Rezension/Kritik - Online seit 07.07.2019. Dieser Artikel wurde 1509 mal aufgerufen.

Imaginarium

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Autor: Bruno Cathala
Florian Sirieix
Illustration: Felideus Bubastis
Verlag: Bombyx
Rezension: Dirk Bosawe
Spieler: 2 - 5
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 1463
Imaginarium

Spielziel

Ihr seid Konstrukteurinnen, die in einer Traumfabrik Maschinen reparieren, miteinander kombinieren und demontieren. Diese Maschinen liefern Rohstoffe für weitere Aktionsmöglichkeiten. Durch Fertigstellen von Projekten gelangt ihr dann an die begehrten Siegpunkte.

Klingt alles bekannt und ist es auch, angesiedelt im Steampunk-Universum macht die Kombination daraus aber ein besonderes Spiel.

Ablauf

Zunächst erhält jede Konstrukteurin (Spielerin) einen Aktionsplan, einen Sichtschirm und zwei Maschinen, die in ihre Werkstatt gelegt werden. Weiterhin bekommt jede eine bestimmte Kombination an Startrohstoffen. Diese sind auf jedem Aktionsplan unterschiedlich, ebenso wie die Maschinen und der Startplatz der eigenen Figur. Diese Art der Startversorgung bewirkt, dass jede Konstrukteurin eine leicht andere Startkonfiguration erhält und somit eine unterschiedliche Anfangstaktik verfolgen kann.

Wenn alles verteilt wurde und die Startplätze auf der Treppe zum Inneren der Fabrik eingenommen sind, geht es in die Planungsphase. Die erste Konstrukteurin setzt ihre Spielfigur auf das Förderband der defekten Maschinen und reserviert sich eine Maschine, die sie reparieren möchte. Danach folgen in der Spielerinnenreihenfolge alle anderen Konstrukteurinnen und tun es ihr gleich.

Wer keinen Platz am Förderband der defekten Maschinen findet, begibt sich zur Kohliumpresse und presst ein, zwei oder drei Kohlium. Kohlium ist die Währung in dieser Fabrik. Damit kauft man zu reparierende Maschinen, stellt Assistenten ein oder handelt am Markt. Dieser Markt befindet sich, laut Spielregel, hinter der Fabrik und wird rein virtuell im Spiel abgehandelt, stellt aber eine gute Möglichkeit dar, um Kohlium in fehlende Rohstoffe oder sogar in Siegpunkte zu tauschen.

Rohstoffe sind drei an der Zahl im Spiel: Holz, Kupfer und Kristall. Diese werden durch die unterschiedlichsten Maschinen hergestellt.

Nachdem alle Konstrukteurinnen ihren Platz auf dem Förderband eingenommen haben, darf die dem Startpunkt des Förderbandes am nächsten stehende Konstrukteurin ihren Spielzug als Erste in der Durchführungsphase tätigen und wird in der nachfolgenden Spielrunde Startspielerin. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil in der Traumfabrik.

Der Spielzug einer Konstrukteurin besteht aus dem Nutzen ihrer reparierten Maschinen in ihrer Werkstatt, wodurch sie Rohstoffe und Kohlium erhält, dem Kaufen der reservierten Maschine und der Auswahl eines Aktionspaares auf ihrem persönlichen Aktionsplan. Dieses Aktionspaar muss in jeder neuen Runde neu eingestellt werden, so dass ein Aktionspaar nicht zweimal hintereinander genutzt werden darf.

Anschließend wird geprüft, ob ausliegende Projekte erfüllt werden können, um Siegpunkte zu erhalten. Diese Projekte erfordern bestimmte Kombinationen von Elementen im eigenen Spielsegment und können von jeder Konstrukteurin erfüllt werden, allerdings erhält nur die Erste die volle Punktzahl, alle weiteren genau einen weniger.

Haben alle Konstrukteurinnen ihre Aktionen ausgeführt, stellen sie sich wieder auf das Förderband und die nächste Runde wird vorbereitet. Die alten Maschinen werden zusammengerückt, die vorderste kommt dabei auf den Zermalmer, neue Maschinen werden auf das Förderband gelegt, und neue Assistenten werden eingeladen.

