Rezension/Kritik - Online seit 12.09.2014. Dieser Artikel wurde 8032 mal aufgerufen.
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In Mensch ärgere Dich nicht - Das Kartenspiel versuchen die Spieler möglichst schnell und geschickt, Zahlenreihen zu komplettieren, um als Erster eine vorgegebene Siegpunktzahl zu erreichen.
Das Spielmaterial besteht aus 50 Zahlenkarten von 1 bis 40 (die Zahlen 1 bis 10 sind für Partien mit drei und vier Spielern doppelt vorhanden) und 130 Karten mit Würfelaugen von 1 bis 6. Wegen der Übersicht werden die Zahlenkarten aufsteigend in vier Reihen untereinander ausgelegt. Die Hintergrundfarben helfen dabei. Die Würfelaugenkarten werden gut gemischt, und jeder Spieler erhält zwei Karten auf die Hand.
Der Spielzug sieht so aus, dass man eine Würfelaugenkarte ausspielt und sich eine Zahlenkarte aus der Tischmitte oder vom Gegner nimmt. Die Karten stehen quasi für ein Spielbrett, über das man mit seiner virtuellen Spielfigur läuft.
Spielt man eine Karte mit einer 3 aus, nimmt man sich zu Beginn die Zahlenkarte mit der 3. Im nächsten Zug hat man entweder die Möglichkeit eine neue Zahlenreihe zu eröffen oder auf den begonnenen weiterzuziehen. Spielt man also nun eine 6 aus, kann man sich entweder die 6 oder die 9 nehmen. Da jede Zahlenkarte nur einmal vorhanden ist, kann man so den Gegenspielern Karten aus den Reihen wieder abluchsen. Punkte erhält man, wenn man eine Reihe bis zur Zielkarte 40 komplettiert hat. Dann gibt es pro Karte in dieser Reihe einen Punkt. Zusatzpunkte erhält man eventuell durch aufgedruckte Sterne auf speziellen Karten, die dadurch besonders begehrt sind. Die Punkte werden notiert und anschließend die Karten zurück in die Tischmitte gelegt. Die anderen noch angefangenen Reihen bleiben unangetastet. Nur beim Eröffnen einer neuen von maximal drei Reihen pro Spieler ist es erlaubt, auch beide Handkarten zu addieren und auszuspielen.
Das Spiel endet, sobald je nach Spielerzahl eine Summe zwischen 30 bis 40 Punkten erreicht wurde.
Wolfgang Kramer und Michael Kiesling ist es gelungen, das Spielgefühl des Klassikers Mensch ärgere Dich nicht in eine andere Spielform zu übertragen.
Das Spiel spielt sich flüssig, ist jedoch für das Gebotene mit 30 Minuten Spieldauer gefühlt einen Tick zu lang. Auch sollten die Mitspieler frustresistent sein, da die Karten andauernd ihren Besitzer wechseln. Das ist jedoch gewollt und transferiert hier wunderbar das Schlagen der gegnerischen Spielfiguren beim großen Bruder auf das Kartenspiel. Der Reiz liegt darin, die Übericht zu behalten und den Gegnern die Kartenauslagen wieder zurechtzuschrumpfen. Hierbei ist es besonders wichtig, seine drei Kartenreihen so geschickt aufzubauen, dass man immer wieder in Schlagdistanz ist.
Zielgruppe sind Gelegenheitsspieler bzw. Familien mit Kindern. Das Spiel ist ohne Weiteres bereits ab 6 Jahren spielbar, wenn die Kinder in der Lage sind, die Zahlen aufzuaddieren.
Das Spiel ist wunderschön von Anne Pätzke gestaltet worden. Eine Illustratorin von der man hoffentlich noch einiges zu sehen bekommt. Gerade die verspielten Grafiken von Rotkäppchen, Robin Hood oder einem Flaschgeist lassen auch jüngere Spieler immer wieder einen Blick riskieren.
Die Regel ist übersichtlich aufgebaut und lässt keine Fragen offen.
Dem renommierten Autorenduo ist eine gute Umsetzung des Brettspiels in ein Kartenspiel gelungen. Ein Manko ist, dass das Spiel keine unterschiedlichen Strategien zulässt. Das minimiert den Wiederspielreiz. Die Spannung wird hochgehalten durch das Nachziehen der Karten. Ist die ersehnte dabei, um das Ziel zu erreichen oder dem Gegner eine Karten abzuluchsen, oder eben nicht. Da das beim großen Vorbild genauso ist, kann man hier jedoch keinen Vorwurf machen.
