Rezension/Kritik - Online seit 31.07.2013. Dieser Artikel wurde 2898 mal aufgerufen.

Star Wars - Angriff der Klonkrieger

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Autor: Inka Brand
Markus Brand
Verlag: KOSMOS
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 2 - 4
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2012
Bewertung: 3,7 3,7 H@LL9000
3,8 3,8 Leser
Ranking: Platz 3883
Star Wars - Angriff der Klonkrieger

Spielziel

Habe ich da irgendetwas versäumt? Kommt "Star Wars" in einer verbesserten digitalen Version in unsere Kinos? Hat George Lucas sein Weltraum-Epos (wieder einmal) neu überarbeitet? Mit hypermodernen 3D-Effekten oder so? Jedenfalls sprießen die Lizenz-Spiele zu diesem Thema momentan wie die Schwammerl aus dem Boden, was bei vielen erfahrenen Spielern wieder für Naserümpfen sorgt. Sicher, es hat in der Vergangenheit genug grottenschlechte Lizenz-Spiele gegeben. Aber es gab auch vereinzelt Spiele, die durchaus spielenswert und teilweise sogar richtig gut waren, weshalb ich an Star Wars - Angriff der Klonkrieger lieber völlig ohne Vorurteile herangehen will.

Ablauf

Das aktuelle Spiel versetzt die Spieler in den zweiten Teil der Geschichte, in dem die Jedi-Rittern auf Geonosis in einen Hinterhalt von Count Dooku geraten und in einer Arena plötzlich einer ganzen Armee von Kampfdroiden, Super-Kampfdroiden und Droidekas sowie ein paar furchterregenden Riesenviechern gegenüberstehen. Nun übernimmt zwar jeder Spieler die Rolle einer bestimmten Person - Obi-Wan kenobi, Anakin Skywalker, Mace Windu oder Kit Fisto -, aber es gibt am Ende keinen Einzelsieger. Vielmehr müssen alle zusammenarbeiten, um das Spiel gemeinsam gewinnen zu können.

Jeder Spieler stellt die Figur seiner gewählten Person auf den Spielplan. Außerdem erhält jeder ein Fähigkeiten-Tableau und eine von der Spielerzahl abhängige Anzahl an Würfeln. Die Arena des Spielplans ist in Hexfelder unterteilt uhd besteht aus 28 Gebieten, die sich aus jeweils 3 bis 6 Felder zusammensetzen. Zufällig werden nun nacheinander 12 Gebietsplättchen aufgedeckt. Auf allen Feldern der ersten vier Plättchen werden Kampfdroiden platziert, auf den Feldern der nächsten vier Plättchen Super-Kampfdroiden und schließlich noch Droidekas auf allen Feldern der letzten vier Plättchen. Dies ergibt schon mal die Ausgangssituation, nämlich die ersten gegnerischen Truppen, mit denen es die Helden zu tun haben.

Zu Beginn jeder der 5 Runden werden Bedrohungskarten aufgedeckt, nämlich eine rote Mega-Bedrohung sowie drei normale Bedrohungen. In der anschließenden Würfelphase würfeln die Spieler gleichzeitig je einen Würfel, den sie dann einsetzen. Dann folgt eine zweite Würfelrunde, eine dritte, etc., bis alle Würfel verwendet wurden.

Es gibt in der Grundversion vier Verwendungsmöglichkeiten für die Würfel. So kann ein Würfel auf einer Bedrohungskarte platziert werden. Jede Bedrohungskarte zeigt entweder eine Würfelkombination oder eine mit Würfelpunkten zu erreichende Summe, mit der die Bedrohung abgewendet werden kann. Die anderen drei Möglichkeiten sind auf dem eigenen Fähigkeiten-Tableau abgebildet. Je nach Aktionsfeld kann man mit einem Würfel "Macht erzeugen" (abhängig von der Augenzahl des Würfels 1 bis 3 Felder auf der Machtleiste vorrücken), seine Spezialfähigkeiten nutzen (beispielsweise mit bestimmten Würfelergebnissen Kampfdroiden zerstören) oder in der Arena kämpfen.

Bei der letzten Option wird zuerst der Kampfwert ermittelt, indem zur Augenzahl noch ein eventuell angegebener Kampfbonus addiert wird. Anschließend bewegt man seine Figur (fast) beliebig in der Arena und demoliert Kampfdroiden. Der Kampfwert verringert sich dabei mit jedem besiegten Droiden um dessen Stärkewert, so lange, bis der gesamte Kampfwert aufgebraucht ist.