Hat eine Konstrukteurin am Ende einer Runde zwanzig oder mehr Siegpunkte gesammelt, endet das Spiel. Nun werden noch für die Mehrheiten an den einzelnen Rohstoffen abschließende Siegpunkte vergeben. Die Konstrukteurin mit den meisten Siegpunkten hat ihre Fähigkeiten am besten eingesetzt und gewinnt das Spiel.

Fazit

Bei Imaginarium - Die Traumfabrik werden die Spielerinnen zu Konstrukteurinnen, denen jede Menge seltsamer Maschinen begegnen, die auf eine Reparatur warten:

  • Produktionsmaschinen wie eine Rotarette, die einen Kristall produziert, ein Produktibus, der ein Holz und ein Kupfer herstellt
  • Transformationsmaschinen wie ein Verbrenneur, der aus einem beliebigen Rohstoff drei Kohlium, kombiniert mit einem weiteren Verbrenneur sogar fünf Kohlium produziert
  • Angriffsmaschinen wie der Waldräubeur stehlen von jeder anderen Konstrukteurin drei Holz, wovon diejenige, die den Angriff gespielt hat, selbst drei behalten darf
  • Defensivmaschinen wie die Schlossette oder der Patenteur schützen vor diesem Diebstahl
  • Spezialmaschinen wie der Diplomateur generieren sogar Fähigkeiten in Form von Siegpunkten

Diese Maschinen werden in der Planungsphase reserviert, in der Durchführungsphase werden die bereits reparierten Maschinen genutzt und Kohlium und Rohstoffe produziert. Mit dem Kohlium kauft man die reservierte Maschine und legt sie in den eigenen Garten. Jetzt wird aus den sechs möglichen Aktionen ein Aktionspaar ausgewählt, welches man durchführen möchte. Die Auswahl erfolgt auf dem Aktionstableau durch zwei Zeiger ähnlich einer Uhr, die aber fest miteinander verbunden sind. Somit können nur zwei nebeneinanderliegende Aktionen ausgewählt werden. Diese Mechanik zwingt jede Konstrukteurin ihre Arbeiten an den Maschinen gut zu planen und auszuwählen - ein schöner Kniff in diesem Spiel.

Aus den oben genannten sechs Aktionen besteht die mögliche Tagesarbeit. Als Konstrukteurin muss man sorgfältig planen und sich genau einteilen, was wann benötigt wird. Denn am Ende der Arbeitszeit (Spielzug) geht man am Konstruktionsbüro vorbei und hofft das eine oder andere Projekt erfüllen zu können. Die Projekte liegen in Form von Plättchen auf dem Spielplan und verlangen verschiedene Kombinationen von Maschinen in der Werkstatt. Sind diese erfüllt, erhält man Ruhm und Ehre und vor allem Siegpunkte.

Das Spiel endet, sobald eine Spielerin am Ende eines Arbeitstages (Ende einer Spielrunde) 20 oder mehr Siegpunkte hinter ihrem Sichtschirm vorweisen kann. Nun werden noch Siegpunkte für die Mehrheiten von noch vorhandenem Kohlium und vorhandenen Rohstoffen verteilt. Die Konstrukteurin, die danach den meisten Ruhm und Ehre (Siegpunkte) sammeln konnte, ist die Siegerin und wird in den „Orden der großen Maschinistinnen“ aufgenommen.

Das Spielmaterial ist hervorragend hergestellt, die Karten sind super illustriert, und die Aufteilung im Kasten ist prima gelöst. Für die tollen Kunststofffiguren gibt es ein Tiefziehteil, damit sie nicht im Kasten umherfliegen und beschädigt werden. Die Rohstoffe und das Kohlium sind in einer gesonderten, verschließbaren Box untergebracht, die beim Spielen auch auf dem Spielplan gestellt werden kann. Einzig das Bild vom sogenannten Zermalmer ist, freundlich gesagt, gewöhnungsbedürftig und passt so gar nicht zu den Illustrationen des restlichen Materials.

Mit Imaginarium - Die Traumfabrik ist den Autoren und dem Verlag ein tolles Spiel gelungen, das in allen Besetzungen sehr gut funktioniert und auch Spaß macht. Es gibt genügend Variationen, um das Spiel öfters auf den Tisch zu legen. Die Spieldauer variiert dabei in Abhängigkeit von den Aktionen der Spielerinnen. Wird mal wenig auf Erfüllung der Projekte gesetzt, sondern „nur schön rumgebaut“, dann kann es mitunter 90 Minuten und länger dauern, passen die Karten, Aktionen und Projekte aber zusammen, und man plant diesbezüglich, dann kann eine Partie auch locker unter 60 Minuten gespielt werden.

