Rezension/Kritik - Online seit 24.10.2011. Dieser Artikel wurde 2867 mal aufgerufen.

Perpetual Motion Machine

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Autor: Ted Alspach
Illustration: Ted Alspach
Verlag: Bézier Games
Rezension: Michael Timpe
Spieler: 2 - 4
Jahr: 2010
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
3,6 3,6 Leser
Ranking: Platz 4331
Perpetual Motion Machine

Spielziel

Eine Perpetual-Motion Machine gibt es ja per Definition nicht, und ungefähr so ähnlich verhält es sich auch mit diesem Spiel. Es gibt es (fast) nicht, zumindest fast nicht zu kaufen. Es sei denn, man verirrt sich auf der Spielemesse in Essen an einen Stand, der sonst nur 18XX-Spielern bekannt ist, und nimmt dort eher zufällig dieses kleine, unscheinbare Spielchen mit. Dann erlebt man zu Hause eine rechte Überraschung: Ein kurzes, knackiges Spiel, das vom Spielgefühl her an Roll Through the Ages erinnert.

Ablauf

Die hier zu beschreibende Perpetual Motion Machine ist, bei genauer Betrachtung, eine Klötzchen-Fress-Maschine, die von einem Kartenmotor angetrieben wird. Das läuft für jeden Spieler auf seinem Ablagetableau, auf dem sich fünf verschiedene Spalten befinden, in denen Klötzchen eingesetzt werden können. Vier dieser Spalten steuern wiederum, je nach Klötzchenstand, den Kartenmotor.

Um auf einer Spalte Klötzchen einsetzen zu dürfen, muss ich zunächst auf der Hand eine bestimmte, pokerartige Kartenkombination sammeln: Drilling, Straße, Flush, Full House oder 2-Pärchen. Habe ich eine solche Kombination zusammen, spiele ich sie aus und lege ein Klötzchen auf die entsprechende Spalte und schwubs, ändern sich damit meine Spielbedingungen. Denn zu Anfang läuft der Kartenmotor nur sehr schleppend, lediglich 5 Karten darf ich auf der Hand haben, und nur eine darf ich pro Runde aus der offenen Auslage in der Mitte aufnehmen.
Doch schon die erste Straße erhöht mein Handmaximum auf 6 Karten, was es wiederum deutlich vereinfacht, einen Flush oder Full House zu sammeln, die wiederum meinen Kartennachschub erhöhen. So steigert sich fortlaufend meine Kartenhand und damit mein Kartenumsatz, und schnell komme ich an die Grenze des Wachstums.

Diese Grenze ist durch die Verfügbarkeit meiner Klötzchen definiert. Abhängig von der Spielerzahl verfügt jeder über einen Vorrat von 20 bis 30 Klötzchen, davon stehen einem am Anfang aber nur fünf zur Verfügung. Die restlichen müssen erst mal „produziert“ werden, damit sie eingesetzt werden können. Mit einem Drilling steigere ich die Anzahl Klötzchen, die ich in einer Runde produzieren kann, allerdings limitiert mein Handkartenmaximum gleichzeitig auch mein Vorratsmaximum.

Läuft mein Kartenmotor schließlich auf Hochtouren, kann ich anfangen, 2-Pärchen zu spielen. Die bringen zwar meinen Motor nicht mehr weiter, dafür kann ich damit aber immer gleich zwei Klötzchen auf einmal ablegen. Das ist interessant, da am Schluss gewonnen hat, wer als Erstes all seine Klötzchen eingesetzt hat.

Fazit

Kann mir bitte einer erklären, was dieses Spiel auch nur annähernd mit dem Thema zu tun hat? Ich kann mir beim besten Willen keinen Reim drauf machen. Aber anderseits ist mir das auch egal, ich spiele es einfach, und das mit großem Genuss.

Obwohl es eigentlich unglaublich simpel ist, geben mir die verschiedenen Spalten immer wieder das Gefühl, einen Weg aufzubauen und einer Strategie zu folgen. Häufig muss man abwägen: Den Drilling einsetzen oder auf ein Full House spielen? Mehr Karten ziehen oder mehr Handkarten halten dürfen? Der Strategie oder einem momentanen Impuls folgen?

Die Entscheidungen sind nicht schwierig, haben aber durchaus Folgen, und unterschiedliche Strategien erfordern verschiedene Spielweisen. Welche schlussendlich siegreich sein wird, hängt dann aber doch oft nicht unwesentlich vom Kartenglück und von der Aufmerksamkeit der Mitspieler ab.

Die Interaktion beschränkt sich darauf, zu beobachten, was der Spieler hinter einem sammelt, und dann bei Gelegenheit passende Karten aus der Auslage zu nehmen, um ihm seine Kombinationen zu erschweren. Der größte Einfluss auf das Spiel der Mitspieler ist meist aber doch eher zufällig, ob man (eher aus Eigeninteresse) die gerade gesuchten Karten des Hintermanns erwischt oder nicht.

Was die Zahl der Mitspieler angeht, gefällt es mir persönlich zu zweit am besten. Ähnlich wie bei Dominion bringen mehr Mitspieler nicht mehr Möglichkeiten, sondern hauptsächlich mehr Wartezeiten. Die hält sich bei halbwegs zügigem Spiel zwar immer in akzeptablen Grenzen, aber verbessert das Spiel nicht. Im Gegenteil finde ich das Einsetzen von 30 Klötzchen zu zweit strategisch spannender, weil man längerfristiger planen kann und muss. Grundsätzlich ist das Spiel aber auch zu dritt oder viert völlig OK.

Zur Spielregel ist nicht viel zu sagen, die ist so kurz und einfach, dass nach einmaligem Lesen alles klar ist. Erklären kann man das Spiel danach in wenigen Minuten. Das Spielmaterial ist einfach und funktionell, die Spielkarten sind Standard mit schöner, etwas altmodischer Grafik. Die Spieldauer liegt je nach Spielerzahl zwischen 30 und maximal 60 Minuten, und ist durchgehend spannend.

Und so haben wir hier, was ich als erwähnenswert nettes Absacker- oder Aufwärmspiel bezeichnen möchte. Einfachste Regeln mit ein bisschen Strategie, eine angenehme Portion Glück mit überschaubarer Spieldauer. Ausprobieren lohnt sich. Wenn man sich den Spielplan kopiert und darauf Klötzchen abstreicht, kann man es auch super als Reisespiel im Zug verwenden.

Rezension Michael Timpe

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Perpetual Motion Machine: 3,5 3,5, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.09.11 von Michael Timpe - Einfach, und trotzdem oder gerade deswegen immer aufs neue spannend.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.10.11 von Rene Puttin

Leserbewertungen

Leserwertung Perpetual Motion Machine: 3,6 3.6, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.10.11 von drfunk - Für den gebotenen Spaßß definitiv zu lang.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.10.11 von Beate Bindrim
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.11.11 von Michael Behr - Schönes Spiel mit hohem Wiederspielreiz - ist in allen meinen °Runden immer sehr gut angekommen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.02.12 von Jürgen - Mir hats gefallen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.10.13 von Roger Obrist - Dieser Opener oder Absacker tut genau dass was es soll - Unterhalten. Ein Spiel, das man immer mal wieder gerne spielt. - Starke 4

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