Rezension/Kritik - Online seit 26.12.2011. Dieser Artikel wurde 2988 mal aufgerufen.

Schnapp´s

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Autor: Carlo A. Rossi
Verlag: Zoch Verlag
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 3 - 8
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 9 Jahren
Jahr: 2011
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
5,3 5,3 Leser
Ranking: Platz 862
Schnapp´s
Schnapp´s

Spielziel

Wollten Sie immer schon schneller sprechen als die anderen? Dann sollten Sie es mal mit diesem Spiel versuchen, denn hier kann nur jemand gewinnen, der in kürzester Zeit mehr Informationen von sich gibt als seine Mitspieler. Aber ganz so einfach ist es auch wieder nicht, denn auch der jeweilige Partner muss alles geben, damit man als Team kräftig Punkte kassieren kann!

Ablauf

Die 96 Bildkärtchen werden offen auf dem Tisch ausgelegt, und zwar so, dass man alle Abbildungen gut erkennen kann. Von jeder Bildkategorie gibt es sechs Kärtchen, die einander recht ähnlich sehen. Der jeweils aktive Spieler nimmt eine Aufgabenkarte, die Zeituhr wird aktiviert und schon kann er loslegen. Seine Karte zeigt neun Bilder aus neun verschiedenen Kategorien. Eines davon muss er nun denkbar schnell seinem Partner erklären, der das gesuchte Bild möglichst ebenso rasch zwischen all den anderen Plättchen ausfindig machen soll. Meint er, dieses gefunden zu haben, gibt er dem Erklärer zu verstehen, dass er mit der Beschreibung eines anderen Bildes fortfahren kann.

Sobald die Zeit abgelaufen ist, werden die gefundenen Bildplättchen mit jenen auf der Aufgabenkarte verglichen. Für jede Übereinstimmung erhält das Team einen Siegpunkt in Form eines blauen Holzwürfels, wohingegen es für falsche Kärtchen nichts (auch keine Bestrafung) gibt.

Danach wechselt das Team und setzt die Suche mit einer neuen Aufgabenkarte fort. Sobald jeder Spieler einmal Erklärer war, folgt eine weitere Runde, allerdings erhält der jeweilige Erklärer nun eine Handicap-Karte dazu, welche dem Spieler gewisse Hindernisse auferlegt. Ist auch diese Runde beendet, wird noch gegen den Uhrzeigersinn gespielt, danach endet das Spiel. Wer die meisten Holzwürfel sammeln konnte, hat die Partie gewonnen.

Fazit

Ein sehr einfaches, aber umso witzigeres Spiel von Carlo A. Rossi wird uns hier vom Zoch-Verlag präsentiert. Zwar bestätigten mir alle meine Testspieler (die das Spiel übrigens alle sehr witzig fanden), dass sie im Kaufhausregal niemals nach diesem Spiel greifen würden, weil sich das Cover viel zu nichtssagend und wenig ansprechend präsentiert, aber so manch unattraktive Schachtel enthielt schon eine Perle (und umgekehrt).

Der Spielablauf sieht vor, dass der Spieler links vom Erklärer die Sanduhr übernimmt und der jeweils nächste Spieler zum Sucher wird. Vermutlich war der Hintergrund für diese Regel, dass Spicken nicht so leicht möglich ist, wenn zwischen den beiden Teampartnern noch eine andere Person sitzt. Dadurch ergibt sich im Spiel zu viert jedoch die etwas unglückliche Konstellation, dass immer dieselben Leute ein Team bilden, was erstens ein bisschen eintönig ist und zweitens sehr schwache bzw. sehr starke Partnerkombinationen während des ganzen Spiels hindurch bestehen bleiben. Zu viert funktioniert das Spiel viel besser, wenn man diese Regel ein wenig außer Acht lässt und die Teampartner immer aus zwei nebeneinander sitzenden Spielern zusammenstellt. In meinen Gruppen funktionierte das einwandfrei und keiner wurde dabei erwischt, dass er seinem Partner mal die Karte dezent unter die Nase hielt, damit dieser nicht nur hört, was er suchen soll, sondern es auch sieht (was die Sache natürlich viel einfacher machen würde).

Auch die Regelvorgabe, die Handicap-Runde als zweite zu spielen, halte ich für weniger gelungen. Spielt man diese zum Schluss, hebt man sich das Highlight und somit auch die Spannung bis zum Ende auf, denn zweifellos sorgt sie für den eigentlichen Spaß bei diesem Spiel – alles vorher kann man mehr oder weniger als "Vorgeplänkel" bezeichnen (was aber keineswegs negativ gemeint sein soll). In dieser Hindernisrunde gibt es die tollsten Anweisungen: vom singenden Vortragen über das Sprechen mit nur einem Vokal bis zum Erklären aus dem Gedächtnis ist alles dabei – und alle diese Ideen sind sehr witzig. Lediglich die Karte, bei welcher der Erklärer seinen Zeige- und Mittelfinger beim Sprechen in den Mund stecken soll, habe ich aus hygienischen Gründen aus dem Spiel entfernt. Der geübte Spieler weiß ja schließlich, dass man Pappe nicht duschen sollte!

