Rezension/Kritik - Online seit 16.09.2023. Dieser Artikel wurde 971 mal aufgerufen.

Sauscharf

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Autor: Wolfgang Kramer
Christian Sthr
Verlag: AMIGO
Rezension: Renate Gerling-Halbach
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2022
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 3263
Sauscharf

Spielziel

Du bist scharf auf's Gewinnen? Dann nimm teil am Chilisaucen Kochwettbewerb des Fuego-Festivals. Zuerst Chilis sammeln, dann Sauce mixen. Je schärfer deine Sauce wird, desto mehr Siegpunkte kassierst du ab. Ab an die Kochtöpfe und Sauscharf spielen.

Ablauf

Sauscharf wird in zwei Phasen gespielt: 1. Chilis sammeln und 2. Chilis sammeln und Saucen zubereiten.

Die Chilikarten (je 8x mit Werten von 1 bis 13 + 6 Joker) werden gemischt und in die Kartenleiste gelegt. In jede der sieben Spalten wird eine Karte gelegt. Gleiche Zahlenwerte werde geschuppt übereinander in eine Spalte gelegt, aber nicht mehr als drei. Von den Jokern liegt maximal einer in einer Spalte. Die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel.

Dann erhalten alle Handkarten, deren Anzahl je nach Schwierigkeitsgrad der Partie variiert. Die Saucen-Karten werden ebenfalls gemischt und für die zweite Spiel-Phase bereit gelegt. Wer zuletzt scharf gegegessen hat, bekommt die Kochlöffel-Karte als Startspieler-Symbol.

1. Phase: Chilis sammeln. In dieser Phase sammelst du Chilikarten auf deinem persönlichen Zutatenstapel.

Zunächst wird die Zugreihenfolge bestimmt. Wer den Kochlöffel hat, legt eine beliebige Kombination gleicher Zahlenwerte aus. Die anderen folgen reihum. Wer die meisten identischen Karten oder bei einem Gleichstand in der Anzahl, die mit der höchsten Zahl ausgespielt hat, beginnt, die anderen folgen dann entsprechend der Wertigkeit ihrer ausgespielten Kombination.

Bist du an der Reihe nimmst du alle Karte einer Spalte aus der Kartenleiste und legst sie als deinen persönlichen Zutatenstapel vor dir ab. Dann musst du entscheiden, ob du die für die Zugreihenfolge gespielte Kombination behalten und ebenfalls auf deinen Zutatenstapel legen möchtest, oder ob du die Karten auf den allgemeinen Ablagestapel abwirfst.

Waren alle einmal am Zug, wird die Kartenleiste mit neuen Karten aufgefüllt und es wird wieder mit der Bestimmung der Zugreihenfolge gestartet. Wenn niemand mehr Handkarten zum Ausspielen besitzt, endet diese erste Phase.

Nun folgt die 2. Phase: Chilis sammeln und Saucen zubereiten.

Jetzt kommt die Saucen-Auslage ins Spiel, dazu werden vom Saucenstapel Karten aufgedeckt und zwar zwei mehr als Personen die mitspielen. Im unteren Bereich der Karten ist der Schärfegrad notiert, diese Zahl gibt vor, mit vielen identischen Zahlenkarten diese Sauce zubereitet werden kann; oben rechts ist vermerkt, wieviele Siegpunkte diese Chilisauce bringt.

Der von dir in Phase 1 gesammelte Zutatenstapel bildet nun deine Handkarten. Der Spielablauf folgt dem von Phase 1. Nach Bestimmung der Zugreihenfolge hast du nun aber zwei Optionen: entweder du sammelst Karten wie in Phase 1 oder du tauschst deine ausgespielte Kombination in eine Sauce um und legst die Karten dann dauerhaft ab. Mit einer Kombination von 5 Karten kannst du z.B. eine Sauce mit Schärfe 5 oder weniger zusammenbrauen. Als Sonderaktion kannst du dich auch entscheiden keine Kombination zu spielen, sondern stattdessen die Karten, die du auf deinen eigenen Zutatenstapel liegen hast, mit auf die Hand zu nehmen. Dann stehen dir in der folgenden Runde alle deine Chilikarten zur Verfügung.

