Rezension/Kritik - Online seit 12.04.2008. Dieser Artikel wurde 4595 mal aufgerufen.

Laborigines

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Autor: Jakub Uhlr
Tom Uhlr
Verlag: Czech Board Games
Rezension: Ferdinand Kther
Spieler: 2 - 6
Dauer: 30 - 60 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2007
Bewertung: 2,4 2,4 H@LL9000
4,3 4,3 Leser
Ranking: Platz 6137
Laborigines

Spielerei-Rezension

Spielereikritik Frhjahr 2008: Flucht aus dem Labor

2006 machte die tschechische Spielszene mit vor allem zwei sehr guten Spielen auf sich aufmerksam, mit Graenaland und dem epochal hervorragenden Through the Ages, beide aus dem bis dato einzigen, soweit mir bekannt ist, tschechischen international ttigen Verlag Czech Board Games. Es folgten interne Querelen, Meinungsverschiedenheiten oder was auch immer - ratz fatz, aus eins mach zwei, 2007 prsentierte sich die tschechische Szene mit zwei Verlagen, wobei der neue Verlag Czech Games Edition das grere Autorenpotential mitgenommen zu haben scheint.

Aber auch der "traditionelle" Verlag Czech Board Games hat gewichtige Spielkost zu bieten, in diesem Sinne wrtlich zu nehmen - die kleine Schachtel von Laborigins fllt zunchst durch ihr enormes Gewicht ins Gewicht, oje, bler Kalauer kein Wunder, denn etwa ein Drittel des Inhalts wird von einer faustgroen Tonfigur eingenommen, dem Moa, eine leicht dmonenhafte Figur, deren Gestalt fast nur aus Gesicht besteht. Den Rest nehmen ein Packen groer runder Platten (etwa Bierdeckelgre) ein, Holz- und Plastikstbchen, viele bunte Holzquader, zwei Wrfel, Karten und reichlich Knetmasse. Viel Zeug und keine Luft in der Schachtel, das erklrt das hohe Gewicht.

Und wer erklrt das Spiel? Die in einigermaen gutem Englisch geschriebene, farbige Regel natrlich! Los geht's, und zwar ziemlich schnell - die groen Rundplatten, Fallen genannt, werden zufllig im Kreis ausgelegt, jeder Spieler bastelt sich aus Knetmasse (je eine Farbe pro Spieler) eine Figur und setzt sie beliebig auf eine der Fallen, der Moa steht auch irgendwo.

Mit 20 Energiemarkern seiner Spielfarbe, das sind die Holzquader, beginnt jeder Spieler. Der Spielablauf ist einfach, aber durchaus spaig, Laborigins geht in Richtung eines rger-/Partyspiels, ohne dabei allzu oberflchlich zu sein. Spielziel ist es, als letzter zu berleben und so als mehr oder weniger deformierte Laborkreatur (meine ist immer besonders stark deformiert, ein guter Modellierer bin ich wahrlich nicht) dem Labor zu entweichen - ein langweiliger Zeitvertreib fr die nach und nach ausscheidenden Spieler, also sollte man versuchen, mglichst lange im Rennen zu bleiben.

Zwei Wrfel wirft der Spieler, der an der Reihe ist, und legt fest, welcher Wrfel fr den Moa gilt und welcher fr seine eigene Spielfigur. Der bse Moa zieht immer im Uhrzeigersinn, die eigene Figur kann so oder so herum laufen, hier bieten sich durchaus taktische Mglichkeiten. Zuerst zieht der Moa und trifft er auf einen Laborigin, mu dieser zwei Energiemarker verbrauchen, d. h. einen auf sein Feld legen, einen aus dem Spiel nehmen - nach diesem Motto werden brigens alle Energiemarker "verbraucht", nmlich einen ins Tpfchen, einen ins Krpfchen, so da die insgesamt im Spiel befindliche Menge immer geringer wird.

Dann zieht der Spieler seine Figur, trifft er dabei auf den Moa, siehe oben, trifft er auf einen anderen Leidensgenossen, muss dieser ihm zwei seiner Energiemarker abtreten. Von dem Feld, auf dem er schlielich landet, nimmt der Spieler dann alle dort liegenden Energiemarker und dreht die Platte um - oft genug eine bse Falle, die weiteren Verbrauch von Energiemarkern erfordert. Memory ick hr dir trapsen!

