Rezension/Kritik - Online seit 23.01.2007. Dieser Artikel wurde 8653 mal aufgerufen.

Santy Anno

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Autor: Alain Orban
Illustration: Gérard Mathieu
Verlag: Repos Production
Rezension: André Beautemps
Spieler: 3 - 8
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2006
Bewertung: 4,8 4,8 H@LL9000
4,5 4,5 Leser
Ranking: Platz 640
Download: Kurzspielregel [PDF]
Santy Anno

Spielziel

Bewegung! Alle Mann an Bord! Der Erste ist der Kapitän!

Es ist gar nicht so einfach, das eigene Schiff zu finden, wenn man frühmorgens am Hafen in völlig betrunkenem Zustand unter 8 Schiffen die Qual der Wahl hat.

In einer guten halben Stunde versuchen 3-8 Spieler, anhand von Bordkarten einen Weg entlang der Schiffe zu finden, der sie schließlich zum eigenen Boot führt. Dieser muss zunächst virtuell, anschließend möglichst am schnellsten real gefunden werden. Klingt kompliziert? Nein, so schlimm ist das eigentlich gar nicht.

Ablauf

Zur Spielvorbereitung werden 8 Schiffskarten großräumig im Kreis ausgelegt, in die Mitte kommt der Hafen-Spielplan. Jeder Spieler sucht sich einen Piraten aus und nimmt dessen Porträt, eine passendes Bullauge und die Fußlahmen unter den Spielern noch einen Marker (s. dazu Varianten) und setzen sich zufällig vor irgendein Schiff. Die Schiffe auf den Schiffskarten haben alle sechs verschiedene Merkmale, wovon sich vier in den Grundfarben voneinander unterscheiden: der Ausguck, die Segel, der Rumpf und ein Namensschild. Weitere Merkmale sind der Name des Schiffs und eine Zahl zwischen 1 und 8. Wichtig ist der Hinweis, dass die Zahlen jeweils nur einmal vorkommen, alle anderen Merkmale aber genau zweimal übereinstimmend (z.B. gibt es genau zwei Schiffe mit roten Segeln, 2 mit blauem Ausguck usw.).

Im Basisspiel werden 37 Bordkarten gemischt und fünf davon verdeckt neben dem Hafen ausgelegt. Nachdem in Reichweite eines und in Beobachtungsweite aller Spieler die siegbringenden Dukaten gebracht sind sowie ein Spieler zum Bootsmann bestimmt wurde, kann das Spiel beginnen.

Gespielt wird fünf Runden lang, die sich in vier Phasen unterteilen.

In Phase 1 haben die Spieler einen einheitlichen, leichten Auftrag: Sie stehen auf und stellen sich hinter ihren Stuhl. Ansonsten ist immer nur der Bootsmann aktiv: Er deckt entgegen der Leserichtung, d.h. von rechts nach links, die Bordkarten auf. Zeitgleich mit dem Aufdecken der letzten Karte ruft er den Befehl „Ablegen!“ als Startsignal für die Spieler.

Fazit

Nach Cash’n’Guns der neue Kurzweiler von den Belgiern mit den Sombreros, wie sich die Leute des Repos-Verlags selbst bezeichnen (wer den Stand auf der Messe in Essen besucht hat, wird sagen: zu Recht!).

Stabiles, für die Schachtelgröße üppiges Spielmaterial mit einer wie beim Vorgänger passenden grafischen Umsetzung im Comic-Stil durch Gérard Mathieu sorgt für eine hervorragende Einstimmung auf das Thema. Die klar strukturierte und verständliche Regel ist übersichtlich und ermöglicht einen schnellen Spieleinstieg. Die kurze Spieldauer verführt zu Wiederholungsrunden.

Den größten Spielreiz entwickelt sicher die Herausforderung, die Kombination von Kartenvorgabe und deren Umsetzung in zeitlichem Wettbewerb zu den Mitspielern möglichst schnell hinzubekommen. Die ausbrechende Hektik in dem Moment, in dem die ersten ihr Zielschiff identifiziert zu haben glauben und sich dementsprechend in Bewegung setzen, treibt einige der noch suchenden Spieler schier in den kurzzeitigen Wahnsinn, da Ablenkung in diesem Moment auf keinen Fall erwünscht ist. Trotzdem gelingt es fast immer auch dem langsamsten und schwerfälligstem Spieler irgendwann, die geistigen Klippen zu überwinden und sogar noch die ein oder andere Dukate zu gewinnen.

Ein klares Herausstellungsmerkmal: Der äußerst hohe Spielspaß lässt Enttäuschung über das eigene Scheitern gar nicht aufkommen - zu unterhaltsam ist das Spielgeschehen als solches.