Das Spiel endet, sobald jemand die geforderte Anzahl von Chilisaucen zubereitet hat und alle Chilikarten ausgespielt hat. Die Anzahl der Saucen variiert je nach Spielerzahl und Schwierigkeitsgrad. Die Siegpunkte auf den Chilisaucenkarten werden addiert, die Anzahl der Chilikarten, die gegebenenfalls noch auf der Hand oder im persönlichen Zutatenstapel liegen, werden davon abgezogen. Wer nun die meisten Punkte hat, ist Sieger des Chilisaucen-Kochwettbewerbes.

Fazit

Die Spielregeln von Sauscharf sind dank der Bebilderung und der gegebenen Beispiele gut verständlich. Es wird an alle Eventualitäten gedacht, so dass keine Frage offen bleibt. Das Spielmaterial ist auch ansprechend gestaltet. Die Spielkarten sind von guter Qualität und farblich passend zum Chili-Thema illustriert. Besonders gut gefällt mir die Illustration der Kartenleiste, die an und für sich für das Spiel nicht unbedingt notwendig, aber ein schöner Eyecatcher ist. Die Saucenkarten sind aus dickerem Material als die Spielkarten und witzig illustriert. Allein hier finde ich es etwas widersprüchlich, dass der Schärfegrad der Saucen als weiße Kartenkombination dargestellt ist und die Siegpunkte feurig gezeichnet sind - das verwirrt ein wenig.

Sauscharf gehört in die Kategorie der Kartenablegespiele, bei denen man versucht, seine Handkarten so schnell wie möglich auszuspielen. Daneben gilt es, gleichzeitig die Auslagen der Mitspieler zu überbieten. Das Ausspielen der Kombinationen hat dabei sinnigerweise mehrere Funktionen. Zunächst dient es zur Bestimmung der Zugreihenfolge, die doch recht wichtig sein kann, sei es um begehrte Karten in den persönlichen Zutatenstapel zu bekommen oder z.B. in der 2. Phase begehrte Saucenmischungen brauen zu können.

Das Schöne bei der Bestimmung der Zugreihenfolge ist dabei, dass nicht alle gleichzeitig ihr Kombination aufdecken, sondern, dass es der Reihe nach geht. So kann man als zweite in der Reihe noch entscheiden, überbiete ich oder ist es mir egal, wann ich Zugriff auf die Kartenauslage habe. Wichtig ist in diesen Zusammenhang auch, dass es nicht sinnvoll ist, hier direkt große Kombinationen auszuspielen, da ich sonst möglicherweise in den folgenden Runden nicht mehr handlungsfähig sein werde. Leere ich in der 1. Phase meine Kartenhand zu früh, habe ich keinen Zugriff mehr auf die Auslage. Eine weitere wichtige Überlegung ist, ob ich die ausgespielte Kombination auf meinen Zutatenstapel lege oder abwerfe. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, eine Kombi auszuspielen, allein um sie auf dem Ablagestapel loszuwerden.

In der 2. Phase geht der Kampf um die besten Chilisaucen los. Hier ist es bei Sauscharf besonders schön, dass man zu Spielbeginn die Möglichkeit hat, den Schwierigkeitsgrad des Spiels anzupassen. Bei der milden Variante, starten z.B. alle mit 10 Handkarten und die Saucen mit den Schärfegraden 7, 8, und 9 fallen raus, bei der sauscharfen Variante hingegen starten alle nur mit 8 Handkarten und die Saucen mit Schärfegrade 2 und 3 stehen nicht zur Verfügung. Da von allen Karten nur acht vorhanden sind, ist es nur mit Hilfe eines Jokers möglich, den Schärfegrad 9 einer Sauce zu erfüllen. So sollte beim Kartensammeln auch immer in Hinterkopf gehalten werden, welche Karten auf dem Ablagestapel landen und so in nächster Zeit nicht mehr für bestimmte Schärfegrade bzw. Kombinationen zur Verfügung stehen.

