Rezension/Kritik - Online seit 23.04.2022. Dieser Artikel wurde 369 mal aufgerufen.

ESCAPE Dysturbia: Gefahr in den Docks

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Verlag: homunculus spiel
Rezension: Michael Andersch
Spieler: 1 - 8
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2020
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
Ranking: Platz 4159
ESCAPE Dysturbia: Gefahr in den Docks

Kompakt - Kritik

Dysturbia – Gefahr in den Docks ist ein multimediales Escape-Spiel. Multimedial deshalb, weil zusätzlich zu den Materialien in der Box noch eine App installiert werden muss, welche zum einen mit durch das Spiel führt und ggf. bei Bedarf auch Hilfestellungen gibt, zum anderen aber auch eine Funktion übernimmt, zum Beispiel durch interaktive Elemente oder das Abspielen von Sounddateien.

Nach der Installation der App startet das Spiel damit, dass wir uns einen Schwierigkeitsgrad aussuchen (7 Stufen verfügbar) und – vom Schwierigkeitsgrad abhängig – mehr oder weniger der ermittelnden Charaktere für unser Team auswählen. Das ist zunächst einmal einiges zu lesen, was sich im weiteren Spielverlauf aber als viel Aufwand für leider wenig Effekt im Spiel herausstellt. Dies ist unschön, denn anfangs weiß man ja nicht, worauf man sich einlässt und wie in Escape-Spielen so üblich, kann ja jede Information irgendwie wichtig sein. Hier aber verplempert man mehr oder weniger unnütz Zeit mit der genauen Lektüre und dem Austüfteln eines vermeintlich optimalen Teams, wobei dieses – so viel sei spoilerfrei verraten – quasi keinen Einfluss auf die Lösbarkeit des Falles hat
Im Endeffekt ist es dann nämlich nur so, dass an manchen Stellen im Spiel manche Figuren mehr oder weniger vage Hinweise zur Lösung geben, sofern man sie denn im Team hat. Diese sind manchmal hilfreich, oft aber so wenig konkret, dass sie auch entfallen könnten. Zum Flair trägt es bei, zum Vorankommen im Spiel eher nicht.

Sind Schwierigkeitsgrad und Figuren gewählt, sowie die Hintergrundgeschichte gelesen, dann geht es los.

Das Spiel ist kartengesteuert, und der Fortschritt besteht darin, immer weiter Karten zu „ermitteln“, mit denen man weiter vorankommt. Die Karten haben eine Buchstaben-/Zahlenkombination, und manche Dinge sind sehr einfach zu ermitteln (z.B. ein Bild eines Raums, in dem bei Barkeeper die Kombi „E2“ genannt ist – dann nimmt man Karte E2 auf und schaut nach, was der Barkeeper so zu berichten weiß), andere durch diverse Rätsel. Diese streuen vom Schwierigkeitsgrad her schon sehr.

Manchmal muss man in Räumen wimmelbildartig irgendwelche Buchstaben und/oder Zahlen finden, manchmal durch eine Kombination aus 2 gefundenen Dingen (so könnte z.B. ein Schlüssel mit dem Buchstaben „A“ versehen sein, eine Tür im Raum-Wimmelbild mit einer „5“ – dann läge es nahe, die Karte „A5“ mal anzusehen, die dann hoffentlich keine falsche Fährte ist, sondern preisgibt, was sich hinter der bis dato verschlossenen Tür verbirgt – üblicherweise in Form eines neuen Wimmelbildes) und manchmal muss man diese durch Rätsel ermitteln.

Bei den Rätseln gab es mindestens eines, das meine Mitspieler (deutlich Escape-erfahrener als ich) und ich so noch nicht kannten, und generell muss man sagen, dass die Rätsel ganz ordentlich waren. Dennoch gab es zwei Situationen im Spiel, bei denen wir nicht weiter kamen und auch die Hilfefunktion der App nicht wirklich hilfreich bzw. gar nicht vorhanden war.

Damit sind wir bei der App, und auch hier gibt es leider Licht und Schatten. Sehr schön ist, dass die App teilweise richtig gut eingebunden ist. Am besten gefiel mir, dass (und das kann ich völlig spoilerfrei sagen) man an einer Stelle gegen einen der Informanten Bluff spielen musste, das alte Spiel des Jahres von 1993, um an eine Information zu kommen. Das fand ich ziemlich cool.
Nicht so schön ist, dass die „flairhaltigen“ Hintergrundgeräusche bzw. Musik irgendwann anfangen zu nerven. OK, dem kann man durch Stummschalten begegnen.
Nicht so schön war auch, dass manche der Karten eingescannt werden mussten, damit die App neue Situationen aufruft. Dieses Einlesen hat fast nie geklappt, so dass wir die Karten-IDs meist manuell eingegeben haben, was glücklicherweise alternativ ebenfalls möglich ist.
Kein Beinbruch, aber da ist durchaus noch Verbesserungspotenzial vorhanden. Gleiches gilt für die Hilfefunktion, die eben leider nicht überall hilft.

Unser Fazit war dann auch sehr gemischt. Die Integration der App und einige Rätsel gefielen uns gut. Viel Brimborium um wenig „Substanz“ (Schwierigkeitsgrad, Teamzusammensetzung, manche Szenen der App, …), die Funktion der App (Scannen, Hilfefunktion) – das waren die Punkte, die wir nicht gut fanden. Und auch die Spieldauer schien uns zu lang. Das lag sicherlich zum Teil auch an unserer Rätselgeschwindigkeit, und vor allem zu Beginn hatten wir etwas Probleme „ins Spiel reinzukommen“. Ist man dann aber mal drin, dann nervt die doch etwas repetitive Wimmelbilderitis irgendwann schon.

So kann ich subjektiv betrachtet keine volle Empfehlung aussprechen. Andere Rätselgruppen mögen dies ganz anders beurteilen, ich selbst verspüre aber kein Verlangen nach weiteren „Dysturbia“-Titeln. Da habe ich mich von anderen Serien schon deutlich besser und „knackiger“ unterhalten gefühlt.

Abschließend noch ein Wort zur Wiederspielbarkeit: Es wird in geringem Maße Material zerstört, dies kann aber problemlos wiederhergestellt werden bzw. muss es nicht, weil man es ohne „Rätselverlust“ in dieser Form weiterverwenden kann. Man sieht also, dass das Spiel benutzt wurde, aber es ist uneingeschränkt wiederverwendbar.

Rezension Michael Andersch

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung ESCAPE Dysturbia: Gefahr in den Docks: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.01.22 von Michael Andersch - Ganz ok, aber wenn ich die Wahl hätte würde ich ein Escape-Game einer anderen Serie (Exit, Deckscape,...) vorziehen.

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