Nach dieser Würfelphase müssen noch ein paar Schritte abgehandelt werden, bevor die nächste Runde beginnt. So werden teilweise gefüllte Gebiete wieder mit Droidenplättchen aufgefüllt. Dann wird geprüft, ob die Bedrohungskarten erfüllt wurden. Für jede nicht abgewendete Bedrohung passiert, was auf der Karte abgebildet ist. Und dies ist auf keinen Fall wünschenswert, denn entweder man erleidet den vermerkten Machtverlust oder es stürmen neue Droiden in die Arena. In der Phase "Neuer Ansturm" werden dann - ähnlich wie zu Spielbeginn - neue Gebietsplättchen gezogen, in die wieder neue Droidenplättchen der angegebenen Sorte gelegt werden.

Das Spiel kann von den Spielern auf drei Arten verloren werden: Wenn man es nicht schafft, die Megabedrohung abzuwenden, wenn der Marker auf der Machtleiste auf 0 fällt oder wenn einer der drei Vorräte der Droidenplättchen leer ist. Überstehen die Spieler jedoch volle fünf Runden, ohne dass einer dieser Umstände eintritt, gewinnen alle gemeinsam.

Fazit

Gemeinsam gewinnen oder gemeinsam verlieren - eindeutige Merkmale für ein Kooperationsspiel. Die Spieler treten sozusagen gegen zufällig gesteuerte Mechanismen an. Hier sind es zum einen die Gebietsplättchen, zum anderen die Bedrohungskarten, die immer neue Herausforderungen stellen. Allerdings ist der Anforderungscharakter weder allzu hoch - nur blutige Anfänger und jüngere Spielgruppen dürften ernsthaft in Gefahr kommen - noch wirklich abwechslungsreich. Wenn man die beiden Empfehlungen von Meister Yoda in der Spielregel - Gebiete vollständig räumen ihr solltet!" und "Die Bedrohungskarten erfüllen ihr solltet!" - befolgt, kann eigentlich nichts schiefgehen. Man könnte Star Wars - Angriff der Klonkrieger - daher als "Coop for Beginners" bezeichnen, das vor allem im Familienkreis oder bei spielunerfahrenen Fans der Sci-Fi-Reihe Anklang finden wird.

Als Entschädigung für die fehlende Spannung, ob man die Aufgabe bewältigt, gibt es ein Bewertungssystem, um herauszufinden, wie gut eine Gruppe abgeschnitten hat. Dabei wird am Ende kontrolliert, wie viele Droiden pro Sorte noch in den Vorräten sind. Die Droidensorte mit der kleinsten Anzahl ist entscheidend dafür, ob man es lediglich zum Jedi-Jüngling (1 bis 4), zum Jedi-Padawan (5 bis 8), zum Jedi-Ritter (9 bis 12) oder gar zum Jedi-Meister (13 und mehr) geschafft hat.

Spätestens nach zwei, drei Partien hält das Grundspiel aber keine Überraschungen mehr parat. Die Spielregel enthält ein paar Möglichkeiten, den Schwierigkeitsgrad anzupassen. So kann das Spiel (noch) einfacher gestaltet werden, indem anfangs weniger Droiden in die Arena strömen oder man bereits mit mehr Macht anfängt. Machtpunkte können übrigens jederzeit dazu verwendet werden, um Würfel zu verändern, nämlich um je eine Augenzahl auf oder ab pro Machtpunkt. Aber mit solch leichten Voraussetzungen lässt sich das Spiel vielleicht sogar blind gewinnen ;-). Durch die Reduzierung der Droidenvorräte wird die Aufgabe zweifellos etwas gefährlicher, auf das Spielverhalten wirkt sich dies aber nur minimal aus.