Sind einander fremde Spieler in den ersten Runden noch gehemmt, bei identischer Platzwahl einfach auf dem Schoß des Mitspielers Platz zu nehmen, werden spätestens ab der dritten Runde die gesellschaftlichen (Eti)Ketten gesprengt. Man könnte meinen, aus den ehemals harmlosen Mitspielern seien wirklich blutrünstige Piraten geworden, die im Zweifel über Leichen gehen. Nicht selten ergeben sich während der Bewegung tumultartige Szenen wie aus besten Errol-Flynn-Filmen.

Insbesondere in möglichst hoher Besetzung birgt das Spiel Suchtpotenzial und könnte sich zu einem echten Renner entwickeln, wenn der limitierten Erstauflage von 500 Exemplaren mindestens eine weitere folgt. Ich könnte dies guten Gewissens befürworten.

Rezension André Beautemps

Regelvarianten

Dem Basisset von 37 Bordkarten sind im Spiel weitere 15 Experten-Bordkarten beigefügt, welche eine höhere Komplexität als die Basiskarten besitzen. Weitere 6 Aktionskarten, die zwischen der dritten und vierten ausliegenden Bordkarte ausgelegt werden (je Spielrunde Eine), erhöhen den Verwinkelungsgrad des Gehirns.

Durch kleinere Piratenmarker, die den Spielern zur Verfügung gestellt werden können, besteht die Möglichkeit, die tatsächliche Bewegung zum Zielschiff auszuklammern und statt dessen seinen Marker auf dem Schiff zu platzieren. Diese Variante ist allerdings nur in sehr engen Räumlichkeiten oder bei Teilnahme von physisch benachteiligten Spielern zu empfehlen, da dem Spiel ein wesentlicher Spaßfaktor abhanden kommt.

Wer ein Exemplar der Erstauflage in Essen ergattern konnte, darf sich über die Erweiterung „Blackbeard“ freuen. Durch eine zu Beginn jeder Spielrunde zufällig gezogene Blackbeardkarte, die eine der Schiffszahlen zeigt und die nach Besichtigung durch jeden Spieler verdeckt auf den Hafenbereich gelegt wird, wird ein Schiff zum Blackbeardschiff. Das bedeutet, wenn man durch das Ausführen einer Bordkarte auf dem Blackbeardschiff landen würde, der Spieler diese Bordkarte nicht ausführen darf und statt dessen die nächste Karte am gleichen Standort ausführen muss. Erhöht die Wahrscheinlichkeit des identischen Zielschiffs mehrerer Spieler und sorgt damit für engen Kontakt der Mitspieler untereinander!

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Santy Anno: 4,8 4,8, 11 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.12.06 von André Beautemps
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.11.06 von Jochen Traub
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.01.07 von Uta Weinkauf - Üben, üben und noch einmal üben... :-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.01.07 von Roland Winner - immer wieder eine Herausforderung
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.01.07 von Carsten Pinnow - Mal was anderes. In der richtigen Runde ganz nett, auf Dauer aber anstrengend.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.01.07 von Frank Gartner - Interaktion erfolgt in Form von Herumgerenne, während andere noch dabei sind die Lösung zu finden... das kann schon seeeehr nervös machen. Coole und spannende Idee! Weiter so liebe Macher von Repos!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.01.07 von Udo Kalker - Leichtes Funspiel bei dem man erst mal den Überblick gewinnen muß, um gegen die erfahreneren Spieler Chancen zu haben. Am Schluß jeder Runde braucht das Nachvollziehen jedes Zugs dann doch mehr Zeit und Konzentration als man erwarten würde.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.02.07 von Steffen Stroh
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.02.07 von Rolf Braun - Stress! Wer Leonardo, Bongo, Set etc. mag kommt hier voll auf seine Kosten. Schön ist hier das auch die zweit, dritt, viert, ... schnellsten noch Punkte bekommen - sofern sie richtig lagen. Und wenn man mit um den Tisch laufen spielt - großartig. 5+
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.08.07 von Jörn Griesbach - Nicht mein Typ Spiel, laß mich aber zur Not dazu überreden.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.11.07 von Günter Berberich

Leserbewertungen

Leserwertung Santy Anno: 4,5 4.5, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.01.07 von Sandra Lemberger - In großen Runden ist das Kontrollieren der gelegten Plättchen etwas langwierig, aber in Runden bis zu 5 Personen ein tolles Spiel!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.12.07 von Tigo - Das Spiel lebt von dem gleichzeitigen "Abarbeiten" der Kartenfolge von verschiedenen Startpunkten aus. Deshalb wird es plötzlich sehr hektisch. Aber insgesamt wirklich nette Idee!

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