Ein bisschen mehr Holzwürfel hätten dem Spiel übrigens auch gut getan, denn im Spiel mit mehr als 5 Leuten passiert es durchaus ab und zu einmal, dass die blauen 1er- und die grünen 5er-Würfel nicht reichen. Zählt man die roten Steine jedoch nicht als 20er, sondern als 10er, dann hat's bei uns immer gelangt.

Spieler, welche Schnapp's schon mal gespielt haben, sind gegenüber Anfängern im Vorteil, denn sie wissen ja schon, worauf sie bei den Bildern achten sollten. Aber recht schnell finden auch die Anfänger heraus, wo bei den Bildern die Unterschiede liegen und spätestens in der zweiten Partie läuft es auch bei ihnen wie geschmiert.

Schnapp's funktioniert in jeder Besetzung, allerdings wird es in großen Runden nach einiger Zeit langweilig, weil man zu lange Zuschauer sein muss. Hier bietet sich dann die in der Regel enthaltene Teamvariante an, die aber nur mit einer geraden Spieleranzahl funktioniert, denn es sollte mit zwei gleich großen Gruppen gespielt werden. Bei dieser Variante dürfen alle Teammitglieder gleichzeitig suchen, was die Sache dann auch wieder spannend macht. Für das Grundspiel dagegen halte ich eine Besetzung von 3 oder 4 Spielern am besten.

Ich habe inzwischen unzählige Testpartien hinter mir und bis jetzt ist es noch keinem gelungen, während des Sanduhrenlaufs mehr als sechs Bilder zu erklären. Schnell erklären allein reicht schließlich nicht, sondern das passende Bild muss in dem Haufen auch noch gefunden werden. Die Angst, dass man also einmal mehr als die abgebildeten neun Bilder erklären könnte, muss man also nicht haben.

In Summe wurde und wird Schnapp's in meinen Testrunden immer mit großer und keineswegs nachlassender Begeisterung gespielt. Auch 7-Jährige konnten übrigens problemlos mithalten, auch wenn sie anfangs etwas langsam beim Erklären waren, was sie aber meistens durch schnelleres Suchen wett machten. Viele Eltern meinten sogar, sie fänden das Spiel sehr geeignet, um die Aufmerksamkeit der Kinder spielerisch zu schulen. Dieser Aussage kann ich mich nur anschließen – und wenn Aufmerksamkeitstraining so viel Spaß macht, dann will ich bei jeder Schulung dabei sein!

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Schnapp´s: 4,3 4,3, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.12.11 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.12.11 von Christine Berganski
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.12.11 von Michael Timpe - Also so den Hitt fanden wir es nicht. Die Wartezeiten zwischen den Zügen sind lang und -weilig. Die Handykap-Karten sind teilweise lustig, andere aber auch einfach nur doof. Die Lernkurve, was man bei welchem Bild als besonderes Merkmal benennen muss ist steil, haben alle Spieler dieses begriffen, ist der Spielspass ziemlich am Ende.

Leserbewertungen

Leserwertung Schnapp´s: 5,3 5.3, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.12.11 von Udo Möller - Das Spiel macht wirkloich sehr viel Spaß, auch wenn die Packung nun wirklich nicht einen Hit verspricht! Sogar meine Tochter (im Januar wird sie 6) liebt dieses Spiel. Wir spielen öfter auch mal nur zu zweit, dann erklären wir uns gegenseitig die Begriffe, was ihr ebenfalls sehr viel Spaß bereitet. Ich kann das Spiel nur empfehlen, würde aber auch die Mitspielerzahl nicht so hoch setzen, da man sonst zu lange warten muss. Dann lieber die Teamvariante bei gerader Spielerzahl.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.01.12 von Beate Bindrim - Zum Ablauf muss ja nichts mehr gesagt werden - die Regeln sind in wenigen Sätzen erklärt. Natürlich hängt viel davon ab, wie "gut" der jeweilige Partner mitspielt, aber da der Spaß eindeutig im Vordergrund steht, wird das schnell unwichtig. Ich dachte erst, meine Familie würde bei den Handicaps streiken - aber wir haben schon lange nicht mehr so gelacht wie über meinen Mann, der auf einem Bein um den Tisch gehüpft ist (er ist schon über 50)....
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.02.12 von Waiko - Warum kommen eigentlich so viele sehr gute Kommunikationsspiele mit solch gräuslichen Covers daher?

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