Zum Glück beinhaltet das Spiel eine interessante Variante, die es tatsächlich etwas schwieriger gestaltet. Die "R2-D2/C-3PO"-Erweiterung bezieht sich auf die kleine Episode des Films, bei der die beiden Roboter in die Kampfdroidenfabrik auf Geonosis geraten, infolge dessen der Kopf von C-3PO auf einen Droidenkörper und umgekehrt ein Droidenkopf auf seinen Körper geschweißt werden. Die 3 Spezialplättchen mit den beiden C-3PO-Teilen und R2-D2 kommen zu Beginn ebenfalls in die Arena. Die Aufgabe der Spieler besteht nun zusätzlich darin, bis zum Ende der fünften Runde die beiden C-3PO-Droiden zu besiegen und anschließend mit R2-D2 den Kopf von C-3PO zu seinem Körper zu transportieren. Um Letzteres zu bewerkstelligen, müssen einige Würfel für die Bewegung von R2-D2 verwendet werden, wodurch die anderen Aufgaben automatisch etwas schwerer zu erledigen sind.

Diese Variante zeigt auf, was dem Spiel eigentlich abgeht: mehr Varianz, weitere Ablenkungen, Möglichkeiten, die Würfel auf andere Art einzusetzen, was die Spieler zu kniffligen Entscheidungen zwingt. Star Wars - Angriff der Klonkrieger bräuchte mehr von solchen "Nebenschauplätzen". Warum beispielsweise nicht Count Dooku höchstpersönlich (mit eigener Spielfigur) in die Schlacht werfen? Mehrere Helden müssten sich gleichzeitig um ihn kümmern, um ihn zu besiegen. Und für den Fall, dass man ihn vernachlässigt, könnte man einen ab diesem Zeitpunkt für den Rest der Partie wirksamen Nachteil vorsehen, zum Beispiel höherer Stärkewert einer Droidensorte, Zerstörung von Würfeln, u. ä. Ich bin mir sicher, dass es noch viele Ideen dazu gäbe.

Das Spielmaterial ist von ordentlicher Qualität, die Grafik ansprechend, und die Schachtel sogar mit einem passenden Inlay versehen. Als Lizenzspiel ist Star Wars - Angriff der Klonkrieger sicherlich kein Schnellschuss und auch keine billige Abzocke am Konsumenten. Der Wiederspielreiz des Grundspiels reicht aber leider nur für wenige Partien; ohne neue Herausforderungen fürchte ich, dass das Spiel bald im Spieleregal verstaubt und höchstens dann wieder hervorgeholt wird, wenn ein neuer Star-Wars-Film herauskommt. Was übrigens tatsächlich bald wieder der Fall sein könnte, denn George Lucas plant eine Fortsetzung des Weltraum-Epos. Die Episoden 7 bis 9 sollen im Abstand von ungefähr zwei Jahren ab 2015 in unsere Kinos kommen ...

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Star Wars - Angriff der Klonkrieger: 3,7 3,7, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.12.12 von Franky Bayer - Einfach zu erlernendes Kooperationsspiel, das aber etwas zu leicht zu gewinnen ist. In der Grundversion daher nur eine 3, mit der R2-D2/C-3PO-Variante etwas herausfordender. Mehr solche Varianten wären wünschenswert.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.11.12 von Michael Andersch - Koop in relativ simpel (was die Regeln betrrifft)- für die Zielgruppe ab 8 Jahren durchaus geeignet (allerdings frage ich mich ernsthaft, ob ein Achtjähriger die Filme wirklich schon kennen muss...?). Auch wenn es begrenzt herausfordernd sein kann ist es mein Fall nicht so, ohne dass ich jetzt detailliert sagen könnte, weswegen. Objektiv muss ich aber immerhin eingestehen, dass es gut funktioniert und sich flüssig spielt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.07.13 von Michael Kahrmann - Schönes einsteigerfreundliches Lizenzspiel! :) Mir gefällts!

Leserbewertungen

Leserwertung Star Wars - Angriff der Klonkrieger: 3,8 3.8, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.07.13 von Maja - Spielen wir immer wieder gerne mit Wenigspielern! Kommt da sehr gut an, wenn man das Thema mag.. :)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.07.13 von Dennis L
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.08.13 von matthias bilstein - für jungs ist das aber trotzdem ein muss. und das spiel ist eines der bersseren starwars spiele die ich kenne
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.09.13 von Hans Huehnchen - Funktioniert tadellos, ist allerdings aufgrund des geringen Schwierigkeitsgrades recht unspannend. Schade.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.08.14 von Tom Hilgert - Überraschend spannend, bei dem man auch den Schwierigkeitsgrad selbst erhoehen kann, wie man will. Selten so spannend gewuerfelt

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