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Schätzen Sie mal: Mord & Totschlag

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Autor: Reinhard Staupe
Illustration: Volker Maas
Verlag: HUCH!
Rezension: Andreas Hirz
Spieler: 2 - 8
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2008
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
5,4 5,4 Leser
Ranking: Platz 692
Schätzen Sie mal: Mord & Totschlag

Spielziel

„Moskau brennt, zwei Drittel der Bausubstanz werden zerstört.“ – Tja, wann war denn das? Sicher nicht neulich ... Ich notiere mal geheim: 1800 bis 1840. Mal schauen, ob ich halbwegs richtig liege und Punkte abgreifen kann ... Die Spieler haben die Aufgabe, historische Ereignisse zeitlich korrekt einzuschätzen. Jedes Ereignis liefert den besten Tippern Punkte.

Ablauf

10 Ereigniskarten bilden die Grundlage für eine komplette Spielrunde. Der Startspieler liest den Text der ersten Karte vor. Dann herrscht zunächst mal Schweigen, denn jeder Spieler notiert nun verdeckt auf seinem Schätzbogen seinen Tipp. Dies ist im Normalfall ein Zeitraum, nämlich im oben genannten Fall 40 Jahre.

Haben alle Spieler ihre Schreibarbeit beendet, werden reihum von den Spielern ihre Schätzungen vorgelesen. Danach erfolgt die Auflösung. Der Startspieler liest die richtige Antwort von der Kartenrückseite vor. Und nun wird abgerechnet: Jeder Spieler, dessen Schätzung die richtige Antwort enthält, kann Punkte erhalten. Je kleiner der Zeitraum zwischen Start- und Endjahr seiner Schätzung ist, umso mehr Punkte erhält er. Die Wertung besteht für jede Karte aus 3er-, 2er-sowie einem 1er-Chip. Die Schätzung mit dem kleinsten richtigen Zeitraum erhält zur Belohnung den 3er-Chip. Ist ein Spieler so historisch bewandert, dass er das Ereignis jahrgenau richtig datieren kann, wird er natürlich den 3er-Chip in dieser Spielrunde kassieren. Beispiel gefällig? „Nirvana veröffentlichen ihr zweites Album Nevermind.“ Als Musikkenner kann ich da punktgenau „1991“ auf meinem Schätzbogen notieren (genauer als das Jahr muss es übrigens auch nicht sein.) Mein Schätzzeitraum ist hier Null.

Spieler, die mit ihrer Schätzung richtig liegen, aber eben nicht den kleinsten Schätzzeitraum aufweisen, erhalten, abhängig von ihrer eben doch großzügiger bemessenen Schätzung, den 2er- bzw. 1er-Chip. Wenn Letztere vergeben sind, gibt es in dieser Runde auch nichts mehr zu holen. Spieler mit falschen Tipps gehen natürlich leer aus.

Nach der Abrechnung wechselt der Startspieler im Uhrzeigersinn. Erneut wird die Auslage auf 3 Chips aufgefüllt, die nächste Karte vom neuen Startspieler verlesen und erneut geschätzt ...

Spielende
Nach 10 gespielten Karten erfolgt die Endabrechnung: Wer die meisten Chips ergattern konnte, gewinnt. Sollte Gleichstand herrschen, gewinnt der Spieler mit den meisten 3er-Chips.

Fazit

Schätzspiele (Ausgerechnet Uppsala, Anno Domini, Globalissimo, Schneller als kurz ...) scheinen bei den Spielverlagen in den letzten Jahren sehr hoch im Kurs zu stehen. Da ich davon ausgehe, dass dabei nicht am Markt vorbei produziert wird, gibt es wohl auch genügend Spieler, denen diese Art von Spielen Spaß macht.

Die 180 Karten erinnern nicht nur vom Format her an jene aus Anno Domini – auf der Kartenrückseite gibt es neben der Lösung auch hier häufig Erläuterungen zu dem beschriebenen Ereignis.

Bei Schätzen Sie mal handelt es sich eigentlich um ein sehr puristisches Spiel: Kein Bluffen, keine Interaktion – die Spieler müssen „nur“ schätzen, nämlich den Zeitpunkt bzw. Zeitraum historischer Ereignisse. Der Schätzzeitraum kann von jedem Spieler beliebig groß gewählt werden, so dass auch eine Schätzung „1000 – 1980“ durchaus möglich ist. Ob diese aber sehr großzügige Schätzung noch Punkte einbringt, ist eher fraglich.

Der Hinweis auf der Spieleschachtel „mit weiteren Themensets kombinierbar“ deutet wohl darauf hin, dass hier noch weitere Ausgaben geplant sind.

Im Vergleich zu anderen Schätzspielen erfreut mich bei Schätzen Sie mal - Mord und Totschlag die angenehm kurze Spieldauer: Eine Partie dauert in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten, was auch der Schachtelangabe entspricht. Die kurze Spieldauer sorgte in den Testrunden jedenfalls dafür, dass ruckzuck noch eine weitere Partie gespielt wurde – und sei es auch nur, um es dem „Schätzelein“ mal zu zeigen.

Bleibt noch die Frage nach dem verheerenden Brand Moskaus: Die Moskowiter zündeten 1812 ihre Häuser auf der Flucht vor dem auf ihre Stadt zumarschierenden Napoleon an. Also – gut geschätzt. Aber nicht gut genug für den 3er-Chip.

Rezension Andreas Hirz

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Schätzen Sie mal: Mord & Totschlag: 4,0 4,0, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.03.09 von Andreas Hirz
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.08.19 von Monika Harke

Leserbewertungen

Leserwertung Schätzen Sie mal: Mord & Totschlag: 5,4 5.4, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.05.09 von Matty - Das Spiel macht Leuten mit Freude an Wissens- und Schätzspielen wie mir definitiv Spaß. Es ist im Spielgefühl mal etwas anders als Anno Domini und bezieht die Spieler bei jedem Kärtchen direkt mit ein. Die "Kombinierbarkeit mit Themensets" lege ich persönlich so aus, dass ich mir wohl bei Gelegenheit ein günstiges Exemplar zulegen werde und das Spielsystem dann mit diversen Anno Domini-Sets spielen werde.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.06.09 von rolf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.06.09 von Timber - Musste mich als treuer Anno Domini Käufer erst überzeugen lassen. Wurde überzeugt. Spannender als AD, weil man sein eigenes Risiko bestimmt und sich manchmal richtig schön ärgert.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.06.09 von Stefan D - DER Absacker bei uns in der Spielerunde. In 1 Minute erklärt und trotzdem wahnsinnig viel Spiespaß! Nicht nur die Ereignisse, sondern auch die Mitspierl wollen jeweils eingeschätzt werden - wer weiß viel und wie genau? Für uns eines der Highlights der letzten Spielemonate.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.12.10 von Marco Stutzke

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