen pro Runde sind da natürlich nicht viel, um an die teils doch beträchtliche Menge an Medikation zu gelangen, die für die Genesung der Krankenhausinsassen erforderlich ist. Da bleibt es nicht aus, dass sich alle Spieler so schnell wie möglich fortbilden wollen, denn das bringt zusätzliche Medikamente oder Geld, mit dem man wiederum leichter an mehr Arzneimittel kommt.

Gemeinheit kommt ins Spiel, sobald Spieler die Möglichkeiten der roten Felder nutzen. Hier darf man den Mitspielern mühselig erworbene Medikamente klauen oder sich mit Hilfe von Bestechung Prestigepunkte erwerben - denn um die geht es letztendlich. Wer 10 Punkte geschafft hat, läutet damit das Spielende ein, welches am Ende der besagten Runde eintritt. Man sollte sich aber nicht zu früh freuen, denn so mancher wurde schon bei seinen unlauteren Machenschaften erwischt und verpetzt. Dann muss man im schlimmsten Fall durch die Abgabe eines Siegpunktes Buße tun, wenn der schnöde Mammon nicht reicht, um sich aus der misslichen Lage freizukaufen.
Insgesamt gilt es in dem Spiel vor allem abzuwägen, wann man welche Einsetzmöglichkeit am besten nutzt. Bedeutung kommt diesbezüglich auch dem Erwerb des Startspielerplättchens zu, das leider nur mit geringen Geldeinnahmen verbunden ist. Dafür darf man aber für die nächste Runde jeden beliebigen Spieler zum Startspieler machen. Denn manchmal ist man selbst auf die Vorzüge, die einem der erste Spielzug bietet, gar nicht angewiesen. Vor allem, wenn man sich dafür entscheidet, krumme Dinger zu drehen, kann es ganz gut sein, Letzter zu sein. Dann kann man sich nämlich gefahrlos auf eines der Illegal-Felder setzen, wenn kein Mitspieler zuvor die Aktion "Petzen" ausgewählt hat, weil auf diese üblichen Machenschaften sollte man in diesem Spiel unbedingt ab und zu zurückgreifen, wenn man gewinnen will!

Das Krankenhausspiel entfaltet seine chaotische Ader vor allem im Spiel zu viert und fünft. Dann macht es am meisten Spaß, wohingegen es im Spiel zu dritt deutlich planbarer zugeht, was weniger zum witzigen Eindruck passt, den das Spiel erwecken soll. Denn Hospital Rush punktet vor allem aufgrund seines unverbrauchten Themas, das grafisch und inhaltlich vortrefflich und sehr humorvoll aufbereitet wurde. Die ulkigen Patientennamen, allesamt angelehnt an Hollywoodstars oder sonstige Berühmtheiten, und die dazu gehörigen Grafiken wussten zumindest im ersten Spiel jeden bestens zu unterhalten. So gehen in dem chaotischen Krankenhaus stets Prominente wie Sharon Stone oder Antonia Banderas ein und aus. Auch die Beschreibung der fünf Charaktere, von denen jeder einen im Spiel verkörpert und die alle noch diverse Sonderfähigkeiten besitzen, ist sehr gelungen.
Jedoch flaute die anfängliche Begeisterung zumindest bei verwöhnten Vielspielern recht schnell ab, denn letztlich handelt es sich dabei um ein recht einfaches Arbeiter-Einsetzspiel, das in diesen Kreisen bestenfalls als kurzer Absacker seine Zwecke erfüllt. Bei anderem Spielepublikum konnte es dagegen durchaus punkten. Will man zum Beispiel Kinder oder Gelegenheitsspieler sachte an Worker-Placement-Spiele heranführen, so eignet sich Hospital Rush aufgrund seiner Einfachheit und kurzen Spieldauer dafür bestens - vorausgesetzt, sie kommen mit dem dem Spiel innewohnenden Ärgerfaktur zurecht!

Rezension Sandra Lemberger

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Hospital Rush: 4,0 4,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.08.15 von Sandra Lemberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.02.15 von Michael Kahrmann - Einfaches Workerplacement mit unverbrauchtem lustigen Thema.

Leserbewertungen

Leserwertung Hospital Rush: 3,4 3.4, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.02.15 von Dencer - Zu seichtes WP thematisch sehr nett, aber inhaltlich nur für wirkliche Einsteiger geeignet.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.02.15 von Dennis L. - Sehr einfach aber lustige Grafiken, dafür gibts einen Sonderpunkt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.02.15 von Maja - So für zwischendurch mal ganz ok. Mehr aber auch nicht!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.03.16 von Marco Meißner - Workerplacement für zwischendurch. Nettes Thema.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.01.17 von Karl Rolf - Hospital Rush ist ein witzig gestaltetes Workerplacement-Spiel mit unverbrauchtem Thema. Der leichte Einstieg und die überschaubare Spieldauer machen das Spiel v.a. für Familien interessant. Für ambitioniertere Spieler bietet es aber deutlich zu wenige Möglichkeiten, sich zu entfalten. Dazu kommt eine gewisse Willkür im Spielablauf. Ständig pfuscht einem jemand ins Handwerk, ohne dass man etwas dagegen unternehmen könnte.

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