Rezension/Kritik - Online seit 01.07.2006. Dieser Artikel wurde 6186 mal aufgerufen.

Palatinus

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Autor: Alessandro Zucchini
Illustration: Toni Cittadini
Verlag: dV Games
Rezension: Ulrich Fonrobert
Spieler: 2 - 5
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
2,0 2,0 Leser
Ranking: Platz 5482
Download: Kurzspielregel [PDF]
Palatinus

Spielziel

Die italische Halbinsel um 780 v. Chr. Das Gebiet, in dem einmal die Stadt Rom entstehen wird, ist ein Ort der Begegnung und der Konfrontation: Von den Interessen ihrer Hndler und Bauern getrieben, treffen Etrusker, Sabiner und viele andere Vlker mit ihren tapferen Anfhrern auf den sieben Hgeln aufeinander und vermischen sich. Gemeinsam grnden sie die Stadt Rom. Wer aber erlangt den grten Einfluss in der Stadt, die um den Palatin entsteht? Jeder Spieler versucht durch den klugen Einsatz der eigenen Bevlkerungschips mglichst viele Siegpunkte zu erreichen, indem er Bevlkerungschips der Mitspieler fngt und die Kontrolle ber die Hgel erlangt.

Ablauf

Nach dem Aufbau des variablen Spielplans aus 7 Landschaftstafeln (diese bestehen wiederum aus 7 Sechsecken) setzt jeder Spieler reihum einen seiner Bevlkerungschips auf ein freies Feld rund um die Hgel, welche zu Beginn mit Siegpunkten zwischen 3 und 6 belegt wurden. Diese Bevlkerungschips zeigen auf der Vorderseite entweder einen Hndler mit einem, einen Bauern mit zwei oder einen Heerfhrer mit 3 Einflusspunkten. Auf der Rckseite einiger Hndler und Bauern ist zudem die rmische Wlfin zu sehen. Solche Chips werden verdeckt eingesetzt, und zwar so lange, bis alle Spieler die gem Spieleranzahl erlaubten Bevlkerungschips komplett auf den Plan gebracht haben. Dabei ist einzig zu beachten, dass die Heerfhrer nicht in den letzten 3 bis 4 Spielrunden ausgespielt werden drfen. Nun beginnen bereits

Auswertung und Spielende:

Zuerst werden alle Wlfinnen-Chips aufgedeckt. Dann wird jeder Hgel einzeln nacheinander in alphabetischer Reihenfolge gewertet. Es werden nur die Chips betrachtet und gewertet, die unmittelbar rund um den jeweiligen Hgel liegen. Einfluss haben sie aber auf alle unmittelbar angrenzenden Chips, also auch auf die von anderen Hgeln. Bei jedem Hgel wird wie folgt vorgegangen:

  1. Auswertung der Heerfhrer
  2. Kontrolle ber den Hgel

Zu 1.: Der Heerfhrer fngt alle unmittelbar an ihn angrenzenden Hndler- und Bauern-Bevlkerungschips. Aber nur die Chips der zahlenmig greren Berufsgruppe. Sollten also drei Bauern und nur ein Hndler neben einem Heerfhrer liegen, dann werden die Bauern, unabhngig von ihrer Farbe (also auch die eigenen!), vom Brett genommen und bringen dem Besitzer des Heerfhrers je einen Punkt. Alle Heerfhrer eines Hgels werden gleichzeitig gewertet. Wrde ein Bevlkerungschip durch zwei Heerfhrer gefangen werden, erhlt ein Heerfhrer den Bevlkerungschip und der andere einen der beiliegenden 1er Siegpunktchips. Sollten beide Bevlkerungsgruppen gleich gro sein, hat der Heerfhrer Pech gehabt und fngt gar keinen. Das bedeutet, das der Heerfhrer auf solche Felder gespielt werden sollte, die ber eine ungerade Anzahl von angrenzenden Feldern verfgen.

Zu 2.: Im Anschluss daran wird die Kontrolle ber den Hgel festgestellt. Die hat derjenige Spieler, dessen Bevlkerungschips die meisten Einflusspunkte auf sich vereinigen knnen. Hierbei betrachtet man allerdings nur die Bauern und Hndler. Die Hndler fhlen sich wohl, wenn sie von vielen anderen Chips umgeben sind, denn sie bekommen so viele Einflusspunkte, wie sich Punkte auf den unmittelbar angrenzenden Chips befinden (einschl. der Heerfhrer!). So wollen die Hndler zwar gerne neben den Heerfhrern liegen, aber nicht die grere der beiden Gruppen sein. Zudem nehmen sie angrenzenden Bauern damit Einflusspunkte ab. Denn die Bauern fhlen sich in offenen und damit unbesetzten Gegenden wohler. Sie bekommen je 2 Einflusspunkte fr jede Quelle (Felder mit blauem Rand) auf dem eigenen und auf den angrenzenden Feldern und fr jedes freie angrenzende Feld. Eine unbesetzte benachbarte Quelle bringt einem Bauern also 4 Einflusspunkte.

Auf diese Weise werden also alle Chips nacheinander berechnet. Hilfestellung leistet dabei die auf der Innenseite des Sichtschirms angebrachte Einflusspunkte-Leiste, auf der man mit dem zugehrigen Holzwrfel die eigenen Einflusspunkte abtragen kann und so whrend der Auswertung den berblick behlt. Wer nun die meisten Einflusspunkte erzielen konnte, erhlt den Siegpunktchip, der auf dem entsprechenden Hgel liegt. Bei Gleichstand erhlt jeder einen der beiliegenden 2er-Siegpunktchips.

