Rezension/Kritik - Online seit 23.08.2019. Dieser Artikel wurde 690 mal aufgerufen.

Dubbe

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Autor: Klaus Geis
Verlag: Palatia Spiele
Rezension: Volker Sitzler
Spieler: 2 - 5
Dauer: 45 - 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2046
Dubbe

Spielerei-Rezension

Die Pfälzer sind schon ein eigenartiges Volk. Sie können ganze Sätze mit einsilbigen Worten sprechen. Manche beten rote Teufel an und sie machen in Neumondnächten Jagd auf Elwetritsche (lat. Bestia Palatanensis). Dies sind hühnerähnliche Figuren, allerdings nicht verwandt mit dem Bayerischen Wolpertinger, und nicht zuletzt trinken sie Weinschorle aus blumenvasenartigen Gefäßen. Diese haben punktförmige Vertiefungen (Dubbe). Sie sollen verhindern, dass das Glas mit fettigen Fingern aus der Hand rutscht und der wertvolle Rebensaft verschüttet wird. Im vorliegenden Kartenspiel Dubbe geht es auch um Punkte, aber nicht um solche auf Gläsern, sondern um solche, die bei Stichspielen vergeben werden. Das Spiel stammt aus der Feder von Klaus Geis, der auch schon für den Vorgänger ebbes verantwortlich zeichnete. Beide Spiele sind beim pfälzischen (natürlich) Verlag Palatia erschienen.

Dubbe ist ein recht ungewöhnliches Stichspiel. Durch das Gewinnen von Stichen schlüpfen die zwei bis fünf Teilnehmer im Verlauf des Spiels in verschiedene Rollen, genannt Charaktere. Die fünf Charaktere sind mit Plus- oder Minuspunkten versehen, sind Trumpf oder haben Sonderfunktionen. Im Lauf eines Spiels steigen die Werte der Positiven und Negativen immer weiter an und daher stellt sich immer wieder die Frage, wann man einen Stich übernehmen soll.

Die Charaktere werden nach ihrer aufgedruckten Augenzahl ausgelegt. Ebenso die Weinflasche für die Pluspunkte und die Flasche mit Mineralwasser für die Minuspunkte. Die Charaktere werden nun der Reihe nach vorgestellt. Da wäre zunächst der „Aagewwer“ (Angeber). Er weiß immer alles besser, ist nicht sehr beliebt und steht für Minuspunkte. Komischerweise hat er auf der Abbildung eine starke Ähnlichkeit mit dem aktuellen amerikanischen Präsidenten, aber dies ist sicher nur Zufall ... Als nächstes kommt „Weschwieschmän“ (Weißt du was ich meine?). Er ist an jedem Stammtisch sehr beliebt und steht daher für Pluspunkte. Der „Jammerlabbe“ (klagt nur herum und sieht alles schlecht) ist aufgrund seiner negativen Einstellung wieder für Minuspunkte prädestiniert. Dann kommt „Jo Lossen“ (ach lass ihn doch) als Sonderling, der von nichts eine Ahnung hat und sich trotzdem überall einmischt. Da er in jeder Hinsicht aus dem Rahmen fällt, hat er die Sonderfunktion, dass er eine Kartenfarbe nicht bedienen muss. Bleibt letztendlich noch der „Gliggsridder“ (Glücksritter). Er ist ein wahres Glückskind, überall gerne gesehen und steht daher auch für Pluspunkte.

Wie bisher unschwer herauszulesen war, ist Dubbe ein Stichspiel, bei dem in jeder Runde 15 Stiche vergeben werden. Durch das Gewinnen von Stichen gelangen die Spieler in den Besitz der Charaktere. Zunächst bestimmt der Spieler links vom Geber nach Ansicht seiner Karten die Trumpffarbe und der nächste an der Reihe spielt die erste Karte aus. Es herrscht Farbzwang, nur wer nicht bedienen kann darf trumpfen oder abwerfen. Zum Spiel gehören noch fünf Würfel in Form der Kartenfarben, von denen es übrigens fünf gibt. Direkt nachdem die Trumpffarbe angesagt wurde, wird der entsprechende Würfel in der Farbe auf die „eins“ gedreht und auf den Charakter Aagewwer gelegt und dieser vor dem Spieler platziert, der die Trumpffarbe angesagt hat. Da dieser, wie wir uns erinnern, Minus zählt, hat dieser Spieler schon einen Minuspunkt, bevor die erste Karte überhaupt gespielt wird. Anschließend wird die erste Karte angespielt. Wenn dies ein Trumpf ist und der Aagewwer den Stich bekommt, wird der Würfel auf die „zwei“ gedreht. Bekommt ein anderer Spieler den Stich, wechselt der Charakter zu diesem. Der bisherige Besitzer bekommt nun einen Minuspunkt, der auf dem Tableau angezeigt wird. Anschließend wird der Würfel auf die „zwei“ gedreht. Wird allerdings eine andere Farbe angespielt, wird der nächste Charakter mit dem Würfel der entsprechenden Farbe und dem Wert „eins“ markiert und vor dem Gewinner des Stiches abgelegt. Auf diese Weise werden die noch nicht vergebenen Charaktere nach und nach ins Spiel gebracht und wie beschrieben markiert. Es ist durchaus möglich, dass ein Spieler mehrere Charaktere vor sich liegen hat. Immer dann, wenn eine Farbe angespielt wird, die bereits einem Charakter zugeordnet ist, wird am Ende des Stiches der Würfelwert um einen Punkt erhöht. Wenn der Gewinner des Stichs bereits im Besitz dieses Charakters ist, passiert nichts weiter. Hat allerdings ein anderer Spieler den Stich gewonnen, dann markiert der bisherige Besitzer des Charakters die bis dahin erzielten Plus- oder Minuspunkte (Würfelwert des Würfels) auf dem Tableau und der Charakter wechselt seinen Platz. Wäre noch die Besonderheit von „Jo Lossen“ zu klären. Wie bereits erwähnt, gilt ja für diesen der Farbzwang nicht, es sei denn, es wird die für seinen Charakter festgelegt Kartenfarbe angespielt. Wird er neu ins Spiel gebracht, wird der entsprechende Farbwürfel sofort auf die „drei“ gedreht und bleibt auch bis zum Spielrundenende unverändert. Immer dann, wenn der Charakter wechselt, bekommt der bisherige Besitzer drei Pluspunkte. Wenn alle Stiche gespielt wurden wird noch einmal abgerechnet und die erzielten Punkte markiert. Je nach Anzahl der Mitspieler wird eine vorher festgelegte Anzahl von Spielrunden gespielt und der Spieler mit den meisten Dubben gewinnt das Spiel.

Dubbe ist ein außergewöhnliches Stichspiel mit einem Mechanismus, der mir bis jetzt noch nicht bekannt war. Man muss in ganz neuen Bahnen denken, was speziell bei den ersten Partien nicht gerade einfach ist. Allerdings sollte man mindestens zu dritt sein, denn zu zweit gibt es eine Sonderregel, bei der einige Karten nicht im Spiel sind und dies macht das Spiel doch ziemlich unberechenbar.

Das Lokalkolorit kommt auch nicht zu kurz und speziell Spielern aus diesem Landstrich wird Dubbe gefallen. Mir gefällt es außerordentlich gut, auch wenn ich „nur“ ein Kurpfälzer bin.

Rezension Volker Sitzler

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Dubbe: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.08.19 von Volker Sitzler

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