Rezension/Kritik - Online seit 04.09.2004. Dieser Artikel wurde 6825 mal aufgerufen.

Piraten Planken & Peseten

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Autor: Kai Haferkamp
Illustration: Tanja Donner
Jurgen Zimmermann
Verlag: KOSMOS
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 2 - 4
Dauer: 45 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2004
Bewertung: 3,3 3,3 H@LL9000
Ranking: Platz 4090
Piraten Planken & Peseten

Spielziel

Piraten unterschiedlicher Gilden springen von Planke zu Planke, stoßen sich gegenseitig vom Schiff, um an die heißbegehrten Schatzkisten und die darin befindlichen Schätze zu kommen. Es entsteht ein wildes Gerangel auf dem Piratenschiff!

Ablauf

Vor dem Spielstart steht natürlich der Spielaufbau. Im Falle von Piraten, Planken und Peseten hat dies eine besondere Bedeutung, denn es gilt ein dreidimensionales Piratenschiff aufzubauen. Nachdem die 2 kleinen und 2 großen Schatzkisten sowie die 4 Piraten pro Spieler gleichmäßig auf die 12 Planken verteilt wurden, kann es losgehen.

Pro Wertungsrunde haben die Spieler 12 Bewegungspunkte zur Verfügung. Die Bewegungspunkte können beliebig auf die eigenen Piraten verteilt werden. So kann man in einer Spielrunde auch nur einen Piraten bewegen. Pro Bewegungspunkt darf ein Pirate eine Planke nach links oder nach rechts versetzt werden. Allerdings dürfen pro Spielrunde maximal 5 Bewegungspunkte eingesetzt werden. Jeder Spieler verfügt über eine Schiffsplanke, mit deren Hilfe man die noch zur Verfügung stehenden Punkte markieren kann.

Sobald ein Pirat bewegt wurde und seine Bewegung auf einer Planke beendet hat, schiebt er dort bereits platzierte Piraten ein Stückchen weiter nach außen. Insgesamt finden 3 Piraten auf einer Planke Platz. Sobald sich ein vierter Pirat auf der Planke niederlässt, stürzt der äußerste Pirat vom Schiff und schwimmt zurück zur Insel. Wer seine Piraten von der Insel zurück auf das Schiff bringen möchte, muss 2 Bewegungspunkte investieren.

Die Piraten können nur Schätze erbeuten, wenn sie am Ende einer Spielrunde auf einer Planke mit einer Schatzkiste stehen. Deshalb gibt es in Summe nur 4 Planken, die für die Piraten interessant sind.

Ende einer Spielrunde: Wenn ein Spieler als Einziger keine Bewegungspunkte mehr zur Verfügung hat, darf er dennoch pro Spielzug einen Bewegungspunkt verbrauchen. Sobald der zweite Spieler seine Bewegungspunkte verbraucht hat, endet die Spielrunde sofort.

Wertung: Nun wird geprüft, welcher Pirat mit Beute aus der Spielrunde geht. Die jeweils bis zu 3 Piraten an den Schatzkisten werden überprüft. Hierbei ist die Größe der Piraten und der Schatzkisten von Bedeutung. Es gibt Piraten in 4 verschiedenen Größen und es gibt 2 kleine und 2 große Schatzkisten.

  • Bei den großen Schatzkisten erhält der größte Pirat einen Schatz. Gibt es 2 größte Piraten, freut sich der dritte, kleinere Pirat.
  • Bei den kleinen Schatzkisten erhält der kleinste Pirat einen Schatz. Gibt es 2 kleinste Piraten, freut sich der dritte, größere Pirat.
  • Sind alle 3 Piraten gleich groß bzw. klein, gehen alle leer aus.

Nun werden aus einem Säckchen mit insgesamt 24 Schätzen entsprechend der Wertung Schätze herausgezogen. Ein Hineinschauen ist verboten, ein Fühlen ist jedoch erlaubt und erwünscht. Da es jeden Schatz zweimal gibt, muss man versuchen, keinen Schatz zu ziehen, den man bereits hat. Wer einen doppelten Schatz zieht, muss diesen an den Spieler verschenken, der die wenigsten Schätze besitzt.

Spielende: Sind alle 24 Schätze aus dem Beutel gezogen, geht es an die Endwertung. Der Spieler mit den meisten Schätzen gewinnt das Spiel. Haben mehrere Spieler die meisten Schätze, legen diese mit ihren Schätzen eine möglichst lange Kette. Der Spieler mit der längsten Kette gewinnt.