Die Spielregel oder auch das "fabelhafte Regelwerk" ist sehr gut illustriert und lässt keine Fragen offen. Auch für ungeübte Spielerinnen ist alles sehr gut dargestellt und strukturiert. Solch eine Spielregel wünscht sich jede Spielerin auch für andere Spiele. Apropos ungeübte Spielerinnen: Die Einstiegshürde in das Spiel ist schon nicht sehr klein. Nicht der Ablauf des Spiels, sondern eher die Verzahnungen im Spiel und wodurch man an die Punkte kommt ist vielfältig und man kann sich recht schnell in "schön bauen" verzetteln.

Spielt eine Konstrukteurin auf Siegpunkte und die anderen bauen sich ihre Werstatt und die darin enthaltenen Maschinen "schön", dann kann das Spiel schneller als gedacht zu Ende sein. Es gab bei mir nicht wenige Partien, in denen die Punktespanne zwischen der Siegerin und der Verliererin 15 Punkte und mehr betrug. Und das bei nur 20 Siegpunkten, bei denen das Ende des Spiels eingeleitet wird. Daher ist die angegebene Altersangabe von 14+ Jahren passend.

Es benötigt zudem auch 1-2 Partien, um sich in dieser Fabrik zurechtzufinden und sich mit den ausliegenden Maschinen und Projekten zurechtzufinden und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Auch das ist schön gelungen. Die Projekte werden je nach Anzahl an Mitspielerinnen ausgelegt, und übriggebliebene Projekte kommen ungesehen in die Spielschachtel zurück. Es ist ein hohes Maß an Varianz gegeben, und folgende Partien laufen anders ab. Der Wiederspielreiz ist somit vorhanden und sehr hoch.

Das Spiel macht in jeder Besetzung Spaß, allerdings werden in einem Zweispielerinnenspiel zusätzliche Marker auf die zu erwerbenden Maschinen als Saboteurinnen gelegt. Das fügt sich gut in die Geschichte ein, aber ist nicht immer ganz intuitiv abzuwickeln. Am besten funktioniert das Spiel mit 3 - 5 Personen.

Mir macht Imaginarium - Die Traumfabrik enorm viel Spaß, und auch meine bisherigen Mitspielerinnen haben einen hohen Wiederspielreiz entwickelt.

Natürlich ist dieses Spiel auch für die Konstrukteure und Spieler unter uns gedacht. Viel Spaß beim Träumen…

Rezension Dirk Bosawe

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Imaginarium: 4,5 4,5, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.02.19 von Dirk Bosawe - Ein tolles Spiel, super Grafiken, schön konzipiert und viele bekannte Elemente prima miteinander verbunden. Klare Spielempfehlung.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.07.18 von Michael Kahrmann - Uff ganz schön viel downtime. Ich spiels nur noch mit max 3 Personen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.03.19 von Regina Molter - Schönes Spiel,mit schönem Thema!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.07.19 von Jürgen Henrich

Leserbewertungen

Leserwertung Imaginarium: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.07.18 von Hans Huehnchen - Imaginarium startet langsam, aber wenn der Motor, den man sich aufgebaut hat, richtig anläuft, kann es innerhalb von ein paar Zügen vorbei sein. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ausbalanciert die zu erwerbenden Assistenten sind, aber einige scheinen mir schon sehr mächtig. Besser, sie geraten nicht in die Hände des Mitspielers. Zu dritt und zu viert ist mir die Wartezeit zwischen den Zügen etwas zu lang geraten, das Zweispielerspiel bedient sich einer gut funktionierenden Regelkrücke und so ist Imaginarium als Duell durchaus spielenswert. Die Interaktion ist wegen des Workerplacements, der Angriffskartennund des Rennspielcharakters recht hoch, auch wenn jeder an Spieler an seinem eigenen Tableau vor sich hin optimiert. Material ist top, allerdings muss man die Grafik mögen - ich liebe sie. Der Spielspaß schwankt für mich zwischen 4 und 5 Punkten, wegen des Materials tendiere ich sogar eher zur 5.

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