Rezension/Kritik - Online seit 13.02.2019. Dieser Artikel wurde 1044 mal aufgerufen.

Space Escape / Mole Rats in Space

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Autor: Matt Leacock
Illustration: Jim Paillot
Verlag: Game Factory
Peaceable Kingdom
Rezension: Stefanie Marckwardt
Spieler: 2 - 4
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 7 Jahren
Jahr: 2017, 2018
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
6,0 6,0 Leser
Ranking: Platz 1211
Space Escape / Mole Rats in Space
Space Escape / Mole Rats in Space

Spielziel

Oh Schreck!!! Die Schlangen sind los und drohen die Raumstation der Nacktmulle zu erobern! Schnell müssen diese ihre vier überlebendswichtigen Gegenstände einsammeln und damit vor den Schlangen die Rettungskapsel erreichen ... und vorsichtig - nur nicht beißen lassen!

Ihr seid ein Team und müsst euch alle gemeinsam retten, denn ansonsten könnt ihr Space Escape nicht gewinnen ...

Ablauf

Ein großer Spielplan wird in der Tischmitte zurechtgelegt, Jeder Spieler erhält seine farbige Figur plus passenden Erste-Hilfe-Koffer sowie eine der 46 Spielkarten, die offen ausgelegt wird. Die restlichen Karten kommen als verdeckter Stapel an den Rand, die vier Ausrüstungsgegenstände auf den Spielplan, ebenso einmal jede Schlangenfarbe, diese gibt es jeweils viermal. Der Spielablauf ist dann eigentlich ganz einfach: erst Karte spielen, dann abwerfen und neue Karte ziehen.

Die Mehrheit der Karten besteht aus zwei Teilen:

Der obere Teil erlaubt eine Bewegung der Nager ( 1 bis 3 Schritte für den eigenen, einen beliebigen oder alle). Die Nager bewegen sich auf ihrer Ebene. Auf dem Spielplan gibt es zwei Elemente: Leitern, die nach oben führen, und Röhren, die eine Ebene tiefer oder manchmal sogar ins All hinausführen. Endet die Bewegung auf einer Röhre oder Leiter, wird die entsprechende Bewegung ausgeführt. Landet man auf einem Feld, auf dem ein Mitspieler steht, wird dieser einfach weitergeschubst.

Der untere Kartenteil betrifft die Schlangen; entweder muss man eine bestimmte, eine beliebige oder alle Schlangen einer Farbe ziehen, oder es wird eine neue Schlange auf den Spielplan gebracht, oder - die negativste Auswirkung - eine beliebige oder auch alle Schlangen einer Farbe werden zur nächsten Leiter gezogen.

Muss man sich über eine Schlange bewegen oder bewegt sich eine Schlange auf bzw. über einen, so wird man gebissen. Beim ersten Mal ist das kein Problem, denn dann wird man auf sein Startfeld gesetzt und benutzt den Erste-Hilfe-Koffer. Passiert dies allerdings ein zweites Mal, haben sofort alle gemeinsam verloren. Ebenso verliert man sofort, wenn eine Schlange die Rettungskapsel in der Spielmitte erreicht, ein Nager durch das Röhrensystem ins All rutscht oder der Spielkartenstapel aufgebraucht ist und ein Spieler keine Karte mehr spielen kann.

Um aber zu gewinnen, muss man gemeinsam alle vier Ausrüstungsplättchen (durch direktes Raufkommen) eingesammelt haben und als Team rechtzeitig die Rettungskapsel erreichen.

Fazit

Nacktmulle an sich sind ja putzige Zeitgenossen - die Spielanleitung zeigt uns einen Nacktmull in seiner ganzen Pracht und erläutert dazu passend kurz die soziale Lebensweise und den einzigen Feind, die Schlange. Was die Nacktmulle da aber im Weltall treiben, wo sie doch normalerweise im Erdreich rumbuddeln, bleibt unverständlich. Tatsächlich wurde ich auch von Kids gefragt, was die denn dort machen? Keine Ahnung, vielleicht ist die Weltraumthematik einfach cool und in?

Schon der glitzernd-glänzende Spielname auf der Schachtel interessiert die Kids. Das Material ist passend zum Spiel gestaltet. So haben die Nacktmulle Rucksäcke, die zum Transport der Ausrüstungsgegenstände benötigt werden und sofort an die Spielfiguren aus dem ebenfalls kooperativen Geister, Geister, Schatzsuchmeister erinnern. Die Koffer, Schlangen und Gegenstandsplättchen unterscheiden sich farblich gut und sind auch auf dem Spielplan zu erkennen. Die Spielanleitung ist toll gegliedert und beschreibt mit sehr vielen Bildern Aufbau und Beispiel; zusammenfassend hilft eine Tabelle, was bei welcher Begegnung passiert. Auch das Schachtelformat ist passend gewählt und alles Material hat seinen Platz. Drei der Ausrüstungsgegenstände wurden immer eindeutig erkannt und benannt; nur der Sinn des Klebebandes will den Kids nicht unbegingt einleuchten und wurde oft mit Klopapier betitelt.