Rezension Frank Solnitzky
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Mensch ärgere Dich nicht - Das Kartenspiel:
3,8, 4 Bewertung(en)
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17.08.14 von Frank Solnitzky |
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05.05.14 von Udo Kalker - Absolut coole Aufmachung. Ein lockeres Kartenspielchen, das nur bedingt etwas mit "Mensch ärgere Dich nicht" zu tun hat. Eher für den Gelegenheitsspieler oder auch als Opener für einen lockeren Abend. |
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12.09.14 von Sandra Lemberger - Zu viert manchmal etwas zäh, aber sonst eine lustige Umsetzung des Klassikers! |
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29.01.20 von Monika Harke |
Leserwertung Mensch ärgere Dich nicht - Das Kartenspiel:
4.0, 4 Bewertung(en)
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18.05.14 von Hans Huehnchen - Das Zurücksortieren in die Kartenreihen, nachdem eine Reihe in der Spielerauslage geschlossen wurde, bremst das Spiel etwas zu sehr aus, vor allem wenn es kurz nacheinander mehrere Spieler schaffen. Ansonsten ein okayes Sammelspiel mit knuddeligen Zeichnungen, das nicht weh tut. |
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05.10.14 von Michael Fuchs - Dieses Spiel sollte nicht Unterschätz werden. Der Glücksfaktor ist, wie bei Kartenspielen sehr oft, natürlich vorhanden. Aber auch Nachdenken...: Kann ich die Punktereihe meines Mitspielers reduzieren? eine höherwertige Sternenkarte erhalten? bremse ich mein Fortkommen erst einmal, um dann "von hinten" die Punktekarten meines Mitspielers abzunehmen? oder renne ich davon und gehe damit das Risiko ein, noch Karten abgenommen zu bekommen? ... kann helfen und macht das Spiel spannend. Mir gefällt das Spiel auch für zwei Spieler gut. |
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29.10.14 von DaLi - sensationelles Familienspiel! ich habe selten so ein Wechselbad der Gefühle durchgemacht. Großartig! |
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07.03.26 von renus - 🡺Klein, kompakt und viele Karten in einem Patience-Format, die völlig durcheinander in der handlichen Stülpschachtel lagen, so tauchte das Spiel bei mir auf. Es war mir von einer Mitspielerin einer meiner Spielegruppen geschenkt worden. Sie mochte es nicht. 🡺 Schon dieser erste Eindruck des Durcheinanders der 180 Karten war natürlich nicht positiv; zwei Kartenarten waren miteinander vermischt und mussten vor dem Spiel auseinandersortiert und eine der beiden Kartenarten dazu noch geordnet werden! Beginnt nun jedes Spiel mit einer Sortieraktion bevor gespielt werden kann? Meine Antwort: ja, sofern man nicht nach jedem Spiel die beiden Kartenarten, Würfel- und Zahlenkarten, separiert und ggf. geordnet, sowie die Stapel gegen Verrutschen gesichert in der Schachtel untgerbringt. Ein Hilfsmittel dazu könnten Gummiringe sein. 🡺 Bei zahlreichen anderen Kartenspielen helfen Verlage durch das Beilegen eines Sortiereinsatzes zum Erhalt von Ordnung, was den Spielern Sortierzeit erspart und einen rascheren Start des Spiels ermöglicht; nicht zu vergessen, dass dies einen ersten positiven Eindruck des Spiels hinterlässt, was dem Schmidt-Spieleverlag wohl nicht so wichtig erscheint. Einen Sortiereinsatz habe ich mir dann selber aus Karton gebaut. 🡺 Nach der länglichen Vorbereitung beginnt dann das eigentliche Spiel mit dem Auslegen von 50 Zahlenkarten, was die Geduldsprobe der wartenden Spieler verlängert; da ist das Original mit Pöppeln und Würfeln eindeutig im Vorteil. Ach ja, das Material, die Karten sind von guter Qualität mit Leinenstrukturoberfläche und netter, kindgerechter grafischer Gestaltung. Irgendwie erinnert mich das Auslegen von kleinformatigen Spielkarten an Patiencen, so geduldig wie für diese sollten alle Mitspieler schon sein, sonst ist Unmut auch in diesem Punkte vorprogrammiert. 🡺 Startet das Spiel nun endlich, beginnt ein ständiges Kartenziehen und -ablegen der Würfelkarten, welches das Würfeln des Originalspiels ersetzt. Jeder Zug bedeutet: ⚀1. ablegen einer, resp. zweier Würfelkarten, ⚁2. nehmen einer Zahlenkarte, ⚂3. ablegen der Zahlenkarte in einer eigenen Reihe, ⚃4. nachziehen von Würfelkarten. Also bedeutet jeder Zug vier Kartenaktionen, dazu nach dem Vollenden einer eigenen Zahlenreihe das sortierte Zurücklegen sämtlicher Karten dieser Reihe in die allgemeine Auslage. Wer gern viel mit Karten herumhantiert, dem mag dies gefallen, mir nicht. 🡺 Und wenn man das Spiel unter dem Gesichtspunkt Kinder betrachtet: diese haben oft noch weniger Geduld als Erwachsene; das heisst, es ist nicht wirklich kindgerecht und für Erwachsene zu anspruchsarmer Kartenaktionismus. 🡺 In mehrfacher Hinsicht ist es nicht gelungen das Original in die Kartenversion zu übertragen; ❌ich finde das Spiel überflüssig, es gibt viele reizvollere (Karten-)Spiele. Schade um das Material; vielleicht lassen sich für dieses andere Regelsysteme entwickeln, die Spaass machen. |