Rezension/Kritik - Online seit 25.03.2014. Dieser Artikel wurde 3012 mal aufgerufen.

Seasons: Enchanted Kingdom

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Autor: Régis Bonnessée
Illustration: Xavier Gueniffey Durin
Xavier Collette
Vincent Joubert
Verlag: Asmodee
Libellud
Rezension: Monika Harke
Spieler: 2 - 4
Jahr: 2013
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 4029
Seasons: Enchanted Kingdom
Erweiterungen/Hauptspiel:Seasons

Kompakt - Kritik

Das magische Turnier in Xidit ist in vollem Gange. Da einige Artefakte bereits Abnutzungs- und einige Verbündete Ermüdungserscheinungen aufweisen, erhalten die Magier nun mit Enchanted Kingdom, der ersten Erweiterung zu Seasons, neue "Magische Gegenstände" und "Gefährten". Darüber hinaus entwickeln sie Spezialfähigkeiten und müssen sich auf Verwünschungen einstellen.

Die Erweiterung enthält mehrere Komponenten, die optional mit dem Grundspiel kombiniert werden können. Im Einzelnen sind dies:

40 Machtkarten: Die neuen Machtkarten werden einfach unter die Karten des Grundspiels gemischt. Zusätzlich wurden die beiden Karten "Waage von Ishtar" und "Bildnis der Gefährten" aus dem Grundspiel überarbeitet, so dass man sie nun gegen die alten Karten austauschen kann.

Die neuen Machtkarten lassen sich problemlos mit den Karten des Grundspiels kombinieren. Einige Karten empfindet man als stärker, andere wiederum als schwächer. Große Überraschungen sollte man nicht erwarten. Neu ist, dass einige Karten die Energiereserve verringern, was durch spezielle Marker angezeigt wird. Eine weitere Neuerung betrifft beispielsweise "Raven den Schmarotzer", der es ermöglicht, die Machtkarte eines Mitspielers zu nutzen. Für passionierte Magier bieten sich hiermit viele neue Kombinationsmöglichkeiten, die das Grundspiel interessanter machen.

10 Karten der Verwünschungen: Noch vor der ersten Spielphase zieht man eine dieser Karten oder wählt gemeinsam eine Karte aus. Jede dieser Karten ändert die Spielregeln. Drei Karten betreffen die Spieleröffnung. So wählt man beispielsweise 9 aus 18 Karten aus und verzichtet auf das Draften oder spielt mit 12 statt 9 Machtkarten, die zu 3 Sets à 4 Karten gruppiert werden. Die anderen sieben Karten betreffen den Spielablauf: Machtkarten verteuern sich um eine Energie; die beiden obersten Karten des Nachziehstapels werden offen ausgelegt; als zusätzlichen Bonus darf man auch eine Karte ziehen; pro Zug darf nur eine Machtkarte ausgespielt werden.

Die Karten der Verwünschungen bringen Abwechslung ins Spiel. Während die Karte, die als neuen Bonus auch das Ziehen einer Karte erlaubt, das Spiel bereichert und eher als überfällige Korrektur des Grundspiels zu sehen ist, empfanden wir die Karte, die Machtkarten um eine Energie verteuert, und die Karte, die das Ausspielen nur einer Machkarte pro Runde erlaubt, als Spaßbremse. Der Wiederspielreiz variiert stark.

12 Fähigkeitenmarker: Jeder Spieler erhält zu Beginn drei zufällig gezogene Marker und wählt vor der ersten Runde einen davon aus, den er dann in die runde Aussparung seines Tableaus legt. Mit diesem Marker erhält er eine spezielle Fähigkeit, die er ein Mal im Spiel nutzen kann. Danach wird der Marker umgedreht. Bei den Fähigkeiten handelt es sich beispielsweise um den Erhalt von Karten, Energie oder Kristallen, was am Spielende Prestigepunkte kostet. Andere hingegen bringen Prestigepunkte, indem man das Wissen auf der Beschwörungsleiste reduziert, die Karten der Mitspieler anschaut, Energie oder eine Machtkarte opfert.

Endlich hat das Loch in den Spielertableaus einen Sinn. Leider sind die Marker ein wenig zu groß geraten, so dass sie nur mit Gewalt in die Aussparung gepresst werden können. Vom Umdrehen während des Spiels mal ganz zu schweigen. Unschön ist auch, dass die Rückseite nicht einheitlich ist, was das Verteilen erschwert. Alles kein Problem, wenn denn der spielerische Wert stimmen würde. Dem ist leider nicht so.

Mit den Fähigkeitenmarkern wird relativ viel Aufwand für eine zusätzliche Aktionsmöglichkeit betrieben. Sie blähen das Spiel nur unnötig auf. Zudem sind sie unausgewogen. Boni und Mali wirken vollkommen willkürlich. Als Witz empfanden wir beispielsweise, dass man 9 Prestigepunkte erhält, wenn man sich die Karten der Mitspieler anschaut. Andere Marker erfordern deutlich mehr Aufwand oder bringen nur geringen Nutzen. Alles in allem sind diese Marker eher eine Enttäuschung als Bereicherung.

Zusätzlich enthält die Erweiterung noch zwei Gimmicks, die man bereits als Bestandteil des Grundspiels erwartet hätte: einen Startspielermarker sowie zwei Papptafeln "Verzaubertes Grimoire". Der Startspielermarker ist leider bei den vielen Karten und Markern auf dem Tisch viel zu unscheinbar, als dass er auffällt. Wenn man so einen Marker schon in einer Erweiterung nachliefert, hätte man sich ruhig für eine Spielfigur entscheiden können.

Insgesamt hinterlässt Enchanted Kingdom einen gemischten Eindruck. Die neuen Machtkarten sind gelungen, und alle, die Seasons regelmäßig spielen, werden die zusätzlichen Kombinationsmöglichkeiten zu schätzen wissen, denn genau darauf hat man schließlich gewartet. Bei den Karten der Verwünschungen gibt es schlechte, einfallslose und auch ein paar ganz nette. Hier hat man schnell seine(n) Favoriten gefunden. Wem das Grundspiel mit seinen bisherigen Regeln gefallen hat, braucht diese Karten jedoch nicht unbedingt, so dass einige von ihnen nur gelegentlich zum Einsatz kommen. Die Fähigkeitenmarker hingegen sind überflüssig und bringen keinen spielerischen Mehrwert. So kann Enchanted Kingdom in Summe leider nicht richtig überzeugen. Auch bei nicht überzogener Erwartungshaltung hätte es ruhig ein wenig mehr sein können.

Rezension Monika Harke

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Seasons: Enchanted Kingdom: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.02.14 von Monika Harke - Der Wiederspielreiz der einzelnen Elemente variiert stark: die neuen Machtkarten (6), die Karten der Verwünschungen (3-4), die Fähigkeitenmarker (2)

Leserbewertungen

Leserwertung Seasons: Enchanted Kingdom: 3,0 3.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.03.14 von Hans Huehnchen - (Tolle neue Machtkarten plus mittelmäßiger Rest minus viel zu schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis) / 3 = 3 Punkte

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