Space Escape ein ist tolles kooperatives Spiel, das die Kindern in seinen Bann zu ziehen weiß. Der Spielaufbau mit Einbeziehung von Elementen aus dem alten Leiterspiel kommt gut an und wird auch schnell verstanden. Zwar kann es zum Anfang vorkommen, dass einige jüngere Mitspieler die Leitern auch runterklettern oder in der Laufbewegung hochziehen wollen, aber das passiert später nicht mehr.

Anfangs dachte ich, die Symbolik sei für die Zielgruppe eventuell zu schwer, aber wie so oft wurde ich eines Besseren belehrt. Nach wenigen Spielzügen schlossen die Kinder oft von selbst auf die Bedeutung einer "neuen" Karte. Space Escape lebt von der Zusammenarbeit und Planung. Durch die offen ausliegenden Spielkarten kann man immer genau schauen, was nach einem passiert und dementsprechend planen: "Oh, Marie kann die gleiche Schlange wie ich um 2 Felder bewegen, dann ziehe ich sie so, dass Marie sie danach auf die Röhre ziehen kann!"... und - schwupps - landet eine Schlange im Weltraum. Yieppieh! So macht Spielen doppelt so viel Spaß!

Doch leider gerät man teilweise auch in Situationen, in denen man das kleinere Übel wählen muss - z. B. Schlangenbiss oder in den Weltall rausrutschen - da muss ich nicht lange überlegen! Oder aber ich habe trotz der Möglichkeit nach links oder nach rechts zu gehen keine wirkliche Wahl - weil ich eben nicht auf die Schlange/Röhre treten will. Aber das macht nichts! Denn dadurch erhöht sich die Spannung. Wenn alles zu einfach wäre, würde es schnell keinen Spaß mehr machen. Einmal habe ich einen "Leitwolf" erlebt, der versuchte, die Spielleitung an sich zu reißen; aber zum Glück nehmen Kinder ja selten ein Blatt vor den Mund, so dass er schnell von der Gruppe zurechtgewiesen und ihm verdeutlicht wurde, dass er ja schließlich nicht alleine spielt!

Die meisten Partien Space Escape waren bisher meist sehr knapp gewonnen oder auch verloren worden. Die knisternde Spannung unter den Kids war förmlich zu hören. Verloren wurde meist durch Ausgehen der Spielkarten, manchmal auch durch eine Schlange in der Rettungskapsel - in keiner einzigen Partie ließ sich ein Nacktmull zweimal beißen oder gar in den Welrraum befördern. Aber auch Verlieren ist bei Space Escape nicht schlimm - zum einen erträgt es sich gemeinsam besser und zum anderen ist durch die Spannung und die Kurzweiligkeit ein sehr hoher Wiederspielreiz vorhanden, so dass oftmals gleich ein erneuter Versuch gestartet wird.

Sehr schick finde ich die Minierweiterung "Herausforderung" direkt in der Schachtel. Ein geheimnisvoller Umschlag liegt nämlich bei, den man erst öffnen soll, wenn man dreimal gewonnen hat - eine tolle Idee!

Zurzeit wird Space Escape oft gewünscht, auch ältere Kinder spielen gerne mit, und genauso eignet es sich für einen Familienspieleabend, wenn die Eltern sich bei der Planung einen Tick zurücknehmen können ...

Rezension Stefanie Marckwardt

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Space Escape / Mole Rats in Space: 4,5 4,5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.01.19 von Stefanie Marckwardt - Moderne, komplexere und vor allem kooperative Leiterspielvariante
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.10.18 von Michael Andersch - Nettes kleines Familien-Koop. Ich fühlte mich etwas "gespielt", da sowohl die Entscheidungen als auch das untereinander Austuschen nicht so wirklich im Vordergrund standen. Dennoch ok- auch Dank der witzigen Aufmachung.

Leserbewertungen

Leserwertung Space Escape / Mole Rats in Space: 6,0 6.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.02.19 von Matty - Super Koop-Spiel für Einsteiger mit drolligem Thema. Nach inzwischen über 20 Partien zu zweit (und je 1 Partie zu dritt und viert) macht es uns nach wie vor viel Spaß und wir begrenzen die Anzahl der Partien sicherheitshalber, bevor wir loslegen (süchtel...). Einzig die eine oder andere kleine Variation auf dem Spielplan wäre mal schön, aber vielleicht kommt das ja noch :-) Hochinteressant sind die Tierchen übrigens auch, siehe z. B. www.br.de/themen/wissen/nacktmull-nagetier-saeugetier-spannend-fuer-wissenschaft-100.html. PS: Je mehr Spieler, desto leichter ist Space Escape zu gewinnen, weil man a) mehr vorausplanen kann, wer wie läuft/laufen kann und b) mehr Möglichkeiten hat, sich gegenseitig an die "richtige" Stelle zu schubsen.

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