Fazit

Material: Kaum zu glauben, was man aus Stanztableaus alles basteln kann. Auch wenn das Schiff und die Piraten aus Pappe sind, so wirkt das aufgebaute Spiel durchaus beeindruckend. Um beim Bau des dreidimensionalen Schiffs keinen Fehler zu machen, liegt dem Spiel eine Bauanleitung bei. Dennoch wurde mir von Fällen erzählt, in denen das Schiff nicht korrekt zusammengebaut wurde und im Spielverlauf auseinanderfiel. In meinen Spielrunden hat dies gut funktioniert, wenn auch einmal zwei Anläufe nötig waren.

So schön das Material ist, der Spielübersicht dient es in jedem Fall nicht. Das Schiffssegel verdeckt zum Teil die gegenüberliegende Spielfeldseite. So muss man gelegentlich aufstehen oder sich auf die andere Seite beugen, um das komplette Spielgeschehen überblicken zu können. Piraten müssen auf den Planken verschoben werden, so dass auch mal ein Pirat unberechtigterweise von der Planke gestoßen wird und zurück gestellt werden muss. Alles in allem etwas umständlich, aber dennoch spielbar.

Die Anleitung gliedert sich in 2 Bereiche, der Bauanleitung und der Spielanleitung. Beide sind mit vielen Bildern unterlegt, so dass es ohne Probleme möglich ist, ins Spiel zu finden.

Was das Spiel angeht, stellten wir fest, dass unsere jüngsten Spieler einige Probleme hatten, die Möglichkeiten zu erfassen, so dass die Alters-Untergrenze etwas angehoben werden sollte.

Spielt man das Spiel zu viert im Erwachsenenkreis, stellt sich nach ersten Versuchen meist ein sich wiederholendes Szenario ein:

Die bis zu 5 Punkte pro Runde werden ausgenutzt, indem jeder Spieler versucht, seine 12 Punkte auf 3 Runden aufzuteilen, denn man hat keinen Vorteil, zu lange zu warten. Wenn der zweite Spieler auf 0 Punkten ist, wird gewertet. Wer bis dahin seine Bewegungspunkte nicht genutzt hat, lässt den Rest verfallen.

Was passiert also? Der Startspieler ist der erste Spieler, der bei 0 Punkten ankommt. Der im Uhrzeigersinn folgende Spieler ist der zweite Spieler.

Er wird gewertet und der im Uhrzeigersinn folgende Spieler ist neuer Startspieler.

Somit entsteht ein Startspieler-Ping Pong. Es gibt zwei Spieler, die sich als Startspieler abwechseln, und die anderen beiden beenden jeweils die Runde, was für sie ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist.

Dieses Phänomen wiederholte sich in diversen Spielerunden mit anderen Mitspielern, obwohl die Spieler vorher nicht darauf hingewiesen wurden.

Im Spiel zu dritt und zu zweit entsteht dieses Ping-Pong nicht, jedoch ist die Folge von Start- und Abschlussspieler auch hier vordefiniert, sofern die Spieler o.g. Taktik anwenden.

Zusammengefasst: Wer ein reines Familienspiel hinter Piraten, Planken und Peseten vermutet, wird sich wundern. Es gibt durchaus taktische Möglichkeiten, die Kinder der benannten Alters-Untergrenze nicht erfassen werden. Dennoch: Was anfänglich sehr originell und spaßig beginnt, flacht nach einigen Spielen durch den o.g. Automatismus stark ab. So lebt Piraten, Planken und Peseten in erster Linie durch sein originelles Material, weniger duch einen originellen Spielmechanismus - und erntete deshalb ein sehr durchwachsenes Urteil.

Rezension Frank Gartner

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Piraten Planken & Peseten: 3,3 3,3, 9 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Roland Winner
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Barbara Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Anette Bippus-Darting
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Peter Nos
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Jochen Traub - Das Spielbrett als Schiff ist einzigartig, aber leider auch etwas unübersichtlich.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.05.04 von Arne Hoffmann - Wunderschöne Aufmachung, die aber leider falsche Hoffnungen weckt, da es sich bei Piraten Planken & Peseten um eine reines Taktikspiel handelt und nicht, wie dem Anschein nach, um ein leichtes Familienspiel.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.05.07 von Kathrin Nos

Leserbewertungen

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