Fazit

Palatinus ist ein unscheinbares kleines Spiel, welches seinen Reiz aus den unterschiedlichen Abhngigkeiten der einzelnen Bevlkerungschips zieht. Zu Anfang kommt man durch die fehlende Sicherheit der Auswertungsregeln und leider auch wegen der sehr unbersichtlichen Grafik nicht so richtig ins Spiel hinein. Nach ein bis zwei Partien spielt es sich aber deutlich angenehmer und mit einem ordentlichen Schuss Taktik. Ich spiele es nach meinen Erfahrungen am liebsten zu dritt, da man in dieser Spieleranzahl alle seine 12 Chips einsetzen darf und es trotzdem nicht zu einem Duell (ver)kommt. Je mehr Spieler teilnehmen, desto geringer wird der Einfluss und desto weniger Chips darf man auch einsetzen. Das wirkt sich auf dieses Spiel eher ungnstig aus.

Um zu wissen, welche Bevlkerungschips wann und wo auszuspielen sind, ist es natrlich unerlsslich, zu wissen, wie man an die Siegpunkte kommt. Dies nimmt in der Regelerklrung vor dem Spiel den weitaus grten Raum ein und erfordert zum Erfassen der Mglichkeiten erfahrungsgem zumindest ein Probespiel. In den ersten Spielen entgehen einem diesbezglich viele Feinheiten, die man sich erst erspielen muss. Wichtig ist zum Beispiel der Platz des bzw. der Heerfhrer. Nicht nur eine ungerade Zahl an Feldern um ihn herum sollte es sein, sondern auch ein Hgel-Platz auf einem im Alphabet vorne stehenden Buchstaben, weil er nur dann Hndler und Bauern von benachbarten, weiter hinten im Alphabet stehenden Hgeln einfangen kann, bevor diese mit ihren Einflusspunkten in die Wertung eingreifen knnen. Auch sollte man immer beachten, dass auch die eigenen Chips eingefangen werden. Heerfhrer knnen somit gerne gesehene Punkte einbringen, aber auch zu einem vorher nicht berechneten Verlust eines Hgels fhren.

Beim Setzen der Bauern sollte man wiederum darauf achten, dass sie an einem spt gewerteten Hgel pltzlich viel freies Land um sich herum haben, da ein angrenzender Heerfhrer vorher andere Chips einfangen konnte. Die Hndler an den Rand zu legen, ist ein Kardinalsfehler, weil sie dann nur maximal zwei Nachbarn htten. Vielmehr sollte man Hndler nahe zu oder sogar zwischen Heerfhrer setzen, sofern die Hndler die kleinere Bevlkerungsgruppe um den oder die Heerfhrer stellen. Ich kann aber auch einen Heerfhrer nutzen, dessen Hgel im Alphabet spter ausgewertet wird und so meinen Hndler erst einfngt, wenn er seine Einflusspunkte bereits nutzen konnte.

Es ist also viel zu bedenken. Gut nur, dass einige der Chips verdeckt ausgelegt werden und so immer einige Unwgbarkeiten vorhanden sind. Vllige Offenheit wrde zu viele Informationen offenbaren, zu vielen Grbeleien beim Setzen fhren und das Spiel damit in Summe sehr langwierig gestalten.

Klare Abzge gibt es fr die sehr kleinen Sichtschirme und die unbersichtliche Grafik, vor allem bei den Bevlkerungschips. So haben die grnen Chips die gleiche Hintergrundfarbe wie die Landschaftsfelder. Auch die Unterscheidung zwischen Bauern und Hndlern fllt schwer, da die aufgezeichneten ein bzw. zwei Punkte bei gelb so gut wie nicht zu erkennen sind. Fr Spieler mit Farbsehschwche sind zwar schwarze und weie Rahmen in verschiedenen Formen um die Figuren gezogen, aber auch die weie Farbe ist nur schwer zu sehen. Leider ist auch die Druckqualitt nicht ideal, da die Aufdrucke auf den Chips seitlich verschoben sind. Das hat zwar keinen spieltechnischen Nachteil, ist aber unschn.

Sehr optimistisch ist auch die Altersangabe von ab 8 Jahren. Ab 12 Jahren ist fr mich deutlich realistischer, denn es ist im Prinzip ein abstraktes taktisches Spiel, das vor allem fr Erwachsene gedacht ist und von jngeren Spielern kaum in seiner gesamten Spieltiefe begriffen wird.

Zusammengefasst ist Palatinus ein kleines Spiel mit interessantem Wertungsmodus, das zu Beginn oder zum Ende einer Spielerunde seine Freunde finden kann, sofern diese sich durch die fisselige Grafik und die Einstiegshrde der zu Beginn unbersichtlichen Auswertung nicht abschrecken lassen. Von mir gibt es dafr eine 4, da ich es gerne wieder einmal spielen wrde und werde.

Rezension Ulrich Fonrobert

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Palatinus: 3,0 3,0, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.06.06 von Ulrich Fonrobert - Leider unbersichtlich, aber vor allem zu Dritt trotzdem gut zu spielen.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.07.06 von Michael Andersch - Aufgrund der hohen Anzahl verdeckter Plttchen recht unsteuerbare Angelegenheit. Uneinheitliches Plttchendesign (gleiche Plttchenarten tragen bei jedem Spieler unterschiedliche Bilder) erschwert die bersicht zustzlich.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.07.06 von Jost Schwider - Groes (Mehrheiten-)Spiel in kleiner Packung, was gut funktioniert. Wegen der verdeckten Spielsteine nicht durchplanbar, daher auch Geschmackssache.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.03.07 von Rene Puttin - Vllig verwirrende Auszhlung

Leserbewertungen

Leserwertung Palatinus: 2,0 2.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.07.06 von Markus Beer

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