Auch ist es sinnvoll, schon in der 1. Phase auf die Kombinationen, die man sammelt, zu achten. 3er-Kombinationen bringen kaum Punkte bzw. gibt es beim Schwierigkeitsgrad sauscharf gar nicht. Tricky ist, dass aber auch eine große Kombination mit beispielsweise 9 Karten keine Garantie dafür ist, dass man die ausliegende 9er-Sauce auch bekommt, denn spielt jemand anders ebenfalls eine 9er-Kombination aus und übertrifft meine im Wert, habe ich halt Pech gehabt, da ich nicht als erste Zugriff auf die Saucen habe. Hinzu kommt, dass die Saucenauslage zufällig ist. Habe ich eine super Kombination auf der Hand und es sind nur wenig Punkte bringende Saucen in der Auslage, kann es sinnvoller sein, erst weitere Karten zu sammeln.

Es müssen bei Sauscharf ständig Entscheidungen getroffen werden, was gesammelt und abgeworfen wird, da ich das Spiel nur beenden kann, wenn ich die entsprechende Anzahl der Saucen (die Anzahl variiert nach Schwierigkeitsgrad und Anzahl der mitspielenden Personen) und keine Karten mehr zur Verfügung habe. Allerdings bedeutet es nicht, dass ich gewonnen habe, wenn ich das Spiel beende, sondern die Anzahl der Siegpunkte der zubereiteten Saucen ist entscheidend.

Auch wenn Sauscharf ein sehr glückslastiges Spiel ist, da alles von der Kartenauslage abhängt, hat es auch durchaus taktische Elemente. Trotzdem ist es absolut familientauglich. Es wird ab 10 Jahren empfohlen, aber auch spielerfahrene, jüngere Kinder können gut mitspielen. Die Regeln sind schnell erklärt, so dass das kleine Kartenspiel auch für Gelegenheitsspieler geeignet ist. Auf jeden Fall sollte man jedoch die erste Partie als Lernpartie sehen, denn erst wenn man Sauscharf öfter gespielt hat, entdeckt man so einige Kniffe und Tricks und weiß, worauf man achten muss. Man kann es gut zu zweit spielen, allerdings macht es dritt oder viert noch mehr Spaß, da Konkurrenz das Spiel noch schärfer macht. Da es relativ schnell gespielt ist, bleibt es bei uns oft nicht nur bei einer Partie. Gerne spielen wir es als Absacker nach einem anspruchsvollen Spieleabend.

Rezension Renate Gerling-Halbach

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Sauscharf: 4,5 4,5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.07.23 von Renate Gerling-Halbach - Ein nettes kleines Kartenspiel. Schnell erklrt, schnell gespielt. Trotz der Glckslastigkeit hat es eine Lernkurve und man sollte die ersten Partien als Lernpartien sehen. Gut gefllt mir auch, dass der Schwierigkeitsgrad des Spiels angepasst werden kann. Fr manche Vielspieler vermutlich nicht anspruchsvoll genug, uns macht es aber zwischendurch gespielt sehr viel Spa.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.12.22 von Michael Kahrmann

Leserbewertungen

Leserwertung Sauscharf: 4,0 4.0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.10.22 von Andreas K. - Auf der Messe in Essen gekauft. Bietspiel in 2 Phasen, wo man erst Karten sammelt und in der zweiten Phase gegen Chili-Saucen eintauscht. Der Clou ist, dass der Startspieler durch Auslage von mglichst vielen Karten in jeder Runde bestimmt wird. Da bleibt es nicht bei einer Runde.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.11.22 von Achim Nieder-Vahrenholz - Zu dritt gespielt. Fr ein lockeres Kartenspiel nicht flssig genug, und Denken lohnt nicht,da fast alles von dem Kartenaufdecken abhngt. Was will uns dieses Spiel sagen? Mir nicht viel. Kurz vor Zwei Punkten.

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