Eine Immunittsflagge, die bei Begegnung statt der Energiemarker weitergereicht wird und diverse Krankheiten, durch die Platten ausgelst und meist mit Energieverlust verbunden, spielen noch eine Rolle und ich sollte auch erwhnen, da auf jedem Feld (Platte) immer nur eine Figur stehen kann, wodurch sich oft Kettenzge ergeben mit entsprechend vielen Begegnungen und ihren Folgen - eine Figur, Moa inklusive, zieht die dafr gewhlte Wrfelzahl so lange, bis sie auf einem leeren Feld landet.

Besonders gemein ist es aber, da alle Energiequader einer Farbe aus dem Spiel gehen, wenn der entsprechende Spieler ausscheidet. Hat also z. B. jemand viele rote Quader eingesammelt und erhalten und steht somit insgesamt ganz gut da, denn bei Verbrauch und Weitergabe spielt die Farbe keine Rolle, und pltzlich scheidet der rote Spieler aus, sieht er sich am Rande des Abgrunds

Laborigins ist sicher kein Hochkarter wie die beiden eingangs erwhnten Spiele, aber auch kein 08/15 Larifari. Memory- und rgerelemente, ein bichen Glck beim Wrfeln und eine kleine Portion Taktik summieren sich, zusammen mit dem witzigen Material, zu einem spaigen, kurzweiligen Spiel mit zwei Mankos - die ausscheidenden Spieler gucken dumm in die Rhre und, ganz persnlich gesprochen, mag ich dieses Knetzeug nicht, fhlt sich irgendwie eklig an, ist aber praktisch zum Einpieksen der Immunittsflagge, Blitzfhnchen und anderer Krankheitsflaggen. Und Knetzeug gibt's reichlich, insgesamt drei Stze mit je fnf Farben, reicht schon fr'n halben Kindergarten!

Wer etwas schrge Spiele mag sollte den kleinen Laborigins ruhig mal zur Flucht aus dem Labor verhelfen - die Kneterei strt mich persnlich, wie gesagt, ein wenig, aber das geht ja nicht allen so. Probieren lohnt sich allemal und jeder wird schnell merken, ob er Gefallen an den kleinen, auergewhnlichen Gesellen findet oder nicht.

Rezension Ferdinand Kther

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Laborigines: 2,4 2,4, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.03.08 von Ferdinand Kther
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.12.07 von Michael Andersch - Nicht nur schlecht, sondern auch hsslich.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.01.08 von Jochen Traub - Einfach witzig und super witziges Spielmaterial. Schachtelgre Optimal!!! Da ist keine Luft drin.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.03.08 von Peter Nos - Die Knete ist vielleicht noch als Ersatz fr Barbarossa zu gebrauchen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.03.08 von Kathrin Nos - Frchterliche Bltterei in den Spielregeln, um all die kleinen Regeln zu den Krankheiten und Spielfeldern nachzuschlagen. Zu zufllig. Das Spielmaterial mit den Knetfiguren kann das nicht herausreissen. Praktisch sind die Knetfiguren nur wegen der Spiee - beim Ziehen sind sie eher unpraktisch.

Leserbewertungen

Leserwertung Laborigines: 4,3 4.3, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.04.08 von Michael Reinehr - an laboriginies werden sich die geister scheiden... fr die einen wird es ein absoluter glcksgriff sein, fr die anderen eine zumutung. so haben wir es auch in unseren estrunden erlebt. ich persnlich finde es zum brllen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.04.08 von Michael Kröhnert - Ich fürchte ja, dass CBG in Essen absichtlich oder unterschwellig unglaubliche Erwartungen beim Publikum geweckt hat (womöglich: Strategiehammer?) - (auch) daher so viele niederschmetternde Meinungen. Ich mag dieses skurrile Fun-Spiel sehr: Es hat zwar Macken in Material und Regeln, macht aber - mit den richtigen Leuten - ordentlich Laune (und ist längst nicht so hohl, wie reine Würfelrundkurse - die, für Kinder zumindest, auch ihre Berechtigung haben).
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.04.08 von Michael Kahrmann

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